Stichwort: Whataboutismus

Einer der Begriffe, die gerne von bürgerlichen „Antifaschisten“ verwendet werden, um anderen rechtes Denken zu unterstellen, ist das Wort „Whataboutismus“. Es dient in der politischen Debatte dazu, einen Verweis auf ein anderes Problemfeld als unzulässig zurückzuweisen, weil es angeblich keinen Zusammenhang mit dem Thema habe. Eine der Nebenwirkungen: Es hilft, linke Argumentationsketten im Keim zu ersticken, denn wer unzulässig vergleicht, in Beziehung setzt, relativiert kann auf grundlegende Mechanismen der herrschenden Wirtschaftsordnung nicht zurückkommen, die ALLE realen Zustände notwendigerweise prägen.
Dazu ist zu sagen:
Man kann, darf, muss alles vergleichen. Wenn man nicht alles vergleicht, kann man nämlich nicht feststellen, wessen Interessen sich in Sachfragen durchsetzen. Es geht dabei nicht um belegbare, mathematische oder naturwissenschaftliche Richtigkeit, sondern darum, welchem Problem in der Gesellschaft Priorität eingeräumt wird. Das ist eine gesellschaftliche, daher eine politische Frage. Ich hatte in meinem Garten auch mal Spargel, eine grüne Sorte, weil weißen zu ernten handwerklich schwieriger ist. Ob der Anbau einer Gemüsesorte, die kaum Kohlehydrate und Eiweiß enthält sinnvoll ist, „erneuerbare Energie“ sinnvoller als Maismehl? Auch ob in Deutschland guter Ackerboden planmäßig kaputt gemacht wird, um für den Weltmarkt billiges Fleisch zu erzeugen ist eine politische Frage.
Ohne „Whataboutismen“ kann man Verhältnisse selten auf den Punkt bringen, vor allem nicht in kurzer sprachlicher Form als Scherz, Satire, Ironie.
„Whataboutismus“ ist ein politischer Kampfbegriff – kein Argument. Es richtet sich eindeutig gegen links.

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