Einrad

Bild: Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.

Meine Lokalzeitung berichtet: Ein junger Forscher hat ein sich selbst ausbalancierendes Einrad entwickelt, das einem viel Kraft und Zeit spart z. B. beim Laufen durch lange Gänge, den Großstadtdschungel … .  Man soll dabei so viel Zeit sparen, dass es für den Besuch im Fitness-Studio langt, um die völlig untrainierte Rückenmuskulatur auf Vordermann zu bringen. Vielleicht braucht man auch in Zukunft die reale Fähigkeit zum aufrechten Gang gar nicht mehr. Den Verdacht habe ich schon lang. …

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Nach 70 Jahren

Bild: Briefmarke aus dem Jahr 1947. So recht ist nichts draus geworden, oder?

Der gemeinsame Auftritt von Angela Merkel und Barack Obama als Friedensstifter auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin verdient eine Anmerkung.

Meine Eingangsfrage ist wie immer „Zu wessen Nutzen?“. Die zentrale Funktion des Trump-Bashings und Obama-Beweihräucherns: Grundsätzlich können so die Interessen der Hegemonialmacht als „gemeinsame Werte unserer Zivilisation“ bekräftigt und überall gegenüber der Bevölkerung besser durchgesetzt werden. Weiterlesen „Nach 70 Jahren“

Das Elend der Philosophie, die 351-ste…

Die Kulturindustrie hat sich aller Sparten bemächtigt, die nicht unmittelbar praktischen Zwecken dienen und sie dem Markt ausgeliefert. Was sich gut verkauft, muss gut sein. Wenn sich „Kritik“ gut verkauft, ist sie gut.

Der  Wandel der Berufe betrifft also auch den des Philosophen. Dieser bedient das Marktsegment  der sich selbst als „informiert, kritisch, gebildet, sprachlich ausdrucksfähig“   einschätzenden Bürger. Marx von den Füßen auf den Kopf stellend schwadroniert  Richard David Precht über die  unausweichliche Zukunft „unserer“ gegenwärtigen Gesellschaft. Ob er mit Zukunft morgen meint, übermorgen, Ende dieses Jahrhunderts oder irgendwann bleibt unklar. Kriterien, die dieses „uns“  konstituieren, umredet er geschickt. „Wir“ müssten jedenfalls den anstehenden Herausforderungen auf menschliche Weise gerecht werden.

Man kann Herausforderungen auch zurückweisen. Man kann sich auch mit guten Gründen entschließen, ihnen menschlich NICHT gerecht zu werden oder gerade nicht gerecht zu werden, weil man sich für menschlich hält.  Auch das ist menschlich.

Heureka oder „Ich hab´s!“

Bewegte  bunte Bilder machen mir die Tätigkeit des Bügelns erträglicher. Heute z. B. faszinierende Zusammenschnitte von allerlei Lehrreichem zur Erdgeschichte über  Kräfte, die auf unserem Globus sinnlos walten, zu den Elementen des Periodensystems und der Entstehung des Lebens. Aus göttlicher und menschlicher Perspektive von der Schöpfung bis zur letzten Landtagswahl wohl nichts als eine zeitlich ausufernde Abfolge unglücklicher Umstände und Zufälle.

Uns geht die Arbeit aus? – Eine Polemik

Angesichts der Tatsache, dass Politik immer mehr zu einem Geflecht punktueller symbolischer Handlungen verkommt, verbunden durch inhaltsleere Sprechblasen, muss ich einfach ein paar reale, konkrete, materielle Pflöcke einschlagen zu einer der gegenwärtig in den technisch fortgeschrittensten Industriestaaten weit verbreiteten Sprechblasen. Allerorten begegnet uns die Behauptung, dass uns die Arbeit ausginge. Sie wird mit einem hoffnungsvollen Unterton ausgesprochen, von denjenigen, die annehmen die technische Entwicklung werde uns von der Last der Arbeit befreien. Sie treibt aber auch Menschen, die an Arbeit gewöhnt sind in die blanke Existenzangst. Allein dieser Widerspruch könnte einen veranlassen, die Rede von der verschwindenden
Arbeit als Behauptung zu erkennen – nicht als Wahrheit, nicht einmal als hinreichend begründete Aussage. Misstrauen in dieser Hinsicht könnte schon meine Beobachtung wecken, dass sich IGMetall, der Industrieverband Gesamtmetall und die Initiative neue soziale Marktwirtschaft auf geheimnisvolle Weise darauf verständigt haben, dass „Uns geht die Arbeit aus.“ als unangefochtene Grundlage aller weiteren Debatten zum
Arbeits- und Sozialrecht zu gelten hat. Da lohnt es sich vielleicht doch, der Richtigkeit dieser Behauptung nachzugehen.

 

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Eine wichtige Frage

Forbes

Sreenshot von der heutigen Ausgabe der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt

Faschismus ist die mit autoritären Mitteln durchgesetzte, rechtlich und moralisch nicht eingehegte Durchsetzung der Interessen des Kapitals,  die auf die Spitze getriebene Ausbeutung von Menschen durch Menschen.  Gewinnt er menschliche Züge,  wenn die Herrscher Bill Gates, Amancio Ortega, Carlos Slim Helu, Liliane Bettencourt, Wang Jianlin, Karl Albrecht, Mukesh Ambani … heißen, in fast allen Ländern der Welt beheimatet sind und ihren Ausbeutungsobjekten genderfreie Toiletten, eine Welt ohne Grenzen und Gotteshäuser jeglicher Art schenken?

Ein Hoch auf die Dialektik!

Erst kürzlich ist Bernd Stegemanns Buch »Das Gespenst des Populismus« im Verlag Theater der Zeit erschienen. Gestolpert bin ich vor dem Kauf über den Untertitel »Ein Essay zur politischen Dramaturgie« und den Verlagsnamen. Beides ungewöhnlich für ein Buch, das sich aktuellen politischen Fragen widmet. Die Spannung stieg, als ich herausfand, dass Bernd Stegemann von Beruf Dramaturg ist und als Professor an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin berufen wurde. Man trifft nicht mehr so oft auf eine Verbindung von Politik und Kultur wie sie der Namensgeber der Hochschule vertrat.

Meine so entstandene Neugier wurde nicht enttäuscht, sondern in einem unerwarteten Ausmaß belohnt! Mit einer Sprache weit ab vom üblichen Politsprech nähert sich der Autor dem Thema und überzeugt  Weiterlesen „Ein Hoch auf die Dialektik!“