Menschlich? Unmenschlich? Mitmenschlich?

 

 

Laut Duden gibt es zum Wort `unmenschlich´ im Deutschen Komparativ und Superlativ. Der Duden kennzeichnet `unmenschlich´ als emotional aufgeladenes Wort. Menschen, die gerne die Wörter „menschlich“ und „unmenschlich“ gebrauchen, neigen nach meiner Beobachtung zu Schwarz-Weiß-Wahrnehmung und zu einem Empörungsmodus, der nicht notwendigerweise in einen Willen zur Veränderung mündet.

Obwohl alljährlich in Deutschland mit geringfügigen Schwankungen ca. 350 – 400 Menschen durch Tötungsdelikte umkommen, stehen vor allem die Anschläge gegen Leib und Leben im Fokus der öffentlichen Debatte, die `politisch´ motiviert sind. Es scheint menschlicher zu sein, einen Mitmenschen aus Eifersucht ums Leben zu bringen als einen politischen Gegner zu ermorden oder im Zustand der Nichtzurechnungsfähigkeit einen Kontrahenten zu Tode zu prügeln.

Unmenschlichkeit trägt vieleZüge. Für manche beginnt sie bei einem zornig gesprochenen „Halt´s Maul!“ als Ausdruck eines Mangels an Einfühlungsvermögen. Sie reicht von Totschlag im Affekt bis hin zu geplanter Tötung aus materieller Gier. `Rechtsstaaten´ genannte Gesellschaften verknüpfen Formen individueller unmenschlicher Praxis mit Begriffen des Strafrechts. Wer sich nicht an das gesetzte Recht hält, gesetzt vom Senat Roms, dem Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation oder von der CSU, der muss bestraft werden.

Offensichtlich lässt sich aber Unmenschlichkeit weder durch das Strafrecht noch durch Verfassungen aus der Welt schaffen. Immer wieder werden Menschen zu Unmenschen. Individuell und kollektiv.

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Inhalte und/oder Personal?

Nach den beiden ersten von 3 Landtagswahlen in sog. „Ost-Ländern“ ist die Partei DIE LINKE auf der Suche nach Ursachen für unerwartete Verluste an Stimmenanteilen. Dazu will ich als ehemaliges Mitglied einen Beitrag leisten. Dabei bemühe ich mich, Inhalte und Personen miteinander zu verknüpfen, denn es ging in den letzten Jahren (seit 2015) wirklich nicht allein um einen „Zickenkrieg“, wie von vielen unterstellt wurde, für die das einheitliche öffentliche Bild einer Partei unerlässliche Voraussetzung politischen Erfolgs ist.

Inhalte und/oder Personal?


Sau oder Soja?

Auch wenn ich mich bemühe, das Thema sachlich aufzubereiten – an den Anfang stelle ich eine klare sarkastische Aussage.

Die Ersetzung der klassischen Eintöpfe mit Hülsenfrüchten und Gemüse durch geräucherte Sojawürstchen an Rucola ist kein Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers.

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Thema: ARBEIT

Vor einigen Tagen habe ich für 20plus1 in Bayreuth ein bisschen von dem zusammengestellt, was mir in Zusammenhang mit diesem Thema wichtig ist.
Wer heute noch, wie ich, Arbeit für etwas sehr Wichtiges hält für das Leben aller Menschen und das Leben der Einzelnen, wird gerne zum Fossil erklärt. Der zukünftige neue Mensch braucht angeblich keine Arbeit mehr, weil alles was er braucht von lernfähigen, sich selbst optimierende Maschinen gemacht wird. Womit wird er die Zeit verbringen, die ihm auf Erden gegeben ist? Wird der medizinische Fortschritt Unsterblichkeit bringen? All diese „Visionen“ sind spekulativ und ich halte sie für Glaubensfragen.
Der zukünftige Mensch wird mit zugebauten Teilen seine Wahrnehmung verbessern und seine Motorik, vielleicht auch das Ende seines Lebens hinauszögern können.
Ob diese Form „Mensch“ genannt werden kann, weiterhin „Mensch“ ist, wird in der Zukunft entschieden – oder auch nicht. Es gibt vielerlei Namen für vorgestellte hybride Lebewesen: homunculus, golem, Frankensteins Monster, Transformers …
Die Menschen, die ich heute kenne haben Gliedmaßen, Rumpf und einen Kopf. Mehr oder weniger zuverlässige Wahrnehmungsorgane, Sexualverhalten, Emotionen, Vorstellungen von der Welt und den anderen Menschen… . Sie sind ungeheuer vielfältig und (noch) nicht in allen ihren Eigenschaften reproduzierbar.
Zum Leben dieser Menschen gehört nach meiner Überzeugung die „Arbeit“.

Wer gegen wen oder was?

Versuch der Neuformulierung eines alten Gegensatzes.

Dieser Text ist zu verstehen als eine Art Zwischenbericht zu meiner Mitarbeit in einer Bewegung, die angeblich nirgends existiert. Es ist auch ein Versuch über Kontinuitäten und Brüche mit Bezugnahme auf die materiellen Grundlagen von Herrschaft und die Anfänge einer neuen Praxis der Veränderung gesellschaftlicher Zustände. Sei es in gelben oder bunten Westen.

Weiße Europäerin oder woman of colour?


In einem Konzert saß am gestrigen Abend ein paar Plätze von mir entfernt eine hellhäutige Frau mit dunklen, krausen Haaren, Frisur im Stil von Angela Davis. Der Unbekannten bin ich zu Dank verpflichtet. Sie hat mich in Sachen »identitätspolitische Ansätze« ein ganzes Stück weitergebracht.

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Wider die Romantisierung von Migration

Über die realen Vorgänge, die zu früheren Zeiten der Menschheitsgeschichte zum genetischen Profil des heute vorhandenen homo sapiens sapiens beigetragen haben, wissen wir so gut wie nichts. Das Ergebnis von Vermischungen verschiedener Teile der Weltbevölkerung, die die Entwicklung der Menschheit begleiteten, die DNA des aktuell vorhandenen Menschen, gibt uns keine Auskunft darüber, in welchen konkreten sozialen Formen und Bezügen diese Vermischungen sich vollzogen1.

1 https://www.mpg.de/7906521/weltkarte_der_vermischung – Vermischung kann genauso Folge der Vergewaltigung der Frauen einer im Konflikt unterlegenen Gemeinschaft sein, wie die Folge der Eheschließung einer eingeheirateten Adelstochter, deren mitgebrachtes Personal Partner unter der ansässigen Bevölkerung fand.

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