Gesundheitsindustrie und medizinischer Fortschritt

Gegenwärtig wird der Kundschaft vorgegaukelt, dass Gesundheit ein handelbares Gut sei, das von wissenschaftlich ausgebildeten Personen mit höchst spezialisiertem Wissen hergestellt wird. Dadurch ist es der Gesundheitsindustrie gelungen, sich eine umfangreiche Kundschaft zu sichern, die jeden quer sitzenden Furz nach einem zu üppigen Essen als zu behandelnde Krankheit gewürdigt wissen will und bereit ist für die Vorbeugung gegen ein solches Ereignis und dessen Behandlung ansehnliche Summen aufzuwenden. Entweder in der Form persönlicher Aufwendungen oder in der Form von Krankenkassen- oder Krankenversicherungsbeiträgen, zumeist beides. Die gesetzlichen Vorschriften für damit zusammenhängende Finanztransfers zwischen Ärzteverbänden, Kassen und Versicherungen und Umverteilungsfonds sind unübersichtlich und den Patienten in aller Regel nicht bekannt. [siehe: „Pathologischer Profit“ von Roberto de Lapuente ]

Die schlichte Tatsache, dass alles Lebendige – also auch der Mensch – störanfällig ist gegenüber äußeren Einflüssen ist seit Jahrtausenden Grundlage der materiellen Existenz von Menschen, denen heilende Kräfte zugeschrieben werden. Glücklicherweise braucht mensch diese Spezialisten eher selten. So gut wie alle Lebewesen verfügen nämlich über die Fähigkeit, Störungen des Wohlbefindens innerhalb einer gewissen Zeitspanne zu überwinden und in einem ansehnlichen Umfang sich selbst zu reparieren. Neben biologischen Abwehrmechanismen hilft die Erfahrung den Menschen herauszufinden, was sie persönlich tun müssen um solchen Befindlichkeitsstörungen entgegen zu wirken. Der eine verträgt keine Milch, die andere keine Himbeeren. Dass beständiger großer Lärm das Gehör dauerhaft schädigt weiß man auch schon länger und stopft sich Watte in die Ohren. Dass schlechtes Wasser zu Durchfällen führt ist auch nicht neu. Lungenschäden durch feinen Staub kennen Bäcker und Bergleute ebenso seit langem. Schützende und heilende Substanzen gehören zum Menschheitswissen. 1 Der eine schwört bei Störfällen auf Pfefferminz- oder Kamillentee, die andere auf Wodka mit Orangensaft. Kindern, die sich beim Laufenlernen oberflächliche Schürfwunden zuziehen, hilft oft schon das tröstende Blasen der Mutter auf die kaum blutende Schürfwunde. Bei leichtem Bluten leistet ein Pflaster gute Dienste.

Dass in vielen Weltgegenden sauberes Trinkwasser fehlt und die Menschen dort deutlich früher sterben als bei uns, interessiert fast niemanden. Im Gegenteil. Nestlé darf den dort lebenden Mitmenschen sogar das Wasser abgraben und bei uns für 2 € + x den halben Liter in luxuriös gestalteten Glasflaschen verkaufen. Das Trinken genau dieser besonderen Wasser mit den ganz seltenen Spurenelementen XYZ vermarkten Nestlé und andere in den entwickelten Zonen als Beitrag zum ewigen Leben. Natürlich nur für diejenigen, die sich ein ewiges Leben leisten können. Die anderen erwartet nach wie vor ein begrenztes.
In den entwickelten Ländern haben sich rund um die rentierlichen Störungen der Befindlichkeit die Gesundheitsindustrie entwickelt und ein wachsender Markt für ganz besondere Lebensmittel, die einem angeblich zu beständiger und lebenslanger Gesundheit verhelfen. Für die meisten Menschen auf der Welt allerdings – nicht allein in Flüchtlingslagern – muss wie seit Jahrtausenden täglich ein Stück Brot mit ein paar Tropfen Öl reichen, eine Schale Reis oder Hülsenfrüchte und gesammelte Beeren, wild wachsendes Gemüse oder Obst. Ca. 7 Millionen Menschen hungern, was der Gesundheit zweifelsfrei äußerst abträglich ist. Auch in den entwickelten Ländern gibt es Menschen, die unter- oder mangelernährt sind. Man übersieht sie gern. Um zu überspielen, dass man kein Interesse daran hat, sie mit dem Nötigsten zu versorgen, unterstellt man ihnen Dummheit und Desinteresse in den Fragen einer gesunden Lebensführung. „Asoziale“ sind eben so.
So viel zur Losung „Jedes Leben zählt“. Diese Redewendung steht – anders als Pandemiepropagandisten vortäuschen – nicht dafür, dass Menschen nach ihrem Tod anderen fehlen werden. Sie benennt unter gegenwärtigen Umständen die Tatsache, dass Menschen nur Profit abwerfen können, so lange sie leben. Ideologisch unverfänglich formuliert: Nur gesunde Menschen können für die anderen nützlich sein. Deshalb musste selbst der Plantagenbesitzer für seine Sklaven hie und da einen Arzt bemühen. Rentabilität und Werterhaltung -darum geht´s der Gesundheitsindustrie. Längere zeitliche Abschnitte in guter körperlicher Verfassung sind dabei ein Nebenprodukt, das billigend in Kauf genommen wird. Man kann das gegenwärtig auch an der Debatte zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit ablesen. Wer länger leidlich gesund lebt, kann länger arbeiten. Wofür und für wen, tut nichts zur Sache. Hauptsache lohnend.

Mit großem Propagandaaufwand ist es gelungen, sehr vielen Menschen einzureden, jegliche Abweichung von einer erfundenen Norm sei eine Krankheit. 2 Auf Grundlage des vorgeblichen wissenschaftlichen Wissens, „richtige“ Frauen wiesen keine Körperbehaarung auf, verkaufen reihenweise Frauenärzt* innen in Deutschland die Igl-Leistung der labormedizinischen Feststellung des Hormonstatus. Ausnahmsweise ist mir in diesem Zusammenhang die gegenderte Version der Berufsbezeichnung wichtig. Es gibt nämlich keinen Hinweis darauf, dass Frauenärztinnen frei sind von persönlichem Streben nach Einkommenszuwachs. 3
Quasi ein Dauerbrenner sind die sinkenden Normwerte für einen behandlungswürdigen Bluthochdruck. Nahezu jährlich gibt es dazu neue, niedrigere, wissenschaftlich begründete Grenzwerte. Die Verkaufszahlen für Blutdrucksenker steigen stetig; auch die für die neuen schlauen Uhren, die auf Knopfdruck Puls und Blutdruck messen, damit sich übermäßig zügig Gehende und aufgeregte Zuschauer am Rande eines Fußballfeldes nicht in Gefahr begeben. Analoge Blutdruckmessgeräte gibt es ab ca. 15 €, digitale etwa ab 11 €. Es ist nämlich (lebens)bedrohlich den zu hohen Blutdruck gar nicht zu bemerken!
Ein ähnlicher Wachstumsmarkt sind Psychopharmaka für Kinder und Jugendliche, deren individuelle Lebhaftigkeit den Unterricht stört. Was den Lehrer stört, muss von Eltern beseitigt werden. Die Eltern suchen auf Anraten der Schulmeister den Kinderarzt auf, weil sie befürchten, anders kämen ihre Sprösslinge nicht aus der Disziplin-Falle heraus.

Ganz selten leiden Menschen unter Krankheiten, die ihre Lebensführung längere Zeit oder sogar dauerhaft spürbar beeinträchtigen, Erscheinungen die nicht wieder vergehen und nicht allein lästig sind, sondern schnell oder über längere Zeitspannen, oft mit schweren Schmerzen verbunden, zum Tod führen können. Für derartig erkrankte Menschen und für diejenigen, die durch einen Unfall Schaden genommen haben, braucht man Ärzte, Krankenhäuser, Medikamente, Hilfsmittel. Es wird aber trotzdem immer Krankheiten geben, bei denen nicht geholfen werden kann, die nicht überwunden werden können. Das sind vermutlich die meisten, denn im Organismus aller hoch entwickelten Säugetiere spielt eine unüberschaubare und undurchsichtige Verflechtung möglicherweise erblicher Dispositionen und erlernten Verhaltens eine große Rolle. Man weiß aber nur in seltenen Fällen welche.
Einen besonderen Stellenwert hat in diesem Zusammenhang das Human Genom Project. Die Forschung versucht, genetisch bedingte Dispositionen zu erkennen, als krank oder gesund einzuordnen und durch geeignete Maßnahmen zu beeinflussen oder zu korrigieren. Sei es durch Zuchtwahl oder genmanipulative Maßnahmen. In Abständen gibt es politische Debatten, die sich mit rechtlichen Fragen in diesem Zusammenhang befassen: Will man Abtreibungen wegen einer durch pränatale Diagnostik entdeckten unguten Disposition erlauben, vielleicht sogar erzwingen? Sollen diesbezügliche Untersuchungen in Deutschland sogenannte Kassenleistung sein? Sollen Eltern dahin gehend beeinflusst werden, diese vornehmen zu lassen, wenn eine als „krank“ definierte genetische Disposition entdeckt wird? Die möglichen Antworten auf solche Fragen, sind ethischer Natur. Ob es in diesen Fragen eine allgemein verbindliche Ethik gibt, oder nur eine persönliche Moral ist bisher eine Glaubensfrage. Wollen wir dazu gesellschaftliche Regelungen? Wenn ja, welche? Ich spreche diese Problematik an, weil sowohl pränatale Diagnostik als auch Wunschkinder sich zu Verkaufsschlagern unter finanziell leistungsfähigen Paaren entwickeln.
Liegt es in gesellschaftlichem Interesse, wissenschaftliche Grundlagen und einen Rechtsrahmen für die Fortpflanzung gleichgeschlechtlicher Paare zu schaffen, so lange nicht weltweit gesichert ist, dass jedes Kind, jedes Neugeborene gleich welcher Disposition unter Bedingungen aufwächst, die eine ausreichende Ernährung, Obdach, Kleidung und Erziehung oder Bildung sicherstellen?

Die Gesundheitsprofiteure sind bestrebt, das menschliche Leben in all seinen Facetten der Manipulation, der Handhabung durch den Menschen zu unterwerfen. Sie bezeichnen dieses Handeln als Folge wissenschaftlichen Fortschritts. Wer ein solches Handeln nicht will, wird des esoterischen oder religiösen Geschwurbels bezichtigt. Dabei wissen wir: Ohne jeden Zweifel ist Leben, das Lebendige aufs engste verzahnt mit unendlich vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten für alle Arten. Kann, soll, muss die menschliche Art Gott spielen und entscheiden, welche Wissenschaft die 100-prozentig richtige ist? Noch dazu in diesem Falle eine Wissenschaft, die in vielen Feldern, z. B. in der Krebsforschung, bisher oft replizierbare Forschungsergebnisse schuldig geblieben ist. 4

Ob wirklich kein Kranker mehr geboren wird und keiner mehr stirbt, wenn alle diese Fragen wissenschaftlich befriedigend gelöst sind?

Stand der Dinge ist:
Dummerweise meinen immer mehr Menschen in den höchst entwickelten Ländern, es gebe nicht allein einen Rechtsanspruch auf das Erreichen der statistischen Lebenserwartung, sondern auch Ärzte und Institutionen, die das nicht nur garantieren könnten, sondern müssten. Erreicht man dieses Lebensalter nicht, müssen Schuldige gefunden werden: persönlich fahrlässig handelnde Ärzte; ein Staat, der den Verkauf von Zuckerwaren, fetten Brotaufstrichen und Fleisch nicht verbietet; zu wenig und mangelhaft ausgebildetes Personal; zu große Entfernungen zu den Gesundheitseinrichtungen; zu wenige Rettungsfahrzeuge
Die hier aufgelisteten Fragen und viele weitere müssten gesellschaftlich, d.h. politisch entschieden werden. Die Regierungen, Verwaltungen und Parlamente sind dazu aktuell weder willens noch in der Lage. Auch nicht das Weltwirtschaftsforum.
So lange die Spezies Mensch offensichtlich nicht fähig ist, im Interesse aller ihren Alltag friedlich bestmöglich zu organisieren, ist von Träumereien abzusehen, die göttliche Kompetenz erfordern. Das haben die Maßnahmen von Staaten und örtlichen Ämtern und ihre Folgen im Rahmen der ersten weltweit ausgerufenen Pandemie hinreichend gezeigt. Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

Tatsache:

Ca. 15 % der Menschen hatten in Deutschland im Jahr 2021 zum Zeitpunkt ihres Todes das Rentenalter von 65 Jahren nicht erreicht.
Ca. 41% der Verstorbenen hatten zum Zeitpunkt ihres Todes die durchschnittliche Lebenserwartung nicht erreicht. Ob und wie man ihnen im Einzelfall ein längeres Leben hätte ermöglichen können, weiß man nicht.

Quelle: Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-

  1. https://www.wissen.de/medizinische-hausmittel-was-schon-die-oma-wusste
  2. https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/warum-koerperbehaarung-bei-frauen-nicht-schlimm-ist
  3. https://www.online-zfa.de/archiv/ausgabe/artikel/zfa-9-2009/46945-103238-zfa20090371-igel-kritisch-betrachtet-hormonspiegelbestimmung-bei-beschwerdefreien-f/
  4. https://www.infosperber.ch/gesundheit/die-krebsforschung-ist-in-erklaerungsnot/

Jedes Leben zählt –

unabweisbare Fürsorge wirtschaftlich effizient gestalten!

„Es gab nur keine deutschlandweite Überlastung des Gesundheitssystems, also keine an allen Stellen gleichzeitig. Aber Patienten mussten von einem Bundesland ins andere Bundesland verlegt werden.“

Lauterbach laut taz

Das ist die logische Folge dessen, dass man aus Profitgründen kleinere Krankenhäuser schließt und die Vorhaltung von Intensivbetten ohne Ekmo (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Extrakorporale_Membranoxygenierung ) vor Ort nicht mehr braucht. Genau dieses war und ist doch die zentrale Aufgabe des Gesundheitsökonomen Lauterbach. Selbstverständlich werden „Wir“ es schaffen, alle Beinbrüche – auch die kaum gesplitterten und nicht offenen – in einem hochspezialisierten Beinbruchkrankenhaus zu behandeln, z. B. an einem zentralen Ort in Mitteleuropa. Da braucht man nur noch ein paar Intensivbetten zur Beobachtung nach seltenen komplizierten, mehrstündigen Operationen an weltläufiger Kundschaft, untergebracht in Hotelsuiten mit ärztlicher Betreuung und Zimmerservice. Speisen vom nächstgelegenen Sternekoch. Alle anderen Patienten schickt man blutig, mit der richtigen Schiene und einem Paar Krücken nachhause. Sie brauchen in der Klinik nicht einmal mehr ein Bett. Der Fahrer des Krankentaxis hilft ihnen in ihre menschenleere Wohnung. Der Rest nennt sich Eigenverantwortung.
Mein Vorschlag für einen solchen zentralen Ort, das habe ich auf der Karte nachgesehen, wäre Rotenburg an der Fulda. Durch den Bau eines mittelprächtigen Flugplatzes fiele ein bisschen was für die örtliche Bauwirtschaft ab. Dort ließe sich wahrscheinlich billiger behandeln: Pflegerinnen, Putzmänner, Ärzt:innen, – einfach alle unvermeidbaren menschlichen Arbeitskräfte wären dort garantiert billiger, diejenigen mit Familie im Baltikum erst recht. Die brauchen nicht einmal eine Wohnung. Zelle mit Bett, Waschgelegenheit und Toilette genügt. Die Miete dafür zieht man ihnen vom Lohn ab. Der Kantinenfraß wird von der Großküche im Münchner Umland (4,5 Mio. Essen täglich) geliefert. Das hält die Investitionskosten überschaubar.
Der Krankentransport wird bei den Krankenkassen anders kontiert als die Ausgaben für die pauschale Vergütung nach Fallkennzeichen. Deshalb kann man in Rotenburg die Kranken und Verunglückten in aller Ruhe genesen lassen, weil die lästigen Störungen durch besorgte Verwandte wegfallen. Deren Anfahrten schaden ohnehin der Umwelt. Todesfälle durch Krankenhauskeime, die Funktionsstörungen unzureichend programmierter und gewarteter Pflegeroboter und Vernachlässigung würden nicht weiter auffallen.
Und wozu das Ganze: Das Wertpapier Patient muss am Leben erhalten werden – denn, wie wir seit „zero covid“ wissen: Jedes Leben zählt.
Natürlich mit gewissen Ausnahmen: Hunger und Krieg müssen als Todesursachen erhalten bleiben. Sonst wäre der wichtigste Industriezweig zum Niedergang verurteilt. [ Weltweit 2.113 Milliarden US-Dollar (etwa 1.956 Milliarden Euro) Rüstungsinvestitionen 2021 lt. SIPRI ]

Zahl und Wissenschaft

Viele Menschen glauben zur Zeit, alles, was als Zahl dargestellt wird oder mit Hilfe von Zahlen als Verlauf dargestellt, sei Wissenschaft. Man hält für wissenschaftlich, was möglicherweise nicht wissenschaftlich ist.
Ob es Sinn macht, täglich, wöchentlich, jährlich erhobene Zahlen in die Öffentlichkeit zu tragen, vielleicht auch noch durch Linien miteinander zu verbinden und als Grundlage für eine Vorhersage heranzuziehen, das muss man prüfen. Vor allem muss geprüft werden, welche Zahlen und/oder Größen tatsächlich in dem behaupteten ursächlichen Zusammenhang stehen. Der sprichwörtliche allgemeine Menschenverstand kann das unter Berücksichtigung der Erfahrung leisten. Dass sich ein Mensch z. B. mit Naschen, Tabak, Alkohol nichts Gutes tut, weiß er auch ohne Expertise.
Auch wenn akademisch ausgebildete Vogelkundler gewissenhaft zählen und auch der verantwortliche Frauenarzt des Kreiskrankenhauses: Schwangerschaften und die Zahl der Storchennester stehen nicht in einem ursächlichen Zusammenhang.

Wissenschaftlich begründetes Regierungshandeln?
Die amtierende Kanzlerin, gelernte Physikerin, warf zu Beginn des Verlaufs dessen, was die WHO Pandemie nennt, das Wort „exponentiell“ in den politischen Raum. Aus welchem Grund? War sie sich darüber nicht im Klaren, dass alle Lebensprozesse – auch die von einzelnen Viren – irgendwann ein Ende haben? Einem jungen Menschen erscheint die Aussicht auf um die 80 Jahre, die gegenwärtig als Leben zu erwarten sind, als endlos. Dem ist aber nicht so. Alle Lebensprozesse haben irgendwann ein Ende. Wenn der Löwe in seinem Raum alle Antilopen gefressen hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Er verhungert. Er nimmt mit kleineren Tieren Vorlieb, oder er riskiert den ungleichen Kampf mit gewichtigeren Tieren. Er wechselt das Umfeld und sucht sich neue Opfer in einem ungewohnten Raum. Alle Seuchen, selbst die Pest, haben bisher immer genug Menschen übrig gelassen, dass es nicht nur weitergehen konnte, sondern die Menschheit mittlerweile auf 8 Mrd. Exemplare angewachsen ist. Dass die Menschen tatsächlich als Gattung untergehen könnten haben sie mit anderen gemein. Sollte dieser Fall eintreten, haben sie ihn selbst mit herbeigeführt. Den Sauriern würde man rückwirkend Selbstverschulden nicht unterstellen.
Entweder ist die Kanzlerin trotz eines Doktor-Titels der Physik ungebildet, oder sie und ihre von der Pharmaindustrie bestochene Entourage wollen mit Hilfe der Erzeugung von Angst ihre Untertanen manipulieren, andere gegenwärtige Probleme verschleiern oder Ziele verfolgen, die sie nicht gerne öffentlich diskutieren wollen. Für jede dieser Annahmen lassen sich Hinweise finden. Nur ein möglichst breit angelegter öffentlicher Diskurs ermöglicht es Menschen, sich Teile der Wirklichkeit zu erschließen, die sich nur als vielfältige Gemengelagen beschreiben lassen. Ein solches diskursives Vorgehen ist grundlegende Voraussetzung wissenschaftlichen Denkens. Etwas kann als richtig gelten, bis es angefochten wird. Das Sammeln von Bestätigungen und Widersprüchen, Einsprüchen führt im Lauf der Zeit zu einer realitätsnahen Einschätzung. Wer abgehobene, womöglich auch noch von den Herrschenden hoch bezahlte Expertise für die Grundlage wissenschaftlichen Denkens hält, liegt falsch.

Wellen und Tote
Wer nicht schwimmen kann, geht nicht weiter ins Meer hinaus, als er sich trotz Wellen fest auf eigenen Beinen halten kann.
Im Bereich Gesundheit sind den Menschen andere Arten von Wellen vertraut. Wer als alter Mensch den Herbst überlebt, den kostet vielleicht das Frühjahr das Leben. Wer beides überstand, hat gute Aussichten den nächsten Winter noch zu erleben und erneut den Enkeln oder Urenkeln beim Spielen im Schnee zuzuschauen. Der Winter ist alljährlich eine gefährliche Zeitspanne für alle, deren Immunsystem wegen Alters – das bedeutet nicht allein definierte Krankheitsbilder, sondern auch vielfältigen körperlichen Verschleiß – auf virale Bedrohungen nicht mehr angemessen reagieren kann. Am Ende des Alterungsvorgangs des Menschen steht zumeist ein Zusammenbruch des Sauerstoffaustauschs, gewährleistet über die Organe Herz und Lunge. Manchmal verursacht durch eine Infektion der Lunge, manchmal durch den Stillstand eines alt und schwach gewordenen Herzens. Die Ursache des Todes ist in aller Regel ein gelebtes Leben, das an sein Ende gekommen ist. Man nennt es natürlichen Tod. In Traueranzeigen ausgedrückt als `sanft entschlafen´, Christen sprechen, glaubensmäßigen Übereinkünften folgend, oft von einem `Heimgehen´.
Die Realität des Todes als unvermeidbare Folge jeglichen Lebens wurde in den entwickelten Gesellschaften aus dem Alltag verbannt, ausgelagert in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Umso leichter lässt sich gegenwärtig gut Politik damit machen, dass man von vulnerablen Menschen höheren Alters spricht, die – Überraschung – in Pflegeeinrichtungen sterben. Wo denn sonst? Bei einem Verkehrsunfall? Durch Ertrinken? Durch einen Sturz von der Haushaltsleiter? Dabei wurden sie doch oft ohne ihre Zustimmung oder Mitwirkung in diese Einrichtungen verbracht.
Vor dem Hintergrund der alljährlichen, den wechselnden Klimabedingungen der Jahreszeiten geschuldeten Wellen des Sterbens, ist es nicht sinnvoll, sich mit Erläuterungen zu beschäftigen, die vortäuschen, es gebe eine bisher unerforschte, extrem bedrohliche, gefährliche Ursache dafür, dass in einer bestimmten Woche 3595 der insgesamt 22900 Toten dieser Woche (=2,2 %) verstarben. Ein solches Vorgehen macht keinen Sinn. Aber wer fragt schon nach Sinn und Zweck, wenn man Zahlen hat. Tonangebend in der nicht hinterfragten Sinngebung ist eine Kanzlerin, die durch erfolgreiche Anpassung an andere politische Bedingungen schon einmal unter Beweis gestellt hat, dass die Frage nach Sinn und Zweck sie nicht interessiert.

Punkt und Linie
Man kann Punkte durch Linien verbinden. Es gibt Malbücher für Grundschulkinder zum Festigen der Zahlenreihe 1 – 100. Wer die abgedruckten Zahlen von 1 bis 100 der Reihe nach richtig verbindet kann in den Linien ein Bild erkennen. Kindgerecht sind das oft z. B. Bären, Schneewittchen, ein Zwerg, ein Vogel oder auch ein Fernsehgerät.
Frau Merkel bezieht sich auf das tägliche Verbinden von Punkten zu einer Linie und liest sie als Darstellung eines ursächlichen Zusammenhhangs. Dabei ist die Angabe der Punkte Ergebnis eines zwar begründeten aber willkürlichen Handelns.

Wenn ich täglich um 0:00 Uhr in meinem Keller alle Äpfel zähle, den Bestand aufschreibe und vergleiche, ob sie mehr oder weniger wurden, erhalte ich keine belastbare Aussage zu folgenden Fragen: Wieviele Äpfel waren um 8:00 da, um 17:00 um 23:55? Gibt es im Haus einen geheimnisvollen Apfelfresser? Habe ich mich verzählt? Wie kommt eine Zunahme der Äpfel zustande, obwohl ich Kellertüre und Fenster verrammelt habe? Wurden versehentlich Boskop, Gloster und Gravensteiner zusammengeschüttet? Wieviele angeschlagene Äpfel wurden im Lauf des Tages aussortiert, damit sie nicht faulen? Ich muss die Äpfel auch gar nicht zählen, wenn ich damit leben kann, dass ich nach Ablauf einer gewissen Zeit voraussichtlich keine mehr habe und überraschend neue kaufen muss.

Hinter den über die tonangebenden Medien täglich verbreiteten Zahlen zur Pandemie liegt kein auf Erkenntnis der Wirklichkeit gerichtetes Tun. Die Behörde, das RKI, veröffentlicht seit dem 03. März 2020 täglich Zahlen, die offensichtlich nicht geeignet sind, Fragen in Bezug auf eine gegenwärtig grassierende schwerwiegende Erkrankung der Atemwege zu beantworten. (= SARS). Wer wie ich die Sinnhaftigkeit dieses Tuns bezweifelt, muss mit der Erfahrung leben, dass die Überzeugungskraft der eigenen Argumente nicht hinreicht, verängstigte Menschenmengen zu beruhigen. Folgte man den dazu vorhandenen psychologischen Ansätzen, bräuchten immer mehr Menschen unter uns eine Angsttherapie, um psychisch gesund aus dem angerichteten Schlammassel herauszukommen. Manchmal reicht mir selbst die persönliche Berücksichtigung dieser psychologischen Ansätze nicht, mich zu beruhigen. Ich ertappe mich dabei, dass ich versuche in meinen Rumpf hineinzuspüren oder zu horchen, ob ich anders schnaufe als sonst, ich noch genug Luft bekomme, ein voller Magen meine Atmung behindert, usw. Wer Ängste verbreitet, die solche Zustände provozieren, der ist nicht an der Gesundheit der Menschen interessiert. Die Behauptung der Regierenden, sie unternähmen alles Menschenmögliche die Gesundheit der Bewohner des deutschen Territoriums zu erhalten, zu schützen, kann man deshalb als gelogen betrachten. Lüge im Wortsinn: wissentlich falsche Aussage.

Die Erfindung der verletzlichen Alten
Es ist entsetzlich! Die in diesem Jahr 2021 erstmalig von destatis veröffentlichten Zahlen zu den Sterbefällen nach Altersjahrgängen offenbart: es sind auffallend viele Alte, die sterben! Möglicherweise auch unter Beteiligung viraler Infekte. Wünschen wir uns die Zeiten zurück, in denen es im Unterschied zu heute normal war, dass die Häfte der lebendgeborenen Kinder vor ihrem 6. Geburtstag starb? Wäre es ein Ausdruck sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit, wenn anteilsmäßig in jeder Altersgruppe zwischen 0 und 9 [10-19; 20 -29; 30 – 39;… ] gleich viele Menschen sterben? Laut destatis waren nur 142.906 der insgesamt 939. 520 Verstorbenen des Jahres 2019 unter 65. Was können wir tun?!


Die gegenwärtig in Zusammenhang mit einem viralen Krankheitserreger propagandistisch zu Schau getragenen mitmenschlichen Gefühle für die Alten könnten Ausdruck eines schlechten Gewissens sein. Unsere Gesellschaft schließt die Alten systematisch aus, damit die Fähigkeiten der Erwerbstätigen wirtschaftlich besser genutzt werden können. Warum sollen die Arbeitsfähigen ihre kostbare Zeit mit Sozialklimbim verzetteln? Deshalb werden alte Menschen in besonderen Einrichtungen untergebracht. Ihr Vorhandensein stört den auf maximale wirtschaftliche Nützlichkeit ausgerichteten Alltag . Soziales Handeln, aktive Fürsorge begrenzt die Rentierlichkeit der Arbeit der Erwerbstätigen. Nach Meinung der Mehrheit soll das nicht sein.
Demnächst werden in den separierten Anstalten Roboter den Alten das Essen bringen. Vielleicht überreichen sie auch den Pflegebdürftigen die Leine eines Hündchens, das sie stundenweise auf dem Schoß halten und streicheln dürfen, weil ihnen der Kontakt zu etwas Warmem, Lebendigen gut tut. Hauptsache man muss keinen Menschen bezahlen, der ihnen gut tut.
Es gibt Gründe dafür, dass es trotzdem viele Menschen gibt, die sich um Alte kümmern, seien es eigene Eltern oder Nachbarn: in deren Haushalt nach dem Rechten sehen, für sie Einkäufe erledigen, beim Putzen und bei der Gartenarbeit helfen, mit ihnen spazierengehen. Diese Helferlein für die Altersgruppe 80+ sind allerdings meistens selbst schon über 60, an die 70, wenn nicht sogar im gleichen Alter und einfach körperlich und geistig noch ein bisschen leistungsfähiger, als diejenigen, die ihrer Unterstützung bedürfen.
Dass man zum Schutz der Alten die Kinder von ihren Freunden fernhält, gemeinsam mit ihren Eltern in zu kleinen Wohnungen einsperrt, nicht mehr in die Schule gehen lässt, sie zunehmender Gewalt in den Familien aussetzt, das hingegen ist ganz normal. Kinder sind gegenwärtig anscheinend nicht verletzlich. Man verlässt sich auf die zumindest theoretisch vorhandene Möglichkeit, dass deren Beschädigungen sich im Lauf der Zeit verwachsen. Sie sterben ja nicht gleich.
Könnte die Entdeckung der besonders verletzlichen Alten etwas damit zu tun haben, dass in Deutschland ca. 36 % der Wahlberechtigten über 60 sind und 2021 eine Reihen von Wahlen ansteht, bei denen sich jetzt schon abzeichnet, dass sie vielleicht nicht stattfinden? Welche Bedingung muss denn erfüllt sein, dass Wahlen stattfinden können oder dürfen? Wahlen bei denen zwar stellvertretend für viele nicht mehr Zurechnungsfähige deren Betreuer Stimmzettel ausfüllen und abgeben dürfen, aber kein einziger Erwachsener mit Kindern stellvertretend für seine Kinder sprechen darf und auch die 16-jährigen nicht für sich selbst.

Alles planbar
Im Unterschied zu anderen Ländern kannte Deutschland `vor Corona´ keine bundesweite behördliche statistische Erfassung der Sterbefälle. Es war deshalb seit März ein leichtes, eine angenommene außergewöhnliche Ursache mit täglich öffentlich gezählten Kranken und Toten zu einer elementaren Bedrohung aller Menschen auszugestalten. Die Frage ist, warum man das tut. Die Überwachung der Atemwegserkrankungen durch das Robert-Koch-Institut [ https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2020_2021/2020-53.pdf ] zeigt für die Zeit seit 2018 nämlich ein anderes Bild.


Wie bedrohlich die Lage tatsächlich ist, ist in viel höherem Maß eine Frage der persönlichen Einschätzung als es uns die täglich mehrfach wiederholten Warnungen der Regierenden vermitteln. Dass man Zahlen benutzt um unterschiedliche Einschätzungen durch die Individuen als unwissenschaftlich zu denunzieren und ihnen autonome Entscheidungen in ihrem Alltag zu verbieten, das macht den Konflikt nicht zu einem Streit zwischen Wissenschaft und Glauben. Auch nicht zu einem Konflikt zwischen Glauben und Aberglauben. Letztere Unterscheidung täuscht die Möglichkeit eines richtigen, eines wahren Glaubens vor und maßt sich ein Urteil über religiöse Empfindungen an, eine Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Religion. Solche Phasen gab es in der menschlichen Geschichte schon des öfteren.
Diese Phasen sind den Menschen in ihrer Gesamtheit nicht gut bekommen, sondern sie führten oft zu gewaltsam ausgetragenen Konflikten. Eine von mir sehr ernst gemeinte Frage an die historisch bewanderten Leserinnen und Leser: Gibt es zuverlässige Zahlen in der Frage wieviele Menschen zwischen 1517 und 1648 in Deutschland ihr Leben gelassen haben? Wieviele von ihnen durften an Altersschwäche sterben? Wieviele Tote hat die Pest verursacht? Wieviele Tote muss man religiös motiviertem und gewaltsam ausgetragenem Streit im persönlichen Umfeld zuschreiben? Der Hexenverfolgung und dem religiös motivierten Verbrennen religiöser und wissenschaftlicher Abweichler? Wieviele Menschen starben infolge der kriegerischen Ausseinandersetzungen zwischen den nach Repräsentation verlangenden Provinzfürsten und dem deutschen Kaiser, von denen fast jeder religiöses Denken zur Erreichung dynastischer Zwecke nutzte?
Die Hoffnung ist irrational, das Leben der Menschen und ihrer Gesellschaften sei planbar, wissenschaftliche Expertise könne in eine stetig steigende Lebenserwartung für alle münden, Krankheit und Tod besiegen. Ein paar geschäftstüchtige Leute verkaufen Wundermittel gegen den Tod – Gott bewahre keine Allheilmittel wie im Mittelater oder im Wilden Westen, denn wir haben eine wissenschaftliche Weltanschauung – sondern Impfstoffe. Andere, ebenso geschäftstüchtige, erzielen ein Einkommen aus Waffenproduktion und im Waffenhandel. Wieder andere verweigern einer zunehmenden Zahl von Menschen ein schützendes Obdach und bauen lieber anschließend leer stehende Büros – weil es sich rechnet und man ihnen diese Form des Erwerbs erlaubt.
Es gelingt gegenwärtig den Herrschenden, den Regierenden und ihren amtlich bestallten Vertretern einen Reibach zu machen, wie selten zuvor – unter dem Vorwand unser aller Gesundheit zu schützen.

Sehen wir´s optimistisch

Ein Schritt nach dem anderen, weiter auf dem Weg in die Gesundheitsdiktatur! Seltsam, dass ausgerechnet in diesem Punkt gegenwärtig niemandem die Nähe zum Faschismus auffällt! Der Fortschritt sorgt für genetisch einwandfreie Menschen! Es lebe der gesunde Volkskörper! Volksschädlinge ab ins Quarantänelager!
Die Aufmerksamkeit wird auf böse Wörter über Menschen mit anderer Hautfarbe und diversem Geschlecht gerichtet. Zum Glück erinnert sich niemand mehr an Eugenik, Impfexperimente, Zwangssterilisation… . Wie auch. Diente ja alles dem medizinischen Fortschritt oder der Wehrfähigkeit. Wir schreiten fort! Vorwärts, die Richtung ist uns egal. Hauptsache gesund. Diesmal, darin liegt der Fortschritt, nicht das Volk, sondern die ganze Welt. Wer gesund oder krank ist, das bestimmen wir. Unsere Grundlagen sind das Gesundheitsempfinden aller Weltbürger und die unangefochtene wissenschaftlichen Expertise wohlbestallter Virologen, Genetiker, Reproduktionsmediziner und Pharmakologen, der obersten Herren von Petrischalen, Reagenzglaskarussells und Elektronenmikroskopen.
Was den obersten 100 der Welt vorschwebt, sind funktionstüchtige, steuerbare Homunculi mit ausgeschaltetem Stammhirn und Großhirn. Man arbeitet daran. Nur eine Frage der Zeit, bis wir auch Muskelfleisch über eingepflanzte Chips in Bewegung setzen können, nicht bloß das Geld an der Supermarktkasse.
Hurra. Wir bekommen eine neue Dienstrasse. Unsere Nachfahren werden keine neue Seite im Stammbuch der Menschheit aufschlagen müssen. Wer Speicherplatz hat, braucht kein Gedächtnis. Hoch der homo optimus mit dem neuen natürlichen Menschenrecht, die suboptimalen zu erschlagen. Wahrscheinlich lebt er auf dem Mars, weil die Erde abgewohnt ist und das Renovieren nicht kostengünstig zu bewerkstelligen war. Wage keiner zu sagen, das sei keine optimistische Perspektive. Wer das nicht für Hoffnung hält, ist ein Auslaufmodell der Spezies, aber dank des Fortschreitens der Wissenschaft zu unser aller Glück gesund.

Wörter mit `be-´

Vergleichende Sprachwissenschaft habe ich nicht gelernt. Es ist also eine ganz subjektive Einschätzung, dass die unter Deutschen beliebten Passivkonstruktionen mit Hilfe von Verben, die mit der Vorsilbe `be´ anfangen die Neigung verstärken, andere `be´-stimmen zu lassen. Ob es sich dabei um eine nationale Mentalität handelt, mögen `Be´-rufenere entscheiden, die sich mit so etwas auskennen. Ich persönlich finde es einfach auffällig.

Die Berufenen einer Behörde, die für die Bearbeitung von Seuchen zuständig ist, bestimmen gegenwärtig, weitgehend frei von rechtlichen Skrupeln oder Überlegungen zur materiellen Richtigkeit, was Mensch im deutschen Alltag zu tun oder zu lassen hat. Sie legitimieren dies mit der Behauptung, sie seien beauftragt mich, Angehörige einer Risikogruppe, zu beschützen. Deshalb werde ich, werden wir, täglich auf allen medialen Kanälen belehrt, hinsichtlich der immensen Bedrohung durch eine globale Seuche, die lt. einer anderen Behörde, der WHO, alle Weltbürgerinnen, Weltbürger und Weltdiverse jeglicher Hautschattierung gleichermaßen betrifft. Die unterschiedlichen materiellen Ausgangslagen verschiedener Teile der Weltbürgerschaft, die möglicherweise zu unterschiedlichen Risiken führen, spielen in dieser Frage keine Rolle, denn außer Geschlecht und Lebensalter gibt es keine Unterscheidungen, die von Bedeutung sind – meinen die amtlich bestallten und von Pharmaunternehmen bezahlten Bewerter der berufenen Behörden.

Stimmt das, was sie behaupten? Was buchstäblich meint, dass diese Beamten, Beauftragten und Behörden, die einzigen seien, die einen Kopf mit Füllung besitzen. Alle anderen laufen hauptlos umher. Wollen wir uns angesichts dieser Lage nicht daran erinnern, dass jeder von uns ein eigenes Haupt trägt, das bei aufrechtem Gang oben ist und mit dessen Hilfe wir uns gegen die Bestimmer, Belehrer und Beschützer wehren können?