Visionäre

Die Zahl der Befürworter eines BGE steigt. Warum?
Weil den Menschen mit Bleistift und oder Taschenrechner nicht mehr getraut wird. Die Vielzahl der  überschlägigen Finanzierungsmodelle spielt kaum noch eine Rolle. Banale rechnerisch gestützte Überlegungen sind hinfällig geworden.
Niemanden interessiert mehr, was eigentlich dabei herauskommt, wenn man allen deutschen Einkommensmillionären und Milliardären ihr ganzes jährliches Einkommen wegnimmt und es auf 83 Millionen Menschen verteilt. Es geht nur noch ums Prinzip:
»Um was es in der Sendung eigentlich ging. Abhängigkeit (HartzIV) versus Unabhängigkeit (BGE) Schuld (Arbeitslosigkeit) versus Sühne (Sanktionen) also typisch konservative Beurteilungen gemäß jüdisch-christlicher Tradition; also ureigenstes CDU-Terrain.« [Zitat aus einem FB-Eintrag Betreffend eine Talkrunde der ARD zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen. ] Die Antwort auf die Frage »Was muss einem Menschen, der 2018 in der BRD lebt an finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen, damit gesellschaftliche Teilhabe gesichert ist« könnte phantasievoller gar nicht verweigert werden.
Weiterlesen „Visionäre“

Werbeanzeigen

Einrad

Bild: Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.

Meine Lokalzeitung berichtet: Ein junger Forscher hat ein sich selbst ausbalancierendes Einrad entwickelt, das einem viel Kraft und Zeit spart z. B. beim Laufen durch lange Gänge, den Großstadtdschungel … .  Man soll dabei so viel Zeit sparen, dass es für den Besuch im Fitness-Studio langt, um die völlig untrainierte Rückenmuskulatur auf Vordermann zu bringen. Vielleicht braucht man auch in Zukunft die reale Fähigkeit zum aufrechten Gang gar nicht mehr. Den Verdacht habe ich schon lang. …

Robot(-)ticks

Vor lauter Begeisterung über den technischen Fortschritt wird ein wesentlicher Punkt gerne übersehen. Die Menge der in diesen hochentwickelten Werkzeugen vergegenständlichten, geronnenen Arbeit ist sehr groß. Das in ihnen gebundene Kapital immens. Eine Amortisierung ist nur dann möglich, wenn immer schneller immer mehr gleichartige Produkte mit alsbaldigem Verschleiß auf den Markt geworfen werden können und die Verbraucher der marktförmigen Demokratie sich weitestgehend von Werterhaltung und Nachhaltigkeit verabschieden. Wollen wir das?  Wollen wir wirklich in immer kürzeren Abständen die Wohnungseinrichtung erneuern? Wollen wir alle 2 Jahre die neueste   Unterhaltungselektronik kaufen, die einen geringfügig besseren Klang oder ein besseres Bild verspricht und dem Großen Bruder jederzeit einen Einblick in unsere Wohnzimmer verschafft? Wollen wir jedes Jahr Fenster und Wohnung von Neuem mit dekorativem Tinneff verunstalten um zu signalisieren: „Ich weiß, dass Frühling ist.“?  Wollen wir gleichförmige Häuser, zusammengeklebte Module aus 3-D-Druckern, die man nicht mehr unterhalten,  reparieren kann sondern nur noch wegwerfen, wenn sie abgewohnt sind?

In den Industriestaaten haben wir möglicherweise die Periode der Individualisierung schon hinter uns gelassen. Weitaus schneller als erwartet normiert die Industrie durch die Massenproduktion in immer größerem Umfang das Alltagsleben der Menschen. Das Wirtschaftssystem produziert  kulturelle Einheitlichkeit, Ausdrucksarmut und Banalität. Individualität wird zur Ware,  erhältlich nur noch für diejenigen, die sie sich leisten können. Materielle Ungleichheit gebiert kulturelle Gleichförmigkeit.