Verteidigen? – Kann ich nicht mehr hören!

Bild: Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872), The Battle of Jericho. Gemeinfrei, auch in den USA, wegen Ablauf des Urheberrechts.

 

Ich weiß: Den Angriff des Joshua auf eine  befestigte Stadt Jericho hat es nie gegeben. Könnten wir nicht trotzdem zur Abwechslung mal  die Posaune blasen, statt uns  hilflos fiepend hinter die Barrikaden zu stellen?

Rassismus und Nationalismus feiern fröhliche Urständ. Aber muss man deshalb Merkel gegen die AfD unterstützen, wie es heute einer vorgeschlagen hat?

Seit 1982, also seit 34 Jahren, beschränken sich Linke auf die Verteidigung der bürgerlichen Demokratie und des Sozialstaats. Vielleicht wäre es doch eine bessere Strategie, sich als Angreifer zu profilieren und die eigenen Ziele in den Vordergrund zu stellen, statt immer nur zu sagen: „Das dürft/könnt ihr mit uns nicht machen.“ Dabei vergeht kein Tag, an dem sich die Herrschenden nicht ein anderes Übel ausdenken. Von Tag zu Tag wächst aber weniger der gerechte Zorn als die Müdigkeit, angesichts der alltäglich, nahezu pausenlos strapazierten  Worte entsetzlich, furchtbar, unmenschlich, mörderisch, … . Stetes Klagen treibt nicht zur Veränderung, sondern  in die Resignation!