Das ewige Leben

Wie schafft man es eigentlich, konsequent auszublenden, dass auch vor Corona schon Menschen starben? Sogar eigene Schulkameraden vor evt. langer Zeit. Es sterben auch viele Menschen nicht an Corona, sondern z. B. wegen multiresistenter Keime, also an einem Tod, der durch häufigeres Putzen oder separate Eingangsstationen im Krankenhaus vermieden werden kann.
Menschen sterben täglich an vielen Orten der Welt: oft hilflos, unter entwürdigenden Umständen und/oder an Krankheiten, die mit jahrelangem Siechtum verbunden sind. Geheilt werden sie in den seltensten Fällen. Ihre Krankheiten treten zu selten auf. Deshalb lohnt sich für Pharmaunternehmen oder spezialisierte Ärzte die Entwicklung von Therapien nicht. Es ist nichts zu verdienen. Auch Erkrankungen, die fast nur in armen Ländern des globalen Südens auftreten interessieren deshalb eher wenig. Da ist ja nichts zu holen.
Menschen starben und sterben in Kriegen oder an Hunger. Sie werden auch weiterhin daran sterben. Vorschläge für wirksame Gegenmaßnahmen bleiben aus, wie der zu Ende gehende „Wahlkampf“ zeigt.
Auch an plötzlichem Kindstod, an den Folgen eines Sturzes, an Vergiftungen kann mensch sterben – ja, … auch an Altersschwäche. Daran sterben die meisten Menschen. Immer öfter erst in sehr hohen Jahren. Sicher nur weil sie keiner schützt.

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Menschheitsträume
In der Sache: Übersterblichkeit in Deutschland lt. euromomo seit der Grippesaison 2017/18:

Es scheint einen Traum, eine Vision, eine Hoffnung zu geben im Dieseits unsterblich zu sein, unsterblich werden zu können. Diese Vorstellung wird sogar geteilt von zahlreichen Menschen, die von sich behaupten jeglicher Religion abgeschworen zu haben. Sie rücken angesichts des wissenschaftlichen Fortschritts die ewige Gesundheit in den Bereich des Machbaren. Ich nenne sie Gläubige, Fortschrittsgläubige. Der mögliche Preis für ein langes oder gar ewiges Leben ist: Kein eigenes, individuelles Leben vor dem Tod. Nicht eine Sekunde blitzt der Gedanke auf, die Sicherheit eines nicht enden wollenden, nicht enden sollenden Lebens könnte ohne irgendeine Allmacht nicht realisierbar sein. „Keinen Tod“ kann es nur unter der Voraussetzung geben, dass wir auf Selbstbestimmung verzichten und uns Allmächten anvertrauen, die besser wissen als der einzelne Mensch, was für diesen gut ist. Hatten wir das nicht schon mal?

Kampf gegen ansteckende Erkrankungen
Es stellt sich gegenwärtig die gesellschaftlich zu beantwortende Frage, ob zur Bekämpfung einer viralen Infektionskrankheit Quarantäne wie in ihren Anfängen im 14. Jahrhundert, weiterhin bedeuten soll, dass gefährdete Menschen und ihre Kollektive sich einschließen. Wir könnten auch das Modell des Ausschlusses anwenden, wie im Umgang mit Leprösen bis in unsere Zeit noch an manchen Orten üblich und/oder notwendig. Wobei im Umgang mit Leprösen nicht vorgesehen war und ist, sie verhungern zu lassen. Genau dieses ist aber derzeit wegen der weltweiten Seuchenschutzmaßnahmen der Fall. Die Zahl der Hungernden und Mangelernährten wächst.
Was spricht dagegen, die gewohnten nichtmedizinischen Verfahren im Bedarfsfall weiterhin beizubehalten und in vielen armen Ländern erst einmal dafür zu sorgen, dass jeder genug Wasser hat – zum Trinken und zum Händewaschen, zum Reinigen der Schüsseln und Töpfe – und dafür dass menschlicher Kot nicht weiterhin die in der Erde vorhandenen Wassermengen verseucht? Man kann das alles auch unterlassen und statt dessen Impfkampagnen durchführen, wie es die WHO dank Bill Bates gelernt hat. Geimpfte hungern und dürsten besser, einfach menschlicher.
Impfen ist aber nicht das Allheilmittel, als das es gegenwärtig dargestellt wird. Ob man es bei Erkrankungen braucht, die von fast allen Menschen mit Bettruhe, kalten Wadenwickeln, viel Flüssigkeit, einem Glas heißer Milch mit Honig oder Hustentee bekämpft werden können? Impfungen werden zu Allheilmitteln erklärt von denjenigen, die an den Impfstoffen verdienen, und ihren korrupten Vertretern in der Politik. Manche Impfungen, gerade die neuartigen, sorgen aber nicht für eine wirkliche Immunität, wie wir sie z. B. von den Impfstoffen kennen, die halfen manche Krankheiten fast weltweit auszurotten: Pocken, Diphterie, Wundstarrkrampf z. B. oder Kinderlähmung und Masern.

Hellseher und die Folgen
Den gegenwärtig fast Allmächtigen schwebt eine Modernisierung des überlieferten Umgangs mit Infektionen vor, weil sie glauben, die Zukunft errechnen und vorhersehen zu können. Zur Gefahrenabwehr werden deshalb vorsichtshalber viele eingeschlossen. Dabei geht um sie herum das Leben derer ziemlich normal weiter, die die Versorgung der Eingeschlossenen sicherstellen. Die dürfen weiterhin pendeln. In Reihen nebeneinander stehend zerlegen sie Schweine oder richten Fertiggerichte auf Plastiktellern an. Sie stellen Versandkisten her, befüllen sie und reparieren die Transportfahrzeuge. Sie reinigen die Kanalisation der Wohnviertel, die nicht auf zahlreiche Eingeschlossene eingestellt ist, die dummerweise auf der Toilette Feuchtpapier verwenden und hinunterspülen. Mitmenschen beseitigen den Müll und reparieren Stromleitungen und Funkmasten, die unter Stürmen zusammenbrechen und von Regenfluten weggespült werden… .
Seit April/Mai vergangenen Jahres entging den zu ihrem Schutz immer wieder willkürlich aus nicht nachvollziehbaren Gründen eingeschlossenen Mitmenschen, dass bei den meisten ihrer Nachbarn wie immer der Wecker klingelte und sie zur Arbeit gingen. Das waren nicht allein Pfleger und Ärztinnen.
Nur tanzen und singen durften die Arbeitenden nicht mehr. Bei Amazon dürfen sie nicht einmal mehr aufs Klo. So beschäftigt sind die dort Arbeitenden damit, Waren einzupacken und Zurückgesandtes zu entsorgen, weil die anderen zuhause bleiben müssen. Sie kümmern sich um Waren die jetzt umsatzsteigernd gleich in zehnerlei Ausführungen bestellt werden, denn man kann Unpassendes, Ungefälliges kostenlos wieder zurückschicken. Wer draußen nichts mehr erleben darf, weil er keinen Hund hat, muss Abwechslung in den Alltag drinnen bringen. Eine neue Bluse vielleicht oder ein bisschen Deko-Tinnef fürs Sideboard gefällig?
Manchmal stockt der Nachschub ein bisschen, weil ein kleiner Krieg den Transport verhindert, in Meerengen immer mehr Schiffe unterwegs sind, manchmal liegt sogar eines quer zum Kanal im Wasser. Das ist zwar für die Menschen des wohlhabenden Teils des Wertewestens lästig, funktioniert aber trotzdem erstaunlich gut: das ständig irgendwie und irgendwo Krieg führen und trotzdem nicht leiden. Das ist die neue Normalität, an die sich immer mehr Menschen einfach gewöhnen. Wenn das Gewöhnen nicht mehr hilft greifen manche zur Flasche, zur Axt oder zu den Tabletten für den ewigen Schlaf. Auch hier gilt als oberste Devise die Regel von freien Auswahl. Hier darf sie gelten – beim Impfen nicht.

Und der Klimawandel?
Völlig überraschend steigt gleichzeitig weltweit der Verbrauch von elektrischer Energie und Schiffsdiesel, obwohl jetzt in den Weltgegenden mit westlichen Werten so viele Leute wegen des Klimas und wegen der Hungrigen auf vegane Leberwurst umgestiegen sind, um das Schlimmste zu verhüten.
Teile der Oberflächen der Weltmeere werden demnächst begehbar, wenn man ein bisschen Kunststoff über die meterdick schwimmenden Plastikflaschen gießt, hauptsache nicht aus Mineralien, sondern aus Pflanzen gemacht. Man kann die Inseln auch mit einem Motor und einer Steuerung versehen. Solar betrieben natürlich, denn wo keine Bäume Schatten werfen scheint immer die Sonne. Dann kann jeder auf dem Meer wohnen ohne sich eine Yacht zu kaufen.
Wenn wir zur Sicherheit alle fließenden und stehenden Gewässer in der Landmasse einhausen, wie das gegenwärtig bei Lärm entfaltenden Fernstraßen üblich ist, muss der bayerische Staat keine Gutscheine mehr für seuchenbedingt ausgefallene Kinderschwimmkurse ausgeben.
Zum Laufen brauchen Kinder aus Sicherheitsgründen bald einen Helm, weil sie sich sonst beim Stolpern verletzen könnten. Diese und andere Sicherheitsmaßnahmen für Kinder werden zwingend nötig, weil es nicht mehr viele sind. Züchten gentechnisch optimierter Kinder ist angesagt, damit die zunehmende Zahl von Menschen, die vor lauter nichtmedizinischem Fortschritt unfruchtbar werden, nicht kinderlos bleiben muss. Es will sich ja nicht jeder an Katzen, Hunde oder ein Aquarium gewöhnen.
Endlich spielt dank des medizinischen Fortschritts das biologische Geschlecht bald wirklich keine Rolle mehr. Künstliche Bauchhöhlenschwangerschaft für alle, das muss doch machbar sein. Noch dazu sparen wir uns die leidigen Grübeleien zur eigenen Geschlechterrolle. „Leihmutter“ könnte für eine Zeit des Übergangs ein attraktives Arbeitsangebot werden für Männer, Frauen und Diverse.
Jeder soll alles wählen können dürfen. Hauptsache die Kasse der noch nicht ganz Allmächtigen stimmt und man verzichtet auf die Wahl völlig neuer potentiell Allmächtiger…

Herrschaftswissen und Fortschrittsglaube
Die meisten Menschen wissen nicht, dass auf der Erde ein sich selbst regulierendes System stofflicher Kreisläufe vorhanden ist, das zufällig vor lächerlich kurzer Zeit die Menschen hervorgebracht hat. Mensch sollte es so wenig beschädigen wie irgend möglich.
Der grundlegende Irrtum der ohnmächtigen Fortschrittsgläubigen liegt in der Annahme, jeder Einzelne habe – bloß weil er zufällig ein Mensch ist und keine Ameise – einen Anspruch auf ewiges Leben. Nicht einmal die Verfasserinnen heiliger Schriften jeglicher Art haben sich an so eine Erzählung gewagt. Dazu bedurfte es dessen, was gegenwärtig die Leichtgläubigen als Wissenschaft anerkennen.
Die auserwählten mächtigen Fortschrittsgläubigen hingegen wissen, dass die Erde die momentan lebende Art in der vorhandenen Menge mit den aktuellen Gewohnheiten schwer verkraften kann. Sie pflegen jedoch ungehindert die angenehme Gewissheit, sich weiterhin in ihren Reservaten (persönlicher Besitz einer Insel) ein schönes Leben zu machen und in Zukunft im Zoo über die minderwertig ausgestatteten Restexemplare der Spezies zu lachen. Selbstverständlich werden diese artgerecht gehalten. Sie werden nämlich weiterhin gebraucht – als Mahnung.
Sonst fallen selbst die Mächtigen vom Fortschrittsglauben ab und halten ihre eigene Art für fertig und vollkommen. Den Fehler hat schon mal einer gemacht. Das darf man nicht durchgehen lassen.

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