Bemerkenswert

Covid 19 Statistik RKI

Über diesen Link kommen Sie zu meiner wöchentlich aktualisierten Statistik, die in einer Tabelle die offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts zusammenfasst. Die Angaben zur Gesamtsterblichkeit hängen hinterher, weil die Sterbestatistik von destatis so lange braucht, um alle Sterbefälle über die Meldungen in den Standesämtern zu erfassen.

Ereignis mit Folgen?

Ohne viele deutlich sichtbare rote Schirme und Fahnen wird es nicht gelingen, die Rechte der Ärmsten zu verteidigen. Linke Aktivisten können und müssen sich persönlich im hier und jetzt entscheiden. Ihre Organisationen versagen,die Einzelnen sind gefordert. Sie müssen das Blatt wenden.

Es ist gängige Praxis der Behörden aller Länder die Zahl der Protestierenden klein zu reden, während die Organisatoren öffentlichen Protests den Erfolg ihrer Mobilisierungsanstrengungen natürlich gerne ein bisschen übertreiben. Nach meiner Erfahrung liegt man bei kleineren Aufzügen mit einem arithmetischen Mittel zwischen beiden Angaben zumeist richtig. Die Diskrepanz zwischen 20.000 Teilnehmern nach Polizeiangaben und dem in sozialen Medien kursierenden Maximum von 1.300.000 Menschen ist mehr als heftig. Bei Anwendung dieser Berechnungsart, käme man für Berlin auf 660.000 Teilnehmer. Für die große Demonstration gegen das TTIP-Abkommen nannte der Spiegel 2015 die Zahl von 150.000 als Polizeiangabe, die Veranstalter sprachen von 250.000, manche sogar von 300.000. Dass das kursierende Maximum sich allerdings auf das 65-fache der Behördenangabe beläuft, ist mir noch nie untergekommen. Zumindest nicht unter demokratischen Verhältnissen. Schon das Auseinanderklaffen in einer solchen Größenordnung ist Hinweis genug, dass etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Paul Schreyer kommt mit Hilfe einer Berechnung über Fläche und Menschenzahl pro Quadratmeter auf rd. 300.000 Teilnehmer an der Abschlusskundgebung zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor.

Was niemanden aus den Reihen der staatstragenden Medien zu interessieren scheint: die Motive der unbestritten zahlreichen Teilnehmer von Demonstration und Kundgebung. Gaby Weber, eine Journalistin die in San Telmo (Buenos Aires) und in Wedding (Berlin) arbeitet, hat sich die Mühe gemacht, während des Zuges einige Kurzinterviews zu machen und ihre Eindrücke zusammenzufassen.

Gaby Webers Einschätzung deckt sich weitgehend mit meiner eigenen. Diese bezieht sich im wesentlichen auf die stetig nachlassende Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems.
Es ist eine fatale Fehleinschätzung, 15.298.870 Wähler, die sich 2017 der Wahl enthalten haben oder einen kommentierten Stimmzettel abgegeben haben, für interesselose Dumpfbacken zu halten. Auch die 2.517.393 Wählerinnen, die sich 2017 für eine der 35 Parteien ohne Aussicht entschieden, werden nicht als kritische Stimmen wahrgenommen. Dank der deutschen Mischung von Mehrheits- und Verhältniswahlrecht half deren Wahlentscheidung ausgerechnet dazu, den Bundestag auf 709 Sitze aufzublähen, verbunden mit einer Kostensteigerung, die im Sinne von Repräsentanz als hinausgeworfenes Geld anzusehen ist. Kritiker der deutschen Ausprägung des Parteisystems werden entweder nicht gehört, der Kategorie Systemkritik zugeschlagen und/oder in den Medien vernachlässigt. Ein einig Volk von Demokraten wollen wir sein, ist die Devise geworden, unter umfassender Vernachlässigung all jener, die durch Enthaltung oder Wahl aussichtsloser Parteien 2017 deutlich gemacht haben, dass sie genau diese deutsche Spielart von Demokratie nicht mehr wollen.
Ist es sinnvoll 30 % der Wahlberechtigten – gar nicht zu reden von den mindestens 10,4 Millionen Menschen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die wegen eines rassisch-völkischen Staatsangehörigkeitsrechts von Wahlen weitestgehend ausgeschlossen bleiben – bei Wahlanalysen unter den Tisch fallen zu lassen? Ca. 40 % der Bevölkerung haben im Bundestag keine Stimme. Das ist eine Tatsache. Sollen sie sich mit der Hoffnung trösten, das nächste Mal, 2021 bekämen sie vielleicht eine? Jeder weiß, dass das nicht der Fall sein wird, denn die dafür notwendigen gesetzlichen Änderungen stehen nicht einmal zur Debatte, geschweige denn, dass sie noch umgesetzt werden könnten.

Ist es da verwunderlich, dass eine parlamentarische, politische Alternative von weiten Teilen der Bevölkerung als solche nicht erkannt wird? Das ist kein diffuses Gefühl, nichts bewirken zu können. Angesichts der Schließung der Reihen aller Parteien, die sich selbst für demokratisch halten, die AfD aber nicht, haben vor allem diejenigen die Lage politisch zu verantworten, die als Friedensfreunde 1983 erstmals in den Bundestag eingezogen sind, die Grünen, und die Linken, die 1990 als PDS firmierend 17 Sitze im Bundestag erringen konnten und gegenwärtig als sozialdemokratische Linke vereinigt zur Partei DIE LINKE, 69 Sitze innehaben. Linke und linksbürgerliche werden faktisch nicht mehr als Alternative wahrgenommen. In Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen auf der Grundlage umfassender Ermächtigungen für Gesundheitsminister und Kanzlerin ist eine linke Kritik nicht vernehmbar. Dabei haben gerade diese Maßnahmen die materielle Existenz weiter Teile der Bevölkerung vernichtet. Die Einbrüche in Wirtschaft und Beschäftigung haben ihr Maximum noch nicht erreicht. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden sich weiter verschärfen, vor allem wenn man auch die Merkmale ins Auge fasst, die auf der sozialstaatlichen Ebene geeignet sein könnten, soziale Unsicherheit wenigstens punktuell abzufedern: Sozialtransfers, Renten, Gesundheitsdienste, Infrastruktur, Kultur und Bildung.
Linke nehmen die wissentlich und willentlich herbeigeführte Verarmung weiter Teile der Bevölkerung billigend in Kauf, indem sie einfach fraglos die regierungsamtliche Erzählung teilen, es gehe bei Quarantänen, Maskenpflicht und Einschränkung von Versammlungen und Veranstaltungen in Sälen und unter freiem Himmel um die Rettung von Menschenleben.
Linke akzeptieren ohne weitere gesellschaftliche Debatte folgenreiche Maßnahmen, die – basierend auf einer angenommenen, als äußerst bedrohlich propagierten Gesundheitsgefahr – die inländische Wertschöpfung um bisher 10 % haben einbrechen lassen und internationale Wertschöpfungsketten unterbrochen haben, auf die die Ärmsten der Armen in allen Ländern der Welt angewiesen sind.
Parteilinke und weite Teile der außerparlamentarischen Linken dulden ohne jeglichen Widerspruch nicht nur die weitgehende Ruhigstellung des anerkannten kulturellen Lebens. Ums nackte Überleben kämpfen vor allem die Künste, die wenigstens für die Dauer der Darbietung Diskussionen anregen, die gesellschaftlichen Grenzen überschreiten, Beteiligung ermöglichen für diejenigen, deren gesellschaftliches Interesse sich nicht an Parteiprogrammen orientiert. Welche Erwerbsmöglichkeiten bleiben den Spaßmachern, Musikern und Artisten der Fußgängerzonen, wenn sich keiner mehr um ihren Auftritt drängt mit einem Euro in der Hand?

Warum nimmt eine sich links nennende Partei eine Vorsitzende in Kauf, die wohl eher als Galionsfigur deutscher Hypochonder in die politische Geschichte eingehen wird, denn als Schutzpatronin der Wanderarbeitern aus den östlichen Ländern Europas, die z. B. wochenlang widerrechtlich in ihren beengten Unterkünften in Quarantäne gehalten werden. Belegt eine solche öffentlich bekundete Haltung ein entschiedenes Eintreten für die Rechte derer, die zwingend auf Arbeitseinkünfte angewiesen sind? Es gelingt der gesellschaftlichen Linken in Deutschland nicht einmal ansatzweise Kleinrentnerinnen, Mindestlöhner, Beschäftigte ohne jeden Kündigungsschutz, kleine Selbstständige und aufstockende Freiberufler zusammenzuführen gegen die Interessen der großen Konzerne und Banken. Stattdessen wird über ein „Menschenrecht auf Gesundheit“ schwadroniert, für dessen praktische Verwirklichung eher die Natur oder ein persönlich vorgestellter Gott zuständig wären, nicht die Einrichtungen oder Leistungen eines solidarisch finanzierten Gesundheitssystems.

Ausschließlich die parlamentarische Linke UND die Individuen, Organisationen, Initiativen, Grüppchen der außerparlamentarischen Linken tragen die Verantwortung dafür, dass auf der Berliner Demonstration zwar vereinzelt rechte Trupps an ihren Fahnen zu erkennen waren, aber so gut wie keine roten. Es sei denn man betrachtet die vereinzelten roten Regenschirme, die vor der Sonne schützten, als Indiz linker Anwesenheit.
Die gesellschaftliche Linke verausgabt ihre Kraft gegenwärtig allem Anschein nach lieber für immer ausgefeiltere Aussagen zu medial in die Debatte gedrückten Identitätspolitiken, statt tatkräftig den Protest aller Ausgeschlossenen und materiell Benachteiligten zu unterstützen. Prognosen verkneife ich mir. So wie die Dinge aktuell liegen, wird es bezüglich der bereits angekündigten Demonstration in Berlin am 29. August in erster Linie an der persönlichen Entschlusskraft liegen, in welchen Massen beim nächsten Termin der Protest seinen Ausdruck findet. Vielleicht sogar in roten Fahnen. Es gibt für diese keinen urheberrechtlichen Schutz.


Sehen wir´s optimistisch

Ein Schritt nach dem anderen, weiter auf dem Weg in die Gesundheitsdiktatur! Seltsam, dass ausgerechnet in diesem Punkt gegenwärtig niemandem die Nähe zum Faschismus auffällt! Der Fortschritt sorgt für genetisch einwandfreie Menschen! Es lebe der gesunde Volkskörper! Volksschädlinge ab ins Quarantänelager!
Die Aufmerksamkeit wird auf böse Wörter über Menschen mit anderer Hautfarbe und diversem Geschlecht gerichtet. Zum Glück erinnert sich niemand mehr an Eugenik, Impfexperimente, Zwangssterilisation… . Wie auch. Diente ja alles dem medizinischen Fortschritt oder der Wehrfähigkeit. Wir schreiten fort! Vorwärts, die Richtung ist uns egal. Hauptsache gesund. Diesmal, darin liegt der Fortschritt, nicht das Volk, sondern die ganze Welt. Wer gesund oder krank ist, das bestimmen wir. Unsere Grundlagen sind das Gesundheitsempfinden aller Weltbürger und die unangefochtene wissenschaftlichen Expertise wohlbestallter Virologen, Genetiker, Reproduktionsmediziner und Pharmakologen, der obersten Herren von Petrischalen, Reagenzglaskarussells und Elektronenmikroskopen.
Was den obersten 100 der Welt vorschwebt, sind funktionstüchtige, steuerbare Homunculi mit ausgeschaltetem Stammhirn und Großhirn. Man arbeitet daran. Nur eine Frage der Zeit, bis wir auch Muskelfleisch über eingepflanzte Chips in Bewegung setzen können, nicht bloß das Geld an der Supermarktkasse.
Hurra. Wir bekommen eine neue Dienstrasse. Unsere Nachfahren werden keine neue Seite im Stammbuch der Menschheit aufschlagen müssen. Wer Speicherplatz hat, braucht kein Gedächtnis. Hoch der homo optimus mit dem neuen natürlichen Menschenrecht, die suboptimalen zu erschlagen. Wahrscheinlich lebt er auf dem Mars, weil die Erde abgewohnt ist und das Renovieren nicht kostengünstig zu bewerkstelligen war. Wage keiner zu sagen, das sei keine optimistische Perspektive. Wer das nicht für Hoffnung hält, ist ein Auslaufmodell der Spezies, aber dank des Fortschreitens der Wissenschaft zu unser aller Glück gesund.

Wörter mit `be-´

Vergleichende Sprachwissenschaft habe ich nicht gelernt. Es ist also eine ganz subjektive Einschätzung, dass die unter Deutschen beliebten Passivkonstruktionen mit Hilfe von Verben, die mit der Vorsilbe `be´ anfangen die Neigung verstärken, andere `be´-stimmen zu lassen. Ob es sich dabei um eine nationale Mentalität handelt, mögen `Be´-rufenere entscheiden, die sich mit so etwas auskennen. Ich persönlich finde es einfach auffällig.

Die Berufenen einer Behörde, die für die Bearbeitung von Seuchen zuständig ist, bestimmen gegenwärtig, weitgehend frei von rechtlichen Skrupeln oder Überlegungen zur materiellen Richtigkeit, was Mensch im deutschen Alltag zu tun oder zu lassen hat. Sie legitimieren dies mit der Behauptung, sie seien beauftragt mich, Angehörige einer Risikogruppe, zu beschützen. Deshalb werde ich, werden wir, täglich auf allen medialen Kanälen belehrt, hinsichtlich der immensen Bedrohung durch eine globale Seuche, die lt. einer anderen Behörde, der WHO, alle Weltbürgerinnen, Weltbürger und Weltdiverse jeglicher Hautschattierung gleichermaßen betrifft. Die unterschiedlichen materiellen Ausgangslagen verschiedener Teile der Weltbürgerschaft, die möglicherweise zu unterschiedlichen Risiken führen, spielen in dieser Frage keine Rolle, denn außer Geschlecht und Lebensalter gibt es keine Unterscheidungen, die von Bedeutung sind – meinen die amtlich bestallten und von Pharmaunternehmen bezahlten Bewerter der berufenen Behörden.

Stimmt das, was sie behaupten? Was buchstäblich meint, dass diese Beamten, Beauftragten und Behörden, die einzigen seien, die einen Kopf mit Füllung besitzen. Alle anderen laufen hauptlos umher. Wollen wir uns angesichts dieser Lage nicht daran erinnern, dass jeder von uns ein eigenes Haupt trägt, das bei aufrechtem Gang oben ist und mit dessen Hilfe wir uns gegen die Bestimmer, Belehrer und Beschützer wehren können?

Symptomatisch

Ein Gegenstand entgleitet Ihrer Hand und fällt zu Boden.
Das ist nicht überraschend. Sie würden es auch nicht als Symptom der Erdanziehung ansehen, oder? Erdanziehung? Weiß jeder, kennt jeder. Alles, was man nicht festhält, das fällt. Auch wer noch nie etwas von Sir Isaac Newton gehört oder gelesen hat, weiß, dass man Dinge festhalten muss, wenn man sich nicht nach ihnen bücken will. „Etwas“ zieht alle Gegenstände nach unten. Immer. Es sei denn, sie sind ganz leicht und der Wind treibt sie durch die Lüfte. Dieses „Etwas“ ist eine Ursache. Kein Symptom für dieses oder jenes. Wenn ich ihn nicht festhalte, fällt der Teller auf den Boden. Das ist die Folge, die Wirkung dessen, dass ich Dummerjan ihn nicht festgehalten habe.

Das Fragen nach Ursache und Wirkung ist nicht mehr modern. Mir ist aufgefallen, dass gegenwärtig fast jede Erscheinung des realen Lebens geeignet ist, als Symptom betrachtet zu werden. Der durch Anonymität geschützte Mensch, der in den sozialen Medien kühn formuliert „Du Arschloch“ ist ein Symptom. Genauso wie im medizinischen Bereich eine laufende Nase Symptom einer Allergie, einer Erkältung, eines grippalen Infekts, neuerdings auch einer Sars_Cov2-Infektion sein kann, ist die im Schutz der Anonymität formulierte Beschimpfung „Du Arschloch!“ Symptom einer um sich greifenden gesellschaftlichen Verrohung ungeahnten Ausmaßes, einer in einem ebenso ungeahnten Ausmaß schwindenden Fähigkeit zu höflichem Verhalten, der Zugehörigkeit zur Unterschicht, der Feigheit … .

Auf jeden Fall ist die zitierte Äußerung Symptom einer Eigenart, die auf denjenigen abstoßend wirkt, der sie wahrnimmt und ihn geradewegs zu dem Gedanken des Pharisäers führt: „Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute…“ aus dem Lukas-Evangelium. (Lukas 18;11) Die Beschreibung der moralischen Überheblichkeit des Pharisäers ist nicht neu. Sie wird einem Autor des 1. nachchristlichen Jahrhunderts zugeschrieben. Vielleicht hat das, was man als Pharisäertum bezeichnet eine noch längere Tradition. Ich kenne mich mit der Literatur der Antike nicht gut aus, sehe es aber als gesichert an, dass diese Tradition von den frühen Hochkulturen bis in die Gegenwart reicht zu den Menschen, denen garantiert kein falsches Wort über die Lippen kommt, weil sie gut erzogene, gebildete und materiell nicht bedürftige Menschen sind. Die Zahl der falschen Wörter nimmt laufend zu, die der Pharisäer garantiert nicht benutzt. Oder insgeheim doch? Und wenn – dann ganz gewiss nicht ohne moralische Berechtigung!

Man darf z. B. denjenigen als Abschaum bezeichnen, der sich zum Jux an das Lied vom Sarottimohr erinnert. Ich hätte es ja gern des Spaßes halber hier verlinkt. Big Brothers Verfügungsrecht über geschichtliche Quellen kam mir zuvor.

Wer keinen MNS trägt ist eine rücksichtslose Bestie, die billigend den Tod anderer Menschen in Kauf nimmt. Abschaum halt. Das Urteil ist gesprochen. Es bedarf weder einer Rückfrage noch einer Vergewisserung über den Hergang noch einer begründeten Bewertung.
Abschaum ist auch jeder Obdachlose, der säuft. Nüchtern wäre er bemitleidenswert, aber so? Und dann sperrt er sich auch noch gegen sozialpädagogische Maßnahmen. Wo man´s doch nur gut meint.

„Es“ entwickelt sich, das Symptom. Über Symptome darf jeder spekulieren oder schwadronieren, wie ihm der Sinn steht. Argumente? Realität? Wer von Symptomen spricht, braucht sich mit lästigen Fragen nach Ursache und Wirkungen, Folgen nicht zu beschäftigen. Was hinter einem Symptom steckt, weiß mensch nicht – auch die Spezialisten für Symptome nicht, die Schamanen, Heiler, Ärzte. Der Gebrauch des Wortes Symptom entspricht genau dem Bedarf an gedanklicher Unschärfe, die geeignet ist, jeglichen Zeit- und Kraftaufwand für die Forschung nach Ursachen, die Zustandsanalyse und begründete Lösungsvorschläge zu vermeiden.
Wo es keine Ursache gibt und keine Folge, da gibt es auch keinen Verantwortlichen, den man zur Rechenschaft ziehen kann oder zur Verantwortung, vor Gericht stellen und entweder freisprechen oder bestrafen.
Wer sich um Symptome kümmert, muss sich um korrekt geführte Ermittlungen zu konkreter Täterschaft nicht mehr bemühen. Sobald es keine Mohrenköpfe, -gassen,-apotheken mehr gibt und auch keine U-Bahn-Station Mohrenstraße wird es keine Morddrohungen, körperliche oder bewaffnete Angriffe mehr geben auf andersartige Menschen. Wer das bezweifelt ist selbst rassistisch, homophob oder frauenfeindlich. Da braucht keiner mehr akribisch zu suchen nach Hintermännern in soldatischen Spezialkommandos, im Verfassungsschutz oder bei der Polizei.

Wo „sich“ ohne Verantwortliche Symptome entwickeln, gibt es keine Interessen. Gesellschaftliche Entscheidungen werden als naturwüchsig angesehen. Klimawandel, Virus, wirtschaftlicher Niedergang der Automobilindustrie und die Verarmung großer Teile der Bevölkerung werden zu Symptomen einer umfassenden Krise unbekannten Ursprungs mit nicht absehbaren Folgen. Die menschliche Fähigkeit zum Vernunftgebrauch wird preisgegeben. In einer solchen Krise wird alles möglich. Die Wirklichkeit wartet gegenwärtig mit einer bisher unvorstellbaren Zahl neuartiger Erscheinungen auf, die allen als unlösbare Aufgaben vorkommen, wenn nicht sogar als verheerende Bedrohung.
Die Verursacher sind nicht feststellbar. Wirklich nicht feststellbar? Wirklich nicht zur Verantwortung zu ziehen? Dann wird die Menschheit weiter mit ihnen leben müssen. Mit denjenigen, die im Rahmen der Kampagne „The great reset“ auf einen Knopf drücken um den guten alten Kapitalismus weiterführen zu können. In neuem Design natürlich, mit neuer Benutzeroberfläche, mit noch mehr Bildern und noch hohleren Phrasen – selbstverständlich menschlicher denn je.

Nachsatz:
Heute habe ich als Beitrag eines sich links und aufgeklärt dünkenden Menschen, eines aufrechten Gegners jeglicher Form von Rassismus, lesen dürfen, dass Menschen, die sich in Mengen ohne MNS unter freiem Himmel im öffentlichen Raum treffen, interniert gehören. Zumindest solange wir keinen Impfstoff haben. Wofür das wohl ein Symptom ist? Steckt vielleicht doch in jedem Deutschen ein kleiner Adolf?

https://www.weforum.org/focus/the-great-reset

Gläubige Linke

Anders als viele Coronagläubige verwende ich zur Kennzeichnung argumentfreier Diskussionsbeiträge nicht die von der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlenen Kategorien wie „Whataboutism“, „Verschwörungstheorie“, oder den Missbrauch des Wortes „Relativierung“ als moralische Kennzeichnung. Ich beschimpfe auch niemanden im Stil von Wortprägungen wie „Covidiot“. Während die katholische Kirche „relativ“ klare Regeln für den Ausschluss aus Glaubensgründen hat, merken dank Corona viele Menschen, die sich selbst als links bezeichnen, nicht mehr wie gläubig sie die Angst gemacht hat.

Nach Meinung einiger Psychologen und Psychiater war Angst schon immer Auslöser für die Entwicklung von Mythen und religiös begründeter Hoffnung. Deshalb darf von mir aus jeder gläubig sein, der sich der nicht widerlegbaren Tatsache stellt, dass der Umfang seines und des gesellschaftlichen Wissens nicht genügt, die eigenen Probleme zu lösen. Die der ganzen Menschheit und des Planeten erst recht nicht. Es gibt viele gläubige Menschen, die sich für den Frieden einsetzen, für eine intakte Umwelt, die Gleichberechtigung aller vorstellbaren Geschlechter etc.. Unter ihnen sind anerkannte Naturwissenschaftler ebenso wie einfache Menschen, die auch ohne Kenntnisse der Psychologie Frauen und Kinder prinzipiell nicht schlagen. Dagegen ist nichts zu sagen.

Dank Corona nimmt jedoch anscheinend die Zahl der Menschen zu, die sich zwar als links definieren, zum Hinterfragen aber nicht mehr fähig oder willens sind. Allem Anschein nach erweicht Angst die Hirne von früher in Sachen Materialismus durchaus engagierten Menschen nicht weniger als die der ganz gewöhnlichen Verängstigten. Bald werden sie unter Führung von K.K. dem Menschenfreund Bill Gates und seinen Kumpanen unter den obersten 100 der Weltgesellschaft vor Dankbarkeit nachkriechen. Schließlich bemühen sich letztere für schlappe 7,5 Milliarden des von uns Weltbürgern erarbeiteten Geldes um die Rettung der Menschheit durch einen Impfstoff, der voraussichtlich genauso wirksam sein wird wie alle anderen gut verkäuflichen Impfstoffe der Firmen an denen diese obersten 100 Anteile halten: Impfstoffe, die z. B. das Robert-Koch-Institut und ähnliche nicht empfehlen, weil sie überflüssig sind, unwirksam und für die menschliche Abwehr der meisten infektiösen Erkrankungen Hygienemaßnahmen, Distanz wahren und eine gesunde Ernährung völlig genügen, wie sich auch in der gegenwärtigen „Welle“ wieder zeigt.

Dumm ist nur, dass sehr viele Menschen kein sauberes Wasser haben, weil Leute mit Angst vor Bazillen es ihnen wegnehmen, portioniert und abgepackt in Plastikflaschen durch die Fa. Nestlé. Entschuldigung. Natürlich verwendet Nestlé für zahlungskräftige Moralbürger Glasflaschen. Die Menschen ohne sauberes Wasser verfügen oft auch nicht über die materiellen Mittel, die es ihnen ermöglichen, sich ausreichend und gesund zu ernähren. Lt. FAO haben 820 Mio. Menschen nicht genug zu essen, Tendenz wieder steigend. Aus diesen beiden Gründen -schmutziges Wasser und zu wenig Brot – werden viele Menschen zu Opfern von Krankheiten, denen ihre Immunabwehr nicht angemessen begegnen kann, häufig sogar von Krankheiten, die nachweislich sogar durch verschmutztes Wasser und verschmutzte Nahrungsmittel ausgelöst werden. Da werden Viren nicht einmal gebraucht. Hilft da Impfen?

Ich relativiere. Ich setze die Zahl der vorgeblich vor dem sicheren Corona-Tod bewahrten Menschen in Beziehung zur Zahl derer, die zwischenzeitlich eine aufgeschobene Operation nicht mehr erlebt haben; aus ungeklärter Ursache an irgend etwas anderem gestorben sind; Kindern, die der Gewalt in der Familie nicht mehr entkommen können; Menschen, die sich selbst töten, weil sie die eigene Lage nicht mehr verstehen und nicht wissen, was als nächstes zu tun wäre.
Was ein Mensch aushält, das wissen die von den obersten 100 bezahlten Herrscher über die Petrischalen und die Versuchsmäuse angeblich ohne Untersuchung der Auswirkungen am Menschen selbst z. B. durch Obduktionen oder Reihenuntersuchungen von Menschen. Die Profiteure haben sie beauftragt bzw. ermächtigt Schadstoffgrenzen auszuwürfeln, hormonell wirksame Hautcremes zu erfinden, Arbeitsschritte der Landwirtschaft durch Streuen von Glyphosat zu ersetzen, die Flüsse durch nicht abbaubare Stoffe zu verunreinigen, drohenden Krankheiten mit unerprobten Mitteln zu begegnen und zu vielem anderen mehr.

Um zu erkennen, dass der von künstlichen Stoffen beglückten Welt langsam aber sicher die Luft ausgeht, haben Menschen mit linkem Anspruch fast 50 Jahre gebraucht. Vermutlich mit der alleinigen Begründung, dass man ohne weißen Kittel unmöglich wissen kann, was Elemente sind, welche davon Mensch zum Überleben braucht, dass sie nur in begrenzter Menge vorhanden sind und nur in bestimmten Formen von menschlichen Körpern verarbeitet werden können. Für die Menschen macht es einen Unterschied, ob Sauerstoff als O vorliegt, als O2 oder als O3. Manche versteigen sich sogar zu der Aussage, wer solches behaupte sei ein Esoteriker, ein Globulist oder sonst irgendwie verdächtig. Hinreichend für einen solchen Vorwurf ist gegenwärtig schon der von mir bisher für politisch harmlos gehaltene Hinweis, dass bei kratzigem Hals Gurgeln mit Kamillentinktur hilft und, dass man für die meisten Alltagswehwechen mehr als einen Kräutertee nicht braucht – mit großer Wahrscheinlichkeit keines der Produkte braucht, die mit leichten Risiken für die Anwender von den Herstellern Roche, Pfizer, Bayer, GSK und anderen profitträchtig in den Handel gebracht werden.

Das Ausmaß wird unerträglich mit dem mittlerweile gebildete Menschen sich zwar nicht mehr vorm nackten Kaiser verbeugen, aber dafür vor jedem Schwachmathiker mit akademischer Berufsausbildung und Laborkittel. Kritik an den Weisheiten solcher Halbgötter gilt neuerdings als Frevel an der Wissenschaft selbst. Glücklicherweise schützt mich mein fortgeschrittenes Lebensalter davor, die Folgen dieser wissensfreien aber dafür tief empfundenen Mitmenschlichkeit ausbaden zu müssen.

Die Anfänge der Corona-Krise

Zeitzeugendokument

Weil man nicht weiß, wie sie weitergeht – auch Virologen haben keine Kristallkugeln, sie tun nur so – habe ich den Einstieg in Deutschland zusammengefasst. Warum?

„Gerne werden derzeit Artikel berufener Geister veröffentlicht, die sich auf historisch-politische Zäsuren spezialisiert haben: große Kriege samt ihrer markanten Friedensschlüsse, Ereignisse mit vielen Toten, die den Glauben an den technischen Fortschritt erschütterten, Anschläge, die ungeklärt blieben etc. . Das gegenwärtige, im deutschsprachigen Raum „Coronakrise“ genannte Phänomen ist nach den neuesten Kriterien der Weltgesundheitsorganisation eine Pandemie, also die weltumspannende Epidemie einer ansteckenden Erkrankung. Besagte große Geister vermelden, dass es sich um eine Krise mit weltverändernder Wirkung handele, nach der nichts, wirklich nichts mehr so sein werde wie es vorher war. Je nach persönlicher Veranlagung gibt es diese spekulativen Blicke in die Zukunft des Landes und der Welt in einer optimistischen und in einer pessimistischen Version, die ich später im Rahmen dieses Zeitzeugendokuments, wie ich meinen Schreibversuch nenne, ausführlich darstellen werde. Ich selbst weiß nicht, ob ich fürchten soll, dass sich nichts ändern wird oder fürchten, dass sich eine regierungsamtlich verordnete neue Gemeinschaftlichkeit durchsetzt, die fatal einem Faschismus ohne Rassismus ähnelt. Nicht auszuschließen ist, dass diese Krise in einen neuen Weltkrieg mündet, dessen Hauptkontrahenten und mögliche Militärbündnisse noch unklar sind. Die virale Bedrohung, gleich wie man ihre Größe einschätzt, verdrängte alle anderen Themen fast gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung.
Ich bin ein Mensch der leicht ängstelt. Als ich in einer großen Stadt wohnte, die es oft erforderlich machte, Wege zu nehmen, die mit Bahnunterführungen über 25 Bahnsteige verbunden waren.verzichtete ich nie darauf, meinen dicken Schlüsselbund mit den Schlüsseln der Arbeitsstätte und den Hausschlüsseln fester in die geballte Faust zu nehmen. Die Brücke über die Flussauen konnte ich nächtens benutzen, indem ich mir immer wieder vergegenwärtigte, dass laut Kriminalstatistik schwere Verbrechen selten im leeren öffentlichen Raum stattfinden. Die Bösewichte sind meistens ungeduldig und legen sich selten stundenlang auf die Lauer, um einen vielleicht irgendwann einmal vorbeikommenden Mitmenschen niederzuschlagen und zu berauben.
Deshalb spüre ich nach mittlerweile fast drei Monaten Corona-Regime, so etwas wie einen innerlich aufsteigenden Hass auf eine Regierung und eine Bundesbehörde, die im März begannen, bundesweit Maßnahmen durchzusetzen, die sie ab Januar hätten vorbereiten müssen und spätestens dann durchführen, wenn sich Infektionsherde bilden, denen Einhalt geboten werden muss. Seitdem wird die Bevölkerung in ihrer großen Mehrheit in einem Angstzustand gehalten, der NIE gesundheitsdienlich ist. Vor allem dann nicht, wenn Mensch eigentlich alle körperlichen und psychischen Kräfte benötigt um sich gegen eine Erkrankung zu wehren..
Mit dieser Angst-Propaganda eng verbunden ist ein enormer wirtschaftlicher Schaden, der sich zwar auch an den Börsen auswirkt, vor allem aber auf die Lebenslage der Menschen, die auf ihre Arbeit und den dafür gezahlten Lohn angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele werden auf Kurzarbeit gesetzt, werden arbeitslos oder müssen zuhause arbeiten, so dass der Kontakt zu Kollegen erschwert ist und damit das gemeinsame Handeln gegen Arbeitgeber, die die Ausnahmesituation dazu nutzen, mehr Druck auszuüben als vorher möglich.
Das ist kurz umrissen der Hintergrund vor dem ich einen Zeitraum darstelle, der im Winter 2019/20 begann und dessen Ende heute, am 31. Mai noch nicht absehbar ist.“

zum Text

Wanderlust

Buchtipp

Weil ich selbst gerne gehe, am liebsten auf zwei Beinen die Welt erkunde, reizte mich der Titel eines Buches, das schon im vergangenen Jahr 2019 bei Matthes und Seitz in deutscher Übersetzung erschienen ist: Wanderlust – Eine Geschichte des Gehens von Rebecca Solnit.

Rebecca Solnit spannt einen großen historischen Bogen von den Knochenfunden, die vom Beginn des aufrechten Gangs der Menschen zeugen bis hin zum bewegten Stillstand der Körper auf den heute üblichen Laufbändern zur planmäßigen Ertüchtigung der Körper von Menschen, die fast immer sitzen. Die Lektüre ist mir nicht immer leicht gefallen. Die Fülle der Zitate berühmter Autoren, die dem Gehen einen besonderen Sinn, eine besondere persönliche Bedeutung zusprachen hat mich überrascht und manchmal überwältigt. Erst im abschließenden Teil des Buches unter der Überschrift „Hinterm Ende der Strasse“ wurde mir deutlich, dass es der Autorin um die Darstellung einer menschheitsgeschichtlichen Entwicklung geht, die mit der im Gehen erworbenen Sonderstellung der menschlichen Spezies beginnt. Ihr gegenwärtig aufscheinendes Ende ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass der zeitgenössische Mensch den ihn umgebenden geographischen Raum nicht mehr mit seinem eigenen Körper, seiner eigenen Tätigkeit in Beziehung setzen kann, dass ihm mit dem Verlust der körpereigenen Fortbewegung das Maß für die Welt abhanden gekommen ist.

Rebecca Solnit kommt im Kapitel „Aerobic-Sisyphos und die Vorstadtpsyche“ zu manchem vernichtenden Urteil über den gegenwärtigen Stand menschlicher Entwicklung, die einen verzweifeln ließen, würde die Darstellung der vollständigen Geschichte des Gehens nicht die Hoffnung nähren, dass auch diese Gegenwart nur eine der vielen Stationen auf einem Weg darstellt, dessen Ziel und Ende nicht absehbar ist.

Gesundheitsmarkt

In Zusammenhang mit der Coronakrise spielt der Problemkreis „Impfen“ eine große Rolle. Schon zu Beginn wurde nämlich von staatlicher Seite darauf hingewiesen, dass es voraussichtlich nötig sei, Schutzmaßnahmen über längere Zeit aufrechtzuerhalten, „bis ein Impfstoff gefunden ist“.
Das angeblich notwendige Warten auf einen Impfstoff bestimmt in Zusammenhang mit der Bedrohung durch eine Infektionskrankheit das Handeln der Regierenden. Den Prämissen dieser wichtigen Setzung „Wir warten auf einen Impfstoff“ gehe ich hier nach.