Videoclip mit Annalena

https://www.rnd.de/politik/frankfurt-erste-ukrainische-gefluchtete-aus-moldau-in-deutschland-angekommen-bd1039f6-f87b-4d94-a10d-4caed27630c5.html

Das ist für mich etwas verwirrend.
Sind das jetzt die ersten 130 aus Moldau? Die ersten in Frankfurt? Die ersten, deren Begrüßung Annalena in ihrem Terminkalender untergebracht hat – selbstverständlich in Absprache mit Reuters? Die ersten, die mit dem Flieger kommen? Vielleicht auch in Absprache mit einem Süßwarenhersteller? Nach den für Fernsehfilme üblichen Regeln müsste zu diesem Clip folgende Information angezeigt werden: Dieser Film wurde finanziert durch Produktplacement.

Viele Menschen sind mit dabei, wenn es darum geht Flüchtlingen zu helfen. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass jemals 2 Minister*innen welche persönlich mit einem Karton Süßwaren empfangen hätten. Weder die Deserteure der Vereinigten Staaten, die zu Zeiten des Vietnamkrieges aus ihren deutschen Garnisonen flohen, noch diejenigen, die vor Pinochet oder den griechischen Obristen flohen.
Rechte stehen – das meint das Wort Gerechtigkeit – allen gleichermaßen zu. Nicht allein den Würdigen. Das wurde schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts vom Verfasser des Sachsenspiegel erkannt. Anders als man vorgibt sind Menschenrechte für die Herrschenden jedoch problemlos unterschiedlich anzuwenden. Es hat sich neuerdings eingebürgert, nur denjenigen Menschenrechte zuzubilligen, die sich ihrer als würdig erweisen.

Wanderungen

2011 wurde mein erster Leserbrief zu der aktuell gerne als „Flüchtlingsproblematik“ bezeichneten Tatsache abgedruckt. 2015 entstand der angehängte Text, der auch diesen Leserbrief wiedergibt. 2018 sind erwartungsgemäß nicht mehr „nur“ 60 Millionen Menschen unterwegs, sondern 68,5 Millionen.
Immer noch gibt es Menschen, die meinen, großen Wanderungen könne man durch Regularien, eine bessere, andere Politik, Zäune und Mauern, Rettungskorridore etc. etwas entgegensetzen.
Vor allem die Zaun- und Mauerbauer seien daran erinnert: Der Limes hat schon den Römern nicht geholfen. Irgenwann standen die Nordlichter, die auf der Suche nach einem Fleckchen waren zum Überleben, vor Rom.

Die Grenzwall-Bauer haben nicht gewonnen. Weder die Erbauer des Limes noch die Erbauer der Großen Mauer, nicht einmal die Erbauer des antifaschistischen Schutzwalls, der ja eher gedacht war, Leute drinnen zu halten als die von draußen abzuwehren. Auch in Sachen Einmauerung der islamischen Bewohner Palästinas ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Obdach – bitte unterschiedslos

Bild: Screenshot aus  http://www.unhcr.org

Stetig vergrößert sich innerhalb der Industriestaaten die Kluft zwischen Reich und Arm. Innerhalb der Länder des globalen Südens ebenso, auch zwischen den Industriestaaten und den sog. Entwicklungsländern. Viele Menschen haben diese Kluft zwischen Arm und Reich von jeher bedauert und versucht sie zu überwinden z. B. durch private Wohltätigkeit und ehrenamtliche Fürsorge. Spätestens seit Marx ist nicht mehr allein die Wohltätigkeit gefordert. Auf dem Feld der Politik bemüht man sich seit dem Erscheinen des »Manifest« um eine Änderung der Verhältnisse, die diese Kluft wachsen lassen.

Die Bereitschaft der Staaten zur Wohltätigkeit – nicht deren Veränderungswille –  drückt sich aus in der Hilfe für alle Flüchtlinge entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, die 1954 auch von Deutschland unterzeichnet wurde.

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Flüchtende

In der gegenwärtigen Debatte der Schlauies in Politik und Verwaltung wäre schon viel gewonnen, brächte man diese dazu, wenigstens einmal einen Flüchtenden im Fernsehkrimi anzuschauen. Flüchtende haben Angst.

Sie denken nicht daran, dass man sie leichter erschießen kann, wenn sie mitten auf der gut beleuchteten Straße geradeaus laufen. Sie werden nicht angezogen von einer Hütte im Wald mit einem wärmenden Feuer und Brot im Ofen. Sie vergessen auch nicht aus purer Böswilligkeit ihre Personalpapiere. Es ist ihnen egal, ob es „Sinn“ macht zu flüchten. Sie machen einen verzweifelten Versuch, sich aus der Situation zu entfernen, die ihnen Angst macht.

Flüchtende sind etwas anderes als Migranten, Aus- oder Einwanderer. Für manche der Hiesigen ist der Unterschied anscheinend nicht fassbar. Nur wer diesen grundlegenden Unterschied endlich zur Kenntnis nimmt, kann menschengerechte Lösungen entwickeln.