Politisch?

1966 ff. habe ich mich nach Kräften bemüht, einen käuflichen militaristischen, autoritären Kumpan von Krauss-Maffei, Faun, Diehl und der industriellen Fleischproduktion zunächst als Landesvater, später als Bundeskanzler zu verhindern.

Ich kann mich 2018 einfach nicht dazu durchringen, mich mit dem Schlachtruf „gegen rechts“ an die Seite derer zu stellen, die sein Erbe angetreten haben und die deutschen Zustände zu „unserer“ Demokratie verklären. Das alles bloß um ihre eigene Herrschaft gegen die Konkurrenz im gleichen politischen Angebotssegment zu behaupten.

Meine Entscheidung mag sich als falsch herausstellen. Mit diesem Risiko glaube ich leben zu können. Ich bleibe dabei: „Rechts“ beginnt nicht mit Gauland, Höcke, Storch und Weidel sondern mit Draghi, Juncker, von der Leyen, Merkel, und Scholz.
Während jede an den Jargon der Nazis anknüpfende Worthülse einen Sturm der Entrüstung auslöst, bereitet Flinten-Uschi  gegenüber Russland praktisch und verbal den präventiven Erstschlag vor. – Und kaum einen scheint´s zu stören.

 

 

 

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Dummheit vs. Vernunft

Ein Richter setzt einen Rechtsterroristen auf freien Fuß. Die Enkelin eines nationalsozialistischen Ministers äußert sich dümmlich zum Klimawandel. Ein amtierender Gesundheitsminister bewertet ebenso sachkundig die soziale Sicherheit von Arbeitslosen. Es folgt in allen Fällen ein Sturm der Entrüstung, der die aufgeführten Personen des öffentlichen Lebens zu Dummen erklärt.

Weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Entrüsteten bleibt die Zahl der täglich durch Krieg, Hunger und Flucht umkommenden Menschen. Die breite Öffentlichkeit nimmt schon seit Jahrzehnten die durch Ressourcenkämpfe und geopolitische Machtkämpfe verursachte Zahl von Toten nicht mehr zur Kenntnis. Größte Aufmerksamkeit hingegen finden in der Bevölkerung die vermutlich durch Feinstaub, Lärm, erhöhte Blutfette oder Zucker in Limonade und Joghurt herbeigeführten vorzeitigen Todesfälle. Manche Menschen erreichen die durchschnittliche Lebenserwartung von 81 Jahren nicht.
Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Betrieben, 240 waren es im Jahr 2016, darf hierzulande vernachlässigt werden. Ebenso die im Jahr 2016 erfolgten 2698 Neuverrentungen nach Unfällen im Arbeitsleben. Keiner Rede wert sind die Menschen, die nach längeren Heilungsprozessen und Rehabilitationsmaßnahmen nicht mehr arbeitsfähig sind. Deutschland fürchtet sich vorm Terrorismus [23 Tote durch Anschläge in 2016, tote Täter mitgezählt] und beklagt virtuellen Hass, Verrohung und Respektlosigkeit gegenüber Polizisten.

Die herrschende Wirtschafts- und Eigentumsordnung, die weltweit jährlich unzählige Tote und Verletzte verursacht und auch die eingangs erwähnten, vehement kritisierten Figuren hervorbringt – diese Ordnung wird ohne jeden Zweifel für vernünftig gehalten.

Olle Kamellen?

Bild: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=335436

Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums und aller Kultur, und da allgemein nutzbringende Arbeit nur durch die Gesellschaft möglich ist, so gehört der Gesellschaft, das heißt allen ihren Gliedern, das gesamte Arbeitsprodukt, bei allgemeiner Arbeitspflicht, nach gleichem Recht, jedem nach seinen vernunftgemäßen Bedürfnissen.
[aus dem Gothaer Programm der SPD, 1875]

Ist dafür bedeutsam, mit welchen Werkzeugen gearbeitet wird?  NEIN!
Wird  diese Forderung erfüllt, indem man an alle eine festzulegende Geldsumme ausschüttet, die mit dem Ergebnis der Arbeit, der gesellschaftlichen Wertschöpfung, nicht in Beziehung steht?  NEIN!
Wird diese Forderung erfüllt, indem man die erzwungene Freisetzung von der gesamtgesellschaftlichen Arbeit als Zuwachs an Autonomie interpretiert?  NEIN!
Ist die Forderung nach Luxus für alle – z. B. jedem sein SUV – vernünftig? NEIN!

Eine notwendige Klarstellung

In den Ländern, die sich entwickelt, frei oder westlich nennen, scheint die Erinnerung an die beiden großen Kriege des vergangenen Jahrhunderts verblasst zu sein. Hauptsächlich wohl, weil es in den Jahren seit 1945 gelungen ist, unter  Kriegen  nahezu ausschließlich diejenigen leiden zu lassen, die ohnehin entwicklungstechnisch, rassisch, völkisch und religiös gesehen zu den Überflüssigen gezählt werden.
Kriege sind weder Boxkämpfe noch Schlägereien. Es gewinnt niemand, sondern sie laufen erst aus, wenn den Beteiligten das menschliche und/oder das mineralische Material ausgeht. Es hat sich eingebürgert die zur Zeit des Auslaufens dieser Vorräte Regierenden als Friedensstifter anzusehen und mit Nobelpreisen zu ehren, auch wenn sie es selbst waren, die den Krieg vom Zaun gebrochen hatten.
Der gegenwärtig ins Auge gefasste nächste Krieg wird möglicherweise die aktuell größten Kriegstreiber, Großbritannien und die Vereinigten Staaten, weitgehend glimpflich davonkommen lassen. Deren Hoffnung, sie könnten aus diesem von ihnen herbeigeredeten Krieg als Sieger hervorgehen, beruht allerdings auf der völlig absurden Vorstellung, dass sich die über die Erde verteilten Kampfstoffreste jeglicher Art nach dem Krieg  rückstandsfrei auflösen, ohne vorher von Menschen verstoffwechselt zu werden.

Ich bitte alle, die dieses lesen, um weitere Verbreitung. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass der ein oder andere ins Grübeln verfällt, der die althergebrachte – dennoch falsche – Annahme teilt, Kriege würden geführt um uns vor Übeln zu bewahren.