Schon wieder wird relativiert!

Ich sehe mich selbst als »Emanze« – nicht als Feministin. Was mich zu politischem Eingreifen treibt, ist die Notwendigkeit der Befreiung von Frauen und Männern, weil sie Gleiche sind. Weder Golda Meir noch Indira Gandhi, Margret Thatcher oder Angela Merkel haben die Menschheit in diesem Sinn weitergebracht. Wir werden Herrschaft und Ausbeutung kein Ende setzen, dadurch, dass wir an die vorhandenen Funktionsstellen herrschsüchtiger Männer herrschsüchtige Frauen setzen. Wir, Frauen und Männer, könnten aber dafür eintreten kollektive Leitungen auf Zeit zu bestimmen. Hätten Menschen daraus einen Vorteil, würde das gegenwärtige Gefüge ökonomischer und gesellschaftlicher Macht aufrechterhalten von Frauen? Meine Antwort darauf ist schon immer ein klares »Nein«.

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Frigga Haug; Der im Gehen erkundete Weg; Argument Verlag 2015

Auf einem ganz anderen Weg, einem eher unwissenschaftlichen, der weniger vorhandenes Schrifttum nutzt als die Möglichkeiten des eigenen Kopfs, bin ich im Rahmen meiner Überlegungen zu Arbeit und Gleichheit zu einer vergleichbaren politischen Perspektive gekommen wie Frigga Haug mit der von ihr entwickelten „Vier-in-einem-Perspektive“. Als mir diese vor ein paar Jahren in Zusammenhang mit Debatten in meinem politischen Umfeld bekannt wurde war ich begeistert!

Diese Perspektive ermöglichte es mir –  einer Frau, die angesichts der unsäglichen feministischen Debatten der 80er Jahre eine große Distanz entwickelt hatte zur neuen, feministischen Bewegung – mich dem oft „Frauenfragen“ genannten Inhaltsbereich wieder zu nähern. Zwischen 1990 und 2008 hatte ich darum einen wirklich weiten Bogen gemacht.

Mit großem Interesse habe ich deshalb dieses Buch gelesen, in dem eine Meisterin kritischen und dialektischen Denkens für sich selbst und andere ihren Weg als Wissenschaftlerin und politisch Engagierte nachzeichnet, den Weg auf dem sie zu dieser Perspektive gekommen ist. An vielen Stellen habe ich Argumente gefunden, die mir helfen, meine eigene, auf einem ganz anderen Weg gewonnene Einsicht und Ansicht zu untermauern, zu belegen; Argumente, die mir helfen, mich in der Auseinandersetzung mit den sozialistischen Patriarchen, sexistischen Sozialisten, den Verfechtern und Verfechterinnen einer ganz anderen, besonderen weiblichen Natur, den Verfechtern und Verfechterinnen einer Befreiung von notwendiger Arbeit … argumentativ besser zu behaupten.

Danke, Frigga, dass Du diese Arbeit gemacht hast. Lesenswert *****

Klimawandel für Frauen

Manche Schwestern arbeiten angesichts der Bedrohung durch extreme Wetterereignisse, Fluten, Hitzewellen, Dürreperioden, Überschwemmungen an der Frage, ob Frauen dabei in besonderem Maß nachteilig betroffen sind. Aus einer weltweiten Perspektive werden 60 Mio. mehr Männer als Frauen betroffen sein, wenn uns die Luft ausgeht. Ist das nun ein Erfolg des Feminismus oder nicht?