„Flugscham“

„Seit der Mensch weiß, dass er das Klima beeinflusst, fliegt er mit zunehmend schlechtem Gewissen – Stichwort: Flugscham. Ist das der Anfang vom Ende des Kosmopoliten? “ [DIE ZEIT vom 17. Mai 2019]

„Scham“ – ist das nicht die kleinste Münze der Moral? Wer Mist baut, sollte sich – wenn schon die Verfehlung nicht bestraft wird – wenigstens schämen.  Ein Begriff, der dem persönlichen Verhalten und persönlichen Normen zugeordnet ist, hält  Einzug  in ein Feld, das eigentlich politische, gesellschaftliche, rechtliche Lösungen verlangt.  Diese  Verschiebung aus dem Sektor des Herrschens, Regierens,  Verwaltens in die Sphäre persönlicher Moral hat eine lange historische Tradition – vor allem in Krisenzeiten, in denen gewohnte Machtstrukturen aufbrachen und sich veränderten.
Ganze 32,5 % der über 14-jährigen in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten zwischen 2018 und 2019 eine private Flugreise unternommen. Wobei es eine gewisse Unschärfe gibt, welcher Sphäre die Interviewten ihre Flüge von und zu einem Arbeitsort zurechnen, sobald sie diese selbst bezahlen.  Mit welcher Berechtigung fokussiert die öffentliche Moral in Sachen CO2-Ausstoß auf privates Flugverhalten? Zumal auf langen Strecken der Energiebedarf pro Passagierkilometer sich kaum unterscheidet und weniger das Verkehrsmittel kritikwürdig ist, als die Überwindung großer Strecken um des Vergnügens willen.
2,7 Mio deutsche Passagiere haben 2018 eine Fluss- oder Seekreuzfahrt (2,2 Mio) unternommen.  Das sind wahrlich keine Zahlen, die annehmen lassen  zunehmendes Schämen könne am CO2-Ausstoß der Bundesrepublik Deutschland nennenswert etwas ändern. Was also bewirken unzählige Appelle an das verantwortungsbewusste Verbraucherverhalten und ständiges Beschämen einer Minderheit,  die sich Flugreisen und Kreuzfahrten leisten kann?
Die Antwort ist einfach: Die Aufmerksamkeit der Menschen wird abgelenkt von der zunehmenden Ungleichheit in den materiellen Lebensverhältnissen der Familien und dem realen Schadstoffausstoß von Industrie und Militär, die die wesentlichen Verursacher des zunehmenden und bedrohlichen Schadstoffausstoßes sind.

Internationaler Handel
Nicht unterschlagen darf man das Frachtaufkommen für Transporte in der Luft und zur See für die Güter des täglichen Bedarfs in Europa. Betriebe  im afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Raum liefern Agrarprodukte wie Kakao, Nüsse, Bananen, Avocados, Fisch, Rosen, Erdbeeren, Pflanzenöle und Fette, Tierfutter etc..  Vielerlei Waren agrarischen Ursprungs werden über den ganzen Erdball transportiert. Allein das Maß der Verderblichkeit bestimmt und die Möglichkeit der Kühlung unter Verwendung von Schweröl auf Schiffen entscheidet darüber ob zu Wasser oder durch die Luft befördert wird. Der billige Transport auf Containerschiffen hat eine neue digitale gestützte Form des Handels auf den Weg gebracht: Die modischen Textilien der  Saison kann man mit ansehnlichen Rabatten im Voraus bestellen, wenn einem die Zusage genügt, dass die neue Bluse in 4 Wochen aus dem Container an die frische Luft kommt.  Auch davon leben amazon und zalando – von der Marge zwischen der Bestellung  großer Stückzahlen von Kleidungsstücken und dem Preis für die Anlieferung am nächsten Tag. Trotz Globalisierung trauen nur wenige Kunden  einem Lieferanten mit Sitz im Ausland. Die damit einhergehende Unsicherheit betrifft nicht allein das Geschäftsgebaren, sondern auch  Warennormen und Zollbestimmungen.
Der internationale Handel ist, das belegen auch Umsatzzahlen und Wertsteigerungen der großen weltweit agierenden Handelskonzerne, der Hauptnutznießer der Globalisierung. Auch die etwa 2 % der globalen Bevölkerung, die zwischen Arbeitsplätzen auf allen Kontinenten wechseln kann man zu den gut verdienenden Nutznießern der Globalisierung zählen. Die spielen in einer ganz anderen Liga als die deutschen Auswanderer, die private Fernsehanstalten in Doku-Soaps als Beispiele für den Wagemut  vorführen, den eine Übersiedlung ins Ausland erfordert, oft sogar EU-Ausland ohne Wechsel des Kontinents.
Die Möglichkeit örtlichen, regionalen, nationalen Bedarf auf den jeweiligen Ebenen zu befriedigen wird hauptsächlich von exotischen Startups in Erwägung gezogen. Zielgruppe sind dabei vornehmlich Verbraucher, die finanziell in der Lage und willens sind den erhöhten Aufwand für die innereuropäische Fertigung kleiner Stückzahlen zu bezahlen oder z. B. bei Lebensmitteln  einen Ursprünglichkeitsaufschlag für das Pizzamehl aus Italien  Italien  oder das Baguettemehl aus Frankreich. Sog. Baguette-Weizenmehl t65 label rouge (bio-ähnlich) für Baguette aus Frankreich kostet 4,20 €/Kilo, das in gleicher Qualität ausgemahlene Weizenmehl 812 aus Bayern kostet mit Bio-Zertifikat 1,99 €/Kilo, beides ohne Versand.

Herrschaftliche Moral
Ganz automatisch stellt sich also die gewohnte Unterscheidung zwischen oben und unten anhand des moralischen Verhaltens her: Während – wahrscheinlich zu hoch geschätzt – ca. 3 % der Bevölkerung sich nicht bloß schämen, sondern tatsächlich auf etwas verzichten, wird die Gier derer angeprangert, die wegen geringer finanzieller Mittel auf die preisgünstigen  Importe nicht verzichten können. Ihre Gier ist es, die angeblich den Ruin unseres Heimatplaneten bewirkt, während 3 % Verzichter die Welt  retten,  indem sie einen Moralobulus auf Waren entrichten –  nicht unähnlich dem Ablasshandel in vorreformatorischer Zeit. Nur zahlungskräftiger Kundschaft wird der Einzug ins Paradies ermöglicht. Was spielt es da für eine Rolle, dass die Moralischen gleichzeitig die Profiteure des weltgefährdenden Verhaltens sind, das sie den niederen Schichten ankreiden?
Man muss dazu nicht in Verschwörungtheorien verfallen: Die materielle Abhängigkeit der propagandistischen Schichten von den Auftraggebern der Ideologieproduktion reicht hin diesen Zustand auf Dauer zu sichern.

Rechtsetzung
Wie auch in früheren Zeiträumen macht gegenwärtig ein nötiger,  tiefgreifender Wandel der gesellschaftlichen Produktion einen rechtlichen Wandel nötig, den die NOCH herrschenden Klassen bis auf weiteres verweigern. Wo die Stelle des Rechts noch nicht neu gefüllt ist, bedient sich die Herrschaft gerne der Moral. In deren Interesse wird in den verunsicherten Zwischenschichten die Redeweise  von der „Verbieterei“ bemüht. Leider muss in diesem Zusammenhang  festgestellt werden, dass man sich um sachlich wirksame Verbieterei kaum bemüht, sondern sich auf symbolisches Handeln konzentriert. Auch viele derjenigen, die sich als links bezeichnen tragen diese Formen von Symbolpolitik mit.
Statt wie in den bürgerlichen Revolutionen neuartige Rechtsinstitute (das private Eigentum an Grund und Boden) zu setzen, bekräftigt das Moralisieren und Beschämen die vorhandenen Herrschaftsverhältnisse. Dabei bräuchten wir dringend neue Rechtsnormen, die das eherne Recht auf Eigentum und Profit überwinden und die materielle Produktion  stofflich zielgerichtet, menschen- und naturgerecht organisieren. Das überkommene demokratisch genannte politische System ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.
Die politischen Rechte bedürfen umgehend einer Ergänzung durch  Rechte und Pflichten, die sich unmittelbar  auf  die materielle Produktion beziehen. Zukünftige Generationen werden sich einen Namen für diese neuen Gesellschaften ausdenken müssen. Weder Sklaverei noch Feudalismus oder Kapitalismus entfalteten sich als gesellschaftliche Projekte. Eine mögliche Zukunft, die wir heute noch vage „Sozialismus“ nennen, wird sich möglicherweise genauso einschleichen wie der Kapitalismus. Die Namensgebung für das zukünftige System werden wir Lebenden  den Zukünftigen überlassen müssen. Der Kapitalismus saß schon fest im Sattel, bevor sich Marx seiner Analyse widmen konnte. Es ist nicht auszuschließen, dass sich auch die Etablierung dessen, was Sozialismus genannt werden könnte – die gesellschaftliche Souveränität über Inhalte und Formen der materiellen Produktion –  aus dem historischen Prozess ergibt, genauso wie bei  vorangegangenen Produktionsweisen.

Sau oder Soja?

Auch wenn ich mich bemühe, das Thema sachlich aufzubereiten – an den Anfang stelle ich eine klare sarkastische Aussage.

Die Ersetzung der klassischen Eintöpfe mit Hülsenfrüchten und Gemüse durch geräucherte Sojawürstchen an Rucola ist kein Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers.

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Verbrauchermacht

Die Suggestion, wer ein bisschen teurer aber dafür nachhaltig, sozial und umweltbewusst einkaufe, könne auf Unternehmensstrategien einwirken, unterläuft wirksam politische Bemühungen, den unternehmerischen Spielräumen der Konzerne hinsichtlich der Qualität ihrer Produkte, der Arbeitsbedingungen, des Geschäftsgebarens oder gleichen internationalen Austauschs einen gesetzlichen Rahmen zu geben.
Nina Forberger, die unter den „Jungen Federn“ bei „Rubikon“ schreibt, hebt hervor: »Die Vorstellung, dass Demokratie und Marktwirtschaft wie ein Zwillingspaar untrennbar zusammengehören, erscheint uns nahezu selbstverständlich. Offenbar ist die Sache klar: Spätestens mit dem Untergang der Sowjetunion landete das begriffliche Gegenpaar, also Diktatur und Planwirtschaft, auf der Müllhalde der Geschichte. Demokratie und Marktwirtschaft gingen hingegen als Sieger aus dem Kampf der Systeme hervor. Indem beide Begriffe historisch überlebten, gelten sie nahezu ungefragt als zusammengehörig. Tatsächlich sind es aber Gegensätze, die einander ausschließen.«

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„Konsumentenmacht“

„In Zeiten von TTIP und Naturkatastrophen, ist es angesagt, dass wir alle Verantwortung übernehmen. Wenn wir keine Produkte mehr kaufen, die aus menschen- und naturverachtenden Konzernen stammen, werden diese gezwungen sein, diese Erde und die Menschen und die Tiere respektvoll zu behandeln – ganz einfach deswegen, weil sie weiterhin verkaufen wollen.“ habe ich heute gelesen. (Projekt Kaufatlas für Einklang Produkte). Und weiter: „Die wahre Macht im wachstumsorientierten Kapitalismus liegt beim Konsumenten.“

Ob ich noch lebe, wenn es gelungen sein wird, durch den Boykott von Mars, Oral B Zahnbürsten und Boss-Hosen die großen Konsumgüter-Konzerne in die Knie zu zwingen? Andere wollen das schaffen durch solidarisches Urban Gardening, den Verzicht auf Plastiküten und/oder Lebensmittel tierischen Ursprungs. Als kleiner Trost für alle Moralischen und Verantwortungsvollen, die manchmal traurig werden,  weil die Welt trotzdem bleibt wie sie ist: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ [ Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Gesammelte Schriften 4, Frankfurt/M. 1997, Seite 43 ]

Die auslösenden moralischen Impulse seien hier ausdrücklich anerkannt. Aber irgendwo, irgendwann muss man doch mal an den Punkt kommen, an dem man merkt, dass das uneingeschränkte Verfügungsrecht  über die Produktionsmittel und das Recht auf hemmungslose persönliche Bereicherung  Ursprung aller Unbill sind. Nachvollziehbar allerdings ist, dass man eher auf den moralischen und verantwortungsvollen Verbraucher setzt, wenn man ein eigenes Häuschen und 10 Daimler-Aktien und einen stets gefüllten Geldbeutel hat.

Der moralische Verbraucher

– eine Polemik

„Zutaten: fair gehandelter brauner Bio-Rohrzucker, Bio-Dinkel-Vollkornmehl, Möhren vom Öko-Bauern um die Ecke, Bio-Eier … . “ Wenn man sich schon Süßes gönnt, muss es wenigstens moralisch vertretbar sein. Bio und – wenn schon aus dem globalen Süden importiert – dann zumindest „fair“ gehandelt.

Ähnliches gilt für T-Shirts  und Jeans oder umweltfreundliche Waschmittel und vor allem für mindestens vegetarisches, am besten veganes Essen. R. H., der in den vergangenen Jahren eine Produzenten/Konsumenten-Genossenschaft auf der Grundlage erneuerbarer Energien mit auf die Beine gestellt hat, bekäme bei den Klimarettern auf facebook kein Bein auf die Erde: Er holt sich für die Pause immer noch das landesübliche Leberkäs-Brötchen. Seine Verdammnis ist gewiss!

Der politisch korrekte Verbraucher ( PCC)  ist die gegenwärtige, laizistische Version des Puritaners. Allerdings nicht unter Wahrung der übrigen Grundsätze der „Amish“, wie Verzicht auf Maschinen, die Strom oder Primärenergieträger nutzen. Da inzwischen die Waren für den Bedarf des PCC zumindest in größeren zentralen Orten auch in 1000 – m² – Märkten zu erschwinglichen Preisen angeboten werden, kann man auf der Grundlage moderner Logistik  die Notwendigkeit eigene Arbeit aufzuwenden in Grenzen halten.  Das hauptsächlich unterscheidet den PCC von den Generationen gläubiger Menschen, die sich konsequent der Aufforderung des AT beugten und beugen: “ Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.“ (Genesis, 3:19 ). So gelingt es den aktuell vorhandenen Menschen der entwickelten Länder höheren Moralansprüchen zu genügen, ohne sich deshalb körperlich verausgaben zu müssen, weder im eigenen Garten, noch beim Kneten von Brotteig. Auf lieb gewordene Gewohnheiten wie das Übergießen der Spaghetti mit einer schnell aufgewärmten  Soße aus dem Glas muss man nicht verzichten, die ist nämlich auch vegan erhältlich.

Der Aspekt der „sozialen Distinktion“ in allen Formen des Verbraucherverhaltens sei hier eingangs nur benannt. Es geht mir um eine bisher nicht oder nur sehr selten beleuchtete Seite eines neuerdings wieder in Mode gekommenen moralischen Rigorismus: Moralisch legitimiertes Konsumverhalten erspart einem die politische Auseinandersetzung mit dem gegenwärtig herrschenden System der Ausbeutung von Mensch und Natur. Endlich ist es uns vergönnt – zumindest denjenigen, deren Einkommen über der Armutsgrenze liegt – gut zu sein, ohne die Mühen der Widerborstigkeit auf uns nehmen zu müssen. Alles wird gut, wenn wir täglich darauf achten, dass wir unsere veganen Würstchen gewandet in Biobaumwolle am Massivholztisch zu uns nehmen,  für die Winterkleidung den lieben Schäfchen ihre Wolle nicht wegnehmen und auch keinen toten Tieren das Leder für die Schuhe. Es ist faszinierend, wie viele vegane Ersatzstoffe der „alternative Markt“ inzwischen zur Verfügung stellt. Ich weiß nicht, was passierte, setzte sich die Erkenntnis einer verstorbenen Tante durch, dass auch die Halme schreien, wenn man sie schneidet. Wie macht man aus Fallobst Schuhe?

Erschwingliche „Bio“-Güter gibt es leider nur auf der Grundlage zumindest mechanisierter, teilweise auch industrieller Landwirtschaft. Mit Sätuch, Sichel oder Sense sind die Mengen an Dinkel nicht zu erzeugen, die Dennree zu tragbaren Preisen auf den Markt wirft.

Die Bereitschaft, für das T-Shirt einen höheren Preis zu zahlen, führt nicht zu einer besseren Entlohnung der Produzentinnen, sondern nur zu höheren Profiten der Anbieter, die auf dem Markt der Distinktion die Nase vorn haben.

Kein einziger Kleinbauer oder nomadischer Viehzüchter am Rand der sich ausbreitenden ariden Zonen Afrikas bekommt einen Brotfladen mehr, weil ich  darauf warte, dass die freigelassenen Kühe von Bauer Maier nebenan von selbst verenden, statt ihre Milch für meine Ernährung zu nutzen. Dass die afrikanischen Rosen, die ich einkaufe, fair gehandelt sind ist keine Entschuldigung: Fläche und Wasser werden vertan, die  für  Hirse gebraucht würden.

Der moralische Antrieb und die mit ihm verbundene rege Missionstätigkeit der Esserinnen und Esser veganer Leberwurst und der fair handelnden T-Shirt-Trägerinnen hat vor allem zwei unmittelbare Wirkungen:

  • PCCs können sich als die moralisch Überlegenen darstellen. Das tut ihnen gut.
  • Der moralische Verbraucher glaubt, durch seine Kaufentscheidung tatsächlich die Qualität der Warenproduktion beeinflussen zu können. Er ist es, der angeblich über seine Kaufentscheidung  Unternehmen dazu zwingt, Sweatshops in Bangladesh stillzulegen und auf Schadstoffe in der Landwirtschaft zu verzichten. Dabei bestätigt genau dies die neoliberale Ideologie. Es ist nämlich genau diese Ideologie, die   die Kaufentscheidungen der mündigen Verbraucher als quasi demokratische Einflussnahme auf die Warenproduktion bejubelt.

PCCs entbinden sich selbst – und befreien dadurch auch die Gesellschaft – von der Notwendigkeit gemeinsam,  von demokratischer Meinungs- und Willensbildung zu grundlegenden Fragen:  Wie, wofür, für wen wollen wir welche Güter bereitstellen?  Darüber wird nicht gemeinsam gesellschaftlich entschieden sondern in der individuell moralisch legitimierten Konsumtion.

Der nachhaltige Erhalt lebenswichtiger Stoffkreisläufe wird   nicht dadurch gesichert, dass ein neues Marktsegment die moralischen Bedürfnisse höherer Einkommensschichten befriedigt. Der PCC fügt sich reibungslos ein in die marktvermittelte Steuerung  der Ausbeutung von Mensch und Natur. Er ist nicht einmal Sand in diesem Getriebe.Der in einen Konsumstil verwandelte Protest ist das postmoderne Erbe einer quasireligiös motivierten Fügsamkeit, die gesellschaftliche Konflikte um die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen nicht aufgreift, austrägt und demokratisch entscheidet. Der moralische Verbraucher trachtet danach, die Welt zu verbessern durch die Hebung der Moral der Einzelnen. Die Heilsarmee lässt grüßen.Einen kleinen Unterschied gibt es: Wein,  Bier und Zigaretten sind erlaubt, solange ein BIO-Sechseck das Etikett ziert.

Im Alltag entscheide ich mich oft für Bio-Produkte.Sie schmecken besser.