„Rinks und lechts“

Bildquelle: Levin Holtkamp (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Mit Jandl gesprochen sind „rinks und lechts“ unverwechselbar und gleichzeitig leicht zu verwechseln. Diese Begrifflichkeit scheint aktuell immer  unschärfer, diffuser, unklarer zu werden. Eine linke politische Alternative verblasst. Es gibt kaum eine Möglichkeit sich zielgerichtet als Unterstützerin eines Richtungswechsels zu engagieren. Gleichzeitig  wächst Dank Internet die Zahl der sich als „links“ verstehenden Blogs, Portale, Gruppen, Parteien, Initiativen… ins Unermessliche.  Ein Wort eint sie zur Zeit alle:  Rechtsruck. Wie weit trägt diese Einigkeit? Nützt die im öffentlichen Diskurs zunehmende Unschärfe des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit  den Benachteiligten, den Besitzlosen, den Rechtlosen?

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Sachstand 13.07.2015 – Europäische Krise

Stand der Verhandlungen vor dem Abbruch durch Griechenland am 26.06.2015 lt. Pressemitteilung der EU:

Diese Vorschläge wurden in einem Referendum mit einer überzeugenden Mehrheit von fast 62 % durch die griechische Bevölkerung zurückgewiesen.

Den in diesem Katalog enthaltenen Grausamkeiten will Schäuble am 10. Juli noch weitere hinzufügen:

griechenlandWas macht Mensch eigentlich in „Verhandlungen“? 1. Er legt seine Vorstellungen auf den Tisch. 2. Ebenso die `Gegenseite´ 3. Mensch versucht einen Kompromiss zu finden, d. h. eine Lösung, die zwischen beiden Vorstellungen liegt.

Was passiert jedoch seit Amtsantritt der Regierung Tsipras? Mit jeder Zusammenkunft werden die Forderungen der Institutionen und der EU unter dem Druck Deutschlands größer und dreister. In Zusammenhang mit der Vorlage Schäubles, der offen mit einem Grexit droht, zeigt sich nun, dass das von vielen deutschen Medien seit Februar beschworene Bild einer einhelligen Ablehnung griechischer Positionen nicht stimmt. Ein Artikel in der Süddeutschen vom12.07. lässt das deutlich erkennen. In dem Wahn, der ersten europäischen Links-Regierung seit Beginn der Großen Krise 2008, den Garaus machen zu müssen, werden die Positionen der deutschen Regierung von Tag zu Tag hirnrissiger. Die Süddeutsche zitiert Paul Krugmans Kritik mit den Worten “ schiere Rachsucht, in kompletter Zerstörung nationaler Souveränität, ohne Hoffnung auf Abhilfe“…. „Es ist vermutlich als Angebot gedacht, das Griechenland nicht annehmen kann – nichtsdestotrotz ist es ein grotesker Verrat an allem, wofür das europäische Projekt eigentlich stehen sollte“.

Diese Resolution der bayerischen LINKEN findet meine uneingeschränkte Zustimmung.  Hier.

Man lese hierzu auch Wolfgang Lieb auf den Nachdenkseiten: „Zerstörtes Vertrauen“.  Wenn man schon im Feld der Politik ein Wort verwendet, das dem Bereich der persönlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen zugehört: Hätten nicht Griechenland, die griechische Bevölkerung, die griechischen Abgeordneten, die am 10. Juli den Vorschlägen vom 26.06. als Verhandlungsgrundlage zugestimmt haben, allen Grund die Aufrichtigkeit und Berechenbarkeit der Verhandlungspartner in Frage zu stellen?

Brauchbare Gesichtserkennung

In Ihrem Beisein schwätzt jemand über Europa und die Griechen. Fragen Sie freundlich nach, welches Europa gemeint ist, Eurozone, EZB, EU oder die Gegend vom Atlantik bis zum Ural. Der sich daraufhin entfaltende Gesichtsausdruck verrät, ob sich ein Gespräch lohnt.