Uns geht die Arbeit aus? – Eine Polemik

Angesichts der Tatsache, dass Politik immer mehr zu einem Geflecht punktueller symbolischer Handlungen verkommt, verbunden durch inhaltsleere Sprechblasen, muss ich einfach ein paar reale, konkrete, materielle Pflöcke einschlagen zu einer der gegenwärtig in den technisch fortgeschrittensten Industriestaaten weit verbreiteten Sprechblasen. Allerorten begegnet uns die Behauptung, dass uns die Arbeit ausginge. Sie wird mit einem hoffnungsvollen Unterton ausgesprochen, von denjenigen, die annehmen die technische Entwicklung werde uns von der Last der Arbeit befreien. Sie treibt aber auch Menschen, die an Arbeit gewöhnt sind in die blanke Existenzangst. Allein dieser Widerspruch könnte einen veranlassen, die Rede von der verschwindenden
Arbeit als Behauptung zu erkennen – nicht als Wahrheit, nicht einmal als hinreichend begründete Aussage. Misstrauen in dieser Hinsicht könnte schon meine Beobachtung wecken, dass sich IGMetall, der Industrieverband Gesamtmetall und die Initiative neue soziale Marktwirtschaft auf geheimnisvolle Weise darauf verständigt haben, dass „Uns geht die Arbeit aus.“ als unangefochtene Grundlage aller weiteren Debatten zum
Arbeits- und Sozialrecht zu gelten hat. Da lohnt es sich vielleicht doch, der Richtigkeit dieser Behauptung nachzugehen.

 

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Kalenderwechsel

Jetzt sind die Tage wieder gekommen, in denen ich alljährlich die Geburtstage in den Kalender des kommenden Jahres eintrage, in der Hoffnung zukünftig niemandes Geburtstag mehr zu vergessen. Wie in den zurückliegenden Jahren seit etwa 1958 wird es mir auch in 2016 wahrscheinlich nicht gelingen, Frau L., Karl-Heinz, Brigitte … an ihrem Geburtstag anzurufen. Es war noch nie anders, trotz der alljährlichen Übertragung in den Wandkalender, den Taschenkalender, den Terminplaner, den digitalen Terminplaner … Freundinnen und Freunde, macht Euch darauf gefassst: Ich werde Eure Geburtstage wieder vergessen.