Wiki klärt auf

Bild: über wikicommons

In weit zurückliegenden Jahren, den Jugendjahren, in denen einem fast alle Begriffe fremd gegenübertreten, pflegte ich mich ihrer Bedeutung manchmal folgendermaßen zu vergewissern:

  1. Schritt: Das einbändige Lexikon der Büchergilde.
  2. Schritt: Das drei- (oder 4?) bändige Herder-Lexikon
  3. Schritt: Meyers Konversationslexikon
  4. Schritt: Ein Blick in den großen Brockhaus, der im Studierraum meiner Schule zur Verfügung stand.

Wenn ich danach nicht zufrieden war, gab es auch noch Fachlexika für Naturwissenschaften,  Geschichte, Politik, Philosophie, Literatur  etc.

Die mir zur Verfügung stehenden Nachschlagewerke waren aus unterschiedlichen Epochen über Antiquariatskäufe an mich gekommen. So entwickelte ich ein Gespür für die Veränderung von Begriffsinhalten über längere Zeiträume. Später erfuhr ich durch den Gebrauch fremdsprachiger Nachschlagewerke, wie viele kulturelle Differenzen sich hinter Worten verbergen, die wir für „gleich“ halten.

Heute reicht Wikipedia und ein Link auf einen Artikel  in der deutschen Version, selbst dann, wenn es sich um eines der modischen, vermeintlich  englischsprachigen Fachwörter handelt. Debatten werden durch Verweis auf eine lexikalische Wahrheit beendet. Recht gewagt, wenn man sich über Gesellschaft und Politik verständigen will.

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