Sorglos?

„Wir sind jetzt in einer Phase der Hoffnungen, Gott sei Dank. Aber es kann und darf nicht eine Phase der Sorglosigkeit sein“, vermeldete laut RND Herr Seibert der Bundespressesprecher. 1

Kann es sein, dass ein hochdotierter Journalist nur mehr über eingeschränkte Fähigkeiten im Gebrauch der Muttersprache verfügt? Ist es nicht Aufgabe von Regierungen, Sorgen der Untertanen ernst zu nehmen, Abhilfe zu schaffen, wenn Besorgnis, Sorge die Lebensqualität mindert und die materielle Existenz breiter Teile der Bevölkerung gefährdet? Herr Seibert scheint Sorglosigkeit, Freiheit von Sorgen für unpassend zu halten und verwechselt offensichtlich Sorglosigkeit und Leichtsinn.

Das passt ins allgemeine Bild des Umgangs mit der von der WHO am 13. März 2020 erklärten Pandemie in Deutschland. Nach der seit 2010 geltenden Definition ist dies die weltweite Ausbreitung einer infektiösen Erkrankung ohne Bezug zu Letalität oder Mortalität in Zusammenhang mit einem Erreger.

Die Bewohner Deutschlands haben durch Wohlverhalten in der Produktion und durch Verzicht auf soziale Kontakte, Verzicht auf Lernen und Bildung sowie Verzicht auf Amusement die Gesundheit zu gewährleisten. Eine eher marginale Rolle spielen im Kampf gegen die ausgerufene Pandemie, verbunden mit einem quasi übergesetzlichen Notstand, beengende Wohnverhältnisse für Familien mit Kindern, ebensolche für die Bewohner von Heimen jeglicher Art für Asylsuchende, Menschen mit Handicap oder pflegebedürftige Alte.

https://www.rnd.de/politik/corona-lockerungen-bund-mahnt-vor-sorglosigkeit-GXSGTXNJVG5FHQW4FRASSYBXLU.html, abgefragt am 02.0.3. 17:30

Neue Demokratie?

Wie Demokratie in der neuen Normalität funktioniert, das zeigen die Vorgänge zwischen der letzten Februarwoche und dem aktuellen Beschluss der Videokonferenz mit den Vertretern der Bundesländer. Nach wie vor bleibt unklar, welchem Quell der Weisheit die in Sachen Epidemie vorgetragenen Worte der Kanzlerin entspringen.

Der Beginn:
Pressekonferenz mit Herrn Spahn und Herrn Wieler
Das Kanzleramt verfasst einen Entwurf für die Vierer-Runde vom 02.03.:
Die „Vierer“ sind Frau Angela Merkel, Herr Olaf Scholz, Herr Markus Söder (Bayern), Herr Michael Müller (Land Berlin). Dieser Entwurf wird vorab öffentlich bekannt.
Die Ergebnisse der Bund-Länder-Schalte: Pressekonferenz vom 03.03. und hier.
Die Protokolle der vorgeblich meinungsbildenden und beschlussfassenden Gespräche zwischen Personen, die für diese Mauscheleien wegen ihrer begrenzten Sachkenntnis keinen besonderen Auftrag irgendeines Parlaments haben, sind dem Tagesspiegel zufolge nicht öffentlich zugänglich. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, dass sich nach diesen Treffen immer wieder Ministerpräsidenten melden, die ihre abweichende persönliche Meinung kundtun.

Am o4.03. hat dann der Bundestag das Fortbestehen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite mit allen bisher erteilten Ermächtigungen an Bundes-, Landes- und Kreisbehörden beschlossen. Abgeordnete, die dem zugestimmt haben [siehe namentliche Abstimmung hier] sind in den nächsten möglichen Bundestagswahlen für mich nicht wählbar.
Während des bisherigen Maximums der Sterbefälle an/mit Covid nahm in der 16. Kalenderwoche 2020 für 7,2 0/00 (in Worten: 7 von 1000) die Erkrankung der durch Labors als infiziert bezeichneten Menschen einen tödlichen Verlauf. Ungeklärt ist in vielen dieser Fälle, ob nicht entweder die Therapie der invasiven Beatmung selbst die Todesfälle verursachte oder die schweren Vorerkrankungen, die zur Hospitalisierung führten. Aufschluss geben könnten vermehrte Obduktionen unter dieser Fragestellung.
Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind im Jahr 2020 ca. 0,5 0/00 der Bevölkerung an/mit Covid 19 verstorben, d.h. einer von 2000. Es ist also nicht verwunderlich, dass kaum einer jemanden kennt, der an Covid 19 starb.
Wenigstens die `Süddeutsche´ hat inzwischen gemerkt, dass es vermutlich auch in Deutschland unter den einkommensschwachen Teilen der Bevölkerung, den relativ Armen, eine auffällig erhöhte Sterblichkeit gibt, die man untersuchen müsste. Vorsichtshalber erhebt man jedoch bisher in Deutschland dazu keine Daten, wie es in manchen anderen Ländern selbstverständlich ist. Warum es nur wenige dezidiert linke Stimmen gibt, die sich in dieser Situation für eine sorgfältige gesellschaftliche Güterabwägung einsetzen unter Einbeziehung von Gesichtspunkten wie Gewährleistung von Bildung, Schutz vor häuslicher Gewalt, Sicherung der individuellen Arbeitseinkommen, Arbeitsplatzsicherheit, nachhaltiger Produktion, zuverlässige medizinische Versorgung für alle Kranken … das kann ich nicht verstehen.

Trotz der dargestellten Fakten zur Sterblichkeit hält die Parlamentsmehrheit eine demokratische Kontrolle des angeblich durch die Pandemie erzwungenen Regierungshandelns für überflüssig. Geschädigten und/oder in ihrem Handeln eingeschränkten Bürgerinnen bleibt weiterhin nur der Weg über die Gerichte und die Entscheidung in Einzelfällen. Ein Antrag auf ein mögliches, von Mitgliedern des Bundestages einzuleitendes Normenkontrollverfahren wurde am 29. Januar vom Bundestag mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, obwohl in der Sache zahlreiche kritische Kommentare von Verfassungsrechtlern vorliegen, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind [siehe unten]. Den Linken, Grünen und Liberalen Unterstützern des Regierungshandels war dabei möglicherweise die Abgrenzung von der AfD wichtiger als eine sachlich begründete Neuorientierung des Regierungshandelns. Da ein Großteil der Medien in der Rolle der „Vierten Gewalt“ versagt, ist eine von Bürgern erzwungene Beendigung des Notstandsregimes in naher Zukunft kaum vorstellbar. Die Bewohner deutschen Territoriums werden sich also darauf einrichten müssen, dass bis auf Weiteres die Lage so bleibt:
Jeder, der noch Arbeit hat, darf nötigenfalls das Haus verlassen, um sie am vom Arbeitgeber vorgesehenen Ort auszuüben. Jegliche Form des Ausgleichs durch Zerstreuung oder Amusement in der Freizeit durch öffentliche oder private Kartenrunden, Treffen von Sportfans vor einem Bildschirm, Feste, Rockkonzerte, Dichterlesungen, Uferspaziergänge, Stammtische und Diners, Ausübung von Sport, womöglich der Urlaub im europäischen Ausland bleibt aus epidemiologischen Gründen weiterhin eingeschränkt oder verboten oder muss durch Unterwerfung unter Test- und Impfregeln als Privileg für nachweislich Gesunde erkauft werden. Das Wort `erkauft´ ist dabei nicht bildlich gemeint: Der für die jeweilige Veranstaltungsteilnahme vorgesehene Test zum Nachweis persönlicher Gesundheit muss vorausssichtlich bezahlt werden. Eine Impfung können sich vorläufig freilebende und nicht in Heimen internierte Mitmenschen unter 70 in einem absehbaren Zeitraum – evt. mit finanziellem Nachdruck oder Vitamin B – nur am Rande der Legalität erschleichen. Dabei ist noch ungeklärt, ob und in welchem Umfang die neuartigen Impfungen dann tatsächlich schützen oder nicht sogar bisher unbekannte, unkalkulierbare langfristige Wirkungen auf das Immunsystem haben. Ich persönlich (70) lasse jedenfalls freiwillig und gerne denjenigen den Vortritt, die bereit sind, sich als Versuchsobjekte der Impfstoffproduzenten zur Verfügung zu stellen.

Zu viele Menschen halten den schleichenden Demokratieabbau, die Gewöhnung an den Verlust des öffentlichen Raums, sozialer Beziehungen und die stellenweise Aufhebung der Privatsphäre für berechtigt. Vielleicht weil sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, dessen wissenschaftliche Begründung einzufordern. Die umfassende Kritiklosigkeit hat vielfältige Ursachen. Genannt seien hier die drei, die ich für besonders schwerwiegend halte: Angst, schwere Mängel in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundbildung und die Ersetzung der Fürsorge für Kranke als öffentliche Aufgabe durch einen Gesundheitsmarkt als Teil kapitalistischer Produktion und Reproduktion.
Nicht einmal für den Fall eines inneren oder äußeren Notstandes erlaubt das Grundgesetz die Suspendierung von Grundrechten der Artikel 1-20. Wie die in Artikel 1 angesprochene Menschenwürde zu sichern sei, erläutern die Artikel 2-20. Menschliche Würde ist keine Ideenwolke über den Banalitäten von Versammlungsfreiheit, Berufsfreiheit, allgemeiner Handlungsfreiheit, Schutz der Familie und des Lebens etc. .
Weder die Ausgabe von Millionenbeträgen für Massentests gesunder Menschen noch Sonderzahlungen für bereitgehaltene aber leere Betten an Krankenhauskonzerne haben etwas mit Krankenfürsorge zu tun, sondern sie erhöhen die Profite eines Wirtschaftszweigs, der nur vorgeblich mit der Förderung und Erhaltung menschlicher Gesundheit befasst ist.
Vor allem gesund hält einen nämlich ein glückliches, erfülltes Leben. Ein Leben ohne bedrückende Sorgen um Wohnung, Nahrung, Kleidung. Ergänzend dazu auch eine zu Fuß erreichbare öffentliche, kostenlos zu nutzende Sportstätte oder öffentliche Grünanlage mit gebührenfreien und regelmäßig geputzten Toiletten.
Herrschenden und Mächtigen ist es seit Jahrtausenden völlig egal, ob sich andere Menschen gleich welcher Hautfarbe, gleich welchen Geschlechts, gleich welchen Alters, gleich welcher Sprache zu Tode schuften. Plötzlich kümmern sich hierzulande die politisch aktiven Schwimmbadschließer, Einsparer täglichen Putzens von Unterrichtsräumen und Befürworter des Verfalls öffentlicher Toiletten aus allen Parteien um meine Gesundheit. Sie tun das, indem sie Polizisten damit beschäftigen, Spaziergänger am Verweilen zu hindern und von den Menschen, die sich auf Bergwiesen zu nahe kommen, den Personalausweis verlangen. Sie täuschen damit eine Sorge vor, die ich ihnen einfach nicht abnehme. Vor allem nicht einem korrupten und unfähigen Gesundheitsminister und seinem Zwilling im Geiste, dem Kollegen Verkehrsminister im Rahmen der `Taskforce Testlogistik´.
Noch bin ich entscheidungsfähig. Von den im Auftrag wirtschaftlich interessierter Kreise in den Vordergrund geschobenen Experten muss ich mir nicht einreden lassen, es gebe ein technisch herstellbares, zeitlich unbegrenztes Recht auf Leben, das von AstraZeneca, Pfizer, GlaxoSmithKline, Bayer und Konsorten fürsorglich garantiert wird.

Stimmen von Verfassungsrechtlern:
Prof. Christoph Möllers;
Prof. Thorsten Kingreen;
Lars Brocker;
Prof. Volker Böhme-Neßler;
Prof. Uwe Volkmann
Ferdinand Kirchhof;
Hans-Jürgen Papier;
Prof. Josef Franz Lindner;
und viele andere.

Krankes Volk!

Leider nehmen saisonbedingt die Infektionszahlen ab und eine Übersterblichkeit konnte nicht beobachtet werden. Zur Aufrechterhaltung der Gefahrenlage ist es deshalb zwingend nötig geworden, jeden Gesunden zu einer symptomfreien Person zu erklären, die mehrmals wöchentlich – für bestimmte Zwecke täglich – den Nachweis erbringen muss, dass sie nicht krank ist. Wer sich selbst positiv getestet hat, ist verpflichtet eine 14-tägige Quarantäne einzuhalten.

Weder George Orwell („1984“) noch Ray Bradbury („Fahrenheit 451“), Aldous Huxley („Schöne neue Welt“) oder Roger Waters („The Wall“) konnten sich vorstellen, dass es für die Herrschaft so einfach sein könnte, dafür zu sorgen, dass der brandgefährliche, unzufriedene Pöbel einfach nicht auf die Straße geht, sondern sich im Schutz menschenleerer Straßen zuhause einigelt und Ruhe gibt.

Hinweis: http://www.welt.de/bin/emtwurf_bn-227436195.pdf; geleaktes Dokument des Bundeskanzleramts.

Saubande!

Kennen Sie das auch? Sobald der Vertreter merkt, das sein Argument für die Kapitallebensversicherung nicht überzeugt, sucht er sich ein anderes und lässt das vorhergehende verschwinden.
  • Zuerst konnte man erschrecken mit „Schaut einmal wie schlimm es woanders ist!“ Diese Darstellungweise war politisch nicht durchzuhalten. Jedem Simpl wäre aufgefallen, dass in seinem Dorf, Wohnblock oder Karree jedes Jahr 2 Leute sterben.
  • Dann hat man versucht, so zu tun, als könne keiner jemals wieder gesund werden. Die Infizierten und Toten wurden unaufhaltsam Tag für Tag mehr. Ohne zu erwähnen, dass man auch gesund werden kann, hätte das Kumulieren= jeden Tag einfach draufzählen nicht mehr überzeugt.
  • Sobald die Gefahr bestand, Simpl könne erkennen, dass unterm Strich die Seuche nicht mit der Beulenpest zu vergleichen ist, sondern wie jedes Jahr die alten, von Krankheit geschwächten Nachbarn dahinrafft, musste eine neue Bedrohungslüge her.
  • Wir zählen jetzt nicht mehr die einzelnen Menschen=natürliche, ganze Zahlen, sondern die 100.000-stel Anteile. Da kann man Anstiege sehen! Letztes Jahr sind in Kleinkleckersdorf mit 2000 Einwohnern nicht wie immer an die 30 Leute gestorben, sondern wir sagen kurzerhand: Hätte Kleinkleckersdorf nicht nur 2000 Einwohner sondern 100.000 – dann wären es 1.400 gewesen! Dass der Rausch der großen Zahl wirkt ist nachvollziehbar. Ohne Lohntüte weiß ja keiner mehr, dass eine mit 100 Zehnern drin nur dicker ist und nicht mehr Geld enthält als eine mit 10 Hundertern.

Jeder, der mit Hilfe einer Dreisatzrechnung relativieren kann, wird gegenwärtig zum rücksichtslosen, menschenverachtenden, rundum amoralischen öffentlichen Feind erklärt. Ganz wissenschaftlich natürlich.

Selbsteinschluss – wenn das kein Kampfmittel ist!

Eine Polemik

Eine Polemik

Das Problem
Es spricht vieles dafür, dass der aktuell beobachtete Erreger einer schwerwiegenden Erkrankung der Atemwege mit möglicherweise tödlichem Verlauf, unter den Coronaviren einzureihen ist, die dem allgemeinen Sprachgebrauch nach eine Grippe (Influenza) hervorrufen: Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Husten, Katarrh, bis hin zu Entzündungen der unteren Atemwege, die einen Krankenhausaufenhalt erforderlich machen und manchmal, vor allem bei alten und deshalb immunschwachen Menschen, zum Tod führen.
Durch Viren verursachte Epidemien dieser Art suchen die Menschheit in Abständen heim. Zunehmende Mobilität spielt bei der Verbreitung von Viren eine Rolle. Zu Zeiten von Gehern, Rössern und Reitern zogen sich die Wellen länger hin. Aber schon 1918 konnte das planmäßige Verlagern von Militäreinheiten zum zeitnahen Tod von Millionen kriegsgeschwächten Menschen führen. Ob deshalb das gegenwärtig von der Politik veranlasste Lahmlegen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft als Abwehrmaßnahme sinnvoll ist, zielführend oder kontraproduktiv, kann weder allein von Virologen entschieden werden, noch kann es der moralischen Devise `Jeder Tote ist einer zuviel´ unterworfen werden. Es ergeben sich politische Fragen, die konkret beantwortet werden müssen: Wann und warum sind welche Toten zuviel oder nicht zuviel? Der Aufruf #zero covid beantwortet diese Fragen nicht, scheint sie nicht einmal als politische zur Kenntnis zu nehmen.
Mehr als 3.200 Bundeswehrangehörige kamen seit deren Gründung in Ausübung ihres Dienstes ums Leben. Sind Tote in militärischen Zusammenhängen tragbar, weil uns das die Verteidigung der Freiheit wert sein muss? 70 tödliche Arbeitsunfälle gab es im Jahr 2018 auf Baustellen. Warum werden neue Vorschriften zur Arbeitssicherheit durch die Berufsgenossenschaften erst dann erlassen, wenn genügend Tote angefallen sind? Es gibt nach wie vor tödliche Berufskrankheiten mit oft langwierigen, beschwerlichen, schmerzhaften Verläufen, die in eine Frühverrentung und zum Tod führen. Berufskrankheiten werden nicht einmal kontinuierlich gezählt. Es dauert oft Jahrzehnte bis zum Verbot von Werk- und Arbeitsstoffen, die Krankheiten verursachen.
Welcher Gruppe wollen wir diejenigen zuordnen, die im lockdown beim Aufhängen der gewaschenen Vorhänge während des homeoffice von der Leiter fallen und sich den Hals brechen? Covid? Berufsunfall oder todbringende Hausarbeit? Für den Arbeitsschutz und die dazu gehörigen Daten sind die Berufsgenossenschaften zuständig, die allein von den Arbeitgebern finanziert werden. Eine Anerkennung als Arbeitsunfall dürfte der Vorfall also nicht zur Folge haben.
`Jeder Tote ist einer zuviel´ ist nicht der Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Übereinkunft über den Wert des Lebens, die unabhängig von Interessen, Privilegien, Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe für alle gleich gilt. Warum also ein inhaltsleerer Aufruf und ein Nahziel wie es realitätsferner nicht sein könnte?
Was kann man tun, um die Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen zu verbessern und ihre Gesundheit zu fördern? Ich halte es für ausgeschlossen, dass man diese Fragen mit einer gewissen politischen Berechtigung und Richtigkeit beantworten kann, wenn man sich gleichzeitig umfassend dem unterwirft, was die Herrschenden als Wissenschaft ausgeben. Deren Antworten sind nämlich nicht interessefrei.

Warum sollte ein vor Grippe gerettetes Leben wichtiger, kostbarer sein, als ein vor einem Infarkt gerettetes?
Es kommt nicht von ungefähr, dass in Zusammenhang mit der Pandemie Debatten wieder aus der Versenkung auftauchen, die man für überwunden, abgeschlossen, erledigt hielt. Z. B. die Debatte darüber, ob der Mensch an sich gesund ist und an seinen Krankheiten selbst schuld. Die Debatte darüber, was ein Staat tun kann, darf, soll um die Volksgesundheit zu schützen wird von neuem gestellt. Merkwürdigerweise werden diejenigen auf der rechten Seite einsortiert, die dem Staat ein ausuferndes Schutzrecht nicht zugestehen wollen. Kommt manchen Lesern das Stichwort Volksgesundheit irgendwie bekannt vor? Mit Bezug auf die von den Herrschenden definierte Gesundheit wurden Erbkranke genauso umgebracht wie psychisch beeinträchtigte, sog. Asoziale, Arbeitsscheue, Berufsverbrecher. Gnadenlose Ärzte führten im 19./20. Jahrhundert in Afrika im Interesse der Volksgesundheit der Weißen Versuche an Menschen durch, die man als minderwertig betrachtete. Eine Medizingeschichte, die das alles unter den Tisch fallen lässt und jeden Weißkittel als geistig überlegenen Menschenfreund ansieht, gibt kein vollständiges Bild des Fachs.

Wird Armut beseitigt, wenn an einer bestimmten Krankheit keiner stirbt?
Wer wird warum Opfer einer Krankheit? Wenn einer selbst schuld ist, muss man ihm da helfen? Muss ihm geholfen werden, wenn er sich gar nicht krank fühlt, ob er will oder nicht? Wer entscheidet darüber? Der Mensch selbst, die Regierenden und die staatliche Verwaltung oder die Pillendreher? Ist Krankheit strafwürdig? Man muss Menschen keiner Rasse zuordnen um ihre Vernichtung durch Zwangsarbeit aus Gründen der Hygiene in Betracht zu ziehen. Die Eugenik hat schon eine längere Tradition und die Vorstellung, erbgesunde Menschen züchten zu können, bestimmte schon im 19. Jahrhundert Teile der medizinischen Forschung. Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang die Zwangssterilisation von Menschen, die möglicherweise Erbanlagen haben, die ihren Nachkommen das Leben schwer machen können. Das so menschenfreundliche Human Genom Project, vorangetrieben von der Bill & Melinda Gates-Stiftung ist dieser Denktradition verpflichtet. Kranke Menschen soll es aus dieser Sicht nicht mehr geben und zuviele werden sollen es auch nicht. Auch Elon Musk, übrigens ein überzeugter Nicht-Maskenträger, ist ein Vertreter dieser Vorstellung von der Zukunft der Menschen. Da tut man sich schon schwer zu entscheiden, wer ein Guter ist und wer ein Böser.

Viren sind ständige Begleiter aller höher entwickelten Lebensformen.
Es wird Virologen, Impfspezialisten und Pharmazeuten nicht gelingen, die vor allem im Winter durch unterschiedliche Erreger hervorgerufenen Infekte menschlicher Atemwege abzuschaffen. Die Frage welche reale Gestalt die sicher mehrfach mutierten Erreger der weltweit grassierenden Spanischen Grippe genau hatten, ist nicht mehr zu beantworten. Jegliches Virus, das seitdem auftaucht und ähnliche Erkrankungen hervorgerufen hat, wird beschrieben als aktuelle Ausgabe einer Virus-Familie, deren Exemplare sich wie andere Viren laufend verändern, der Viren der Coronafamilie, die – wenn sie Menschen befallen – häufig zu Erkrankungen der unteren Atemwege führen. Manchmal treffen sie die Menschen härter, manchmal weniger hart.
Ist es sinnvoll angesichts dieser Lage eine Politik durchsetzen zu wollen – Politik gemeint als gesellschaftliche Beschlussfassung zu konkreten Fragestellungen – die in großem Umfang Lieferketten unterbricht, Ver- und Entsorgung massiv beeinträchtigt, Bildung erschwert, die Entwicklung von Kindern massiv beeinträchtigt und genau dadurch in Deutschland, Europa und weltweit gerade die Ärmsten der Armen am härtesten trifft? Kann Stillstand in Europa produktiv sein und die Verbesserung der Zustände in der Organisation und Ausstattung der Gesundheitsfürsorge oder in Sachen Pharmaindustrie erzwingen oder gar eine Gesellschaft der Mitmenschlichen und Gleichen herbeiführen – ganz ohne Heugabeln, ohne die Straße, nur mit Smartphone und virtueller Meinungsäußerung? Diese der Kampagne ZeroCovid zugrunde liegende Annahme teile ich nicht.
Wieder einmal wendet sich die Morallinke einem Thema zu, das geeignet ist die Lebensbedingungen der Armen weltweit zu verschlechtern, in einer Größenordnung, die noch nicht absehbar ist. Hurra! Wir schmieden ein Bündnis! Keines der Klasse, keines der Armen gegen die Reichen, sondern eines der Wohlmeinenden! Weil wir uns ängstigen. Das ist es, was eint. Nicht die Wissenschaft und auch nicht, was man seit der Französischen Revolution als links bezeichnet. Fragen nach der Berechtigung dieser Angst können wir uns sparen. Von zentraler Bedeutung sind die Ängste großer Teile der Bevölkerung. Es gibt anscheinend nicht das Geringste einzuwenden gegen Mächtige, gegen Herrschende, die diese Angst gegen die Freiheit und individuelle Autonomie ausspielen. Die Toten von Kriegen: Covid 19: mit Stand heute 2.057.050 Tote weltweit, Tote im 2. Weltkrieg : 1939 – 1945: min. 53.085.456, das 25-fache der weltweiten bisher gezählten Covidtoten. Die früheren, laufenden und geplanten Kriege scheinen im Vergleich zu Spikey Covid harmlos zu sein.
Relativieren im Rahmen politischer Entscheidungen ist seit geraumer Zeit politisch-moralisch verboten. Trotzdem zählen anscheinend die bisher 233.000 Toten des Krieges im Jemen nicht, für diejenigen, die den Nachbarn rotzen hören und unmittelbar damit die Vorstellung verbinden, sie seien des Todes, sobald sie ihm im Treppenhaus begegnen. Seit wann sind irrationale Ängste ein wirksames Mittel bei der Verbesserung der Zustände dieser Welt, unter denen die Armen zu leben gezwungen sind?

Welchen Inhalt hat das Wort gerettet?
„Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet“? Wird dadurch das Erreichen des 90. Geburtstags gewährleistet? Darf niemandem mehr die Entscheidung darüber überlassen werden, ob er sich lieber das Leben schön säuft, als es murrend und mosernd zu ertragen? Vielleicht wird der 90. ohne Bier und Wein wahrscheinlicher, aber doch nicht garantiert. Ist es wirklich ein Rettungsversuch, wenn eine vermeintlich wissenschaftliche Medizin Menschen nach 2 Jahren Koma sterben lässt oder nach 6 Wochen invasiver Beatmung? Wobei bei letzterem nicht einmal klar ist, ob nicht die Therapie den Tod herbeiführt. Fortschritt? Ist das nicht dem Individuum zu überlassen, ob es solcherart gerettet werden will? Nebenbei in diesem Zusammenhang: Auch Motorradfahrer unter 60 sollten über eine Patientenverfügung nachdenken.
Nach Unfällen, Brandkatstrophen, Fluten, Explosionen, Erdbeben u. a. überraschenden Ereignissen tun Helfer ihr Möglichstes. Immer – nicht erst seit Covid – müssen sie damit leben, dass ihr Möglichstes evt. nicht reicht. Ein Nichtschwimmer wird dem Ertrinkenden nicht helfen können. Wer sich nicht traut zu helfen, weil der letzte Erste-Hilfe-Kurs 40 Jahre zurückliegt, auch nicht. Beide müssen angesichts des Menschen, der da tot neben dem Wasser liegt, evt. nicht verbrannt ist, aber trotzdem tot, mit der Erfahrung leben, dass sie nicht helfen konnten. Getreu den Werbespots der Bundesregierung kann sich jedoch gegenwärtig jeder als Held fühlen, der im Sessel sitzt. Der Vater eines persönlichen Freundes opferte, so wurde mir von seinem Sohn erzählt, sein Leben im Klassenkampf. Er holte sich eine Lungenentzündung beim Streikpostenstehen in herbstlicher Kälte, bei Regen, in nassen Schuhen und einer durchgeweichten Jacke. Ist es nicht schön, dass Heldentum jetzt einfacher zu haben ist, als in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts und bessere Zustände durch virtuelle Kommunikation und Heimtrainer erzwungen werden?

Wem ist damit gedient, dass Menschen durch andere zu Kranken erklärt werden?
In den den meisten Fällen haben per Test ermittelte Infizierte nicht einmal einen leichten Husten oder eine fortwährend laufende Nase und kein Fieber. Stichwort: symptomfrei positiv getestet. Schon vor einger Zeit habe ich die Frage aufgeworfen, welchen Sinn dieses Vorgehen hat. Was wird dadurch gestoppt oder verhindert – doch nicht Krankheit und Schmerzen. Man soll es nicht für möglich halten: Es gibt zu Zeiten der Pandemie Menschen, die tatsächlich wochen- und monatelang ohne Covid Schmerzen leiden müssen. Nicht allein, weil sie sich entscheiden vorsichtshalber nicht zum Arzt zu gehen, sondern weil ihnen der Arzt nicht weiterhelfen kann: Empfohlene, nötige Termine, z. T. schon vereinbarte Termine im Krankenhaus werden zurückgestellt, weil anderen Menschen, denen eine bestimmte Diagnose gestellt wurde, selbst ohne Schnupfen, Heiserkeit und Fieber, der Tod droht? Diagnose und Behandlung real kranker Menschen werden zurückgestellt, weil sie im selben Jahr 2020, 21 ff. die falsche Krankheit haben. Man hält Intensivbetten frei für Covidkranke, während man kontinuierlich Krankenhäuser mit Intensivbetten schließt, weil sie nicht rentierlich sind. Was kann man da tun? Die Antwort von ZeroCovid: Solidarisches Zuhausebleiben wird die Welt verändern. Jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass die Welt zugesch… wird mit Selfies, die einen zuhause auf der Couch zeigen – natürlich nicht ohne ein schwarz-weißes Banner im Hintergrund. Das unterscheidet einen von dem Pöbel, der wegen Arbeitslosigkeit schon seit Jahren auf der Couch sitzen muss und sich mit RTL 2 und Flaschenbier die Zeit vertreiben.

Solidarische Nation, solidarisches Europa, solidarische Welt?
Angesichts der Tatsache, dass – in Kenntnis der Folgen – Krankenhauskapazitäten und das dazu gehörige Personal seit Jahrzehnten zurückgefahren wurden, ersetzt die Morallinke den notwendigen Aufstand gegen die stetig fortschreitende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich durch solidarisches Zuhausebleiben – so lange bis kein Sars-Cov-2 mehr entdeckt wird? Seit Jahren wird gegen Grippe geimpft. Müssten nicht A(H3N2), A(H1N1),A(H1N1)pdm09, B(Yamagata) B(Victoria) schon längst verschwunden sein? Warum redet zerocovid in diesem Zusammenhang eigentlich nur von einem solidarischen Europa? Jetzt auf einmal kann einem der Rest der Welt egal sein? Die Morallinke verbindet mit weiterer, Monate dauernder Einschränkung von Produktion und Diensten die Hoffnung am Ende dieses ermüdenden und gefährlichen Weges werde eine menschlichere Welt stehen, wahrscheinlich gestaltet von ausnahmslos wohlmeinenden Fachleuten digital gesteuerten Fortschreitens. Wo bleibt die Vernunft? Im Vergleich zu zerocovid hatte die Hoffnung auf die Weltrevolution einen gewissen Realitätsbezug. Wenigstens ging oder geht sie nicht von der hirnrissigen Annahme aus, die Profiteure der herrschenden Zustände seien die Freunde der Armen. Nichts, gar nichts gelernt aus den Zeiten der Queen Victoria und der damals üblichen, durchsetzbaren Form der Nächstenliebe in den Armenhäusern. Anscheinend haben die Anhänger der neuen Nichtbewegung trotz erlebten Einschlusses in den erst kurz zurückliegenden Weihnachtstagen die alljährliche Portion von Dickens-Verfilmungen im Fernsehen verpasst.

Menschenleere Solidarität
Es ist eine seltsam menschenleere Solidarität, die sich entfaltet, wenn wir alle zuhause bleiben. Woher Tofu und Seitan kommen und der B12-Spender Avocado, wenn alle zuhause bleiben erschließt sich dem Leser der vorgetragenen, vorgeblich linken Alternative nicht. Sind anständige Linke heute Prepper? Dabei soll man doch nicht hamstern! Werden Bio-Mehl und Bio-Nudeln nur dafür eingelagert, dass man anderen helfen kann, die auch zuhause bleiben dürfen, sollen, müssen? Ich habe den Verdacht, dass hier Geistwesen unterwegs sind, die alle Weltmeister sind im Verdrängen der Tatsache, dass Menschen zur Aufrechterhaltung der Lebensprozesse reale Stoffe, materielle Substanz brauchen. Wo bekommen sie die denn her, wenn sie nicht schon seit 2019 Genossen einer 50-köpfigen bäuerlichen Produktionsgenossenschaft sind in den fruchtbaren Schwemmländern oder vernutzten Mooren Deutschlands und eingemachte Kartoffeln, Äpfel, Hackfleisch, Mehl und Soleier für Monate im Keller haben?
Zumindest in den anstehenden 4 Wochen bis zum 14. Februar, geprägt vom Verkriechen, das den Umsturz vorbereitet, werden die Soylent Green Kekse noch nicht aus dem häuslichen 3-D-Drucker kommen. Wie denn auch, sollten die Wartungstrupps für Oberleitungen und Windmühlen sich solidarisch verhalten und zuhause bleiben und die Fahrer der Tanklaster, die ohnehin nur zum anstehenden Klimatod beitragen. Was den Morallinken – ein paar der Erstunterzeichner**innen kenne ich persönlich – völlig abhanden gekommen ist, das ist die Einsicht in die Notwendigkeit materieller Produktion und Reproduktion, für die man nicht einmal Marx gelesen haben muss. Es genügen Erfahrungen mit dem eigenen Verdauungstrakt.

Politikfreie Viren??
Die Unterzeichnerinnen, Unterzeichner und Diversen des Aufrufs #ZeroCovid phantasieren sich eine Welt zurecht, in der keine gegensätzlichen Interessen mehr zutage treten, kein Personal, das sie vertritt und keine Regeln, die man nicht durch einen Klick auf change.org verändern könnte. Genau diese Art eines umfassenden Durchbruchs von Mitmenschlichkeit, Empathie und Solidarität habe ich angesichts der Angstmache von Merkel, Drosten, Wieler und Konsorten befürchtet.
Man findet sie bei allen Visionären, deren politische Prioritäten sich wandeln: vom Wunsch nach Veränderung der vorhandenen Gesellschaft über den Wunsch deren Anerkennung zu gewinnen zum fragwürdigen Erfolg, ihr unverzichtbarer Bestandteil geworden zu sein.
Letzteres drückt sich in Deutschland alle paar Jahre darin aus, dass man eine Partei gründet, die der Staat mitfinanziert, einschließlich der dazugehörigen politischen Stiftungen. Die Parteien, ihre Fraktionen, ihre Stiftungen verfügen über repräsentative Unterkünfte, werden errichtet mit Steuermitteln und haben Mitarbeiter, die von den Regierenden aus Steuermitteln alimentiert werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Erstunterzeichner**innen des Aufrufs zerocovid gehört als Partei-, Fraktions- oder Stiftungsmitarbeiter zum Kreis der parteinahen akademisch gebildeten Szene, deren Aufgabe es unter fast jedem Hashtag der zurückliegenden 5-10 Jahre war und ist, die Frage nach der Rolle des Eigentums in den Hintergrund zu drängen. Das Volk soll als ein Ganzes erscheinen, das sich ohne Rücksicht auf die umfassende politische Durchsetzungsfähigkeit der Eigner von Kapital, Grund und Boden einhellig um die richtigen Werte kümmert, geistige natürlich, denn mit Klassenkampf will man nichts zu tun haben. Ist das jetzt rechts oder links? Tut nichts zur Sache. Staatstragend auf jeden Fall.
Autonomie ist mit eigenem Aufwand verbunden und eigenem Risiko. Anderes wird zu Recht der Anpassung verdächtigt. Diese Anpassung vollzog sich früher etwas langsamer: zunächst bei den Sozialdemokraten, später bei den Kommunisten, dann bei den Grünen, bei den Linken… . Die allen gemeinsame Angst vor einer möglichen aber unwahrscheinlichen Erkrankung hat die Anpassungsfähigkeit offensichtlich gesteigert und beschleunigt.

Autonomie und Schutz

Die materielle Produktion ist Teil der Autonomie der Einzelnen und Teil der wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen in denen sie notwendigerweise leben, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Vergnügen, das Feiern, das Lachen und die Freude gehören zusammen. Sie zusammen bilden das Leben. Menschen, denen man reales, körperliches Erleben von Gemeinsamkeit auf Dauer verweigert, verkümmern. In Altenheimen und im Homeoffice. Sie können daran sterben, auch wenn sie (noch) nicht auf die Idee kommen, sich unter Isolationsbedingungen selbst zu töten. Wie lange, in welchem Umfang möchten die Verfechter der Veränderung durch europaweites Zuhausehocken die Vereinzelung und Vereinsamung denn pflegen? Was ist an einer vom Kapitalismus auf die Spitze getriebenen Vereinzelung solidarisch? Bei jedem Spaziergang durch und um mein Dorf treffe ich mittlerweile auf fremde Menschen, die mich fragen, ob sie – natürlich mit gebührendem Abstand – ein Stück des Weges mit mir gehen dürfen. Für ein paar hundert Meter schreien wir uns dann über 4 m eine Weile an, um persönliche Kommunikation zu pflegen. Soll das so lange weitergehen, bis man keinen Virus mehr findet?