Upskirting

„Was ist „Upskirting“? Upskirting nennt man das ungefragte, voyeuristische Fotografieren, das einer Frau unter den Rock guckt. Solche Upskirts landen häufig auf Pornoseiten und anderen Onlineplattformen. Auf vielen Upskirts sind die Frauen identifizierbar. Oft werden Frauen dafür in der Öffentlichkeit heimlich fotografiert oder bedrängt. In Deutschland ist diese Praxis nicht hinreichend vom Gesetz abgedeckt: Strafbar macht man sich erst durch die Verbreitung der Aufnahmen, das Fotografieren ist weiterhin legal. Laut § 201a im Strafgesetzbuch sind diese Aufnahmen nur in privaten und geschlossenen Räumen verboten (Gesetz ist in den weiterführenden Links angehängt.)“
[Quelle: https://www.change.org/p/verbietet-upskirting-in-deutschland ]

Das „Problem“ erinnert mich an eine Kollegin, die in der Ära der „Minirock“ genannten breiten Bauchbinden zu Beginn und Mitte der siebziger Jahre während des Unterrichts gerne auf dem Pult saß und mit den Beinen baumelte. Eine Verhaltensänderung erfolgte umgehend, als ich sie unter Frauen wissen ließ, dass Mädchen und Buben ihrer 2. Klasse vor dem Unterricht Vermutungen darüber anstellten, welche Farbe denn heute ihr Schlüpfer haben würde, teilweise dazu Wetten abschlossen. Ich hatte das von einer Bekannten erfahren, deren Sohn diese Klasse besuchte.

In welchem Umfang wollen denn Frauen ihr Recht proklamieren, Aspekte ihrer Körperlichkeit öffentlich sichtbar werden lassen und gleichzeitig Folgen dieser – wohlgemerkt freiwilligen – Entblößung strafrechtlich verfolgt sehen? Es gab einmal die Benimmregel, dass der Mann auf Treppen der Frau im geschürzten Rock folgt, damit er sie bei etwaigem Stolpern vor einem Sturz bewahren kann. Wer jemals mit auch nur knöchellangem Rock eine Treppe hinaufgegangen ist, weiß wovon ich rede. Sollen zukünftig Männer des Voyeurismus bezichtigt werden, die hinter einer Frau im selbstgewählten kurzen Rock die Treppe hochgehen?
Männer! Geht vorsichtshalber vorneweg! Immer! Nur dann fühlen wir uns sicher. Nur dann ist gewährleistet, dass Ihr nicht unter Röcke spitzt, euch an schwingenden Hüften ergötzt oder angesichts wohlgeformter Beine unkeusche Gedanken höher schweifen lasst.

Die Unfähigkeit zwischen öffentlicher und privater Sphäre zu unterscheiden, nimmt langsam wirklich seltsame Züge an. Ich bin weit davon entfernt, Frauen sittsame Kleidung und sittsames Verhalten anzuraten, wie jüngst dem öffentlichen Rumor nach auf dem evangelischen Kirchentag geschehen. Aber besteht Freiheit wirklich nur dann, wenn das Strafrecht voraussehbare, zu erwartende unliebsame Folgen unterbindet? Gibt es denn wirklich keinen Mittelweg zwischen heißen Höschen und Burka? Einen Mittelweg, bei dem Frauen anerkennen, dass Männer eben Männer sind und auf sexuelle Signale reagieren – keine Kastraten, die nur noch schön singen.

Was, „Schwestern“, wollt ihr noch unternehmen, um meinen fraulichen Stolz auf unsere Olympe de Gouges angesichts des herrschenden Feminismus in Fremdschämen zu wenden?

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