Rechter Osten?

Beitragsbild: By Bastian Schumacher – Own work, CC BY-SA 4.0, über https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61901149

Es ist unter Menschen mit linkem Anspruch zwischen Rhein und Oder üblich geworden, sogenanntes rechtes Denken vor allem »im Osten« zu verorten. Manche sozialwissenschaftlichen Erklärungsbemühungen basieren auf Prämissen, die dazu führen müssen,  aggressive Ausbrüche in ostdeutschen Städten als Folgen einer ostdeutschen, nach dem 2. Weltkrieg angeblich ungebrochenen totalitären Tradition anzusehen. Ganz schnell wird daraus eine Totalitarismustheorie gestrickt, die links und rechts gleichsetzt und sich inhaltlich auf eines sicher nicht beziehen kann: den europäischen Antifaschismus, der den Mitte der 20er Jahre in Europa heraufziehenden Faschismus, die radikale, autoritäre, menschenfeindliche Umsetzung der sich entwickelnden neoliberalen Wirtschaftsideologie nach Kräften bekämpfte. [siehe 1] Die andere falsche Fährte in der Auseinandersetzung mit der Rechten ist deshalb die simplifizierende Gleichsetzung von Faschismus mit Nationalismus und Rassismus ohne Berücksichtigung treibender ökonomischer Interessen und der materiellen Lagen von Teilen der Bevölkerung .

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Obdach – bitte unterschiedslos

Bild: Screenshot aus  http://www.unhcr.org

Stetig vergrößert sich innerhalb der Industriestaaten die Kluft zwischen Reich und Arm. Innerhalb der Länder des globalen Südens ebenso, auch zwischen den Industriestaaten und den sog. Entwicklungsländern. Viele Menschen haben diese Kluft zwischen Arm und Reich von jeher bedauert und versucht sie zu überwinden z. B. durch private Wohltätigkeit und ehrenamtliche Fürsorge. Spätestens seit Marx ist nicht mehr allein die Wohltätigkeit gefordert. Auf dem Feld der Politik bemüht man sich seit dem Erscheinen des »Manifest« um eine Änderung der Verhältnisse, die diese Kluft wachsen lassen.

Die Bereitschaft der Staaten zur Wohltätigkeit – nicht deren Veränderungswille –  drückt sich aus in der Hilfe für alle Flüchtlinge entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, die 1954 auch von Deutschland unterzeichnet wurde.

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Für eine menschlichere Zukunft

Bild: Wikimedia Commons – File:06718–1905-Orangenpflücker-Brück & Sohn Kunstverlag.jpg

 

Jemand hat in einem sozialen Netzwerk vorgeschlagen, Erdbeeren künftig von Robotern pflücken zu lassen, wenn die Arbeit der Pflücker zu teuer würde. Ähnliche Vorstellungen – allerdings mit umgekehrter Argumentationsabsicht – plagen diejenigen, die befürchten, in Zukunft werde es nicht einmal mehr unterbezahlte Arbeit für Erdbeerpflücker geben, weil Robbies die produktive Arbeit ersetzen. Zwei Aspekte werden sowohl von den technikaffinen Visionären UND denjenigen ausgeblendet, die uns glauben machen wollen, das Bestreben die Lebensbedingungen der Menschen mit Hilfe von Werkzeugen zu erleichtern und zu verbessern, sei ein erst mit der Industrialisierung in Erscheinung getretenes Phänomen.

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Erlösung durch technischen Fortschritt?

Beitragsbild: Johnny5_03.jpg -wikicommons / Roboterfigur aus dem Film „Nr. 5 lebt“

Utopismus vom Kopf auf die Füße gestellt

Seit wann sind eigentlich Art und Menge der in einer Gesellschaft verwendeten Werkzeuge Grundlage der POLITISCHEN Entscheidung, welches Ausmaß an sozialer Sicherheit und welchen Lebensstandard man welchen Menschengruppen zubilligt? Keine der technischen Entwicklungen seit der Entstehung des Ackerbaus hat die Tatsache aus der Welt geschafft, dass – mit wechselnden Anteilen – die einen sich zu Tode schuften und andere frei von Hunger „Kultur“ bilden, bestehend aus Heiligen Schriften, Grabmälern, religiöser Kunst und Palästen, deren Reste wir heute noch bewundern.
Mir fällt kein Grund ein, warum sich das unter den Bedingungen der Industrie 4.0 ändern sollte, wenn wir Menschen es nicht ändern.

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Faschismus gleich Rassismus?

Bildquelle: https://www.uni-bielefeld.de/ikg/Handout_Fassung_Montag_1212.pdf

Ein Versuch zu den politischen Wirkungen von Abgrenzung, Ausgrenzung und Missachtung

Herrschaft
Herrschaftsfreie Gesellschaften hat es bisher noch nicht gegeben. Ob sie real möglich sind, weiß man nicht, denn auch eine Gesellschaft, in der tatsächlich alle gleichberechtigt in allen nötigen Sachfragen gemeinsam entscheiden wird wahrscheinlich ohne Über- und Unterordnung nicht auskommen. Auch dann wird es wahrscheinlich übergeordnete Interessen und übergeordnete Machtausübung geben, die von unteren Entscheidungsebenen als Herrschaft wahrgenommen wird.
Nach wie vor leben wir in Gesellschaften, in denen die Besitzenden maßgeblich Macht ausüben, in denen ein idealtypisch herrschaftsfreier Diskurs nur sehr eingeschränkt möglich ist.

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Stichwort: Nationalismus

In loser Folge widme ich mich sehr offenen Begrifflichkeiten der aktuellen ideologischen Auseinandersetzung.

Der Bezug zu Nation und Nationalstaat wird zunehmend instrumentalisiert, um die existierende Linke zu spalten und zu marginalisieren. Dabei wird unterschlagen,  dass Nation und Nationalismus keine gleichbedeutenden Begriffe sind.

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Stichwort: Internationalismus

Eine seltsame Allianz globalisierungsfreundlicher progressiver Humanisten und antirassistischer Freunde des US-amerikanischen Imperiums versucht gegenwärtig in der öffentlichen Debatte – merkwürdigerweise unterstützt von traditionell als „links“ angesehenen Medien und Organisationen – einen eindimensionalen Gegensatz zu konstruieren zwischen den Begriffen Nationalismus und Internationalismus.

Dabei beziehen sich die Begriffe auf  unterschiediche Aspekte gesellschaftlicher Wirklichkeit. Der eine versucht Beziehungen zwischen Menschen, den von ihnen bewohnten Räumen und ihrer kulturellen Praxis zur Legitimierung territorialer Ansprüche zu benutzen.  Der andere ist Bestandteil einer politischen Praxis, die sich im Interesse der  Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter wendet.  Beiden Konzepten liegen Erfahrungen weitaus längerer historischer Zeiträume  zugrunde, als es die Verengung auf  den  Faschismus und seine Vorgeschichte nahelegt.  Ihrer politischen Instrumentalisierung ist kaum Einhalt zu gebieten, wenn man zeitliche Dimension, materielle Bedingungen menschlicher Existenz  und  ökonomische Interessen nicht in die Betrachtung einbezieht.  Solche Begriffe zu verwenden ohne die historischen,  ökonomischen, gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Entstehung und ihres Bedeutungswandels zu spiegeln, sie als Bedeutungsträger wie  Apfel,  Orange oder Zimt zu behandeln, zeugt von sträflicher politischer Dummheit.

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