Heute zu Gast: Prof. Dr. Scheucher

Im Namen des Senders begrüße ich heute Prof. Dr. Scheucher, Leiter des Luft-Instituts in Wedel. Er berichtet von seinen Forschungen zum individuellen Schutz in der aktuellen Bedrohungslage.

Prof. Scheucher, bitte erklären sie unseren Zuschauern, welcher Gedanke sie veranlasst hat, die Wirkungen des Handwedelns in der gegenwärtigen Lage viraler Bedrohung zu untersuchen.

Gelegentlich wird berichtet, dass Menschen den Mund-Nasen-Schutz vehement ablehnen. Es müssen Alternativen gesucht werden, die auch diesen Personen ein sozial adäquates Mittel zur Verfügung zu stellen, das zur Reduzierung der Viruslast in der Öffentlchkeit, auf Straßen und Plätzen beitragen kann. Wir haben uns für einen ganz neuen Forschungsansatz zur individuellen Abwehr viraler Bedrohungen entschlossen: Fernhalten von Viren durch Bewegung. Ergebnis unserer Studie: durch großräumige Bewegungen beider Arme lässt sich die Viruslast im räumlichen Umfeld effektiv senken.

Wie sind sie bei Ihrer Studie vorgegangen, Prof. Scheucher?

Es war nicht einfach eine ausreichende Zahl von Probanden für unsere Untersuchungsgruppen zu finden. Voraussetzung war ja die Bereitschaft sich in einer größeren Gruppe im Freien aufzuhalten, was bekanntermaßen nicht ungefährlich ist. Gruppe 1 verharrte atmend aber bewegungslos in ihrem Areal, etwa 10 x 10 Meter groß, unter Wahrung des vom RKI empfohlenen Mindestabstands. Gruppe 2 wedelte im Stand mit den Händen etwa in der Art des Insektenscheuchens, also weg vom Körper. Gruppe 3 scheuchte im Gehen. Gruppe 4 wedelte im Gehen und führte dabei die Hände vor Körper und Gesicht auswärts. In der Mitte der Areale wurde ständig die Viruslast überprüft – schon um die Gefährdung der Probanden zu verringern.

Welche Empfehlung können sie unseren Zuschauern auf Grund ihrer Forschungen geben, Prof. Scheucher?

Wir empfehlen im Außenbereich fortwährend im Gehen die Bewegung des Insektenscheuchens auszuführen. Bei dieser Bewegungsform war die gemessene Viruslast am geringsten, durchschnittlich 20 % niedriger als bei der bewegungslosen Kontrollgruppe. Spitzenwerte der Verringerung der Viruslast wurden mit maximal ausgreifender Bewegung erzielt. Dazu könnte auch beigetragen haben – wir wollen dem RKI im Grundsatz auf keinen Fall widersprechen – dass die ausgreifenden Bewegungen dazu beitragen, dass Abstände auch ohne Unterstützung durch das Halten von Schwimmnudeln automatisch gewahrt werden. Nicht zu unterschätzen ist bei dieser Form des bewegungsakzentuierten Abstandhaltens auch die Stärkung der Immunabwehr durch eine nicht alltägliche Form der Stimulierung des Blutkreiskreislaufs.

Danke, Prof. Scheucher, für ihren informativen Beitrag zum Thema Individuelle Minimierung der Viruslast.

Der Faktenchecker

Besonders interessierte Zuschauer finden eine ausführliche wissenschaftliche Begründung der Untersuchungen von Prof. Dr. Scheucher hier oder, falls vorhanden, in der örtlichen Bibliothek unter dem Titel „Anleitung zum Unglücklichsein“, Aut. Paul Watzlawick, ebd. S. 51 ff. im Abschnitt Die verscheuchten Elefanten.

Wissenschaft? Expertise?

Man muss kein Virologe, Epidemiologe, Infektologe, oder sonst ein Loge sein, um Blödsinn zu erkennen. In aller Regel reicht ein Blick auf die Sprache, den Wortgebrauch. Im folgenden dazu ein Übungsbeispiel anhand eines Abschnitts aus dem täglichen Situationsbericht des RKI vom 29.10.2020. Ich empfehle einen ähnlichen Umgang mit allen Texten, deren Autoren oder Herausgeber einen wie auch immer gearteten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.

Textabschnitt:
“ Anfang April 2020 wurde die Corona-Datenspende-App gestartet und erfasst mittlerweile die Fitness-Tracker-Daten von ungefähr 530.000 Menschen deutschlandweit. Mit dieser Teilnehmeranzahl ist die Datenspende ein weltweit einzigartiges Projekt.Basierend auf wissenschaftlichen Publikationen wurde die Corona Datenspende konzipiert, um in den Zeitreihen des Ruhepulses und der täglichen Schrittanzahl der spendenden Menschen Anomalien zuidentifizieren und damit Fiebersymptomatik zu detektieren. Sensoren in Fitnessarmbändern und Smartwatches liefern zahlreiche Daten, die eine Erkennung von Fieber ermöglichen. Ein zentraler Parameter ist der Ruhepuls, den die Geräte am Handgelenk messen. Aus mehreren Messungen wird ein mittlerer Tageswert für den Ruhepuls ermittelt. Ist dieser höher als gewöhnlich bei gleichzeitiger sinkenden Schrittanzahl, ist das ein sehr wahrscheinlicher Indikator für Fieber (https://www.thelancet.com/journals/landig/article/PIIS2589-7500(19)30222-5/fulltext ). Da Fieber ein typisches Symptom der COVID-19-Erkrankung ist, kann ein Anstieg der Fieber-Detektion grundsätzlich bedeuten, dass die Anzahl der COVID-19 Fälle in Deutschland steigt. In einem täglich automatisch aktualisierten Fiebermonitor werden die Detektionen veröffentlicht und interaktiv dargestellt (https://corona-datenspende.de/science/monitor/ ). Vergleiche der Fieber-Detektionen mit den Infektionszahlen zeigen, dass die Detektionskurve der Datenspende den Kurvenverlauf der Fallzahlen in Deutschland gut widerspiegelt und sowohl das Abklingen der ersten Welle als auch der Anstieg der Fallzahlen im Herbst vorhergesagt werden konnte (Abbildung 8; https://corona-datenspende.de/science/reports/improved-method/). Seit Mitte September steigt die Fieberkurve stetig an, ebenso wie die Infektionszahlen auch.“
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Okt_2020/2020-10-29-de.pdf?__blob=publicationFile.

Anfang April 2020 wurde die Corona-Datenspende-App gestartet und erfasst mittlerweile die Fitness-Tracker-Daten von ungefähr 530.000 Menschen deutschlandweit.530.000 um ihre Gesundheit besorgte Menschen haben in Deutschland Forschern erlaubt, auf ihre Daten zuzugreifen. Das sind etwa 6 Promille der Bevölkerung.
… ist die Datenspende ein weltweit einzigartiges Projekt.Ist die Einzigartigkeit eines Vorhabens ein Qualitätskriterium, gar ein wissenschaftliches?
… um in den Zeitreihen des Ruhepulses und der täglichen Schrittanzahl der spendenden Menschen Anomalien zu identifizieren und damit Fiebersymptomatik zu detektierenIst es hinreichend und sinnvoll den Temperaturanstieg bei einer Erkrankung in statistischen Kurven zu erkennen (=detektieren)? Kann man Temperatur nicht mehr messen? Genügt dazu `ein sehr wahrscheinlicher Indikator´ ?
Noch dazu, wenn gleichzeitig Tausende von Menschen, die KEIN Fieber haben vom gleichen Institut zu Infizierten erklärt werden?
Da Fieber ein typisches Symptom der COVID-19-Erkrankung ist, kann ein Anstieg der Fieber-Detektion grundsätzlich bedeuten, dass die Anzahl der COVID-19 Fälle in Deutschland steigt.Ein typisches Symptom? Haben Menschen mit anderen Infektionen kein Fieber? Kann man nicht Fieber haben, ohne an einer Sars-CoV-2-Infektion zu leiden? Gibt es einen mathematisch eineindeutig genannten Zusammenhang zwischen einer `Schweren Erkrankung der Atemwege´ (= SARS = severe acute respiratory syndrome) und Fieber, oder kann Fieber auch andere Ursachen haben?
… dass die Detektionskurve der Datenspende den Kurvenverlauf der Fallzahlen in Deutschland gut widerspiegelt und sowohl das Abklingen der ersten Welle als auch der Anstieg der Fallzahlen im Herbst vorhergesagt werden konnteDahinter steht folgende Behauptung: Wenn die Kurven nicht signifikanter Fallzahlen, festgestellt durch einen PCR-Test, die alljährliche herbstliche Zunahme grippaler Infekte oder des gemeinen Schnupfens und die Kurve des von Trackern vermuteten Anstiegs der Körpertemperatur übereinstimmen, ist das ein Beleg für eine Pandemie (= eine sich ausbreitende Erkrankung mit schweren gesundheitlichen Folgen für viele Menschen).
In einem täglich automatisch aktualisierten Fiebermonitor werden die Detektionen veröffentlicht und interaktiv dargestellt.Inwiefern ist es von medizinischer Bedeutung für die Rettung von Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen, dass man den Zusammenhang von Puls und Fieber dazu verwenden kann, inhaltsleere aber furchterregende interaktive Darstellungen zu veröffentlichen, die irgendetwas ähneln?
Seit Mitte September steigt die Fieberkurve stetig an, ebenso wie die Infektionszahlen auch. Welcher akademische Grad muss erworben werden, um eine Volksweisheit wissenschaftlich unterlegen zu dürfen: Im Winter gibt es mehr Erkältungen als im Sommer. Auch solche mit erhöhter Körpertemperatur oder Fieber.

Hurra! Endlich wurde mir klar, welcher Sinn sich hinter dem Ausdruck science fiction verbirgt: die Entfaltung menschlicher Kreativität mit dem Ziel nicht näher zu bestimmendes aber mögliches sprachlich zu fassen.

Manche Menschen wollen oder müssen sich vor Erkältungen schützen. Oft leiden sie schon über Jahre an schweren Erkrankungen. Sie gehen bei Regen, Schnee und Kälte mit hochgezogenem Schal, Mütze und Handschuhen in windstillen Teilen der Umgebung ihrer Wohnung ein paar Schritte spazieren. Sonst könnten sie das krankheitsbedingte dauernde Stubenhocken nicht ertragen. Beobachtet man ein solches Verhalten, ist zu befürchten, dass die Menschen – gleich welchen Alters – in naher Zukunft sterben. Ob mit oder ohne Covid 19 ist dabei nicht von Bedeutung.