Andere Wege gehen?

Andere Wege gehen.

Zum zweiten Mal in der neueren europäischen Geschichte kämpfen diejenigen, die von der Gleichheit der Menschen und der Unveräußerlichkeit ihrer gleichen Rechte überzeugt sind, gegen eine sich beschleunigende Rechtsentwicklung.  Es vergeht fast kein Tag an dem mich nicht mehrere Mails erreichen, dass personelle Unterstützung gebraucht wird für die Kundgebung gegen „Pro X“ in Kleinpopelsdorf; die Demo gegen „Rechter Weg“ in Hintermümmelshausen, wo vor kurzem Naziaufkleber gesichtet wurden; das Füllen des Saales für die Lesung eines Buches zu den NSU-Morden in Oberhasenhausen.  Vielleicht machen wir etwas falsch, denn trotzdem werden die braunen Horden mehr, Brandstifter, Gewalttäter gegen jeden, der „anders“ ist, bedrohen tagtäglich mehr Menschen,  zünden ihre Hütten an und bringen sie zu Tode.

Beobachtungen

Die gleichen Menschen, die den Slogan unterschreiben „Fluchtursachen bekämpfen, nicht Flüchtlinge“ gehen in Bezug auf eine sich beschleunigende Rechtsentwicklung jeder Ursachenforschung aus dem Weg, das ist mein Eindruck. Und sie kommen in der Folge natürlich auch zu offensichtlich untauglichen Schlüssen betreffend die eigenen Handlungsstrategien. Die gewohnte Strategie, jede Veranstaltungsankündigung von Nazis, AfD, Statt…, pro… zu parieren mit einer Gegen“aktion“ bei der mindestens 10 Leute wie in der Fabel Hase und Igel ein Schild hoch halten: „Wir sind schon da.“ hat sich über die Jahre als ziemlich wirkungslos erwiesen.

Ich mache den Vorschlag, den Pfad der Erfolglosigkeit zu verlassen und andere Wege zu gehen…  –> weiterlesen  

 

 

Werbeanzeigen

So bitte nicht, Herr Willms.

In den letzten Tagen habe ich mich eingehend mit einem langen Artikel von Thomas Willms auseinandergesetzt, der in „antifa“, dem Magazin der VVN-BdA Jan./Feb. 2016 erschienen ist. Diesen Artikel  finde ich ausgesprochen ärgerlich. Er ist vollständig nachzulesen im Webauftritt der  VVN-BdA .

„lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum

(Ernst Jandl)

Der Autor ist anscheinend der festen Überzeugung, nur andere liefen Gefahr rechts und links zu verwechseln. Ganz bestimmt nicht er, ganz bestimmt nicht die VVN-BdA.

Meine persönliche Art mit ärgerlichen Texten umzugehen, ist sie Abschnitt für Abschnitt durchzugehen und mit meiner Sichtweise zu kontrastieren.

„Grundlage für das Denken der linken und rechten Vereinfacher ist die Fiktion, dass es einen unkompromittierten Satz »alternativen Wissens« geben müsse, der als reine Wahrheit der »Lügenpresse« entgegenzustellen sei. Statt kritischer Nachfrage und Quellenkritik wird unkritisches Nachbeten von Vorurteilen, Mythen, Ressentiments und Feindbildern eingeübt. Die werden jedoch nicht dadurch fortschrittlich, dass sie sich gegen die vorherrschende Meinung richten.“ schreibt Thomas Willms. An diesem, seinem Anspruch, wird er gemessen.

Weiterlesen: –>  Replik_Willms

Ergänzung: Auch anderen ist die merkwürdige neue Richtung der VVN-BdA nicht entgangen, z. B. der Neuen Rheinischen Zeitung