Einsperren geht natürlich schneller

Die nächste Sonderauswertung der Sterbefälle erscheint am 13. April 2021 und wird erste Ergebnisse zu den Sterbefallzahlen in Deutschland für den Monat März 2021 enthalten.“ (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html?nn=209016 , abgefragt, soeben um 10:43.)

Im Klartext: Seit der letzten Veröffentlichung der Zahlen am 30. März, betreffend die ersten 9 Wochen (also bis zum 7. März) arbeitet die mit Seuchen befasste Abteilung der Kanzlerin im Schongang. Kann Ostern (02.-05. April) eine Begründung dafür sein, dass man über den Verlauf der Sterbefälle seit dem 8. März keinen Überblick mehr hat, den man veröffentlichen könnte?
Heute ist der 13. April! Vielleicht funktioniert Homeoffice doch nicht so gut, wie man propagiert. Vertippen sich die seit November heimarbeitenden Standesbeamten öfter, weil sie gleichzeitig auf ihren Nachwuchs aufpassen müssen? Sind etwa gar ihre Feststellungen für die Regierung wenig ermutigend? Sind nachweislich zu wenig Menschen gestorben, als dass man damit noch Angst machen könnte? Oder ist schon halb Deutschland verstorben, weil man kaum noch jemanden auf der Straße sieht?
Immerhin. Jetzt um 11:13 sind für Statistikbegeisterte die Tages-Zahlen bis 21. März abrufbar. Dafür weiß die Kanzlerin aber am 09. April schon die Lösung. Natürlich wie immer alternativlos:

B. Lösung
Der Gesetzentwurf schließt zwei wesentliche Lücken im geltenden Infektionsschutzgesetz: Es wird eine bundesweit verbindliche Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 eingeführt. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinan-der folgenden Tagen die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen den Schwellenwert von 100, so gelten dort ab dem übernächsten Tag zusätzliche verhältnismäßige Maßnahmen. Sofern Maßnah-men eines Landes strenger sein sollten als der Katalog des § 28b-E, so gelten diese fort. Sinkt in dem entsprechenden Landkreis oder der kreisfreien Stadt die 7-Tages-Inzidenz unter den Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgen-den Tagen, so tritt dort ab dem übernächsten Tag die Notbremse außer Kraft. Zudem wird die Bundesregierung ermächtigt, zur einheitlichen Festsetzung von Corona-Maßnahmen Rechtsverordnungen mit Zustimmung des Bundesrates zu erlassen. Die Rechtsverordnungen sind an die Überschreitung einer Inzidenz von 100 geknüpft. Damit werden dem Bund zusätzlich dieselben Handlungsmöglichkeiten wie den Ländern gegeben, um eine bundesweit einheitliche Steuerung des Infektionsschutzes zu gewährleisten. Ebenso wie § 28a IfSG gelten auch § 28b und die auf ihm fußenden Maßnahmen und Vorschriften nur für die Dauer der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Trag-weite nach § 5 Absatz 1 Satz 1 durch den Deutschen Bundestag.
C. Alternativen Keine.

Quelle: https://www.tichyseinblick.de/wp-content/uploads/2021/04/FILE_969121.pdf

Was bin ich froh, dass immer noch genug Leute arbeiten, die Spargel stechen und Erdbeeren pflücken, damit die Bringdienste die fleißigen Leute zuhause versorgen können.

Gerade bekomme ich nebenher mit, dass – wie immer – das Kabinett beschlossen hat, was sich die Kanzlerin am 9. April gewünscht hat. Bundestag und Bundesrat werden das sicher im Lauf der nächsten Tage auch tun. Das ist eigentlich gar nicht gut. Wie das Märchen vom Fischer und seiner Frau erzählt: Die Erfüllung von Wünschen geht manchmal anders aus, als man denkt.

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