Nach 70 Jahren

Bild: Briefmarke aus dem Jahr 1947. So recht ist nichts draus geworden, oder?

Der gemeinsame Auftritt von Angela Merkel und Barack Obama als Friedensstifter auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin verdient eine Anmerkung.

Meine Eingangsfrage ist wie immer „Zu wessen Nutzen?“. Die zentrale Funktion des Trump-Bashings und Obama-Beweihräucherns: Grundsätzlich können so die Interessen der Hegemonialmacht als „gemeinsame Werte unserer Zivilisation“ bekräftigt und überall gegenüber der Bevölkerung besser durchgesetzt werden.

Auch die europäischen Satellitenstaaten haben daran ein Interesse. Können der jeweils amtierende Präsident oder die Bundeskanzlerin gegen das globalisierte Finanzkapital und den militärisch industriellen Komplex „Politik machen“, selbst wenn sie es wirklich wollten? Eines der prominentesten Opfer dieser seit langem funktionierenden Zusammenarbeit zwischen MiK und Finanzkapital, John F. Kennedy, hätte übermorgen seinen 100sten Geburtstag. 

Verschwörungstheorie? Von vielen sachkundigen Menschen gut recherchierte Tatsachen untermauern die Annahme, dass gegenwärtig die Vertreter der oben benannten Interessen ihr Handeln weltweit hervorragend koordinieren und dadurch stetig an Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Interessen gewinnen. Sie sitzen nicht nur unangefochten in der Vorhand, sie haben fast überall die Oberhand. Menschenleben sind ihnen dabei völlig egal, solange es gelingt z. B. im Nahen Osten die Ölquellen zu sichern. Das darf nämlich nicht nocheinmal passieren, dass wie in den Irakkriegen Bohrstellen brennen, die dann Paul Neal Adair und seine Firma mühsam löschen müssen! Erdöl, sinnlos abgefackelt! Was sind dagegen ein paar Hundert, ein paar Tausend Menschen als bedauerliche „Kollateralschäden“ unter der Bevölkerung?

Schwierig ist es nicht sich durchzusetzen, wenn die potentielle Gegenseite, die Untertanen, die ihnen Ausgelieferten, nichts besseres zu tun haben, als einen bürgerlichen Individualismus zu feiern, der zwar gemeinsame „Betroffenheit“ als Grund anerkennt sich zu organisieren – aber ja nicht Klasseninteressen. Das ist so etwas von uncool und outdated… . In „unserer“  Demokratie darf sich jeder, wirklich jeder mit anderen Betroffenen zusammentun. Diskriminierte Dicke, diskriminierte Doofe, diskriminierte irgendwas – Schützer von Hunden, Katzen und Regenwürmern, der Polizei, der Ostseestrände und der historischen Mühlen … vereinigt Euch! „Ich kenne keine Parteien mehr, nur noch Demokraten!“

Hauptsache keine „Klasse“!!! Nirgendwo ein gemeinsames materielles Interesse, das man durchsetzen könnte, müsste, wollte – nur individuelle Vorlieben, denen ohne Unterschied gesellschaftlicher Respekt zu zollen ist. Aus dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum macht man so einen für „die Betroffenen“ vergleichbar schlimmen Zustand wie die unmenschliche Unterdrückung durch ein fehlendes Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare oder die Gefährdung des Auerhahns in den Bergen bei Kleinpopelsdorf. So lässt sich gemeinsames Klagen organisieren, Abhilfe nicht!

Manchmal werde ich zornig.

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