Faschismus gleich Rassismus?

Bildquelle: https://www.uni-bielefeld.de/ikg/Handout_Fassung_Montag_1212.pdf

Ein Versuch zu den politischen Wirkungen von Abgrenzung, Ausgrenzung und Missachtung

Herrschaft
Herrschaftsfreie Gesellschaften hat es bisher noch nicht gegeben. Ob sie real möglich sind, weiß man nicht, denn auch eine Gesellschaft, in der tatsächlich alle gleichberechtigt in allen nötigen Sachfragen gemeinsam entscheiden wird wahrscheinlich ohne Über- und Unterordnung nicht auskommen. Auch dann wird es wahrscheinlich übergeordnete Interessen und übergeordnete Machtausübung geben, die von unteren Entscheidungsebenen als Herrschaft wahrgenommen wird.
Nach wie vor leben wir in Gesellschaften, in denen die Besitzenden maßgeblich Macht ausüben, in denen ein idealtypisch herrschaftsfreier Diskurs nur sehr eingeschränkt möglich ist.

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Bahnfahren

Nach dem Krieg wurden von der Anti-Hitler Koalition  zwei deutsche Züge auf die Gleise gestellt.
Seit 1982 fährt einer konsequent rechts, beschleunigt seit 1989/90. 1998 wurde das Ausweichgleis endgültig abgerissen und Richtungswechsel sind  nur  noch mit Hilfe einer Drehscheibe möglich. Eingleisig geht´s auch!
Überraschung! Im September 2017 hat das deutsche demokratische Bürgertum bemerkt, dass es nur noch ein Gleis gibt, und der Zug darauf in die falsche Richtung fährt.

„Oh Jammer, oh Not! Die dummen Prolls haben in ihrer Dumpfheit das Ausweichgleis abgerissen. und jetzt passt ihnen die Richtung nicht!  Sie fallen auf nationale und rassistische Argumente herein und weisen diese nicht mit der gebotenen moralischen Integrität und intellektuellen Souveränität zurück.  Sie gefährden „unsere“ Demokratie!“


 

Zu fragen wäre:

Ist die Schuldzuweisung begründet und berechtigt?

Wenn ja – wie könnten die Paarungen der nächsten Runde heißen?

       a) Gute Prolls und libertäre Bürger vs. Finanzkapital? [Die schlechten Prolls
       bleiben auf der Couch vorm Fernseher.]
b) Libertäre Bürger und Finanzkapital vs. alle Prolls? [Nicht völlig ausgeschlossen und könnte noch glimpflich ausgehen]
c) Gute Prolls vs. schlechte Prolls [Libertäre Bürger und
Finanzkapital sitzen auf der Tribüne und reiben sich die
Hände]
d) Gute und schlechte Prolls + Kleinbürger vs. Kapital [wird
als  „Querfront“ denunziert, mit dem Ziel  e) den Weg zu bereiten ]
e) Gute Prolls + soziale und libertäre Bürger + Finanzkapital
vs. schlechte Menschen [Das wäre der einstweilige Sieg eines neuen Faschismus]

„Liebe Linke! Welche Lösung hättet ihr denn gern?“ –
„Eine, wo wir sauber bleiben. Absolut sauber!“

Ich fürchte, das wird Euch nicht beschieden sein. Es könnte  ganz schön quietschen und so mancher wird sich beim Bremsen schmutzig machen.

Abwertung von (Langzeit)Arbeitslosen

Weil gegenwärtig so viel von Rassismus die Rede ist, wenn es gegen Rechts geht, und fast nie von der Abwertung des „arbeitsscheuen Gesindels“, den „Sozialschmarotzern“, dem massenweisen „Missbrauch des Sozialstaats“…  (siehe Projekt Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, IKG, Universität Bielefeld) habe ich mich auf meinen Festplatten auf die Suche gemacht. Ich habe ihn wieder gefunden, meinen Brief an Herrn Schröder aus dem Jahr 2001.

Brief_Schroe_2001_A

Brief_Schroe_Alo_2001_B

Dieser Brief ist vollständig. Er enthielt keine abschließende Grußformel, sondern zum Schluss nur meine Unterschrift. Vielleicht habe ich wegen dieser groben Unhöflichkeit nie eine Eingangsbestätigung des Vorzimmers erhalten – erst Recht keine Antwort.

Um der Illusion der „Kunden“ zu begegnen, es handle sich beim „Arbeitsamt“ um eine Behörde, deren Auftrag es sei, Arbeitslosen Arbeitsplätze zu vermitteln, wurde 2004 die Bundesanstalt für Arbeit umbenannt in Bundesagentur für Arbeit. Wer Schriftsteller, Schauspieler, Musiker o. ä. kennt, weiß was ein „Agent“ ist: Eine, die man mehrmals wöchentlich anrufen muss, um nachzufragen, ob schon jemand nachgefragt hat.