Mensch, Moral, Recht – 3

Das muss schärfer werden!

Menschen, die ihre frühkindliche Sozialisation nicht erfolgreich abschließen konnten, halten sich oft nicht an gesellschaftliche Normen. Sie rülpsen nach dem Essen, geben geliehene Sachen nicht zurück, verrichten ihre Notdurft im Hausdurchgang oder schlagen ihre Frau. Man kann das alles auch als Mangel an Empathie sehen. Ein bisschen Einfühlungsvermögen, Mitfühlen, Hineindenken in die belästigten, bestohlenen, verletzten Mitmenschen … könnte sie befähigen, ihr  sozial schädliches Tun zu beenden. Sie schaffens einfach nicht!

Führt das Strafrecht zu sauberen Hausdurchgängen? Sorgt die Strafbewehrung von Geboten und Verboten dafür, dass Sie zukünftig alle  Bücher zurückbekommen, die Sie verliehen haben? Sorgt die Strafbewehrung dafür, dass Frauen nicht mehr bedroht, geschlagen, vergewaltigt werden?

Das Strafrecht ist nicht das Mittel, welches unschönen Lebenspraxen mancher Menschen  ein Ende setzt.Trotzdem schreit ein Teil der Bevölkerung nach Einführung eines neuen Paragraphen und höherer Strafbewehrung, sobald „Bild“ wieder einmal über ein ganz besonders verabscheuungswürdiges  Tun berichtet.

In meiner Jugend habe ich eine Debatte um eine umfassende Strafrechtsreform erleben dürfen. Linke setzten sich damals dafür ein, Tätern während ihrer Haftzeit quasi eine nachholende Sozialisation zu ermöglichen, nicht für die Schaffung neuer Straftatbestände oder eine Erhöhung der Strafbewehrung..

 

 

Werbeanzeigen

Köln und anderswo

Fast alle Frauen haben Erfahrungen mit übergriffigen Männern. Auch ich. Weil sich die wenigsten Frauen in Parallelgesellschaften aufhalten, sondern in ihrer eigenen, bin ich sehr skeptisch, was die Wahrnehmung der Ereignisse in der Neujahrsnacht 2015 betrifft.

Ist Frau wirklich überrascht, dass in Menschenmengen gegrapscht wird? Erlebt habe ich das hierzulande des öfteren: In überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Ereignissen mit sich drängenden Menschenmengen. Das gibt es auch unter „Integrierten“ am Tisch im Restaurant oder an der Kneipentheke, dass Hände sich plötzlich da befinden, wo sie nicht hingehören. Zur Abwehr reicht in diesem Umfeld meistens ein entschiedener Klaps. Im Gedränge allerdings ist man weitgehend hilflos: Man hat zu wenig Platz, zu einer Ohrfeige auszuholen oder das Knie hochzuziehen.

Wie oft, habe ich  zu den Ereignissen mehr Fragen als Einschätzungen, Bewertungen, Urteile.

weiterlesen: –>  Köln_Txt