Blütenmeer

Es stimmt: Ende April fährt man zwischen Meran und Bozen mit dem Rad durch ein Meer von Apfelblüten. Aber ein Obstgarten ist etwas anderes als ein Hektar Spalierobst mit regelmäßigen Abständen entsprechend der Breite einer Traktorspur und Blüten riechen anders als Pestizid-Aerosol. Lieber in die `Fränkische´.

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Nach dem Urlaub

Mit zunehmendem Alter beginnen Kreise sich zu schließen. H.-J. aus F. pflegt wie ich die sprachliche Kürze in Äußerungen von 1 bis 5 Sätzen. Macht Spaß sich wieder zu treffen. http://www.kommunikation-und-arbeit.de/absatz.html

Folgekosten

Es ist in manchen Bereichen üblich geworden, dem Verursacherprinzip durch Rücknahmegebote für verbrauchte Waren Rechnung zu tragen. Warum aber werden nicht Heckler & Koch, Kraus-Maffei, Diehl oder Sig Sauer zur Finanzierung der Rettung von Flüchtlingen, ihrer Unterbringung und Verpflegung herangezogen? Es sind ihre Produkte, die Menschen dazu zwingen, sich eine andere Heimat zu suchen. Nachdem der Weltfrieden so schnell nicht zu machen ist, sind systemkonforme kurzfristige Lösungen gefragt.

Abwegig

Manchmal blitzt der Gedanke auf, auch ich könnte einmal wie meine Nachbarin an der mexikanischen Pazifikküste Walbabys streicheln, so lange es sie noch gibt. Nicht schlecht, dass ich eine gewisse Scheu vorm Fliegen habe. Das verhindert, dass zur Befriedigung meines Interesses an der Natur das Kohlendioxid  von ca. 750.000 l Kerosin in die Luft geblasen wird. Wildschwein, Luchs, Specht … erreiche ich zu Fuß oder mit dem Rad.

(Schätzung: Verbrauch A 380 auf 9100 km; hin und zurück; Verbrauch pro Passagiernase: ca. 750 l; entspricht ca. 1920 kg Kohlendioxid; Quellen: http://www.fr-online.de/rhein-main/airbus-a380-ein–lauter-spritfresser-,1472796,4477252.html ; nat.-wiss. Tabellenwerke zur Dichte und Verbrennung von Kerosin)

Kapitalismus vs. Klima

In den vergangenen Tagen habe ich das vor kurzem auf Deutsch erschienene Buch „Die Entscheidung – Kapitalismus vs. Klima“ von Naomi Klein gelesen. Danke an diejenigen, die es mir geschenkt haben.

Vielleicht gerade weil N. K. weder Naturwissenschaftlerin noch Ökonomin ist, kann sie dem Zusammenhang zwischen der gegenwärtigen Produktionsweise, den gegenwärtigen Produktionsverhältnissen und der Bedrohung allen Lebens durch den Klimawandel auf die Spur kommen. Diesen Zusammenhang stellt sie mit einer großen Fülle an Detailinformationen und Beispielen her. Fast ein Fünftel der bald 700 Seiten nimmt der Apparat in Anspruch mit Quellenangaben, Personen-  und Sachregister.

Sie hat, so vermute ich, eine Absicht: Die Fronten aufzubrechen zwischen denjenigen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Natur in den Vordergrund stellen und denjenigen, die sich gegen die zunehmende materielle Ungleichheit wenden. Sie kennzeichnet die Ideologie vom grenzenlosen Wachstum und den Mythos von der Beherrschbarkeit der Natur als falsch. Den Bezug zur eigenen Situation herzustellen und sowohl ein verändertes individuelles als auch ein gesellschaftlich-politisches Handeln zu wagen, das durch die Einschränkung der Profitinteressen Schritte macht in Richtung auf  den Erhalt des Lebens, dazu fordert das Buch auf.

Ihr Fazit nach meiner Interpretation: Jeder, der dazu beiträgt –  sei es durch Umweltgesetze oder Bekämpfung des Hungers und der Armut – die Gewinne der Unternehmen der fossil und extraktivistisch ausgerichteten Wirtschaft zu beschneiden, leistet einen Beitrag zum Überleben, zur Regeneration des gefährdeten Lebens auf unserem Planeten. Wer glaubt, das Retten des Auerhahns sei möglich, ohne die Profitinteressen einzuschränken oder  die Ausschüttung der aus dem Extraktivismus resultierenden Gewinne an die Armen werde alles ins Lot bringen, liegt falsch.  Gemeinsam können es die Menschen schaffen, die Sand im Getriebe sind, die Auswirkungen des Klimawandels, besser: des fossilen Wirtschaftens, in den Grenzen zu halten, die den Planeten retten können, den wir bewohnen.

Ein Buch, das gleichermaßen zornig macht, aufklärt, berührt, zum Widerstand ermutigt. Lesenswert mit *****

Minderheitenprogramm im TV

Seit Nov. 2000 arbeitet man, unterstützt von „Börse vor acht“  ( früher „Börse im Ersten“), erfolgreich an der Erzählung , es seien die (Aktien-)Märkte, die maßgeblich sind für meinen persönlichen Wohlstand –  nicht Lohn, Rente, Gesundheitsvorsorge, die Qualität der öffentlichen Daseinsvorsorge und öffentlicher Einrichtungen.

Ca. 6 % der Erwachsenen in Deutschland –  bezieht man Fonds mit ein, vielleicht 10 % – besitzen Aktien. Ist es nicht schön, dass seit bald 15 Jahren wochentags zur besten Sendezeit absolut zuverlässig ein Minderheitenprogramm ausgestrahlt wird?

Wer hat den Schlamassel zu verantworten? – Bestimmt nicht Syriza.

Seit  2001 hat Deutschland gegenüber Griechenland einen Exportüberschuss (Exp. – Imp.) von 58,3  Milliarden EURO erzielt.  49,66 Mrd. des so errechneten griechischen Exportdefizits gegenüber Deutschland entstanden in 10 von 14 Jahren unter Politikern, die den Konservativen zuzurechnen sind (!).

Wer hat unter welcher Regierung die dafür notwendigen Kredite zu Gunsten der deutschen Exportwirtschaft bereitgestellt? Dreimal dürfen Sie raten. Commerzbank, Hypo-Vereinsbank, Deutsche Bank …. seit  10 Jahren innig verbunden mit der gleichen konservativen Kanzlerin, die 2010 gemeinsam mit ihren Freunden in Banken und „Institutionen“ mit dem ESM und dem damit verbundenen Spardiktat [inzwischen nachweislich als gescheitert zu klassifizieren] die beteiligten (deutschen) Banken gerettet hat –  zu Lasten der griechischen Bevölkerung und zu Lasten des deutschen Steuerzahlers.

Das Spiel heißt nicht:

Deutschland vs. Griechenland

Das Spiel heißt:

Banken vs. Bevölkerung

Warum merkt denn das keiner?

Quelle:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/156263/umfrage/aussenhandel-mit-griechenland/