Jean Ziegler, Ändere die Welt

Untertitel:  Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen

Die Lektüre hat mich sehr nachdenklich gemacht. Eine materialistische, dialektische Weltsicht bewahrt nicht automatisch vor Eurozentrismus. Der herrschende Begriff von   „Entwicklung“  richtet sich gegen große Teile der Menschheit.

Jean Ziegler räumt gründlich auf mit der Technik- und Wachstumsgläubigkeit, dem Glauben an die Unerschöpflichkeit der Ressourcen und die Grenzenlosigkeit technischer Möglichkeiten, der nicht nur unter den Profiteuren des Kapitalismus weit verbreitet ist, sondern auch unter Marxisten.

Entdeckt habe ich, dass es in meinen Kenntnissen soziologischer Literatur eine ganz großes schwarzes Loch gibt: die anthropologische Schule. Da werde ich mich mal kundig machen müssen.

Ein Muss für alle, die es ärgert, dass immer mehr Menschen hungern. Es liegt eine Perversion darin, dass ein Teil der Welt Reichtum schöpft aus der fortgesetzten Erfindung neuer Bedarfe, statt sich um die Bedürfnisse aller Menschen zu kümmern. Ob „Entwicklung“ (s. o.) darauf die richtige Antwort ist, bleibt zu hinterfragen. Was für eine Entwicklung? Die Überwindung des Kapitalismus ist  eine notwendige, aber leider keine hinreichende Bedingung für ein dauerhaft tragfähiges Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

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