… Ängste ernst nehmen?

Auch heute im Presseclub der ARD wieder mehrfach die Aufforderung,  die Politik müsse Gefühle, vor allem Ängste, ernst nehmen.

Die Dunkelziffer betr. sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen ist hoch. Ich  wage folgende Vermutung: Es werden tagtäglich hinter verschlossenen Türen mehr Frauen durch deutschstämmige Männer ihrer sexuellen Selbstbestimmung beraubt als in einer bestimmten Nacht in der Kölner Öffentlichkeit. Im öffentlichen Raum sind Frauen normalerweise relativ sicher. Gefährlich wird es, sobald sie jemanden in ihre Wohnung lassen! Ängste, Realität? Was wird ernst genommen? Was führt zu Handeln der Polizei? Was führt zu gesetzgeberischem Handeln?

Die Dunkelziffer in Sachen Steuerhinterziehung ist hoch. Angezeigt wird Steuerhinterziehung so gut wie nie. Von Behörden ertappt werden Steuerhinterzieher ganz selten, denn Bücher von Unternehmen werden nur in großen zeitlichen Abständen geprüft.  Es sind hier Geborene, die es vorziehen keine Steuern zu zahlen und gerne jenseits der Landesgrenzen Zuflucht suchen! Einige sind sogar namentlich bekannt. Strafrechtliche Folgen? Habe ich jemanden überhört, der von „einer gefühlten, unerträglichen Schwäche des Rechtsstaats“ spricht, die man unbedingt ernst nehmen muss?

Wird eine Straftat zur Anzeige gebracht, fordert die Polizei Geschädigte auf, einen Verdacht zu äußern, der evt. ermittlungstechnisch von Bedeutung sein könnte. Ich vermute: Menschen, die sich von Fremdartigem leicht verunsichern, ängstigen lassen, werden eher dazu neigen, Verdächtige als Ausländer, Südländer, Nordafrikaner zu beschreiben. Auch wenn es möglicherweise ein dunkelhaariger Däne war oder ein blonder Türke. Die Literatur zur Verlässlichkeit von Zeugen füllt Regalmeter.  Eines ist sachlich auf keinen Fall gerechtfertigt: die bei Anzeigeerstattung ausgesprochenen Verdächtigungen und Täterbeschreibungen zur Grundlage zu machen von statistischen Aussagen über Delinquenz von Nichtdeutschen. Maßgeblich ist nicht das „Bedrohungsgefühl“, sondern die Zahl der ermittelten Straftäter! Rechtsstaatlichkeit genau genommen wäre es eigentlich nur die Nationalität rechtskräftig Verurteilter.

Mir wäre es lieber, Politiker würden der Vernunft Rechnung tragen, nicht gefühlter Unsicherheit. Seit wann trägt es zur Problemlösung bei, irrationale Ängste ernst zu nehmen, statt ihnen entgegenzuwirken. Sprechen Sie mal mit einer Verhaltenstherapeutin. Eines sagt die bestimmt nicht: „Man muss die Angst vor Spinnen ernst nehmen. Der Staat muss Ängstlichen spinnenfreie Wohnungen garantieren!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diskriminierende Merkmale

„Beamte haben mittlerweile zugegeben, dass bei Straftaten von Ausländern vermieden werde, die Nationalität zu nennen, um den fremdenfeindlichen Schwedendemokraten nicht in die Hände zu spielen.“  ( Quelle: http://diekolumnisten.de/2016/01/14/kommunikations-super-gau-koeln )

Ich kann mich gut erinnern an folgenden Skandal: In Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt hatte die Pressestelle der Staatsanwaltschaft den Beruf eines Verhafteten  und später auch Angeklagten öffentlich gemacht. Die Lokalpresse sprach von einem „verdächtigen Zahntechniker“. Eine ganze Innung empörte sich.

Ausländern wird es verübelt, wenn sie es als Diskriminierung empfinden, dass in Zusammenhang mit Straftaten die Nationalität von Verdächtigen angegeben wird. Ihr Empfinden trügt nicht. Es gibt keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Nationalität und Delinquenz. Auch wenn´s manche gerne so hätten. Diejenigen, die es gerne so hätten, als Nationalisten, Rassisten, evt. auch als Islamhasser zu bezeichnen, ist berechtigt.