Tierfreunde

Tierfreunde sind Menschen, die von mir im Alltag erwarten, dass ich ein gutmütiges, sabberndes, haarendes Wesen in Kalbsgröße näher an mich heranlasse als den Kneipengast, der aus der zweiten Reihe an der Theke über meine Schulter sein Weizen holt.
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Ideologische Brille

Wer Linken, die im Ukraine-Konflikt die einseitige Berichterstattung der Kriegstreiber kritisieren, eine ideologische Sichtweise unterstellt, hat noch nicht bemerkt, dass Russland nicht mehr UdSSR heißt.

Geburtstage

Einer nimmt übel, dass ich mein Geburtsdatum nicht öffentlich mache. Warum sollte ich mir wünschen, dass mir Leute zum Geburtstag gratulieren, die noch nie  Zeit hatten, mit mir eine Tasse Kaffee zu trinken?
Ich halte es da wie meine Mutter: Wer mir das ganze Jahr nicht beim Tischdecken und Abspülen hilft, braucht mir am Muttertag auch nichts zu schenken. Persönliche Beziehungen sind keine Eintagsfliegen.

Von den Füßen auf den Kopf

1. Berichten wir von unserem Handeln.

2. Reden wir mal darüber, wie wir von unserem Handeln berichten.
3. Verständigen wir uns doch erst darüber, wie wir über die Berichte von unserem Handeln reden wollen.
4. Ich vergleiche jetzt mal, wie die sich darüber verständigen, wie sie über ihre Berichte reden wollen.
Zwanghaftes Abarbeiten dieser und weiterer denkbarer Reflexionsstufen führt weder zu einer Verbesserung der Handlungsfähigkeit noch zu zweckdienlicher Theoriebildung – nur zu Wortmüll.

Kulturwirtschaft

Eine SPD-regierte Stadt  fördert Absichten, mit Kultur Geld zu verdienen. Das ist die logische Folge einer Wirtschaftsordnung, die jegliche Form der Produktion den Gesetzen des Marktes unterwirft. In einer anderen Denktradition ist der Satz überliefert „Kultur ist wie wir leben und arbeiten“. Dank der Kulturwirtschaft kann heute den Arbeitenden ein marktgängiges Angebot an Freizeitvergnügungen gemacht werden.