Zahl und Wissenschaft

Viele Menschen glauben zur Zeit, alles, was als Zahl dargestellt wird oder mit Hilfe von Zahlen als Verlauf dargestellt, sei Wissenschaft. Man hält für wissenschaftlich, was möglicherweise nicht wissenschaftlich ist.
Ob es Sinn macht, täglich, wöchentlich, jährlich erhobene Zahlen in die Öffentlichkeit zu tragen, vielleicht auch noch durch Linien miteinander zu verbinden und als Grundlage für eine Vorhersage heranzuziehen, das muss man prüfen. Vor allem muss geprüft werden, welche Zahlen und/oder Größen tatsächlich in dem behaupteten ursächlichen Zusammenhang stehen. Der sprichwörtliche allgemeine Menschenverstand kann das unter Berücksichtigung der Erfahrung leisten. Dass sich ein Mensch z. B. mit Naschen, Tabak, Alkohol nichts Gutes tut, weiß er auch ohne Expertise.
Auch wenn akademisch ausgebildete Vogelkundler gewissenhaft zählen und auch der verantwortliche Frauenarzt des Kreiskrankenhauses: Schwangerschaften und die Zahl der Storchennester stehen nicht in einem ursächlichen Zusammenhang.

Wissenschaftlich begründetes Regierungshandeln?
Die amtierende Kanzlerin, gelernte Physikerin, warf zu Beginn des Verlaufs dessen, was die WHO Pandemie nennt, das Wort „exponentiell“ in den politischen Raum. Aus welchem Grund? War sie sich darüber nicht im Klaren, dass alle Lebensprozesse – auch die von einzelnen Viren – irgendwann ein Ende haben? Einem jungen Menschen erscheint die Aussicht auf um die 80 Jahre, die gegenwärtig als Leben zu erwarten sind, als endlos. Dem ist aber nicht so. Alle Lebensprozesse haben irgendwann ein Ende. Wenn der Löwe in seinem Raum alle Antilopen gefressen hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Er verhungert. Er nimmt mit kleineren Tieren Vorlieb, oder er riskiert den ungleichen Kampf mit gewichtigeren Tieren. Er wechselt das Umfeld und sucht sich neue Opfer in einem ungewohnten Raum. Alle Seuchen, selbst die Pest, haben bisher immer genug Menschen übrig gelassen, dass es nicht nur weitergehen konnte, sondern die Menschheit mittlerweile auf 8 Mrd. Exemplare angewachsen ist. Dass die Menschen tatsächlich als Gattung untergehen könnten haben sie mit anderen gemein. Sollte dieser Fall eintreten, haben sie ihn selbst mit herbeigeführt. Den Sauriern würde man rückwirkend Selbstverschulden nicht unterstellen.
Entweder ist die Kanzlerin trotz eines Doktor-Titels der Physik ungebildet, oder sie und ihre von der Pharmaindustrie bestochene Entourage wollen mit Hilfe der Erzeugung von Angst ihre Untertanen manipulieren, andere gegenwärtige Probleme verschleiern oder Ziele verfolgen, die sie nicht gerne öffentlich diskutieren wollen. Für jede dieser Annahmen lassen sich Hinweise finden. Nur ein möglichst breit angelegter öffentlicher Diskurs ermöglicht es Menschen, sich Teile der Wirklichkeit zu erschließen, die sich nur als vielfältige Gemengelagen beschreiben lassen. Ein solches diskursives Vorgehen ist grundlegende Voraussetzung wissenschaftlichen Denkens. Etwas kann als richtig gelten, bis es angefochten wird. Das Sammeln von Bestätigungen und Widersprüchen, Einsprüchen führt im Lauf der Zeit zu einer realitätsnahen Einschätzung. Wer abgehobene, womöglich auch noch von den Herrschenden hoch bezahlte Expertise für die Grundlage wissenschaftlichen Denkens hält, liegt falsch.

Wellen und Tote
Wer nicht schwimmen kann, geht nicht weiter ins Meer hinaus, als er sich trotz Wellen fest auf eigenen Beinen halten kann.
Im Bereich Gesundheit sind den Menschen andere Arten von Wellen vertraut. Wer als alter Mensch den Herbst überlebt, den kostet vielleicht das Frühjahr das Leben. Wer beides überstand, hat gute Aussichten den nächsten Winter noch zu erleben und erneut den Enkeln oder Urenkeln beim Spielen im Schnee zuzuschauen. Der Winter ist alljährlich eine gefährliche Zeitspanne für alle, deren Immunsystem wegen Alters – das bedeutet nicht allein definierte Krankheitsbilder, sondern auch vielfältigen körperlichen Verschleiß – auf virale Bedrohungen nicht mehr angemessen reagieren kann. Am Ende des Alterungsvorgangs des Menschen steht zumeist ein Zusammenbruch des Sauerstoffaustauschs, gewährleistet über die Organe Herz und Lunge. Manchmal verursacht durch eine Infektion der Lunge, manchmal durch den Stillstand eines alt und schwach gewordenen Herzens. Die Ursache des Todes ist in aller Regel ein gelebtes Leben, das an sein Ende gekommen ist. Man nennt es natürlichen Tod. In Traueranzeigen ausgedrückt als `sanft entschlafen´, Christen sprechen, glaubensmäßigen Übereinkünften folgend, oft von einem `Heimgehen´.
Die Realität des Todes als unvermeidbare Folge jeglichen Lebens wurde in den entwickelten Gesellschaften aus dem Alltag verbannt, ausgelagert in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Umso leichter lässt sich gegenwärtig gut Politik damit machen, dass man von vulnerablen Menschen höheren Alters spricht, die – Überraschung – in Pflegeeinrichtungen sterben. Wo denn sonst? Bei einem Verkehrsunfall? Durch Ertrinken? Durch einen Sturz von der Haushaltsleiter? Dabei wurden sie doch oft ohne ihre Zustimmung oder Mitwirkung in diese Einrichtungen verbracht.
Vor dem Hintergrund der alljährlichen, den wechselnden Klimabedingungen der Jahreszeiten geschuldeten Wellen des Sterbens, ist es nicht sinnvoll, sich mit Erläuterungen zu beschäftigen, die vortäuschen, es gebe eine bisher unerforschte, extrem bedrohliche, gefährliche Ursache dafür, dass in einer bestimmten Woche 3595 der insgesamt 22900 Toten dieser Woche (=2,2 %) verstarben. Ein solches Vorgehen macht keinen Sinn. Aber wer fragt schon nach Sinn und Zweck, wenn man Zahlen hat. Tonangebend in der nicht hinterfragten Sinngebung ist eine Kanzlerin, die durch erfolgreiche Anpassung an andere politische Bedingungen schon einmal unter Beweis gestellt hat, dass die Frage nach Sinn und Zweck sie nicht interessiert.

Punkt und Linie
Man kann Punkte durch Linien verbinden. Es gibt Malbücher für Grundschulkinder zum Festigen der Zahlenreihe 1 – 100. Wer die abgedruckten Zahlen von 1 bis 100 der Reihe nach richtig verbindet kann in den Linien ein Bild erkennen. Kindgerecht sind das oft z. B. Bären, Schneewittchen, ein Zwerg, ein Vogel oder auch ein Fernsehgerät.
Frau Merkel bezieht sich auf das tägliche Verbinden von Punkten zu einer Linie und liest sie als Darstellung eines ursächlichen Zusammenhhangs. Dabei ist die Angabe der Punkte Ergebnis eines zwar begründeten aber willkürlichen Handelns.

Wenn ich täglich um 0:00 Uhr in meinem Keller alle Äpfel zähle, den Bestand aufschreibe und vergleiche, ob sie mehr oder weniger wurden, erhalte ich keine belastbare Aussage zu folgenden Fragen: Wieviele Äpfel waren um 8:00 da, um 17:00 um 23:55? Gibt es im Haus einen geheimnisvollen Apfelfresser? Habe ich mich verzählt? Wie kommt eine Zunahme der Äpfel zustande, obwohl ich Kellertüre und Fenster verrammelt habe? Wurden versehentlich Boskop, Gloster und Gravensteiner zusammengeschüttet? Wieviele angeschlagene Äpfel wurden im Lauf des Tages aussortiert, damit sie nicht faulen? Ich muss die Äpfel auch gar nicht zählen, wenn ich damit leben kann, dass ich nach Ablauf einer gewissen Zeit voraussichtlich keine mehr habe und überraschend neue kaufen muss.

Hinter den über die tonangebenden Medien täglich verbreiteten Zahlen zur Pandemie liegt kein auf Erkenntnis der Wirklichkeit gerichtetes Tun. Die Behörde, das RKI, veröffentlicht seit dem 03. März 2020 täglich Zahlen, die offensichtlich nicht geeignet sind, Fragen in Bezug auf eine gegenwärtig grassierende schwerwiegende Erkrankung der Atemwege zu beantworten. (= SARS). Wer wie ich die Sinnhaftigkeit dieses Tuns bezweifelt, muss mit der Erfahrung leben, dass die Überzeugungskraft der eigenen Argumente nicht hinreicht, verängstigte Menschenmengen zu beruhigen. Folgte man den dazu vorhandenen psychologischen Ansätzen, bräuchten immer mehr Menschen unter uns eine Angsttherapie, um psychisch gesund aus dem angerichteten Schlammassel herauszukommen. Manchmal reicht mir selbst die persönliche Berücksichtigung dieser psychologischen Ansätze nicht, mich zu beruhigen. Ich ertappe mich dabei, dass ich versuche in meinen Rumpf hineinzuspüren oder zu horchen, ob ich anders schnaufe als sonst, ich noch genug Luft bekomme, ein voller Magen meine Atmung behindert, usw. Wer Ängste verbreitet, die solche Zustände provozieren, der ist nicht an der Gesundheit der Menschen interessiert. Die Behauptung der Regierenden, sie unternähmen alles Menschenmögliche die Gesundheit der Bewohner des deutschen Territoriums zu erhalten, zu schützen, kann man deshalb als gelogen betrachten. Lüge im Wortsinn: wissentlich falsche Aussage.

Die Erfindung der verletzlichen Alten
Es ist entsetzlich! Die in diesem Jahr 2021 erstmalig von destatis veröffentlichten Zahlen zu den Sterbefällen nach Altersjahrgängen offenbart: es sind auffallend viele Alte, die sterben! Möglicherweise auch unter Beteiligung viraler Infekte. Wünschen wir uns die Zeiten zurück, in denen es im Unterschied zu heute normal war, dass die Häfte der lebendgeborenen Kinder vor ihrem 6. Geburtstag starb? Wäre es ein Ausdruck sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit, wenn anteilsmäßig in jeder Altersgruppe zwischen 0 und 9 [10-19; 20 -29; 30 – 39;… ] gleich viele Menschen sterben? Laut destatis waren nur 142.906 der insgesamt 939. 520 Verstorbenen des Jahres 2019 unter 65. Was können wir tun?!


Die gegenwärtig in Zusammenhang mit einem viralen Krankheitserreger propagandistisch zu Schau getragenen mitmenschlichen Gefühle für die Alten könnten Ausdruck eines schlechten Gewissens sein. Unsere Gesellschaft schließt die Alten systematisch aus, damit die Fähigkeiten der Erwerbstätigen wirtschaftlich besser genutzt werden können. Warum sollen die Arbeitsfähigen ihre kostbare Zeit mit Sozialklimbim verzetteln? Deshalb werden alte Menschen in besonderen Einrichtungen untergebracht. Ihr Vorhandensein stört den auf maximale wirtschaftliche Nützlichkeit ausgerichteten Alltag . Soziales Handeln, aktive Fürsorge begrenzt die Rentierlichkeit der Arbeit der Erwerbstätigen. Nach Meinung der Mehrheit soll das nicht sein.
Demnächst werden in den separierten Anstalten Roboter den Alten das Essen bringen. Vielleicht überreichen sie auch den Pflegebdürftigen die Leine eines Hündchens, das sie stundenweise auf dem Schoß halten und streicheln dürfen, weil ihnen der Kontakt zu etwas Warmem, Lebendigen gut tut. Hauptsache man muss keinen Menschen bezahlen, der ihnen gut tut.
Es gibt Gründe dafür, dass es trotzdem viele Menschen gibt, die sich um Alte kümmern, seien es eigene Eltern oder Nachbarn: in deren Haushalt nach dem Rechten sehen, für sie Einkäufe erledigen, beim Putzen und bei der Gartenarbeit helfen, mit ihnen spazierengehen. Diese Helferlein für die Altersgruppe 80+ sind allerdings meistens selbst schon über 60, an die 70, wenn nicht sogar im gleichen Alter und einfach körperlich und geistig noch ein bisschen leistungsfähiger, als diejenigen, die ihrer Unterstützung bedürfen.
Dass man zum Schutz der Alten die Kinder von ihren Freunden fernhält, gemeinsam mit ihren Eltern in zu kleinen Wohnungen einsperrt, nicht mehr in die Schule gehen lässt, sie zunehmender Gewalt in den Familien aussetzt, das hingegen ist ganz normal. Kinder sind gegenwärtig anscheinend nicht verletzlich. Man verlässt sich auf die zumindest theoretisch vorhandene Möglichkeit, dass deren Beschädigungen sich im Lauf der Zeit verwachsen. Sie sterben ja nicht gleich.
Könnte die Entdeckung der besonders verletzlichen Alten etwas damit zu tun haben, dass in Deutschland ca. 36 % der Wahlberechtigten über 60 sind und 2021 eine Reihen von Wahlen ansteht, bei denen sich jetzt schon abzeichnet, dass sie vielleicht nicht stattfinden? Welche Bedingung muss denn erfüllt sein, dass Wahlen stattfinden können oder dürfen? Wahlen bei denen zwar stellvertretend für viele nicht mehr Zurechnungsfähige deren Betreuer Stimmzettel ausfüllen und abgeben dürfen, aber kein einziger Erwachsener mit Kindern stellvertretend für seine Kinder sprechen darf und auch die 16-jährigen nicht für sich selbst.

Alles planbar
Im Unterschied zu anderen Ländern kannte Deutschland `vor Corona´ keine bundesweite behördliche statistische Erfassung der Sterbefälle. Es war deshalb seit März ein leichtes, eine angenommene außergewöhnliche Ursache mit täglich öffentlich gezählten Kranken und Toten zu einer elementaren Bedrohung aller Menschen auszugestalten. Die Frage ist, warum man das tut. Die Überwachung der Atemwegserkrankungen durch das Robert-Koch-Institut [ https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2020_2021/2020-53.pdf ] zeigt für die Zeit seit 2018 nämlich ein anderes Bild.


Wie bedrohlich die Lage tatsächlich ist, ist in viel höherem Maß eine Frage der persönlichen Einschätzung als es uns die täglich mehrfach wiederholten Warnungen der Regierenden vermitteln. Dass man Zahlen benutzt um unterschiedliche Einschätzungen durch die Individuen als unwissenschaftlich zu denunzieren und ihnen autonome Entscheidungen in ihrem Alltag zu verbieten, das macht den Konflikt nicht zu einem Streit zwischen Wissenschaft und Glauben. Auch nicht zu einem Konflikt zwischen Glauben und Aberglauben. Letztere Unterscheidung täuscht die Möglichkeit eines richtigen, eines wahren Glaubens vor und maßt sich ein Urteil über religiöse Empfindungen an, eine Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Religion. Solche Phasen gab es in der menschlichen Geschichte schon des öfteren.
Diese Phasen sind den Menschen in ihrer Gesamtheit nicht gut bekommen, sondern sie führten oft zu gewaltsam ausgetragenen Konflikten. Eine von mir sehr ernst gemeinte Frage an die historisch bewanderten Leserinnen und Leser: Gibt es zuverlässige Zahlen in der Frage wieviele Menschen zwischen 1517 und 1648 in Deutschland ihr Leben gelassen haben? Wieviele von ihnen durften an Altersschwäche sterben? Wieviele Tote hat die Pest verursacht? Wieviele Tote muss man religiös motiviertem und gewaltsam ausgetragenem Streit im persönlichen Umfeld zuschreiben? Der Hexenverfolgung und dem religiös motivierten Verbrennen religiöser und wissenschaftlicher Abweichler? Wieviele Menschen starben infolge der kriegerischen Ausseinandersetzungen zwischen den nach Repräsentation verlangenden Provinzfürsten und dem deutschen Kaiser, von denen fast jeder religiöses Denken zur Erreichung dynastischer Zwecke nutzte?
Die Hoffnung ist irrational, das Leben der Menschen und ihrer Gesellschaften sei planbar, wissenschaftliche Expertise könne in eine stetig steigende Lebenserwartung für alle münden, Krankheit und Tod besiegen. Ein paar geschäftstüchtige Leute verkaufen Wundermittel gegen den Tod – Gott bewahre keine Allheilmittel wie im Mittelater oder im Wilden Westen, denn wir haben eine wissenschaftliche Weltanschauung – sondern Impfstoffe. Andere, ebenso geschäftstüchtige, erzielen ein Einkommen aus Waffenproduktion und im Waffenhandel. Wieder andere verweigern einer zunehmenden Zahl von Menschen ein schützendes Obdach und bauen lieber anschließend leer stehende Büros – weil es sich rechnet und man ihnen diese Form des Erwerbs erlaubt.
Es gelingt gegenwärtig den Herrschenden, den Regierenden und ihren amtlich bestallten Vertretern einen Reibach zu machen, wie selten zuvor – unter dem Vorwand unser aller Gesundheit zu schützen.

Heute zu Gast: Prof. Dr. Scheucher

Im Namen des Senders begrüße ich heute Prof. Dr. Scheucher, Leiter des Luft-Instituts in Wedel. Er berichtet von seinen Forschungen zum individuellen Schutz in der aktuellen Bedrohungslage.

Prof. Scheucher, bitte erklären sie unseren Zuschauern, welcher Gedanke sie veranlasst hat, die Wirkungen des Handwedelns in der gegenwärtigen Lage viraler Bedrohung zu untersuchen.

Gelegentlich wird berichtet, dass Menschen den Mund-Nasen-Schutz vehement ablehnen. Es müssen Alternativen gesucht werden, die auch diesen Personen ein sozial adäquates Mittel zur Verfügung zu stellen, das zur Reduzierung der Viruslast in der Öffentlchkeit, auf Straßen und Plätzen beitragen kann. Wir haben uns für einen ganz neuen Forschungsansatz zur individuellen Abwehr viraler Bedrohungen entschlossen: Fernhalten von Viren durch Bewegung. Ergebnis unserer Studie: durch großräumige Bewegungen beider Arme lässt sich die Viruslast im räumlichen Umfeld effektiv senken.

Wie sind sie bei Ihrer Studie vorgegangen, Prof. Scheucher?

Es war nicht einfach eine ausreichende Zahl von Probanden für unsere Untersuchungsgruppen zu finden. Voraussetzung war ja die Bereitschaft sich in einer größeren Gruppe im Freien aufzuhalten, was bekanntermaßen nicht ungefährlich ist. Gruppe 1 verharrte atmend aber bewegungslos in ihrem Areal, etwa 10 x 10 Meter groß, unter Wahrung des vom RKI empfohlenen Mindestabstands. Gruppe 2 wedelte im Stand mit den Händen etwa in der Art des Insektenscheuchens, also weg vom Körper. Gruppe 3 scheuchte im Gehen. Gruppe 4 wedelte im Gehen und führte dabei die Hände vor Körper und Gesicht auswärts. In der Mitte der Areale wurde ständig die Viruslast überprüft – schon um die Gefährdung der Probanden zu verringern.

Welche Empfehlung können sie unseren Zuschauern auf Grund ihrer Forschungen geben, Prof. Scheucher?

Wir empfehlen im Außenbereich fortwährend im Gehen die Bewegung des Insektenscheuchens auszuführen. Bei dieser Bewegungsform war die gemessene Viruslast am geringsten, durchschnittlich 20 % niedriger als bei der bewegungslosen Kontrollgruppe. Spitzenwerte der Verringerung der Viruslast wurden mit maximal ausgreifender Bewegung erzielt. Dazu könnte auch beigetragen haben – wir wollen dem RKI im Grundsatz auf keinen Fall widersprechen – dass die ausgreifenden Bewegungen dazu beitragen, dass Abstände auch ohne Unterstützung durch das Halten von Schwimmnudeln automatisch gewahrt werden. Nicht zu unterschätzen ist bei dieser Form des bewegungsakzentuierten Abstandhaltens auch die Stärkung der Immunabwehr durch eine nicht alltägliche Form der Stimulierung des Blutkreiskreislaufs.

Danke, Prof. Scheucher, für ihren informativen Beitrag zum Thema Individuelle Minimierung der Viruslast.

Der Faktenchecker

Besonders interessierte Zuschauer finden eine ausführliche wissenschaftliche Begründung der Untersuchungen von Prof. Dr. Scheucher hier oder, falls vorhanden, in der örtlichen Bibliothek unter dem Titel „Anleitung zum Unglücklichsein“, Aut. Paul Watzlawick, ebd. S. 51 ff. im Abschnitt Die verscheuchten Elefanten.

Wissenschaft? Expertise?

Man muss kein Virologe, Epidemiologe, Infektologe, oder sonst ein Loge sein, um Blödsinn zu erkennen. In aller Regel reicht ein Blick auf die Sprache, den Wortgebrauch. Im folgenden dazu ein Übungsbeispiel anhand eines Abschnitts aus dem täglichen Situationsbericht des RKI vom 29.10.2020. Ich empfehle einen ähnlichen Umgang mit allen Texten, deren Autoren oder Herausgeber einen wie auch immer gearteten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.

Textabschnitt:
“ Anfang April 2020 wurde die Corona-Datenspende-App gestartet und erfasst mittlerweile die Fitness-Tracker-Daten von ungefähr 530.000 Menschen deutschlandweit. Mit dieser Teilnehmeranzahl ist die Datenspende ein weltweit einzigartiges Projekt.Basierend auf wissenschaftlichen Publikationen wurde die Corona Datenspende konzipiert, um in den Zeitreihen des Ruhepulses und der täglichen Schrittanzahl der spendenden Menschen Anomalien zuidentifizieren und damit Fiebersymptomatik zu detektieren. Sensoren in Fitnessarmbändern und Smartwatches liefern zahlreiche Daten, die eine Erkennung von Fieber ermöglichen. Ein zentraler Parameter ist der Ruhepuls, den die Geräte am Handgelenk messen. Aus mehreren Messungen wird ein mittlerer Tageswert für den Ruhepuls ermittelt. Ist dieser höher als gewöhnlich bei gleichzeitiger sinkenden Schrittanzahl, ist das ein sehr wahrscheinlicher Indikator für Fieber (https://www.thelancet.com/journals/landig/article/PIIS2589-7500(19)30222-5/fulltext ). Da Fieber ein typisches Symptom der COVID-19-Erkrankung ist, kann ein Anstieg der Fieber-Detektion grundsätzlich bedeuten, dass die Anzahl der COVID-19 Fälle in Deutschland steigt. In einem täglich automatisch aktualisierten Fiebermonitor werden die Detektionen veröffentlicht und interaktiv dargestellt (https://corona-datenspende.de/science/monitor/ ). Vergleiche der Fieber-Detektionen mit den Infektionszahlen zeigen, dass die Detektionskurve der Datenspende den Kurvenverlauf der Fallzahlen in Deutschland gut widerspiegelt und sowohl das Abklingen der ersten Welle als auch der Anstieg der Fallzahlen im Herbst vorhergesagt werden konnte (Abbildung 8; https://corona-datenspende.de/science/reports/improved-method/). Seit Mitte September steigt die Fieberkurve stetig an, ebenso wie die Infektionszahlen auch.“
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Okt_2020/2020-10-29-de.pdf?__blob=publicationFile.

Anfang April 2020 wurde die Corona-Datenspende-App gestartet und erfasst mittlerweile die Fitness-Tracker-Daten von ungefähr 530.000 Menschen deutschlandweit.530.000 um ihre Gesundheit besorgte Menschen haben in Deutschland Forschern erlaubt, auf ihre Daten zuzugreifen. Das sind etwa 6 Promille der Bevölkerung.
… ist die Datenspende ein weltweit einzigartiges Projekt.Ist die Einzigartigkeit eines Vorhabens ein Qualitätskriterium, gar ein wissenschaftliches?
… um in den Zeitreihen des Ruhepulses und der täglichen Schrittanzahl der spendenden Menschen Anomalien zu identifizieren und damit Fiebersymptomatik zu detektierenIst es hinreichend und sinnvoll den Temperaturanstieg bei einer Erkrankung in statistischen Kurven zu erkennen (=detektieren)? Kann man Temperatur nicht mehr messen? Genügt dazu `ein sehr wahrscheinlicher Indikator´ ?
Noch dazu, wenn gleichzeitig Tausende von Menschen, die KEIN Fieber haben vom gleichen Institut zu Infizierten erklärt werden?
Da Fieber ein typisches Symptom der COVID-19-Erkrankung ist, kann ein Anstieg der Fieber-Detektion grundsätzlich bedeuten, dass die Anzahl der COVID-19 Fälle in Deutschland steigt.Ein typisches Symptom? Haben Menschen mit anderen Infektionen kein Fieber? Kann man nicht Fieber haben, ohne an einer Sars-CoV-2-Infektion zu leiden? Gibt es einen mathematisch eineindeutig genannten Zusammenhang zwischen einer `Schweren Erkrankung der Atemwege´ (= SARS = severe acute respiratory syndrome) und Fieber, oder kann Fieber auch andere Ursachen haben?
… dass die Detektionskurve der Datenspende den Kurvenverlauf der Fallzahlen in Deutschland gut widerspiegelt und sowohl das Abklingen der ersten Welle als auch der Anstieg der Fallzahlen im Herbst vorhergesagt werden konnteDahinter steht folgende Behauptung: Wenn die Kurven nicht signifikanter Fallzahlen, festgestellt durch einen PCR-Test, die alljährliche herbstliche Zunahme grippaler Infekte oder des gemeinen Schnupfens und die Kurve des von Trackern vermuteten Anstiegs der Körpertemperatur übereinstimmen, ist das ein Beleg für eine Pandemie (= eine sich ausbreitende Erkrankung mit schweren gesundheitlichen Folgen für viele Menschen).
In einem täglich automatisch aktualisierten Fiebermonitor werden die Detektionen veröffentlicht und interaktiv dargestellt.Inwiefern ist es von medizinischer Bedeutung für die Rettung von Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen, dass man den Zusammenhang von Puls und Fieber dazu verwenden kann, inhaltsleere aber furchterregende interaktive Darstellungen zu veröffentlichen, die irgendetwas ähneln?
Seit Mitte September steigt die Fieberkurve stetig an, ebenso wie die Infektionszahlen auch. Welcher akademische Grad muss erworben werden, um eine Volksweisheit wissenschaftlich unterlegen zu dürfen: Im Winter gibt es mehr Erkältungen als im Sommer. Auch solche mit erhöhter Körpertemperatur oder Fieber.

Hurra! Endlich wurde mir klar, welcher Sinn sich hinter dem Ausdruck science fiction verbirgt: die Entfaltung menschlicher Kreativität mit dem Ziel nicht näher zu bestimmendes aber mögliches sprachlich zu fassen.

Manche Menschen wollen oder müssen sich vor Erkältungen schützen. Oft leiden sie schon über Jahre an schweren Erkrankungen. Sie gehen bei Regen, Schnee und Kälte mit hochgezogenem Schal, Mütze und Handschuhen in windstillen Teilen der Umgebung ihrer Wohnung ein paar Schritte spazieren. Sonst könnten sie das krankheitsbedingte dauernde Stubenhocken nicht ertragen. Beobachtet man ein solches Verhalten, ist zu befürchten, dass die Menschen – gleich welchen Alters – in naher Zukunft sterben. Ob mit oder ohne Covid 19 ist dabei nicht von Bedeutung.