Heureka oder „Ich hab´s!“

Bewegte  bunte Bilder machen mir die Tätigkeit des Bügelns erträglicher. Heute z. B. faszinierende Zusammenschnitte von allerlei Lehrreichem zur Erdgeschichte über  Kräfte, die auf unserem Globus sinnlos walten, zu den Elementen des Periodensystems und der Entstehung des Lebens. Aus göttlicher und menschlicher Perspektive von der Schöpfung bis zur letzten Landtagswahl wohl nichts als eine zeitlich ausufernde Abfolge unglücklicher Umstände und Zufälle.

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Beurteilen oder Spekulieren?

Etwa seit dem Brexit-Schock überschlagen sich die Ereignisse.Von „Sommerloch“ kann keine Rede sein. Auf FB und in den Kommentarseiten der Zeitungen „argumentieren“ die Spekulatiusse um die Wette. Wissen im engeren Sinn: Null. Wer sich ein begründetes Urteil bilden will, nutzt zur Zeit das Internet zum Sammeln von Belegen, Hinweisen. Mehr ist zur Zeit nicht drin. Deshalb kommt von mir gegenwärtig ….

Nix

Grundkurs Denken I

Heute hier, morgen dort

„Wir können zwar nicht mit endgültiger Sicherheit beweisen, dass Labyskin nicht im Donbass war, aber es lässt sich eben auch nicht belegen, dass er dort war.“ sagt der Journalist Maxim Kireev in einem Interview mit der Zeitschrift Stern. [ http://www.stern.de/politik/deutschland/wladimir-putin–wie-die-zdf-doku-offenbar-manipuliert-wurde-6687386.html ]

Wie lange wird es dauern, bis sich unter gebildeten Menschen herumspricht, dass man mit Hilfe der menschlichen Wahrnehmung Hinweise, Belege, dafür sammeln kann, dass etwas da ist, aber nicht dafür, dass etwas nicht da ist.

Auf der Grundlage dieser Weisheit funktioniert die Entlastung durch ein „Alibi“: Wenn ich beweisen kann, dass ich als Person zum fraglichen Zeitpunkt woanders war, dann kann ich nicht am Tatort gewesen sein. So klappt´s. So und nicht anders! Wer Herrn Jurij Labyskin, einem wahrscheinlich getürkten Zeugen, nachweisen will, dass er nicht an der fraglichen Stelle war, muss den Nachweis erbringen, dass er in der Zeitspanne woanders war. Vielleicht auf Kosten des ZDF auf Mallorca? Wenn sich mit größtmöglicher Anstrengung kein Beweis dafür finden lässt, dass J. L. im Dobass war, wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht dort gewesen sein.

Zu Recht gilt::

Wenn die Polizei nicht beweisen kann, dass der Täter zum Zeitpunkt der Tat am Tatort war, ist er vielleicht woanders gewesen. Die Ermittlungsbehörden werden eingestehen müssen, dass es für ein „schuldig“ nicht langt.

Kampfbegriffe

Zum wiederholten Male sind mir in traditionell linken Zusammenhängen die Wörter „Verschwörungstheorie“, „Antisemitismus“ und „Querfront“ untergekommen, deren aktuelle Verwendung ich für hochgradig  vergiftet halte. Es gibt nämlich keine Übereinkunft, was unter diesen Wörtern zu verstehen ist. Jeder schustert sich zurecht, was er darunter verstehen will.

Auch Menschen aus linken Zusammenhängen  verzichten immer häufiger aufs „Hinterfragen“. Es ist halt  mühsam.

 

Ströme und Fluten

Lt. Tagesschau Online lag der Wanderungssaldo 2014 bei  + 470.000 Menschen. Zahlen für 2015 haben wir noch nicht, schätzen wir mal hoch –  rund das Doppelte.  Das wären 1 Mio. im  Wanderungssaldo, also rd 1.000.000 Zuzüge. Macht bei einer Bevölkerung von 80,62 Mio. eine „Flut“ von 12 Zuwanderern/1000 Einwohner.

Wie können sich da Einwohner eines Industrielandes, dem es lt. Kanzlerin so gut geht wie noch nie, überflutet fühlen?

Die Rede von Fluten und Strömen wurde nicht von denjenigen geprägt, die daraus die  notwendigerweise falschen Konsequenzen ziehen, sondern von den Verantwortlichen der Mainstreammedien. Ist eine 6 im Rechnen auf Grundschulniveau Voraussetzung für die Zulassung zur Journalistenschule?

Für mich gewinnt das Wort „Schreibtischtäter“ in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

 

Prophezeien oder Vorhersagen?

Prophezeiung

Fällt Ihnen das auch auf? Wenn ein Jurist auf dem Sesselchen eines Finanzministers über die ökonomische Zukunft spekuliert, ist das für manche Medien eine Voraus- oder Vorhersage. Wenn ein Ökonom, der als Finanzminister  wegen der politischen Macht des Juristen erfolglos blieb, vorhersehbare Folgen der Entscheidungen des Juristen abschätzt, ist das für die WELT eine Prophezeiung.

Zwei Gummibärchen habe ich in der Hand. Zwei nehme ich mir aus der Tüte. Vier werde ich in meinen Mund stecken. Vorhersage oder Prophezeiung?

Der Deutsche Wetterdienst verfolgt auf dem Radarschirm eine Regenfront. Morgen wird es in unserer Gegend mit großer Wahrscheinlichkeit regnen. Vorhersage oder Prophezeiung?

Paul, der Krake, konnte bei der Fußball-WM 2010 mit 8 von 10 richtigen Aussagen über Gewinner und Verlierer beim anstehenden Spiel brillieren. Vorhersage, Prophezeiung oder Bullshit?

Sagen Sie mir bitte nicht, keine Journalistin könne jedes Wort auf die Goldwaage legen. Das wäre ihr Job!

Die Gummibärchen habe ich mir übrigens nicht in den Mund gesteckt. Kein einziges! Ich habe sie meinem Partner in die Hand gegeben. Genau in dem Moment war mir das Leberwurstbrot lieber. Politische Entscheidung könnte man das nennen. Politische Entscheidungen haben etwas mit Interessenlagen und Machtgefügen zu tun.

Politische Entscheidungen können alle Vorausschauen, Vorhersagen, Prophezeiungen über den Haufen werfen. Für mich der wichtigste Grund mich einzumischen.