Vielfalt

Rassist ist, wer „Neger“ sagt und Nationalist ist, wer einen Türkisch sprechenden Menschen für einen Türken hält. Sicher keine Rassisten oder Nationalisten sind diejenigen, die Menschen anderer Hautfarbe oder fremder Sprache ein Integrationsangebot unterbreiten, bei dem mit Bezug zum Geburtsort der Mindestlohn um 30 % unterschritten wird.
Nicht das Unterscheiden selbst ist die Ursache von Rassismus – sonst müssten wir eine Wahrnehmungsstörung für eine besondere Fähigkeit halten – sondern sein Zweck: Abwertung, Ausgrenzung und Ausbeutung.
Wie einfältig müssen Leute sein, die nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass wahrnehmen und unterscheiden können  Voraussetzung des Erlebens von Vielfalt ist. Bei Apfelsorten und Menschen.

Eine wichtige Frage

Forbes

Sreenshot von der heutigen Ausgabe der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt

Faschismus ist die mit autoritären Mitteln durchgesetzte, rechtlich und moralisch nicht eingehegte Durchsetzung der Interessen des Kapitals,  die auf die Spitze getriebene Ausbeutung von Menschen durch Menschen.  Gewinnt er menschliche Züge,  wenn die Herrscher Bill Gates, Amancio Ortega, Carlos Slim Helu, Liliane Bettencourt, Wang Jianlin, Karl Albrecht, Mukesh Ambani … heißen, in fast allen Ländern der Welt beheimatet sind und ihren Ausbeutungsobjekten genderfreie Toiletten, eine Welt ohne Grenzen und Gotteshäuser jeglicher Art schenken?

Schlaraffenland

Bild: wikipedia commons, Ars Electronica 2008

Ich liebe  Visionäre, die zukünftig Roboter die Flure der Altersheime putzen lassen und auch  ihre gut beheizte Privatwohnung mit mindestens 40 m²/Kopf. Gleichzeitig erhalten sie monatlich eine öffentliche Ausschüttung von 1500 €, dafür dass sie zuhause bleiben.

So kann man die Frage nach dem Sozialismus in einem Land auch entscheiden: Wir lassen es uns gutgehen.  Rohstoffe und Energie für die Roboter  werden nach wie vor zu kapitalistischen Bedingungen geliefert. Mit imperialistisch, nationalistisch oder rassistisch legitimierter Ausbeutung fremder Weltgegenden hat das dann gar nichts mehr  zu tun, weil die Nutznießer ja Sozialisten sind.

Antirassismus gleich Antifaschismus?

Ein einzelner Herr bat um eine Erläuterung meiner Anmerkung vom Studiobalkon vom 19. Januar 2017 unter der Überschrift „Narrative“.

Dieser Bitte habe ich entsprochen. Das Ergebnis möchte ich hier der  Öffentlichkeit zugänglich machen.

Explizit sei hier ergänzend darauf hingewiesen, dass die gegenwärtige Ablehnung von Muslimen ebenfalls rassistische Züge trägt.

  • Menschen aus bestimmten Herkunftsländern wird grundsätzlich Zugehörigkeit zur muslimischen Religion unterstellt.
  • Deutschen  Muslimen, ihren Organisationen und Einrichtungen wird wegen „Terrorverdachts“ eine besondere Aufmerksamkeit von Polizeibehörden und Verfassungsschutz zuteil.
  • Religiöse Inhalte werden häufig unter der Perspektive kritisiert, dass alles, was in Jahrhunderte alten heiligen Büchern steht, das Handeln der Gäubigen bestimme. Dabei wird  verschwiegen,  dass nicht allein im Islam immer wieder davon die Rede ist, dass sich die Religionsgemeinschaft im Dienst an ihrem Gott fremde Länder mit Gewalt aneignet und die dort lebenden Menschen vernichtet. Die 5 Bücher Mose sind voll von Szenen gewaltsamer Durchsetzung des richtigen Glaubens und der Rechte der Israeliten. Auch die Stellung der Frau als gleichberechtigtes Wesen ist den drei abrahamitischen Religionen keineswegs eingeschrieben. Hinter angeblich aufgeklärter Religionskritik versteckt sich deshalb häufig schlichte religiöse Intoleranz.

zum Text

 

 

Rassismus – wo fängt er an?

Vorsicht: Das von pixabay heruntergeladene kostenlose Bild  zu diesem Beitrag arbeitet mit bildlichen Rassestereotypen! Ich habe lange überlegt, ob seine Verwendung moralisch vertretbar ist. Das Bild ist unter dem Namen „continents“ veröffentlicht. In welcher Beziehung die verwendeten Stereotype zu den Kontinenten und ihren Bevölkerungen stehen ist unklar. Deshalb nehme ich mal an, seine Verwendung ist gerechtfertigt.

oder

Hätte man Darwins Forschung und Theorieentwicklung vielleicht verbieten müssen?

Das Unterscheiden ist die Mutter jeglicher Wissenschaft. Manche Menschen können allerdings Differenzieren (Unterscheiden) nicht von Diskriminieren (Abwerten, Herabsetzen) unterscheiden.

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