Neue Sündhaftigkeiten

Problemstellung

Ich verweise auf folgende Beiträge von

Ganz aus der gegenwärtigen Welt gefallen ist die Befürchtung nicht, es könnten sich wieder einmal Moralisten durchsetzen, die für widerstrebende, aus dem Rahmen fallende Untermenschen jeglicher Art Umerziehung oder Scheiterhaufen bereithalten. Dazu bedarf es keines Rassismus. Ein guter Glaube, der Glaube an eine genau bestimmbare und bestimmte „Güte“ (Qualität) von Menschen genügt.
Wer Fleisch isst, Auto fährt oder fliegt, wird zum Sünder erklärt, obwohl die Anreicherung oberer Schichten der Atmosphäre mit Treibhausgasen, die eine Abstrahlung der erzeugten Wärme bremsen oder verhindern, stattdessen Wärmestrahlung Richtung Erde zurückwerfen, in ihren Ursachen in vielen Teilen ungeklärt ist. Die zeitliche Koinzidenz mit der globalen Ausweitung industrieller Formen der Produktion lässt die Annahme plausibel erscheinen, dass der Mensch, die von ihm praktizierte Form des Wirtschaftens, daran maßgeblichen Anteil hat. Diese nachvollziehbare Annahme rechtfertigt allerdings nicht das Abgleiten der öffentlichen Sprache in Zuweisungen persönlicher Verantwortung und Schuld, die in Wörtern wie »Klimaleugner«, »Klimasünder« u. ä. zum Ausdruck kommt. Die gegenwärtige Zuweisung faktisch nicht gegebener Verantwortung an die Individuen der Gesellschaften ist in Hinblick auf das dringend nötige, koordinierte gesellschaftliche Handeln kontraproduktiv. Diese Einschätzung wird hier begründet.


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Equal Pay

Letzten Samstag war Equal-Pay-Day. Für viele ist klar, dass es ungleiche Lohnniveaus für die gleiche Arbeit nicht geben soll. Jetzt hat man aber –  mit steigendem Männeranteil in den Pflegeberufen –  entdeckt, dass es wichtige, schwere, verantwortungsvolle, sinnvolle Berufe gibt, in denen auch Mann schlecht bezahlt wird. Das Wort „gleichwertig“ wurde wieder entdeckt. Sogar der Partei DIE LINKE ist es eingefallen.

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In den letzten Jahren mit fallender Vehemenz, man wird ja älter, aber Zeit meines Lebens setze ich mich für gleichen Lohn für alle ein. Alle meint dabei alle, vom Müllwerker bis zum Professor.

Anhand welcher Kriterien wird denn von wem der „Wert“ der Arbeit bestimmt? Auf die Formulierung dieses Slogans kann nur jemand kommen, der grundsätzlich ungleichwertige Beiträge zur gesellschaftlichen Wertschöpfung anerkennt. Jemand dem es wichtig ist, dass der Beitrag des Facharbeiters in der Stammbelegschaft von Audi, VW, BMW schon mehr wert ist, als der einer gebildeten Mutti, die einmal wöchentlich im Kindergarten die Vorlesestunde bestreitet.Der Urheber dieser unsinnigen Forderung merkt nicht, dass er der klassischen Forderung der Herrschenden aufsitzt: „Unterschied muss  sein.“  Braucht der Professor mehr Kalorien? Eine größere Wohnung? Kostet seine Buskarte mehr? Braucht er einen teureren Pullover?

 

Besondere Rechte von Menschen, die …

Es hat sich eingebürgert unterschiedliche Eigenschaften von Menschen nicht mehr klar zu benennen. Man gibt vor, das richte sich gegen Diskriminierung.  Gleichzeitig gibt es seltsamerweise immer mehr besondere, besonders detaillierte, besonders schwer zu verstehende Gesetze zum Schutz kleiner und kleinster Menschengruppen mit jeweils ganz besonderen physischen oder psychischenMerkmalen.

Alle Menschen sind gleich.  Man muss keine Unterschiede erfinden, um  ihren individuellen Bedürfnissen besser gerecht werden zu können. Jeder der müde ist, hat das Recht auf eine Pause – auch ohne amtliche Bestätigung eines besonderen Bedarfs.

Es gab einmal eine Forderung „1 Stunde = 50 Min. + 10 Min. Pause“  für alle in einförmigen Arbeitsabläufen und bei einseitiger körperlicher Belastung.

Zu theoretisch? Beispiele gefällig?

Sie wollten schon immer einmal bei Ihrer Gemeindeverwaltung nachfragen, welchen Sinn allzeit verschlossene WCs haben? Sie selbst finden sehr häufig unterwegs selbst gegen Gebühr keine öffentliche Toilette?  Sollten Sie erstens zum Personenkreis gehören, der es weiß, zweitens unter eines der Merkmale A, B und/oder C fallen, haben Sie drittens die Möglichkeit bei der Behörde XY, die mir leider entfallen ist, gegen Gebühr einen Schlüssel zu bekommen. Dieser Schlüssel erlaubt für amtlich Berechtigte den Zutritt zu der geheimnisvollen, immer verschlossenen Tür mit Überbreite auf der das Piktogramm „Mensch mit Rolli“ klebt.

Ihnen wird mulmig, wenn sie freie Sicht nach unten über 3-4 Stockwerke haben oder gar 30-40 Meter? Nicht einmal die Bahnpolizei kann Ihnen sagen, wo es im Hauptbahnhof Berlin ein Treppenhaus gibt.