Ein Anschlag auf politische und soziale Rechte

Einschließlich des appellativen Schlusses – den kürzt der Nordbayerische Kurier mir gelegentlich weg – hat mein Lokalblättchen meinen Leserbrief  zum Programm der AfD ungekürzt und mit passender Überschrift und Bildunterschrift abgedruckt.LB_AfD_März16

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Warum wählen sie rechts?

Vor allem in Gegenden mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit wie z. B. Bitterfeld fuhr am vergangenen Wochenende die AfD  Spitzenergebnisse ein. Nicht nur das: Sie schaffte es Wähler zu mobilisieren, die trotz allen Bemühens in den vergangenen Jahren von der LINKEN nicht angesprochen werden konnten, die sich aufs Nichtwählen verlegt hatten.

Mein Aufsatz dazu knüpft an unserem Verständnis von der menschlichen Arbeit an und dem Wunsch fast aller Menschen, zu arbeiten. Die Ausschüttung von Lohnersatzleistungen ist für die meisten keine befriedigende Alternative, selbst wenn die gezahlten Beträge hoch genug wären. Warum ist das so? Warum wählen Menschen rechts, die möglicherweise gar nicht rechts sind, sondern nur eines wollen: existenzsichernde Arbeit.

Meinen Text sehe ich auch als einen Beitrag zur Strategiedebatte der LINKEN. Den von Oskar Lafontaine auf den Nachdenkseiten hergestellten Bezug zur Flüchtlingsproblematik [http://www.nachdenkseiten.de/?p=32210#more-32210] sehe ich nicht. Es ist Zeit, wieder einen Bezug zur Arbeit und den arbeitenden Menschen herzustellen, das Recht auf Arbeit ins Zentrum zu stellen – nicht das Recht auf  bessere Lohnersatzleistungen, das Recht auf Faulheit oder ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Welchen Inhalt müsste eine linke Alternative transportieren, die keine halbseidenen Kompromisse eingeht? Dazu mache ich einen Vorschlag.

Der Wert der Arbeit_fin

Auswandern? Wegen der AfD?

In dem Teil der Social Media, in dem ich mich bewege, mehrt sich – zumindest verbal – nach den Ergebnissen der AfD bei den Landtagswahlen vom letzten Sonntag die Zahl potentieller Auswanderer.

Auswandern würde ich nur, wenn ich überzeugt wäre, es sei woanders besser, wirklich besser, nicht nur graduell hie und da im Detail ein bisschen. Solange Leib und Leben nicht bedroht sind, ist das Reden von Auswanderung hauptsächlich eines: Geschwätz. Ich meine damit Auswanderung, nicht die Übernahme einer Auslandstätigkeit für einen überschaubaren Zeitraum, was natürlich nicht ausschließt, dass man zunächst mal geht und letztlich auch woanders bleibt.

Die Armutsmigranten des 19. Jahrhunderts in die USA sind nicht ausgewandert, weil´s dort besser war, sondern, weil sie zuhause hungerten. Ich wohne in einer Gegend, wo´s schon immer viel Steine gab und wenig Brot. Jeder zweite hat Verwandtschaft in den USA – nicht erst als Folge von Eheschließungen mit Besatzern, sondern als Folge von Auswanderung.

Bei der großen Mehrheit der im Deutschland des 20. Jahrhunderts politisch und rassisch Verfolgten entstand eine Einsicht in die Notwendigkeit räumlicher Veränderung erst mit dem Erleben von unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben – für Millionen zu spät. Viele konnten auf der Grundlage erzwungener Verkäufe (Arisierung) die notwendigen Mittel nicht mehr rechtzeitig aufbringen.

Einige nomadisch lebende Stämme ausgenommen sind Menschen ähnlich sesshaft wie Ameisen. Deswegen sind sie ja „regierbar“. Ohne Not klinkt sich keiner aus.