Urteil

Ich verlinke hier auf einen Artikel meines Lieblings-Juristen Prof. Dr. Thomas Fischer in der ZEIT. Er bespricht einen Fernsehfilm der ARD, den ich mir nicht angesehen habe, weil mein Programmheft mich zu einem Vorurteil  bzgl. des Films anstiftete.

Film, Darbietungsweise und Zuschauerbeteiligung leisteten anscheinend  genau das, was ich erwartet hatte: Die Erzeugung gesunden Volksempfindens auf  Grundlage der umfassenden Unkenntnis der Zuschauer.

Zur Nacharbeit von Thomas Fischer in der ZEIT

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Mensch, Moral, Recht – 3

Das muss schärfer werden!

Menschen, die ihre frühkindliche Sozialisation nicht erfolgreich abschließen konnten, halten sich oft nicht an gesellschaftliche Normen. Sie rülpsen nach dem Essen, geben geliehene Sachen nicht zurück, verrichten ihre Notdurft im Hausdurchgang oder schlagen ihre Frau. Man kann das alles auch als Mangel an Empathie sehen. Ein bisschen Einfühlungsvermögen, Mitfühlen, Hineindenken in die belästigten, bestohlenen, verletzten Mitmenschen … könnte sie befähigen, ihr  sozial schädliches Tun zu beenden. Sie schaffens einfach nicht!

Führt das Strafrecht zu sauberen Hausdurchgängen? Sorgt die Strafbewehrung von Geboten und Verboten dafür, dass Sie zukünftig alle  Bücher zurückbekommen, die Sie verliehen haben? Sorgt die Strafbewehrung dafür, dass Frauen nicht mehr bedroht, geschlagen, vergewaltigt werden?

Das Strafrecht ist nicht das Mittel, welches unschönen Lebenspraxen mancher Menschen  ein Ende setzt.Trotzdem schreit ein Teil der Bevölkerung nach Einführung eines neuen Paragraphen und höherer Strafbewehrung, sobald „Bild“ wieder einmal über ein ganz besonders verabscheuungswürdiges  Tun berichtet.

In meiner Jugend habe ich eine Debatte um eine umfassende Strafrechtsreform erleben dürfen. Linke setzten sich damals dafür ein, Tätern während ihrer Haftzeit quasi eine nachholende Sozialisation zu ermöglichen, nicht für die Schaffung neuer Straftatbestände oder eine Erhöhung der Strafbewehrung..

 

 

Mensch, Moral, Recht – 1

Gesundheitlicher Arbeitsschutz

Lesen Sie die folgende Wortreihe. Es handelt sich um Namen für verschiedene Formen von Erwerbstätigkeit.

  1. Liquidator*in
  2. Krankenpfleger*in
  3. Stricher
  4. Naturparkranger*in
  5. Hauptschullehrkraft bzw. Sek.I-Lehrkraft
  6. Prostituierte
  7. Erntehelfer*in
  8. Berufssoldat*in
  9. Arzt/Ärztin
  10. Polizist*in
  11. Baufacharbeiter*in
  12. Dachdecker*in
  13. Entwicklungshelfer*in
  14. Söldner*in
  15. Tierpfleger*in
  16. Entsorger*in

Ordnen sie die Berufe nach dem Ausmaß der gesundheitlichen Gefährdung, die mit ihrer Ausübung verbunden ist. (1= gering –>  16=hoch)

Überprüfen Sie Ihre Einschätzung an Hand öffentlich zugänglicher Statistiken zu  Krankenstand, Sterblichkeit, Frühverrentung etc.

Begründen Sie ohne einen Bezug zu den religiösen, moralischen Traditionen des Staates in dem sie wohnen, warum Prostituierte im Erwerbsleben einen ganz besonderen  Schutz brauchen.

Manche meinen sogar, dass sie  vor der Ausübung des Berufs geschützt werden müssen, es also ein Berufsverbot für Prostituierte geben soll. Gleiches Recht für alle Gefährdeten!  Berufsverbot für Soldatinnen und Soldaten und Söldner!