„sich verändern“

Meine Enkelin Nina (1 Jahr, 8 Monate) hat mich gestern etwas gelehrt. Wie?

Da der Rechner ausgeschaltet war, ließ ich sie zunächst gewähren als sie begann wie eine Große auf  der Tastatur zu arbeiten. Die Art wie sie es tat, ließ mich dann doch um meine Tastatur fürchten. Ich nahm sie weg und legte sie an einen für Nina nicht zugänglichen Ort. Ich hatte die Rechnung ohne Nina gemacht: Sie fand heraus, wo ich die Tastatur versteckt hatte und laute Unmutsäußerungen sollten mich dazu bewegen, sie wieder dahin zu legen, wo Nina sie bedienen konnte. Ich lenkte Nina ab und deckte die Tastatur nun wirklich so zu, dass diese völlig ihrem Blick entzogen war. Sie war „fort“.

Auch erwachsene Menschen, selbst ihre Organisationen, „funktionieren“ nicht anders.

Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten, wenn jemand behauptet, etwas habe „sich verändert“. Ohne Handeln interessierter Kräfte verändert sich nichts! Sobald die Veränderung wahrgenommen wird, erhebt sich Geschrei. Dann muss für Ablenkung gesorgt werden. Währenddessen kann etwas dazu unternommen werden, was die Wahrnehmung dieser Veränderung vergessen lässt. Die Aussage: „Das ist fort.“ lässt nicht einmal mehr Unmut aufkommen, geschweige denn laute Empörung.

Nichts verändert sich, ohne dass es verändert wird. Unter Menschen, vor allem unter Politiker*innen, ist die Redeweise beliebt: „Wir müssen unser Wollen und Handeln den Gegebenheiten anpassen, die `sich verändert´ haben.“  Das ist  vielleicht nicht eine glatte Lüge, aber diese Redeweise verschleiert, wer verändert hat und sorgt dafür, dass die Wahrnehmung der Veränderung aus dem Gedächtnis verschwindet. Ein solches Vorgehen ist hochgradig manipulativ.

 

 

 

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Getäuscht?

Optische Täuschungen sind ein gutes Mittel gegen die vorschnelle Annahme, die eigene Wahrnehmung habe etwas mit Wahrheit oder Tatsachen zu tun. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass – wenn man sich unmittelbar mit der Realität auseinandersetzt, statt mit Bildern – die Wahrnehmung einen doch ganz gut vor falschen Annahmen schützt.

Mer frochd hald so…

Wie unterscheiden  Menschen, die  über sich sagen: „Neger schauen für mich alle gleich aus“, Nordafrikaner, Iraner, Afghaner und dunkelhaarige bayerische Nutzer von Sonnenbänken?

Wie kommt es, dass Frauen, die gerne an Ereignissen mit einem sehr hohen Risiko von Übergriffigkeit alkoholisierter Männer teilnehmen [öffentliche Silvesterfeiern, Volksfeste, Karneval,  Public Viewing von Sportveranstaltungen …] urplötzlich in der Nacht vom 31. 12.2015 auf den 01.01.2016 von geschärftem Wahrnehmungsvermögen befallen werden und massenhaft Anzeige erstatten?

Wie vielen Männern kamen in dieser Nacht Geldbeutel und Handys abhanden, die das lieber unter dem Deckel halten, als zuzugeben, dass sie sich von Männern haben „antanzen“ lassen?

Wo hielten sich zu dem Zeitpunkt „deutschstämmige“ Männer auf?

Woher wissen die vielen Empörerinnen und Empörer, mit und ohne politischen Rang, spätestens am 02. Januar was passiert ist? –  Gemeinhin kann man davon ausgehen, dass 10 Augenzeugen zehn verschiedene Vorgänge berichten und es Zeit braucht, sich ein Bild zu machen, das einigermaßen der Wirklichkeit gerecht wird.