Politisch?

1966 ff. habe ich mich nach Kräften bemüht, einen käuflichen militaristischen, autoritären Kumpan von Krauss-Maffei, Faun, Diehl und der industriellen Fleischproduktion zunächst als Landesvater, später als Bundeskanzler zu verhindern.

Ich kann mich 2018 einfach nicht dazu durchringen, mich mit dem Schlachtruf „gegen rechts“ an die Seite derer zu stellen, die sein Erbe angetreten haben und die deutschen Zustände zu „unserer“ Demokratie verklären. Das alles bloß um ihre eigene Herrschaft gegen die Konkurrenz im gleichen politischen Angebotssegment zu behaupten.

Meine Entscheidung mag sich als falsch herausstellen. Mit diesem Risiko glaube ich leben zu können. Ich bleibe dabei: „Rechts“ beginnt nicht mit Gauland, Höcke, Storch und Weidel sondern mit Draghi, Juncker, von der Leyen, Merkel, und Scholz.
Während jede an den Jargon der Nazis anknüpfende Worthülse einen Sturm der Entrüstung auslöst, bereitet Flinten-Uschi  gegenüber Russland praktisch und verbal den präventiven Erstschlag vor. – Und kaum einen scheint´s zu stören.

 

 

 

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Narrative

Es geht eine Sage, wir hätten vor Auschwitz versäumt unsere moderne, demokratische Zivilisation zu schützen. Falsch! Wir haben es nicht geschafft, rechtzeitig eine zu bauen, die wir hätten die unsere nennen können. Da haben wir heute noch einiges vor uns!

Strategien

nicht allein gegen Rechts, Genoss*innen, für Links!

Natürlich kann man  diese Frage  angehen mit inhaltlichen Bezügen auf  Wladimir Iljitsch Uljanow, Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, Lew Dawidowitsch Bronstein, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht,  Ernst Thälmann, August Thalheimer,  von mir aus auch Otto Wels. Hilft  in der gegenwärtigen Situation eine Debatte weiter, die von Folgerungen lebt, die sich aus vielen zitierfähigen Aussagen von Sozialisten und Kommunisten herleiten? Diese Aussagen finden sich meistens in  journalistischen Arbeiten mit Blick auf die damaligen politischen Kräfteverhältnisse, den damaligen Stand der Produktivkräfte und den damaligen Stand dessen, was man als Klassenauseinandersetzung sah.  Geschichte wiederholt sich nicht und es ist für mich mehr als fraglich, ob man „aus Geschichte lernen“ kann. Geschichtskenntnis ermöglicht es, Traditionslinien zu entdecken und die Menschen, Organisationen, Strukturen besser zu verstehen, die ich heute als politische Akteure  wahrnehmen kann. Nach der Lektüre von Wladek Flakins Aufsatz weiß ich ein bisschen mehr über Trotzki, die Geschichte der dritten Internationale und die seinerzeitigen Einschätzungen und Fehleinschätzungen. Helfen mir diese Debatte und die Positionen aus Marx 21 und SAV  heute die aufgeworfene Frage zu klären und zu beantworten, die aktuell die Linke beschäftigt?

Eine von Lassalle stammende und auch von Rosa Luxemburg aufgegriffene Binsenweisheit wäre dabei hilfreicher: “ Alle große politische Action besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“ [zitiert folgend wikiquote: F. Lassalle, Was nun? Zweiter Vortrag über Verfassungswesen. Erstmals gehalten am 17. November 1862 im Mundtschen Saal in der Köpenickerstraße 100 in Berlin-Kreuzberg, Meyer & Zeller Zürich 1863 ]. Das „In-Beton-gießen“ der Überlegungen von Säulenheiligen der Arbeiterbewegung  zur Situation in Deutschland Ende der Zwanziger/Anfang der Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts lässt mich als über Jahrzehnte dezidierte Linke stutzen. Gerade Marxisten wären doch eigentlich diejenigen,  die empirisch begründete und dialektisch entwickelte Lösungen vorschlagen können. „Was würde Trotzki tun?“  wäre damit für mich abgearbeitet. Würde ich mich nicht als Teil der im Artikel bemühten „Volksfront“ begreifen, vielleicht sogar der Einheitsfront, wäre ich nicht einmal in Versuchung gekommen, den unter http://www.neues-deutschland.de/artikel/1008551.was-wuerde-trotzki-tun.html nachzulesenden Beitrag von Wladek Flakin zu lesen.

Kommen wir zum „Rechtsruck“, der im Zentrum der Debatte steht, für viele ohne jeden Zweifel stehen muss. Falsche Wahrnehmung provoziert unklare, falsche Begriffe. Falsche Begriffe in der Fragestellung führen zu falschen Antworten. Deshalb frage ich vorsichtshalber kritisch nach.

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