cradle to cradle

Das Bemühen um geschlossene Stoffkreisläufe bringt „uns“ (meint: die Menschheit) einer gerechteren und Ressourcen schonenden Welt näher. Das bezweifle ich nicht.

Unklar bleibt jedoch, wie aus der Baumwolle – ich kann mich noch gut  erinnern an die bewässerten Baumwollfelder im Tal des Büyük Menderes (dt. Großer Mäander) – bei Menderes Tekstil auf geheimnisvolle Weise ohne Aufwendung von menschlicher Arbeit und/oder Energie Baumwolljersey für T-Shirts entsteht. Dieser formt sich dann bei Trigema, versehen mit einem cradletocradle-logo, auf ebenso geheimnisvolle Weise ohne Energieaufwand in T-Shirts, die am Ende ihrer Haltbarkeit in der Bio-Tonne oder auf meinem Komposthaufen landen und dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden. Man kann natürlich auch – genauso ohne jeglichen Arbeitsaufwand – daraus Papier machen, das nach seiner Nutzung als Tageszeitung übergeführt wird in wunderbares DANKE-Klopapier, das wir in zukünftigen Kläranlagen arbeitsfrei herausfiltern und zu einem lederartigen Material pressen, das sich – natürlich wieder ohne Arbeitsaufwand – zu Taschen, Geldbeuteln und Gürteln fügt, die dann möglicherweise wieder als Kompost den Kreislauf schließen.

Ohne menschliches Zutun (=Arbeit)  wandelt sich das Licht der Sonne zum Strom vom Solarpanel. Ohne Arbeit geht´s vom Mais zum Biogas. Ohne Arbeit auch vom Raps zur Margarine, zu Speiseöl und Treibstoff.  Weil es natürlich in allen erneuerbaren Energie-  und Stoffkreisläufen keine „Reibungsverluste“ gibt, werden Ressourcen nicht weniger, ist die Möglichkeit zur Erzeugung grenzenloser Mengen an Gebrauchsgütern für alle jeweils lebenden Menschen erreichbar – wenn nicht morgen, dann wenigstens übermorgen. Auf jeden Fall bevor Kriege und Klimawandel für eine Dezimierung der Population gesorgt haben. Oder vielleicht doch nicht?

 

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