Ich bin es so leid…

„Ubersterblichkeit 2020 zeigt, wie tödlich das Virus ist. Das
Statistische Bundesamt legt Zahlen zu den Todesfällen im vergangenen
Jahr vor. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle im Dezember sind nach
vorläufigen Ergebnissen in Deutschland 29 Prozent mehr Menschen
gestorben als im Durchschnitt der vier vorjahre (SZ P|us). Bereits im
November lagen die Sterbefallzahlen zwölf Prozent über dem
Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Amt in
Wiesbaden berichtete. “ (SZ vom 30.01.2021)

Es gibt sachdienliche Information von Bundesbehörden, Bundesamt für Statistik oder Instituten der Bundesministerien. Offensichtlich gibt es aber selbst bei renommierten Blättern niemanden mehr, der anhand der eigenen Statistiken der Ämter die Pressemitteilungen dieser Stellen auf Plausibilität überprüft. Es ist hirnrissig eine Übersterblichkeit für einen Zeitpunkt anzugeben, denn der Begriff der Übersterblichkeit macht nur einen Sinn, wenn man zeitlich längere Verläufe betrachtet, z. B. über ein ganzes Jahr oder die alljährlichen Wellen winterlicher Infektionen. Das RKI selbst weist in seinen Lageberichten darauf hin, dass die niedrigen Sonntags- und Montagszahlen nicht repräsentativ sind. Nicht weil am Wochenende keiner stirbt und keiner ins Krankenhaus muss, sondern weil sie am Wochenende keiner zählt. Erst recht nicht im Homeoffice.
Es ist der zeitliche Verlauf, der Epidemiologen Hinweise darauf gibt, in welche Richtungen zu forschen sein könnte. Gefällt´s dem Virus im Winter oder im Sommer? Bei Trockenheit oder hoher Luftfeuchte? Soll man es über Klimaanlagen gleichmäßig im Haus verteilen oder lieber das Fenster aufmachen?
Es ist der Sinn des Begriffs `Übersterblichkeit´, die täglichen Ausschläge der Sterbestatistik zu glätten. Eine erste Glättung wird durch die Darstellung wöchentlicher Zahlen statt täglicher Zahlen vorgenommen. Für das Jahr 2020 stellt destatis 2 Graphen zur Verfügung:


In beiden Graphen ist zu erkennen, dass der Höhepunkt der aktuellen Sterbefälle unterhalb des Maximums der Grippewelle 2018 liegt. Die Rede von überdurchschnittlich hohen Sterbefällen macht in Bezug auf einzelne Zeitpunkte keinen Sinn. Die Grippewelle 2018 kostete zu einem bestimmten Erfassungszeitpunkt, der 10. Kalenderwoche 2018, tatsächlich 7,8 % mehr Menschen das Leben als die Spitze der Coronawelle in der 52. Kalenderwoche des vergangenen Jahres, nämlich 1959 Menschen mehr. Breit gestreute Hinweise auf AHA-Regeln nützen bei allen Infektionskrankheiten. Hygiene hat noch niemandem geschadet, allerdings bisher auch noch nicht zu auffälligen Gewinnsteigerungen und höheren Börsennotierungen von Pharmaunternehmen geführt.
Schaut man nicht auf die Zahl von Sterbefällen sondern auf Behandlungsplätze in Krankenhäusern haben real Menschenleben in 2020 weniger gezählt denn je:
Von Jahr zu Jahr stehen weniger Betten und weniger Personal zur Verfügung. Da nützt es auch nichts, wenn man durch ein neu etabliertes digitales Intensivregister vortäuscht, man habe für mehr Betten gesorgt. Man hat mehr Betten und Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt, weil für jeden Covid-Patienten auch eine höhere Fallpauschale gezahlt wird. Die Herz-Kreislauf- und Krebspatienten kann man in Diagnose und Therapie ruhig auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben. Hauptsache keiner stirbt an Covid. Zur Fragwürdigkeit der zero-covid Kampagne habe ich mich schon ausgelassen.

Die Fürsorglichkeit der Regierenden ist eine Propagandalüge.

Aufs ganze Jahr gesehen starben in 2020 949.669 Menschen. Das sind zwar mehr als in 2016, 2017, 2018 und 2019. Allerdings hat in diesem Zeitraum auch die Bevölkerung zugenommen, insbesondere der Anteil der älteren Menschen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Dass mehr ältere sterben, wenn es mehr ältere gibt, dürfte für alle Menschen nachvollziehbar sein, die überhaupt mit dem Verhältnis von Anzahlen oder zählbaren Mengen etwas anzufangen wissen. Eine Übersterblichkeit durch Sars_CoV_2 ist nicht gegeben, möglicherweise eine Steigerung schwerer Verläufe bei älteren Menschen. Dafür gibt es aber keine Vergleichszahlen, da in zurückliegenden Jahren moribunde alte Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht als besondere Gruppe statistisch erfasst wurden und nur in Einzelfällen die Erreger ihrer Erkrankungen labortechnisch untersucht wurden.

Mit den Daten zur Sterblichkeit mit Bezug auf die Altersstruktur hat sich Thorsten Wiethölter eingehend beschäftigt. Für Interessierte empfehle ich https://coronakrise-blog.jimdofree.com/start/29-01-21-im-jahr-2020-sind-relativ-nicht-mehr-menschen-verstorben-als-in-den-jahren-vorher-gesamtjahr/

Von mir aus darf sich jeder weiter ängstigen, der das will.

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