(Öffentliche) Gesundheitspflege

oder

Science of Health Policy and Management

Mit Informationen ist es wie mit Viren oder Brillenputztüchern. Wer sucht, der findet. Mein besonderer Dank gilt denjenigen, die dieses Papier aus dem Jahr 2017 gesucht und gefunden haben.

Vielleicht ist Herr Lauterbach in seiner Funktion als warnender Master/Doctor of Science in Health Policy and Management an der Harvard School of Public Health ja nur Teil eines Planspiels, von dem wir bisher nichts wussten? Weil die Masters of the Universe öffentlicher Gesundheitspflege so schlecht mit Ökonominnen zusammenarbeiten, konnten sie vielleicht 2017 beim besten Willen nicht erkennen, dass ihre Fähigkeiten nicht erst 2025 gebraucht würden, sondern angesichts einer bereits angelaufenen gigantischen, nicht mehr beherrschbaren Überproduktionskrise schon im Jahre 2020. Aber das sind sicher alles nur Zufälle. Wer Wechselbeziehungen (Relationen) sieht, ist ein Verschwörungstheoretiker.

Die beständigen Hinweise auf Relativierungsverbote haben schon ihren Sinn. Da könnte doch jeder daherkommen und Zusammenhänge vermuten, wo gar keine sind. Z. B. hat der in den entwickelten Ländern gestiegende und weiter steigende Anteil alter und sehr alter Menschen an der Bevölkerung sicher gar nicht damit zu tun, dass an einer Infektionskrankheit mehr alte Menschen sterben als junge. Es ist einfach eine zynische Annahme, die von Epidemiologen statistisch festgestellte besondere Betroffenheit älterer Menschen in einer Krankheitswelle könne etwas damit zu tun haben, dass es inzwischen mehr alte als junge Menschen gibt. [siehe hier].

Wünscht man sich möglicherweise die Zeiten zurück, in denen mehr Säuglinge und kleine Kinder starben als Alte? Sollte man weiterhin mangels Rentierlichkeit vorzugsweise Kinderstationen der Krankenhäuser schließen, könnte sich das schneller ändern als gedacht. Wo sitzen denn in Wirklichkeit die Zyniker, die sich über die soziale Notwendigkeit einer allen zugänglichen, nicht profitorientierten Krankenversorgung und Gesundheitsfürsorge hinwegsetzen? Wo ist die vorbeugende Gesundheitspflege z. B. durch Mutter-Kind-Kuren oder regelmäßige Kuren gegen arbeitsbedingte Gesundheitsbeeinträchtigungen geblieben? Wo ist das öffentliche Gesundheitswesen geblieben, das in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit in den 70er Jahren noch in jedem Schuljahr bis zur 8. Jahrgangsstufe einen Amtsarzt nach dem Rechten sehen ließ? Sind die Zähne noch in Ordnung? Gibt es Unterernährung oder eine Schwäche von Wahrnehmungsorganen, die das Lernen behindern könnte? Hört der Schularzt eine gute, kräftige Lunge oder eine schwache? Ein schwaches Herz oder ein schwächliches? Braucht es vielleicht eine Kinderkur? Inzwischen macht sich die Vorstellung breit, Kinderkuren seien von Pädophilen aus Eigeninteresse verschrieben worden. Dabei kann man heute nicht einmal kostenlose Warnhinweise auf überzuckerte Lebensmittel drucken, weil es dem Profit schadet.

Durchgängig wurde das Gesundheitswesen unseres Landes in den letzten 40 Jahren nach unten gefahren. Echte Vorsorge wurde ersetzt durch eine profitträchtige, technisch aufwändige Diagnostik bereits eingetretener Schäden, die dann mit einem ebenso profitträchtigen Aufwand möglicherweise repariert werden können. Das betrifft vor allem auch den vorsorgenden Arbeitsschutz. Schutz vor Arbeitsunfällen scheint den absoluten Vorrang zu haben gegenüber dem Schutz vor Schadstoffen und Belastungen mit langfristiger Wirkung. Das ist kein Wunder, denn die Beiträge zur Berufsgenossenschaft zahlen die Arbeitgeber alleine. In Hinblick auf die Beiträgshöhe ist es sinnvoller und billiger Unfälle zu vermeiden, statt 60-jährigen eine Berufskrankheit zu attestieren und in der Folge eine auskömmliche Rente.

Wie hätte denn den Menschen, die im Arbeitsalltag kaum Gefahren ausgesetzt sind, auffallen sollen, dass Lungenschäden nur äußerst schwer heilbar sind und lange Genesungszeiten zur Folge haben? Belastungen, Beschädigungen des Atmungssystems durch Sauerstoffmangel und Schadstoffe in der Atemluft führen zu lange anhaltenden Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Genau aus diesem Grund richten die privilegierten Kasten jetzt ihr Augenmerk auf Long-Covid. Überraschung! Hätte es sie früher schon gekümmert, wüssten sie aus Erfahrung welche Auswirkungen es hat, wenn am Arbeitsplatz solche Belastungen, Beschädigungen üblich sind. Sie wüssten dann möglicherweise sogar, dass auch anhaltendes Tragen von Schutzmasken solche Beschädigungen hervorruft. Manche wissen ganz genau, dass COPD nur verantwortungslose Raucher bedroht. Nicht Menschen, die an Ausfallstraßen wohnen oder mit leicht flüchtigen Stoffen arbeiten. Wir wissen schon lange, dass jegliche Einschränkung der Sauerstoffzufuhr für Menschen, die sich noch im Wachstum befinden, massiv die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigt. Ältere Lehrkräfte erzwangen schon früher, vor Corona, autoritär wie sie waren, alle 45 Minuten das Stoßlüften. Es ist nämlich ein gutes Mittel gegen ermüdenden Unterricht. Vorzeitiges müde werden ist eine erste Warnung, aus guten Gründen gefolgt von Gähnen. Oft ist nicht der Redner langweilig, sondern die Raumluft zu dick!

Es überrascht mich nicht, dass der Kaste der privilegierten, bestochenen Nutznießer des herrschenden Systems, in Zusammenhang mit einer fiebrigen Erkältung auffällt, dass sie vom Tode bedroht sind, während andere, die jetzt kein Geld verdienen dürfen und die auch keine existenzsichernden Ausgleichszahlungen erhalten, sich auf Verwandte und Freunde verlassen müssen, damit es für eine gesunde Mindestkalorienversorgung von Eltern und Kindern langt. Es ist auch seit langer Zeit bekannt, dass manche Mitmenschen in solchen Lebenslagen dazu neigen, quengelnde Kinder zu schlagen oder durch einen Schluck aus der eigenen Bierflasche zu beruhigen. Nicht umsonst war über Jahrhunderte, Jahrtausende, Bier das bevorzugte, haltbar gemachte Getreide für Menschen mit einem arbeitsbedingten Kalorienverbrauch von ca. 4500 + x Kalorien pro Tag beim Pyramidenbau und in den Steinbrüchen des 19. Jahrhunderts. An Arbeitsplätzen wie diesem hier:

Die Grenze zwischen Natur und menschlichen Arbeitsergebnissen ist gut zu erkennen.

Vielleicht können sich angesichts diesen Bildes die kultivierten Bewohner städtischer Vorderhäuser in Berlin und München eine bessere Vorstellung davon machen, wer ihre Wohnkultur – neben den Architekten natürlich – geschaffen hat.

Solche Kulturleistungen sind mit Tofu sehr schwer zu erbringen. Um 4500 Kalorien Nahrungsaufnahme zu sichern, braucht man schon ein bisschen Bier, Brot und Speck oder Öl. Ist ja gut! Solche Arbeitsplätze gibt es zum Glück nicht mehr, aber Beet umgraben ist keine schlechte Alternative zum Fitnessstudio. Arbeiten mit entblößtem Oberkörper stärkt ja auch die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Die Gefährdungen wechseln. Das menschliche Leben bleibt ein gefährdetes. Wer sich nie körperlichen Belastungen ausgesetzt sah, muss sich möglicherweise damit abfinden, irgendwann an einer Infektion zu sterben. Ewig überleben geht nicht.

Nachsatz:
Die Denkfigur, dass Intelligenz umso höher ist, je weniger man sich bei der Arbeit körperlich anstrengen muss, hat eine Jahrtausende alte Tradition. Sie muss deshalb nicht richtig sein. Es scheint dafür keinen empirischen Beleg zu geben, denn die Gaussche Normalverteilung für das, was man als Intelligenz testet, ist über alle Berufe hinweg annähernd gleich.

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