Wörter mit `be-´

Vergleichende Sprachwissenschaft habe ich nicht gelernt. Es ist also eine ganz subjektive Einschätzung, dass die unter Deutschen beliebten Passivkonstruktionen mit Hilfe von Verben, die mit der Vorsilbe `be´ anfangen die Neigung verstärken, andere `be´-stimmen zu lassen. Ob es sich dabei um eine nationale Mentalität handelt, mögen `Be´-rufenere entscheiden, die sich mit so etwas auskennen. Ich persönlich finde es einfach auffällig.

Die Berufenen einer Behörde, die für die Bearbeitung von Seuchen zuständig ist, bestimmen gegenwärtig, weitgehend frei von rechtlichen Skrupeln oder Überlegungen zur materiellen Richtigkeit, was Mensch im deutschen Alltag zu tun oder zu lassen hat. Sie legitimieren dies mit der Behauptung, sie seien beauftragt mich, Angehörige einer Risikogruppe, zu beschützen. Deshalb werde ich, werden wir, täglich auf allen medialen Kanälen belehrt, hinsichtlich der immensen Bedrohung durch eine globale Seuche, die lt. einer anderen Behörde, der WHO, alle Weltbürgerinnen, Weltbürger und Weltdiverse jeglicher Hautschattierung gleichermaßen betrifft. Die unterschiedlichen materiellen Ausgangslagen verschiedener Teile der Weltbürgerschaft, die möglicherweise zu unterschiedlichen Risiken führen, spielen in dieser Frage keine Rolle, denn außer Geschlecht und Lebensalter gibt es keine Unterscheidungen, die von Bedeutung sind – meinen die amtlich bestallten und von Pharmaunternehmen bezahlten Bewerter der berufenen Behörden.

Stimmt das, was sie behaupten? Was buchstäblich meint, dass diese Beamten, Beauftragten und Behörden, die einzigen seien, die einen Kopf mit Füllung besitzen. Alle anderen laufen hauptlos umher. Wollen wir uns angesichts dieser Lage nicht daran erinnern, dass jeder von uns ein eigenes Haupt trägt, das bei aufrechtem Gang oben ist und mit dessen Hilfe wir uns gegen die Bestimmer, Belehrer und Beschützer wehren können?

Symptomatisch

Ein Gegenstand entgleitet Ihrer Hand und fällt zu Boden.
Das ist nicht überraschend. Sie würden es auch nicht als Symptom der Erdanziehung ansehen, oder? Erdanziehung? Weiß jeder, kennt jeder. Alles, was man nicht festhält, das fällt. Auch wer noch nie etwas von Sir Isaac Newton gehört oder gelesen hat, weiß, dass man Dinge festhalten muss, wenn man sich nicht nach ihnen bücken will. „Etwas“ zieht alle Gegenstände nach unten. Immer. Es sei denn, sie sind ganz leicht und der Wind treibt sie durch die Lüfte. Dieses „Etwas“ ist eine Ursache. Kein Symptom für dieses oder jenes. Wenn ich ihn nicht festhalte, fällt der Teller auf den Boden. Das ist die Folge, die Wirkung dessen, dass ich Dummerjan ihn nicht festgehalten habe.

Das Fragen nach Ursache und Wirkung ist nicht mehr modern. Mir ist aufgefallen, dass gegenwärtig fast jede Erscheinung des realen Lebens geeignet ist, als Symptom betrachtet zu werden. Der durch Anonymität geschützte Mensch, der in den sozialen Medien kühn formuliert „Du Arschloch“ ist ein Symptom. Genauso wie im medizinischen Bereich eine laufende Nase Symptom einer Allergie, einer Erkältung, eines grippalen Infekts, neuerdings auch einer Sars_Cov2-Infektion sein kann, ist die im Schutz der Anonymität formulierte Beschimpfung „Du Arschloch!“ Symptom einer um sich greifenden gesellschaftlichen Verrohung ungeahnten Ausmaßes, einer in einem ebenso ungeahnten Ausmaß schwindenden Fähigkeit zu höflichem Verhalten, der Zugehörigkeit zur Unterschicht, der Feigheit … .

Auf jeden Fall ist die zitierte Äußerung Symptom einer Eigenart, die auf denjenigen abstoßend wirkt, der sie wahrnimmt und ihn geradewegs zu dem Gedanken des Pharisäers führt: „Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute…“ aus dem Lukas-Evangelium. (Lukas 18;11) Die Beschreibung der moralischen Überheblichkeit des Pharisäers ist nicht neu. Sie wird einem Autor des 1. nachchristlichen Jahrhunderts zugeschrieben. Vielleicht hat das, was man als Pharisäertum bezeichnet eine noch längere Tradition. Ich kenne mich mit der Literatur der Antike nicht gut aus, sehe es aber als gesichert an, dass diese Tradition von den frühen Hochkulturen bis in die Gegenwart reicht zu den Menschen, denen garantiert kein falsches Wort über die Lippen kommt, weil sie gut erzogene, gebildete und materiell nicht bedürftige Menschen sind. Die Zahl der falschen Wörter nimmt laufend zu, die der Pharisäer garantiert nicht benutzt. Oder insgeheim doch? Und wenn – dann ganz gewiss nicht ohne moralische Berechtigung!

Man darf z. B. denjenigen als Abschaum bezeichnen, der sich zum Jux an das Lied vom Sarottimohr erinnert. Ich hätte es ja gern des Spaßes halber hier verlinkt. Big Brothers Verfügungsrecht über geschichtliche Quellen kam mir zuvor.

Wer keinen MNS trägt ist eine rücksichtslose Bestie, die billigend den Tod anderer Menschen in Kauf nimmt. Abschaum halt. Das Urteil ist gesprochen. Es bedarf weder einer Rückfrage noch einer Vergewisserung über den Hergang noch einer begründeten Bewertung.
Abschaum ist auch jeder Obdachlose, der säuft. Nüchtern wäre er bemitleidenswert, aber so? Und dann sperrt er sich auch noch gegen sozialpädagogische Maßnahmen. Wo man´s doch nur gut meint.

„Es“ entwickelt sich, das Symptom. Über Symptome darf jeder spekulieren oder schwadronieren, wie ihm der Sinn steht. Argumente? Realität? Wer von Symptomen spricht, braucht sich mit lästigen Fragen nach Ursache und Wirkungen, Folgen nicht zu beschäftigen. Was hinter einem Symptom steckt, weiß mensch nicht – auch die Spezialisten für Symptome nicht, die Schamanen, Heiler, Ärzte. Der Gebrauch des Wortes Symptom entspricht genau dem Bedarf an gedanklicher Unschärfe, die geeignet ist, jeglichen Zeit- und Kraftaufwand für die Forschung nach Ursachen, die Zustandsanalyse und begründete Lösungsvorschläge zu vermeiden.
Wo es keine Ursache gibt und keine Folge, da gibt es auch keinen Verantwortlichen, den man zur Rechenschaft ziehen kann oder zur Verantwortung, vor Gericht stellen und entweder freisprechen oder bestrafen.
Wer sich um Symptome kümmert, muss sich um korrekt geführte Ermittlungen zu konkreter Täterschaft nicht mehr bemühen. Sobald es keine Mohrenköpfe, -gassen,-apotheken mehr gibt und auch keine U-Bahn-Station Mohrenstraße wird es keine Morddrohungen, körperliche oder bewaffnete Angriffe mehr geben auf andersartige Menschen. Wer das bezweifelt ist selbst rassistisch, homophob oder frauenfeindlich. Da braucht keiner mehr akribisch zu suchen nach Hintermännern in soldatischen Spezialkommandos, im Verfassungsschutz oder bei der Polizei.

Wo „sich“ ohne Verantwortliche Symptome entwickeln, gibt es keine Interessen. Gesellschaftliche Entscheidungen werden als naturwüchsig angesehen. Klimawandel, Virus, wirtschaftlicher Niedergang der Automobilindustrie und die Verarmung großer Teile der Bevölkerung werden zu Symptomen einer umfassenden Krise unbekannten Ursprungs mit nicht absehbaren Folgen. Die menschliche Fähigkeit zum Vernunftgebrauch wird preisgegeben. In einer solchen Krise wird alles möglich. Die Wirklichkeit wartet gegenwärtig mit einer bisher unvorstellbaren Zahl neuartiger Erscheinungen auf, die allen als unlösbare Aufgaben vorkommen, wenn nicht sogar als verheerende Bedrohung.
Die Verursacher sind nicht feststellbar. Wirklich nicht feststellbar? Wirklich nicht zur Verantwortung zu ziehen? Dann wird die Menschheit weiter mit ihnen leben müssen. Mit denjenigen, die im Rahmen der Kampagne „The great reset“ auf einen Knopf drücken um den guten alten Kapitalismus weiterführen zu können. In neuem Design natürlich, mit neuer Benutzeroberfläche, mit noch mehr Bildern und noch hohleren Phrasen – selbstverständlich menschlicher denn je.

Nachsatz:
Heute habe ich als Beitrag eines sich links und aufgeklärt dünkenden Menschen, eines aufrechten Gegners jeglicher Form von Rassismus, lesen dürfen, dass Menschen, die sich in Mengen ohne MNS unter freiem Himmel im öffentlichen Raum treffen, interniert gehören. Zumindest solange wir keinen Impfstoff haben. Wofür das wohl ein Symptom ist? Steckt vielleicht doch in jedem Deutschen ein kleiner Adolf?

https://www.weforum.org/focus/the-great-reset

Gläubige Linke

Anders als viele Coronagläubige verwende ich zur Kennzeichnung argumentfreier Diskussionsbeiträge nicht die von der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlenen Kategorien wie „Whataboutism“, „Verschwörungstheorie“, oder den Missbrauch des Wortes „Relativierung“ als moralische Kennzeichnung. Ich beschimpfe auch niemanden im Stil von Wortprägungen wie „Covidiot“. Während die katholische Kirche „relativ“ klare Regeln für den Ausschluss aus Glaubensgründen hat, merken dank Corona viele Menschen, die sich selbst als links bezeichnen, nicht mehr wie gläubig sie die Angst gemacht hat.

Nach Meinung einiger Psychologen und Psychiater war Angst schon immer Auslöser für die Entwicklung von Mythen und religiös begründeter Hoffnung. Deshalb darf von mir aus jeder gläubig sein, der sich der nicht widerlegbaren Tatsache stellt, dass der Umfang seines und des gesellschaftlichen Wissens nicht genügt, die eigenen Probleme zu lösen. Die der ganzen Menschheit und des Planeten erst recht nicht. Es gibt viele gläubige Menschen, die sich für den Frieden einsetzen, für eine intakte Umwelt, die Gleichberechtigung aller vorstellbaren Geschlechter etc.. Unter ihnen sind anerkannte Naturwissenschaftler ebenso wie einfache Menschen, die auch ohne Kenntnisse der Psychologie Frauen und Kinder prinzipiell nicht schlagen. Dagegen ist nichts zu sagen.

Dank Corona nimmt jedoch anscheinend die Zahl der Menschen zu, die sich zwar als links definieren, zum Hinterfragen aber nicht mehr fähig oder willens sind. Allem Anschein nach erweicht Angst die Hirne von früher in Sachen Materialismus durchaus engagierten Menschen nicht weniger als die der ganz gewöhnlichen Verängstigten. Bald werden sie unter Führung von K.K. dem Menschenfreund Bill Gates und seinen Kumpanen unter den obersten 100 der Weltgesellschaft vor Dankbarkeit nachkriechen. Schließlich bemühen sich letztere für schlappe 7,5 Milliarden des von uns Weltbürgern erarbeiteten Geldes um die Rettung der Menschheit durch einen Impfstoff, der voraussichtlich genauso wirksam sein wird wie alle anderen gut verkäuflichen Impfstoffe der Firmen an denen diese obersten 100 Anteile halten: Impfstoffe, die z. B. das Robert-Koch-Institut und ähnliche nicht empfehlen, weil sie überflüssig sind, unwirksam und für die menschliche Abwehr der meisten infektiösen Erkrankungen Hygienemaßnahmen, Distanz wahren und eine gesunde Ernährung völlig genügen, wie sich auch in der gegenwärtigen „Welle“ wieder zeigt.

Dumm ist nur, dass sehr viele Menschen kein sauberes Wasser haben, weil Leute mit Angst vor Bazillen es ihnen wegnehmen, portioniert und abgepackt in Plastikflaschen durch die Fa. Nestlé. Entschuldigung. Natürlich verwendet Nestlé für zahlungskräftige Moralbürger Glasflaschen. Die Menschen ohne sauberes Wasser verfügen oft auch nicht über die materiellen Mittel, die es ihnen ermöglichen, sich ausreichend und gesund zu ernähren. Lt. FAO haben 820 Mio. Menschen nicht genug zu essen, Tendenz wieder steigend. Aus diesen beiden Gründen -schmutziges Wasser und zu wenig Brot – werden viele Menschen zu Opfern von Krankheiten, denen ihre Immunabwehr nicht angemessen begegnen kann, häufig sogar von Krankheiten, die nachweislich sogar durch verschmutztes Wasser und verschmutzte Nahrungsmittel ausgelöst werden. Da werden Viren nicht einmal gebraucht. Hilft da Impfen?

Ich relativiere. Ich setze die Zahl der vorgeblich vor dem sicheren Corona-Tod bewahrten Menschen in Beziehung zur Zahl derer, die zwischenzeitlich eine aufgeschobene Operation nicht mehr erlebt haben; aus ungeklärter Ursache an irgend etwas anderem gestorben sind; Kindern, die der Gewalt in der Familie nicht mehr entkommen können; Menschen, die sich selbst töten, weil sie die eigene Lage nicht mehr verstehen und nicht wissen, was als nächstes zu tun wäre.
Was ein Mensch aushält, das wissen die von den obersten 100 bezahlten Herrscher über die Petrischalen und die Versuchsmäuse angeblich ohne Untersuchung der Auswirkungen am Menschen selbst z. B. durch Obduktionen oder Reihenuntersuchungen von Menschen. Die Profiteure haben sie beauftragt bzw. ermächtigt Schadstoffgrenzen auszuwürfeln, hormonell wirksame Hautcremes zu erfinden, Arbeitsschritte der Landwirtschaft durch Streuen von Glyphosat zu ersetzen, die Flüsse durch nicht abbaubare Stoffe zu verunreinigen, drohenden Krankheiten mit unerprobten Mitteln zu begegnen und zu vielem anderen mehr.

Um zu erkennen, dass der von künstlichen Stoffen beglückten Welt langsam aber sicher die Luft ausgeht, haben Menschen mit linkem Anspruch fast 50 Jahre gebraucht. Vermutlich mit der alleinigen Begründung, dass man ohne weißen Kittel unmöglich wissen kann, was Elemente sind, welche davon Mensch zum Überleben braucht, dass sie nur in begrenzter Menge vorhanden sind und nur in bestimmten Formen von menschlichen Körpern verarbeitet werden können. Für die Menschen macht es einen Unterschied, ob Sauerstoff als O vorliegt, als O2 oder als O3. Manche versteigen sich sogar zu der Aussage, wer solches behaupte sei ein Esoteriker, ein Globulist oder sonst irgendwie verdächtig. Hinreichend für einen solchen Vorwurf ist gegenwärtig schon der von mir bisher für politisch harmlos gehaltene Hinweis, dass bei kratzigem Hals Gurgeln mit Kamillentinktur hilft und, dass man für die meisten Alltagswehwechen mehr als einen Kräutertee nicht braucht – mit großer Wahrscheinlichkeit keines der Produkte braucht, die mit leichten Risiken für die Anwender von den Herstellern Roche, Pfizer, Bayer, GSK und anderen profitträchtig in den Handel gebracht werden.

Das Ausmaß wird unerträglich mit dem mittlerweile gebildete Menschen sich zwar nicht mehr vorm nackten Kaiser verbeugen, aber dafür vor jedem Schwachmathiker mit akademischer Berufsausbildung und Laborkittel. Kritik an den Weisheiten solcher Halbgötter gilt neuerdings als Frevel an der Wissenschaft selbst. Glücklicherweise schützt mich mein fortgeschrittenes Lebensalter davor, die Folgen dieser wissensfreien aber dafür tief empfundenen Mitmenschlichkeit ausbaden zu müssen.