Sachinformation zu COVID 19

Über den Mail-Verteiler des Freidenker-Verbandes hat mich diese Information erreicht zu Möglichkeiten des Infektionsschutzes und der Früherkennung einer durch den neuen Virus entstehenden Lungenentzündung.
Ich möchte dieses Info zur Kenntnis geben mit dem Hinweis, dass die dort aufgeführten Maßnahmen das Gebot der körperlichen Distanzierung NICHT aufheben oder überflüssig machen, sondern zu einem besseren Schutz aller Menschen beitragen können.

COVID 19 INFO

Sprachkritik

Als ich in meinen ersten Dienstjahren als Lehrerin in der Grundschule, Klassenstufe 1./2., meinen „Grammatik-Unterricht“ auf das theoretische Konzept Chomskys von der generativen Transformationsgrammatik aufbaute – nicht allein ich, sondern viele „moderne“ Lehrer nahmen damals eine auf dieser Theorie fußende Grammatik zur Hand – kreideten mir meine Vorgesetzten das an. Einer von ihnen, ein Schulrat, „testete“ das Sprachvermögen meiner Zweitklässler mit folgender Aufgabe: „Leiter, Fritz, Korb, Apfel, holen. Bringe diese Wörter in einem Satz unter.“ Das geht. Z. B. so: Fritz geht in den Obstgarten, stellt seine Leiter an, holt einen Apfel und legt ihn in seinen Korb. Die 4 Substantive in einem Satz unterzubringen, der von einem einzigen Verb regiert wird – ist das zu schaffen? Wie?
Über ausformulierte Vorschläge meiner Leser würde ich mich freuen. Ganz besonders über solche, die das allein mit dem Verb holen und den angegebenen Substantiven schaffen. Ich bitte dazu um eine kurze Angabe, welcher Zeitaufwand für den hoffentlich erfolgreichen Versuch nötig war. Wenn mir langweilig ist, beschäftige ich mich manchmal des Spaßes halber mit dieser oder ähnlichen Aufgaben.

Ein aktuelles Ergebnis eines solchen Versuchs habe ich in der Tageszeitung gefunden. „Nach Kritik am System wurde die Liedermacherin zur Ausbürgerung gezwungen.“ [Nordbayerischer Kurier, 12. März 2020, Seite 11, Bettina Wegner für ihr Lebenswerk geehrt]
Man kann Liedermacherinnen, Beschäftigte, Autofahrer zu allerhand zwingen: zum Singen, zum Arbeiten, zum Bremsen.
Bei den ursächlichen Angaben für diese Ausübung von Zwang wird es schon schwieriger. Wer oder was zwingt Liedermacherinnen zum Singen, Beschäftigte zum Arbeiten und Autofahrer zum Bremsen? Vielleicht das Talent, die Notwendigkeit oder ein Reh.
Kann man Bewohner eines Staates zur Ausbürgerung zwingen? Grundsätzlich nicht. „Ausbürgerung“ bezeichnet einen hoheitlichen Akt eines Staates.

Der zitierte Satz ist Nonsense.

Journalisten, deren Sprachvermögen vermutlich auf intimer Kenntnis der Grammatik des Lateinischen beruht, bringen so etwas jedoch zustande. „Nach Kritik am System“ ist eine grammatikalisch ebenso korrekte Reihung von Wörtern wie „Nach Kritik am Toilettenpapier“ oder „Nach Kritik am industriellen Landbau“ oder „Nach Kritik an Charlys Tante“…. obwohl eine Formulierung, die einen zeitlichen Ablauf nahelegt statt eine Ursache, den Kern der Sache nur am Rande trifft.
Selbstverständlich kann der Anonymus, der sich hinter der Passiv-Konstruktion versteckt, das Objekt „Liedermacherin“ zu allerhand zwingen: zum Singen, zum Springen, zum Juchzen, auch zur Ausreise. Zur Ausbürgerung kann aber kein Individuum gezwungen werden, denn dieses Wort beinhaltet die Existenz eines handelnden Staates und ein bestimmtes Tun dieses Staates: das Ausbürgern. Bürgerin kann dieses Tun an sich selbst nicht vollziehen.

Wisst ihr jetzt, wozu man die generative Transformationsgrammatik benutzen kann? Zur Aufdeckung von Sinn und Unsinn. Meine Annahme: Der kritische Geist der Wissenschaften mit Sitz in Noam Chomskys Hirn hat sie genau zu diesem Zweck erfunden. Wer sich nicht veräppeln lassen will von der Sprache der angeblich Gebildeten, die zwar die Rechtschreibung beherrschen aber nicht die Sprache, der muss Techniken anwenden, die auf Noam Chomskys Theorie gründen.