Für eine menschlichere Zukunft

Bild: Wikimedia Commons – File:06718–1905-Orangenpflücker-Brück & Sohn Kunstverlag.jpg

 

Jemand hat in einem sozialen Netzwerk vorgeschlagen, Erdbeeren künftig von Robotern pflücken zu lassen, wenn die Arbeit der Pflücker zu teuer würde. Ähnliche Vorstellungen – allerdings mit umgekehrter Argumentationsabsicht – plagen diejenigen, die befürchten, in Zukunft werde es nicht einmal mehr unterbezahlte Arbeit für Erdbeerpflücker geben, weil Robbies die produktive Arbeit ersetzen. Zwei Aspekte werden sowohl von den technikaffinen Visionären UND denjenigen ausgeblendet, die uns glauben machen wollen, das Bestreben die Lebensbedingungen der Menschen mit Hilfe von Werkzeugen zu erleichtern und zu verbessern, sei ein erst mit der Industrialisierung in Erscheinung getretenes Phänomen.

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Erlösung durch technischen Fortschritt?

Beitragsbild: Johnny5_03.jpg -wikicommons / Roboterfigur aus dem Film „Nr. 5 lebt“

Utopismus vom Kopf auf die Füße gestellt

Seit wann sind eigentlich Art und Menge der in einer Gesellschaft verwendeten Werkzeuge Grundlage der POLITISCHEN Entscheidung, welches Ausmaß an sozialer Sicherheit und welchen Lebensstandard man welchen Menschengruppen zubilligt? Keine der technischen Entwicklungen seit der Entstehung des Ackerbaus hat die Tatsache aus der Welt geschafft, dass – mit wechselnden Anteilen – die einen sich zu Tode schuften und andere frei von Hunger „Kultur“ bilden, bestehend aus Heiligen Schriften, Grabmälern, religiöser Kunst und Palästen, deren Reste wir heute noch bewundern.
Mir fällt kein Grund ein, warum sich das unter den Bedingungen der Industrie 4.0 ändern sollte, wenn wir Menschen es nicht ändern.

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Faschismus gleich Rassismus?

Bildquelle: https://www.uni-bielefeld.de/ikg/Handout_Fassung_Montag_1212.pdf

Ein Versuch zu den politischen Wirkungen von Abgrenzung, Ausgrenzung und Missachtung

Herrschaft
Herrschaftsfreie Gesellschaften hat es bisher noch nicht gegeben. Ob sie real möglich sind, weiß man nicht, denn auch eine Gesellschaft, in der tatsächlich alle gleichberechtigt in allen nötigen Sachfragen gemeinsam entscheiden wird wahrscheinlich ohne Über- und Unterordnung nicht auskommen. Auch dann wird es wahrscheinlich übergeordnete Interessen und übergeordnete Machtausübung geben, die von unteren Entscheidungsebenen als Herrschaft wahrgenommen wird.
Nach wie vor leben wir in Gesellschaften, in denen die Besitzenden maßgeblich Macht ausüben, in denen ein idealtypisch herrschaftsfreier Diskurs nur sehr eingeschränkt möglich ist.

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Stichwort: Nationalismus

In loser Folge widme ich mich sehr offenen Begrifflichkeiten der aktuellen ideologischen Auseinandersetzung.

Der Bezug zu Nation und Nationalstaat wird zunehmend instrumentalisiert, um die existierende Linke zu spalten und zu marginalisieren. Dabei wird unterschlagen,  dass Nation und Nationalismus keine gleichbedeutenden Begriffe sind.

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Stichwort: Internationalismus

Eine seltsame Allianz globalisierungsfreundlicher progressiver Humanisten und antirassistischer Freunde des US-amerikanischen Imperiums versucht gegenwärtig in der öffentlichen Debatte – merkwürdigerweise unterstützt von traditionell als „links“ angesehenen Medien und Organisationen – einen eindimensionalen Gegensatz zu konstruieren zwischen den Begriffen Nationalismus und Internationalismus.

Dabei beziehen sich die Begriffe auf  unterschiediche Aspekte gesellschaftlicher Wirklichkeit. Der eine versucht Beziehungen zwischen Menschen, den von ihnen bewohnten Räumen und ihrer kulturellen Praxis zur Legitimierung territorialer Ansprüche zu benutzen.  Der andere ist Bestandteil einer politischen Praxis, die sich im Interesse der  Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter wendet.  Beiden Konzepten liegen Erfahrungen weitaus längerer historischer Zeiträume  zugrunde, als es die Verengung auf  den  Faschismus und seine Vorgeschichte nahelegt.  Ihrer politischen Instrumentalisierung ist kaum Einhalt zu gebieten, wenn man zeitliche Dimension, materielle Bedingungen menschlicher Existenz  und  ökonomische Interessen nicht in die Betrachtung einbezieht.  Solche Begriffe zu verwenden ohne die historischen,  ökonomischen, gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Entstehung und ihres Bedeutungswandels zu spiegeln, sie als Bedeutungsträger wie  Apfel,  Orange oder Zimt zu behandeln, zeugt von sträflicher politischer Dummheit.

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Neues Reizwort: Sammlungsbewegung

Wieder einmal diskutieren Linke und Mitglieder der LINKEN, Menschen also, die der Überzeugung sind, dass sie selbst »richtig« links sind, ob ein anderer Mensch aus genau dieser Grundmenge noch links ist. Sie gehen dabei davon aus, dass es politisch sinnvoll und wichtig ist, zu entscheiden mit wem man wohin geht, bevor man einen Minimalkonsens erarbeitet hat, welches Ziel auf welchem Weg angestrebt werden soll. Die allerersten Fragen dazu lauten: Gegen welchen Zustand, welche Handlungsweisen, welche ungerechtfertigte Fremdbestimmung will ich mich wehren? Gibt es in meinem Umfeld andere Menschen, die Gleiches als ärgerlich empfinden? Welchen Beitrag kann und will ich dazu leisten, dass dieses »Sich-zur Wehr-setzen« Erfolg hat. Erkannt? Ich bin es, meine Bedürfnisse und Interessen und meine Suche nach Möglichkeiten der Unterstützung durch andere sind Ausgangspunkt alles Politischen. Mein Misstrauen gegenüber Menschen, die nicht von sich und ihren Interessen sprechen, sondern von Gemeinwohl, Werten, Tugenden hat zugenommen, nicht abgenommen, seit ich wie viele Pubertierende angefangen habe, die Welt um mich herum zu meinen Gunsten zu beeinflussen. Wer erwachsen wird, fängt an, das zu versuchen.

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Schon wieder wird relativiert!

Ich sehe mich selbst als »Emanze« – nicht als Feministin. Was mich zu politischem Eingreifen treibt, ist die Notwendigkeit der Befreiung von Frauen und Männern, weil sie Gleiche sind. Weder Golda Meir noch Indira Gandhi, Margret Thatcher oder Angela Merkel haben die Menschheit in diesem Sinn weitergebracht. Wir werden Herrschaft und Ausbeutung kein Ende setzen, dadurch, dass wir an die vorhandenen Funktionsstellen herrschsüchtiger Männer herrschsüchtige Frauen setzen. Wir, Frauen und Männer, könnten aber dafür eintreten kollektive Leitungen auf Zeit zu bestimmen. Hätten Menschen daraus einen Vorteil, würde das gegenwärtige Gefüge ökonomischer und gesellschaftlicher Macht aufrechterhalten von Frauen? Meine Antwort darauf ist schon immer ein klares »Nein«.

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