Perspektivwechsel

Allwöchentlich verkündet der Chef einer Behörde, ursprünglich Tierarzt, die Seuchenlage. Was bedeutet das?

Krankheiten im Stall und auf dem Acker bedrohen von Alters her die materielle Existenz der Bauern.
Menschen und Schweine ähneln sich auf vielfältige Weise.
Wenn es gegen eine Tierseuche kein Mittel gibt, muss notfalls gekeult werden, um die Seuche einzudämmen.
Es gibt einen Unterschied zwischen industrieller Tierproduktion und bäuerlichem Wirtschaften.
Manchmal muss in der Tierproduktion der Markt bereinigt werden, damit der Schweinepreis nicht ins Bodenlose fällt. Seuchen haben deshalb einen reinigenden Charakter.
Die Interessen von Schweinefleischproduzenten, Bauern und Schweinen werden als gleich behandelt.
Rindfleischproduzenten freuen sich, dass sie für dieses mal so gut davongekommen sind.

Die Expertise dieses Mannes und der ihm unterstellten Behörde wird weder von Bauern noch von Angehörigen anderen Standes angezweifelt, denn sonst haben wir morgen nichts mehr zu essen und sind des Todes. Die Meinung der gekeulten Schweine ist in der Sache nicht relevant. Was ist schon das Leben einer einzelnen Sau, wenn´s um Große und Ganze geht.

Ähnlichkeiten mit herrschenden Zuständen sind beabsichtigt.