Aspekte unserer Leitkultur (VI)

Das Gesetz macht´s!

Normsetzung und Strafbewehrung als Form symbolischen Handelns.

Der Inhalt des  Artikels auf den im Beitragsbild verwiesen wird, sei eingangs kurz zusammengefasst: Eine überforderte Mutter, die selbst weder lesen noch schreiben kann, hat bis zum Ende der Schulpflicht nicht dafür sorgen können, dass ihr Kind zur Schule geht. Mit 16 Jahren wurde die Tochter mit einem leeren Zeugnis aus der Förderschule entlassen. Auch beim jüngeren Bruder kann sie offensichtlich ihrer Erziehungspflicht nicht nachkommen. Der Richter hat sie jetzt ernsthaft ermahnt und der Frau, die von Hartz IV lebt, Konsequenzen angedroht. Laut Zeitungsbericht sagte er zu ihr: „Wenn alles klappt, wird das Verfahren eingestellt, wenn nicht, sehen wir uns hier wieder. Und dann wird es teuer.“

Noch Fragen?

Es gibt in Deutschland ein Jugendhilfegesetz. Es ist das 8. Buch des Sozialgesetzbuchs. (SGB). § 1 lautet:

„(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere

1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.“

Noch Fragen?

Dieser Bericht ist einer von vielen möglichen Belegen für ein wichtiges Merkmal deutscher Leitkultur. Normsetzung und Strafbewehrung sind eine Form symbolischen Handelns. Ein individuelles Recht – in diesem Fall das Kindesrecht auf Erziehung – gilt als gewährleistet, sobald irgendwo aufgeschrieben ist, wer, welche Behörde, welche Personen die Verantwortung tragen für die Umsetzung dieses Rechts und wenn jemand benannt wird, den man gegebenenfalls für Versäumnisse bestrafen kann. Deshalb sind bei uns alle Menschenrechte gewährleistet, denn: Sie stehen im Buch, das „Grundgesetz“ heißt. Praktische Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Rechte sind definitiv nicht Aufgabe  staatlicher Organe, Behörden, Ämter … und ihrer Beschäftigten. Auf nationale, europäische oder internationale Gerichte, die das anders sehen, braucht man nicht zu hören.

In Art. 2, GG, z. B. heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ Nirgendwo wird man eine auf die Praxis gerichtete Ergänzung dieses Rechts finden, die etwa lauten könnte: „Polizeikräfte und Ordnungsbehörden sind personell und sachlich so auszustatten, dass dieses Recht auch bei Massenveranstaltungen gewährleistet ist.“ Beispiele dazu: 1. Tote bei einer Musikveranstaltung sind der höheren Gewalt geschuldet, die von unvernünftig drängelnden Menschen ausgeht. (Duisburg 2010) 2. Von  Ordnungskräften kann unmöglich wahrgenommen werden, dass Gruppen auf einem videoüberwachten Platz gemeinschaftlich andere Menschen bedrängen. (Köln 2015/16). Wir haben ein im Vergleich zu den USA relativ strenges Waffengesetz und, ebenfalls im Unterschied zu den USA, ein „Gewaltmonopol des Staates“. Schon mal gehört, dass eine Vertreterin des Monopolisten im Haus des Schützenkönigs oder der Jägerin geprüft hat, ob der wirklich nur die Waffen hat, die auf dem Papier vorhanden sind und der Schlüssel zum Schrank tatsächlich an einer Stelle verwahrt ist, zu der andere keinen Zugang haben?
GG Art. 3: “ Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Wir haben u. a. Steuergesetze. Wie oft werden die den Steuererklärungen zugrunde liegenden Unterlagen geprüft? Bei abhängig Beschäftigten immer – praktisch schier unmöglich, den steuermindernden Weg zur Arbeit auch nur um 500 m zu verlängern. Wer prüfte in welchen zeitlichen Abständen die Bücher von Herrn Hoeneß?

Staatliche Verantwortung wird in Deutschland in Papier gegossen. Sachverhalte werden als gegeben betrachtet, sobald auf dem Tisch eine – vielleicht sogar unterschriebene –  schriftliche Erklärung liegt, die eine Feststellung bestätigt. Sobald etwas „erklärt“ wurde, gilt es als richtig bzw. wahr. Diese „Wahrheitsvermutung“ wird angewandt bei allen Ämtern, Behörden, Dienststellen,  den Sprecherinnen von Kanzlerin und Ministern auf der BPK * und Erklärungen der Firma pwc ** .  Man schließe daraus nicht leichtfertig, dass sie bei allen anderen Menschen auch angewendet wird. Einem Geflüchteten z. B. nützt es gar nichts, schriftlich zu erklären, zuhause werde geschossen. Wenn die Bundestagsmehrheit beschließt und aufschreibt, dass in Afghanistan, Mali … nicht geschossen wird, dann ist das so. Wenn ein Amt und seine Vertreter feststellen, dass Uwe M. zuerst den Uwe B., dann sich erschossen hatte, bevor er einen Camper anzündete, dann ist das so.

Dieser Kulturform sind alle ausgeliefert,  die auf die Erfüllung gesetzlicher Normen und ein angemessenes Handeln von Behörden angewiesen sind: Kinder, Geflüchtete, Behinderte, Kranke, Alte –  alle, die einer Hilfe, einer Unterstützung bedürfen. Als „integriert“ kann gelten, wer nichts mehr verlangt. Dies funktioniert hierzulande schon immer so. Nicht erst seit unsere Mutti die marktförmige Demokratie erfand. Ob Leute überhaupt integrationswillig und -fähig sind, die zuhause gegen solche Zustände rebellierten?

* Bundespressekonferenz

** PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) siehe http://www.pwc.de/ 

 

 

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Aspekte unserer Leitkultur (V)

Mülltrennung

Im Beitragsbild zu erkennen sind Teile unserer hausinternen Sortieranlage. Es fehlen die kleineren Gefäße für Altbatterien, Elektroschrott … , und die Säcke bzw. Tonnen für Getränkekartons, PVC-Hohlkörper, Weißblech, Glas, Papier, organische Abfälle, die Kästen für Getränke in Pfandflaschen und „Restmüll“, der übrig bleibt, wenn man zu faul ist Teebeutel zu trennen in Metallklammer, organischen Aufgussbeutel und Anhänger aus Papier; leere Zigarettenschachteln in Knisterfolie, alukaschiertes Papier und Pappe; geblisterte Verpackungen in Kunststofffolie und Papier.

Es dürfte die Anforderung des Mülltrennens sein, die Zugezogene veranlasst, sich vorwiegend in Städten niederzulassen. Dort gibt es Integrationserleichterungen wie z. B. gelbe Säcke oder Tonnen. Auch dort muss aber jeder beachten, dass nur Abfälle mit dem grünen Punkt in die gelben Gefäße gehören.

Was mit den sorgfältig getrennten Dingen – in einem Teil unseres schönen Landes hießen sie übrigens  bis ca. 1990/91 Sekundärrohstoffe und man bekam Geld für die gebündelt oder in Säcken und Tonnen abgelieferten Stoffe –  anschließend passiert wissen wir nicht. Für Glas z. B.  gibt es unterschiedliche Theorien: 1. Es wird, weil unseren Augen beim Einsortieren in Braun-, Grün- und Weißglasbehälter nicht getraut wird, zusammengeschüttet und anschließend wieder unter Verwendung optischer Sensoren nach Farben getrennt und zu Flaschen in den unterschiedlichsten Farbtönen verarbeitet. 2. Ohne Rücksicht auf die Farbe werden aus dem wieder verwendeten Glas Behälter für Medizinprodukte hergestellt. Diese sind dann an  einer milchig grauen Färbung als Recyclingprodukte zu erkennen. 3. Ohne Rücksicht auf die Farbe wird das Glas zermahlen in Partikel unterschiedlicher Körnung, die in der Baustoffindustrie Verwendung finden. …

Heute gibt es für die von Endverbrauchern abgelieferten Stoffe kein Geld mehr. Diese Lösung wäre nicht marktwirtschaftlich, denn Veolia, Alba und andere Konzerne konkurrieren in den Kommunen miteinander um die Erlaubnis, unseren Hausmüll einsammeln und verwerten zu dürfen. Für diese Dienstleistung entrichten wir mehr oder weniger hohe Gebühren, deren Berechnung sich auf die unterschiedlichsten Merkmale bezieht: Volumen, Gewicht, Zahl der Abholungen, Mindest- und Höchstanlieferung … . Jedenfalls  bleibt marktwirtschaftlich kein Cent mehr übrig für sammelnde und trennende Hausfrauen und -männer.

Der Gesamtüberschrift „Aspekte unserer Leitkultur“ wurde das Thema Mülltrennung zugeordnet, weil die moralische Entrüstung über nur „unzulänglich trennende“, „faule“ (!) Nachbarn, Mitbewohner, öffentliche Einrichtungen,  Anlass gibt zu Gesprächen unter den Menschen, zu Streitigkeiten bis hin zu gerichtlichen Klärungen, Leserbriefen, Einlassungen von Parteien auf der kommunalen Ebene und Initiativen von Betriebsräten zur Bereitstellung von Trenngefäßen in jedem Büroraum… . Letzteres weil  nirgendwo in so großen Mengen  Apfelbutzen, Pfirsichkerne, zerknülltes Papier, leere Getränkedosen und PET-Salatgefäße mit Deckel anfallen wie an den Orten, wo gesundheitsbewusste Menschen in den Pausen Nahrung zu sich nehmen.

Selbstverständlich haben wir Deutsche auch hier die Nase vorn: Keiner trennt so gut wie wir und die Partikel von Plastiktüten, die von den Fischen der Weltmeere gefressen werden, können einzig und allein von Schiffen stammen, die unter fremder Flagge fahren und ohne deutsche Kreuzfahrt-Teilnehmerinnen.

„Integration“ verlangt sorgfältigste Beachtung der Regeln zur Mülltrennung. Zuwiderhandeln führt unweigerlich zur Abschiebung.

 

 

Aspekte unserer Leitkultur (IV)

Status und Distinktion

Bunte Anmerkungen zu Bildung, SUV und Co.

Im Statusgebaren zeigen sich Nachwirkungen z. B. ständischer Kleiderordnungen oder durch Sitten und Gebräuche dokumentierter Standesunterschiede. Erhalten blieb die Gewohnheit, den sozialen Status der Mitmenschen an ihrer Kledung, den von ihnen genutzten Dingen abzulesen. Hatte diese Gewohnheit früher einen gewissen Bezug zur Lebenswirklichkeit – wer barfuß ging hatte kein Geld für Schuhe, wer seidene Schuhe trug, konnte sich über Pfützen hinweg tragen lassen – so ist dieser Bezug in der heutigen Zeit oft verschüttet.  Fast alle können sich ausreichend mit Essen versorgen und es gibt „Spielräume“ – selbst für Bezieher von Transferleistungen: Wenn man jeden Tag Nudeln mit Soße ißt, reicht es für einen Handy-Vertrag. Wer kein Handy braucht, entscheidet sich vielleicht für ein Original-Bayern-Hoodie und Markenturnschuhe.

Irgendetwas jedenfalls muss der Mensch haben, das nach außen verdeutlicht: „Das kann ich mir leisten.“ Das ruft mit Bezug zu den persönlichen Wert-Setzungen („Das bin ich mir wert!“)  Urteile anderer hervor, die in den Satz münden: „Der muss Geld haben, der hat… „. In diesem Sinn ist natürlich ein noch nicht bezahltes SUV-Fahrzeug distinktionswirksamer als ein bezahlter Kaschmirpullover. Da muss man sich als Neuankömmling erst hineinfinden.

Wer Kleinwagen fährt, statt dessen Bücher kauft, ist ein Sonderling, denn weder die Bücher noch der beim Lesen aufgenommene Inhalt sind im öffentlichen Raum sichtbar. Bildung ist hierzulande nicht prestigeträchtig, es sei denn sie hat ein Etikett wie „Salem“, „Oxford“ oder so ähnlich. Ein Dahergelaufener mag darauf stolz sein, dass er es bei einem täglichen Fußweg von einfach 10 km zur Schule  geschafft hat, nicht nur Rechnen zu lernen, sondern auch noch eine Fremdsprache in Wort und Schrift. Ob er ohne abgeschlossenes Ingenieurstudium unsere Kultur aber wirklich bereichert? Nur verwertbare Bildung ist echte Bildung, Bildung in harter Währung sozusagen.

Der Besitz eines Smartphones wird anders bewertet, sobald es sich um  Zugezogene mit mediterranem Aussehen handelt. Schon wird vergessen, dass auch der einheimische Transferleistungsbezieher ein solches nutzt. Das Telefonieren mit dem Onkel zuhause stellt den Besitz eines Luxusguts unter Beweis.  Wirklich hilfebedürftige Menschen haben so etwas nicht. Menschen, die abgelegte Kleidung zur Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe bringen, sollten auch darauf achten, nur Markenloses weiterzugeben. Das Tragen  gebrauchter Polo-Shirts mit Krokodil, auch wenn sie auf einem türkischen Basar erstanden wurden,  kann verständliche Tätlichkeiten verarmter Nicht-Krokodil-Träger mit Tätowierungen in Frakturschrift auslösen und Unterstützte gefährden.

Hier geborene Menschen, die weder ein unbezahltes SUV noch ein unbezahltes Fernsehgerät mit Bildschirmdiagonale über 1 m,  ein Smartphone mit Ratenvertrag oder ein unbezahltes Haus mit Erker benutzen,  statt dessen aber ein paar Euro in Reserve haben für den anstehenden baren Kauf einer neuen Waschmaschine in Energieklasse A +++ – die sind wirklich arm dran! Das sieht man doch!

Angemessene Integrationsbereitschaft auf diesem Feld der Leitkultur zu beweisen, ist sehr, sehr schwer, vielleicht sogar unmöglich. Es nützt einer Deutschen mit 3 Generationen zurück liegendem Migrationshintergrund jedenfalls nichts, als politische Kabarettistin zu zeigen, dass sie die Landessprache besser beherrscht als die meisten ihrer deutschstämmigen Mitbürger. Wer trotz Kleinkunstpreis kein SUV fährt, verweigert  ganz offensichtlich die Anpassung an die Kultur unseres Landes.

 

Aspekte unserer Leitkultur (III)

Politik und Parteien – Parteien und Politik

Max Weber folgend definiert Wikipedia (31.01.2016) Parteien so: „Eine politische Partei (lateinisch pars, Genitiv partis ‚Teil‘, ‚Richtung‘) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb eines umfassenderen politischen Verbandes (eines Staates o. Ä.) danach streben, möglichst viel politische Mitsprache zu erringen, um ihre eigenen sachlichen oder ideellen Ziele zu verwirklichen und/oder persönliche Vorteile zu erlangen. Wesentlicher Teil des Erringens bzw. Ausübens solcher politischer Macht ist es, Führungspositionen in staatlichen und anderen Institutionen (zum Beispiel Öffentlich-rechtlicher Rundfunk) mit Parteimitgliedern oder der Partei nahestehenden Menschen zu besetzen.

Innerhalb eines Mehrparteiensystems konkurrieren politische Parteien untereinander um die Besetzung der politischen Entscheidungspositionen; sie tragen zur politischen Willensbildung bei und bilden insofern eine wichtige Säule der politischen Verfasstheit eines demokratischen Staates.[2] In einem Einparteiensystem ändern sich notwendigerweise auch Struktur und Funktion einer Partei. Eine derartige Partei `neuen Typs´ bekommt in der Regel `totalitären´  Charakter.“

In Deutschland hat sich über lange Zeit die Vorstellung, der Glaube, die Hoffnung  gehalten, Parteien seien nicht nur erfunden worden, um die Interessen ihrer Wähler zu vertreten, sondern sie täten dieses wirklich.

Diese, möglicherweise falsche,  Hoffnung wird dadurch verstärkt, dass Parteien gesehen werden als notwendige und hinreichende Bedingung für die Entfaltung einer Demokratie. Vor Jahrzehnten habe ich in einer Grundschulklasse die ganz konkrete Frage aufgeworfen, was denn los ist, wenn tatsächlich „das Volk herrscht“. Der erste Beitrag aus Schülermund kam postwendend und ohne vorschriftsmäßiges „Melden“: „Wir müssten dann nicht mehr mit dem Schulbus in die Kreisstadt zum Schwimmen fahren.  Wir könnten im Hallenbad vom Selnar schwimmen.“ Selnar war seinerzeit der Eigentümer einer örtlichen Fensterfabrik. Sinn des Sozialkundeunterrichts und der damit immer verbundenen Institutionenlehre ist es, der nachwachsenden Generation derartige Flausen auszutreiben! Bezugnehmend auf die einleitende Wikipedia-Definition wird zur politischen Weisheit: „Demokratie ist, wenn aufgrund wechselnder Mehrheiten bei Wahlen, maßgebende Posten mit wechselnden Leuten besetzt werden.“

Gegenwärtig mehrt sich die Zahl der Leute, denen dieses von den eigenen Lebensverhältnissen losgelöste Demokratiespiel nicht mehr richtig gefällt. Sie wählen entweder nicht mehr oder „falsch“, will sagen „extremistisch“. Die Mitte spricht deshalb von einer „Krise der Demokratie“. Dass die „Krise der Demokratie“ ihre Ursache darin haben könnte, dass Hallenbäder wg. knapper öffentlicher Kassen geschlossen werden oder fast nur noch „das Volk“ Steuern zahlt, aber nicht die Nachfolger der Feudalherren in Gestalt des obersten Prozents der Vermögenden und/oder Einkommensbezieher – wer denkt denn an so etwas!

Das oberste Integrationsziel betreffend unsere Leitkultur ist daher: Alle Menschen, die aus fremden Ländern zu uns kommen, haben sich daran zu gewöhnen, dass sie auch hier nicht dürfen, was sie zuhause nicht durften oder konnten – mitbestimmen über ihre Lebnsverhältnisse.  Es wird gewählt, basta. Öffentliche Äußerungen, gar Demonstrationen,  bzgl. der Nutzung von Hallenbädern, des Zustandes der Straßen, von Waffenproduktion und Braunkohleverstromung  … sind unerwünscht. Sollten sie trotzdem stattfinden wird Wirkungslosigkeit garantiert. Die Lebensbedingungen werden stellvertetend für „das Volk“ von den sich abwechselnden Parteien geregelt. Das ist Demokratie. Integriert ist, wer nicht mehr aufbegehrt, sondern alle 4,5 oder 6 Jahre ein Kreuzchen macht, um das Rotationsprinzip in der Besetzung der Pfründen umzusetzen.

 

 

Aspekte unserer Leitkultur (II)

Unsere Landesdroge

Brauer versus Bürgermeister – Wer ist jetzt der Kulturträger?

„Schmitt sagt, am schlimmsten seien  die Gruppen. Die mit Bussen von weither an den Bierwanderweg gekarrt  würden. Die schon betrunken ausstiegen. Und die Junggesellen. Die herumschrien, auf den Tischen tanzten  und die Bedienung anpöbelten. Der  Braumeister von Heckenhof sagt, er  verscherze es sich langsam mit den  Stammgästen. Denen rate Schmitt bereits von Besuchen am Samstag ab.  Was man an den Betrunkenen verdiene, büße man so am Geschäft mit den  übrigen Gästen wieder ein. Schmitt  sagt: „Wir kaufen uns den Ärger sogar  selber ein.“ Weil die Gemeinde den  Weg bewerbe. Die 8000 Euro, die das  jedes Jahr koste, solle sich Aufseß gefälligst sparen. Von dem Bierwanderweg habe seine Gaststätte sowieso noch nie profitiert. Dafür aber von netten Bedienungen und guten Preisen.  Bürgermeister Ludwig Bäuerlein  ärgert das. Die Werbung einzustellen,  komme gar nicht infrage. Der Bier-Wanderweg sei das touristische Aushängeschild der Gemeinde. Das Problem sieht der Bürgermeister bei den  Gastwirten. Auf seine Gäste müsse  man sich eben einstellen. Mit Betrunkenen könnten die Gastwirte entlang  des Bierwanderweges schlicht und  einfach nicht umgehen. Vom Engagement der Wirtsleute entlang des Bierwanderweges ist der Bürgermeister  grundsätzlich enttäuscht. “ (Zitat aus dem Artikel zum Beitragsbild).

Man sollte die Menschen anderer Kulturkreise nicht herabsetzen, die sich an einem unserer traditionellen Suff-Feiertage größte Mühe gaben, sich zu integrieren.

Aspekte unserer Leitkultur (I)

„Wir Christen“

„Haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir Christen sind.“ So zitiert heute unsere Lokalzeitung die Bundeskanzlerin.

Dipl.-Geograph Joachim Eicken und Dr. Ansgar Schmitz-Veltin machten in ihrer Studie „Die Entwicklung der Kirchen­mitglieder in Deutschland -Statistische Anmerkungen zu Umfang und Ursachen des Mitgliederrückgangs in den beiden christlichen Volkskirchen“ (2010) deutlich, dass nur noch knapp unter  50 % der deutschen Bevölkerung christlich organisiert sind. Mittlerweile dürften es weniger sein. Ich will mir hier nicht den Kopf der Kirchen zerbrechen, denn ich gehöre zu dem Teil der Bevölkerung, der nicht christlich organisiert ist. Ob die Kirchen deshalb Gotteshäuser oder Jugendbildungsstätten verkaufen müssen oder nicht, haben ihre Mitglieder zu entscheiden.
Die stetig fallende Zahl von Gläubigen, die sich an Wahlen zu den Kirchenvorständen beteiligen, und die magere Zahl derer, die am Sonntag in die Kirche streben, stützt meine Annahme, dass es sich selbst bei der gläubigen Hälfte in den seltensten Fällen um „praktizierende Christen“ handelt. In den meisten Fällen kauft man sich durch die Beiträge Kirchensteuer und Kirchgeld lediglich die Möglichkeit zur Bestellung einer Zeremonienmeisterin für das Begrüßung-in-der-Welt-Ritual (Taufe), den üblichen Initiationsritus (Konfirmation – unschwer zu erkennen, ich wurde protestantisch enkulturiert), einen feierlichen Rahmen für das Eheversprechen und eine würdige Bestattung. Die von staatlicher Seite eher der Kirche ferngehaltenen Menschen der ehemaligen DDR nutzten nach der Wiedervereinigung ihre neu gewonnene Freiheit zur Religionsausübung nicht. Die Ost-West-Wanderung könnte umgekehrt eher dazu beigetragen haben, dass es jetzt selbst in Regensburg und Paderborn ein paar Normen sprengende Nichtchristen gibt. Schließlich hatte man im eigenen Leben die Erfahrung gemacht, dass man auch ohne Pastor „schön“ heiraten kann. Dafür einen Mitgliedsbeitrag in Form der Kirchensteuer zu entrichten, liegt dann nicht so nahe.
Seit langem traf ich auch niemanden mehr, der aus Solidarität gerne Kirchensteuer zahlt, damit soziale und karitative Einrichtungen unterhalten werden können. Mittlerweile wissen die Ignorantesten, dass christliche Kindergärten, Krankenhäuser, häusliche Pflege genau den gleichen marktwirtschaftlichen Regeln unterworfen wurden, wie öffentliche oder private Anbieter und freie Wohlfahrtsverbände. Alle sind dabei fast immer miserable Arbeitgeber.  Diese Entwicklung wurde übrigens von eingetragenen Christen, entweder in der Kirche oder in den christlichen Parteien, nicht nur unterstützt, sondern engagiert vorangetrieben. Auch deshalb haben sozial engagierte Christen, nicht allein die Parteischristen, oft ein echtes  Glaubwürdigkeitsproblem.
Frau Merkel wuchs in einem Pfarrhaushalt auf. Nach 1989 war ihr Weg in eine christliche Parteikarriere weitgehend vorgezeichnet. Ihr entging möglicherweise, dass sie sich in eine eher säkulare denn christliche Gesellschaft begeben hatte.

Bekenntnis

Bekenntnis

entsprechend § 237 des Integrationsgesetzes abzulegen von Personen mit Migrationshintergrund bei Vorliegen einer möglicherweise illegalen Einreise von Vorfahren

Ich spreche frängisch. Dieses schriftliche Bekenntnis habe ich selbstständig unter Verwendung von Microsoft Programmen verfasst. Vor Auswahl der aufgelisteten Inhalte habe ich mich von einem/ einer Integrationsberater/in  (BA, Studiengang Kulturpädagogik, Hochschule Niederrhein) eingehend informieren lassen.

Ich sorge regelmäßig dafür, dass mein Kleiderschrank mir den unauffälligen Besuch von Wagnerfestspielen, Rock am Ring und der Wies´n in der jeweiligen Mode der Saison erlaubt.

Ich versichere, dass ich keine Ausstrahlung von Sendungen mit Helene Fischer versäume, auch nicht den „Eurovision Song Contest“, das „Dschungelcamp“ und „GZSZ“.

Ich gehe täglich um 21:45 nach Ende der Hauptsendezeit der öffentlichen Fernsehsender ins Bett und vermeide es so, mich der Beeinflussung durch Monitor, Panorama, Plus Minus auszusetzen.

Anders als Menschen, die sich als Touristen an meinem Wohnort aufhalten, esse ich kein Schäuferla oder Bratwürste mit Kraut, sondern gehe zum Griechen und zum Italiener, wie es die Einheimischen tun.

Zu Sportschau und Sportstudio trinke ich regelmäßig Bier und esse Chips. Eigene sportliche Betätigung vermeide ich, wo immer möglich.

gezeichnet

Pauline Longchambre