Relativieren verboten!

Die reine Wahrheit ist immer beziehungslos. Nur wer Beziehungsfreiheit herstellt, kann zur echten und reinen Wahrheit finden.

Seit einiger Zeit ist es verboten, Dinge, Zustände, Notwendigkeiten miteinander in Beziehung zu setzen. Wie leben Menschen eigentlich, die in ihrem Alltag darauf verzichten, Anforderungen, Zumutungen, denen sie ausgesetzt sind, in Beziehung zu setzen zu ihren eigenen Interessen, Wünschen, Plänen, Vorstellungen, Träumen?

Muss man es für normal halten, dass während einer großen Seuche regelmäßig gereinigte, kostenlos zu nutzende öffentliche Toiletten mit Waschgelegenheit Mangelware sind und bleiben? Bloß gut, dass die gegenwärtige Seuche nicht mit Durchfall verbunden ist.

Muss man es für normal halten, dass keiner an Corona sterben soll – bisher 13.884 Menschen in Deutschland obwohl 2017/18 laut RKI geschätzt 25.100 Bewohner Deutschlands in der Grippewelle 2017/2018 verstarben, ohne jeglichen begleitenden Alarmismus? War im Winter 17/18 die Gesundheit weniger wichtig?

Wie entscheide ich die Frage „Bier oder Kräutertee?“ Der angebotene Kräutertee ist gesünder als Bier, dröhnt aber nicht, sondern enthält eine Zutat, gegen die ich allergisch bin. Welche Relation ist für mich die wichtigere, wenn ich an meine Gesundheit denke? Sollte ich nicht doch die allergische Reaktion in Kauf nehmen, weil der Kräutertee keine Kalorien hat und deshalb meiner adipösen Veranlagung Schranken setzt?

Das von Regierung und Opposition öffentlich propagierte Recht auf individuelle ewige Gesundheit darf gegenwärtig nicht relativiert werden. An Covid 19 – was auch immer das sei, jedenfalls eine schweres respiratives Syndrom – darf niemand sterben. Irrelevant sind gegenwärtig jedoch Sterbefälle durch Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenentzündung (ohne Sars-CoV-2-Nachweis)und bösartige Neubildungen (Karzinome unterschiedlicher Art).

Ohne virologische Expertise kann nach herrschender Meinung keiner wissen, dass alte Menschen oft an Grippe sterben (Influenza – virale Ursache: A- und B- Corona-Viren). Im vergangenen Jahr wurden in Bayern auch zwei Sterbefälle statistisch erfasst, verursacht durch eine viral verursachte Hirnhautentzündung. An Covid 19 starben 2020 in Deutschland auch nicht so viele Menschen wie an der Grippe 2017/18. Sind wir wirklich damit überfordert, die damit in Zusammenhang stehenden Gefährdungen miteinander in Beziehung zu setzen und in der Folge das persönliche Risiko abzuwägen?
Weil wir es könnten, dürfen wir es nicht! Das ist die Stoßrichtung der Devise „Relativieren verboten!“ Wer auch immer sich unter Berücksichtigung der vorliegenden Informationen ein eigenes Urteil anmaßt, das den Herrschenden nicht gefällt, ist ein Gefährder, ein potentieller Mörder.
Wer relativiert, in Beziehung setzt, missachtet das elementare Recht aller über 90-jährigen auf 3 Zusatzwochen, die nach invasivem Beatmen der Lebenszeit zugerechnet werden könnten, sollte der betroffene Mensch die invasive Beatmung so lange verkraften. Partieller Schwachsinn soll als staatsbürgerliche Tugend wahrgenommen werden.
Deshalb das Aufgebot von Myriaden menschlicher Warner, wer auch immer sie zu ihrem Tun angreregt hat. Warner gibt es hauptsächlich unter Virologen mit Arbeitsaufträgen, die aus Drittmitteln der Pharmaindustrie finanziert werden oder aus Vortragstätigkeit auf Fortbildungsveranstaltungen der Pharmaindustrie. Es gibt auch andere Warner, denen in der Presse höchste Aufmerksamkeit zuteil wird: alle Sars-Patienten, die erstaunt feststellen, dass die Rekonvaleszenz nach einer Covid-19-Infektion genauso lange dauern kann, wie die nach einer bakteriell verursachten Lungenentzündung, ausgelöst durch Pneumokokken.

Die Regierenden, allen voran der dazu ermächtigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – huch, schon wieder ein falsches Wort – wissen ganz genau, was für uns ALLE gesund ist. Auf keinen Fall darf man sich darauf verlassen, dass Individuen, Bürgerinnen und Bürger, wissen, wann sie krank sind, und was sie zu unternehmen haben um sich selbst zu schützen und andere nicht mehr als nötig zu belästigen. Das machen sie zwar, aber möglicherweise nicht informiert genug: Sie waschen sich z. B. die Hände 2 Sekunden zu kurz. Sie niesen und husten niemanden an und halten sich in diesem Fall ein Taschentuch vor die Nase, statt sich zu maskieren. Sie halten Abstand zu den Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten oder die ihnen auf der Straße begegnen. Seit ich mich erinnern kann tun das in der Grippezeit alle. Aber 2 Sekunden zu kurzes Händewaschen könnte für die Nachbarin den Tod bringen! Sie sind disziplinlos, rücksichtslos,moralisch haltlos.

Absolut notwendig sind gesellschaftliche Verpflichtungen deren Erfüllung höheren Werten dient. Höhere Werte sind z. B. DAX-Kurse oder Vermögenszuwächse der obersten 1.000 der Forbesliste. Zuvörderst dienlich ist dem natürlich die Arbeit; auch religiös motivierte Trauerfeiern aber nicht solche, die von weltlichen Trauerrednern geleitet werden. Das ungehemmte Künsteln vor disziplinlosen Punkfans, hat in Deutschland Tausenden das Leben gekostet. Darunter müssen jetzt die Opernsänger leiden, deren Kunst etwas ganz anderes, etwas Besseres ist. Das Opernpublikum hat doch nicht gefeiert, sondern gebildet genossen, immer 2 oder 3 Sitze zum Nachbarn frei gelassen und in der Pause auf das Gläschen Sekt verzichtet, damit der Abstand gewahrt bleibt. Und jetzt müssen ALLE leiden, weil Punkrocker und Kleinkünstler aller Art ihr haltloses Publikum in hochinfektiöse und rücksichtslose Superspreader verwandeln.
Den meisten Menschen ist zur Zeit ein gemütliches Essen in froher Runde mit Freunden verwehrt. Der Pizzaservice muss genügen, wenn man es im häuslichen Mief der 5-köpfigen Familie auf 80 m² zwischen Homeoffice und Homeschooling nicht auch noch schafft, Mahlzeiten zuzubereiten. Als besonderer Held beweist man sein Engagement für die Volksgesundheit durch konsequentes Couchlümmeln bei dem man Chips, Popcorn, chickenwings und Kaltes aus der Dose genießt.
Wichtig ist es auch, die demente Oma nicht zu gefährden, der Marsmenschen in Schutzkleidung das Essen auf das Nachttischchen stellen – Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken wird mancherorts aus hygienischen Gründen nicht mehr so intensiv praktiziert.

Absolut sicher sind sich Regierung und Gesundheitsminister, dass freudiges Feiern im Kreise der Familie und auf öffentlichen Plätzen die Gesundheit massiv gefährdet, wohingegen täglich 12 Stunden Schicht in der Nahrungsmittelverarbeitung, in Klärwerken, bei der Müllabfuhr oder im Transportwesen vom Himmel mit ewiger Gesundheit belohnt werden. Gab es so feinsinnige Unterscheidungen in der Geschichte nicht schon oft? Beide Lebenslagen in Beziehung zu setzen – zu relativieren – ist jedenfalls verboten. Vielleicht bis zum 20. Dezember 2020, vielleicht auch bis Weihnachten 2024, wie es uns Bill Gates schon angekündigt hat. So lange wird es dauern, bis alle Menschen geimpft sind. Noch Fragen?