Jenseits von „links und rechts“

Ich bin eine Verschwörungstheoretikerin: Ich bin fest davon überzeugt, dass es irgendwo eine Gruppe von Menschen gibt, die ihren Vorteil daraus zieht, dass keiner mehr weiß, was links und rechts ist und alle es für richtig halten, dass die einen immer reicher werden und die anderen arm bleiben. Das hat nämlich der Hl. Hermes, Beschützer der Händler und Märkte, so eingerichtet.

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Bild: Ausschnitt aus der Startseite von „psiram.com“

Ich bin ja wahnsinnig froh darüber, dass man die Richtigkeit von Nachrichten nicht mehr prüfen muss. Es reicht zu wissen, wer sie verbreitet. Genau so stelle ich mir den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ vor!

Interessen

„Abschlagsfreie Rente für alle erst mit 70? Haben die sie eigentlich noch alle? Da sind Leute unterwegs, die offenbar jeden Kontakt zur Lebenswirklichkeit von Millionen von Menschen verloren haben.“ (Frank Bsirske, ver.di Publik Dez. 2016)

  • Solange die Gewerkschaften von „Leuten“ sprechen, als wisse man nicht, wer da unterwegs ist …
  • Solange die Gewerkschaften so tun, als läge es an der gestörten Wahrnehmung dieser Leute …

solange sie nicht die handelnden Menschen und ihre Interessen genau benennen, wird sich nichts ändern.

Diejenigen, die „Arbeit geben“, wollen die Früchte unserer Arbeit am liebsten ganz für sich. „So viel wie möglich für uns – so wenig wie möglich für Euch.“ Wer den grundlegenden Interessengegensatz nicht benennt, bleibt in der Position des Bittstellers, des Hilfesuchenden, des Appellierenden. Es geht aber nicht ums Vergönnen, Mitmenschlichkeit oder Wahrnehmungsstörungen bis hin zur Dummheit. Es geht um Interessen.

Wer den Gegensatz nicht in die Köpfe bringt, sondern der Gegenseite nur amoralische Böswilligkeit unterstellt, genau der fördert Wahlentscheidungen, die nicht durch Interessen bestimmt werden, sondern durch Gefühle.

  • Wer sich verlassen, machtlos, missachtet, übergangen, unterdrückt, belogen, verraten, hintergangen, schlecht vertreten …  fühlt, wählt rechts.
  • Wer um Interessen weiß und für die eigenen streitet, wählt links.

So einfach wär´s, würde man  wollen.

Schon wieder Unsinn

Viel Platz hat meine Lokalzeitung der Berichterstattung von Stefan Schreibelmayer zu  einem Vortrag eingeräumt von unserem lieben Professor Sinn in  Bayreuth.

Meinen abschließenden Seitenhieb auf Topökonomen und Unsinn haben sie mir leider weggekürzt. Ist so etwas jetzt schon „Hass“?

„Es ist schon erstaunlich, welcher Raum immer wieder einem „Topökonomen“ eingeräumt wird,der selbst unter Fachkollegen nicht selten als Professor Unsinn bezeichnet wird. Er ist einer der `alten weißen Männer´, die mit ihrer Weisheit noch nie richtig lagen, und immer größte Mühe hatten, nachträglich die `überraschenden´ Gründe für ihre Fehlprognosen klarzulegen. Warum er trotzdem von der Presse und den Talkshows so geliebt wird, ist nicht nachvollziehbar. Vielleicht liegt ́s am Bart.“

lb_unsinn

Wiki klärt auf

Bild: über wikicommons

In weit zurückliegenden Jahren, den Jugendjahren, in denen einem fast alle Begriffe fremd gegenübertreten, pflegte ich mich ihrer Bedeutung manchmal folgendermaßen zu vergewissern:

  1. Schritt: Das einbändige Lexikon der Büchergilde.
  2. Schritt: Das drei- (oder 4?) bändige Herder-Lexikon
  3. Schritt: Meyers Konversationslexikon
  4. Schritt: Ein Blick in den großen Brockhaus, der im Studierraum meiner Schule zur Verfügung stand.

Wenn ich danach nicht zufrieden war, gab es auch noch Fachlexika für Naturwissenschaften,  Geschichte, Politik, Philosophie, Literatur  etc.

Die mir zur Verfügung stehenden Nachschlagewerke waren aus unterschiedlichen Epochen über Antiquariatskäufe an mich gekommen. So entwickelte ich ein Gespür für die Veränderung von Begriffsinhalten über längere Zeiträume. Später erfuhr ich durch den Gebrauch fremdsprachiger Nachschlagewerke, wie viele kulturelle Differenzen sich hinter Worten verbergen, die wir für „gleich“ halten.

Heute reicht Wikipedia und ein Link auf einen Artikel  in der deutschen Version, selbst dann, wenn es sich um eines der modischen, vermeintlich  englischsprachigen Fachwörter handelt. Debatten werden durch Verweis auf eine lexikalische Wahrheit beendet. Recht gewagt, wenn man sich über Gesellschaft und Politik verständigen will.

Thema: Friedenspolitik

Bild: Graffiti-Kopie des Picasso-Bildes Guernica  über wikicommons

Im Heft 193 der „Arbeiterstimme“ ist ein Aufsatz erschienen, den ich hier mit Zustimmung der „Arbeiterstimme“ zur Verfügung stellen möchte.

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Leserbrief Grundeinkommen (2016)

Es sind überwiegend bildende Künstler, Schauspieler, Musiker, Autoren, die sich für ein
Grundeinkommen begeistern, denn es ist geeignet die Einkommensschwankungen abzufedern, denen die Menschen in diesen Berufen ausgesetzt sind. Der KURIER berichtete zur Situation von Schauspieler*innen in der selben Ausgabe.
Fast alle Menschen im erwerbsfähigen Alter wünschen sich aber weder Arbeitslosengeld I oder II noch ein Grundeinkommen. Sie wollen Arbeit, mit der sie, evt. auch Familie und Kinder, auskömmlich leben können. Sich selbst und Angehörige aus eigener Kraft ordentlich versorgen zu können, das ist ein wesentlicher Bestandteil des Selbstwertgefühls.
Die gegenwärtige Produktivität ließe es zu, die wöchentliche Normalarbeitszeit so weit
herunterzufahren, dass für alle ein existenzsichernder Arbeitsplatz da ist. Es ist die blanke Gier der Aktionäre und Spekulanten, die den Abbau von Arbeitsplätzen und ihren Umbau in Kleinstarbeitsplätzchen antreibt. Es gibt genug Arbeit, auch für weniger Qualifizierte. In Krankenhäusern fände man sicher deutlich weniger multiresistente Keime, würde annähernd so häufig und gründlich geputzt wie früher.
Früher sprach man von einem Gleichgewicht von Kapital und Arbeit.Davon kann nicht mehr die Rede sein. Menschliche Arbeit ist nichts mehr wert, nirgends, solange
die staatlichen Regeln der „Wirtschaft“ erlauben, die Konten des oberen Prozents allein durch grenzenlose Spekulation anschwellen zu lassen.
Das von Prof. Stadelmann vorgeschlagene Grund“kapital“ von 20 000 € – wie kommt er
ausgerechnet auf diesen Betrag? – ist eine realitätsfremde Schnapsidee, wie sie nur der
volkswirtschaftliche Mainstream an unseren Universitäten hervorbringen kann. Existenzgründer brauchen Geld nicht allein um Anfangsinvestitionen zu tätigen, sondern auch um magere, manchmal sehr magere, Anfangsjahre zu überstehen. 20 000 € sind ein Klacks! Heruntergerechnet auf Hartz-IV Niveau könnte man mit dieser Unterstützung nicht einmal 2 Jahre sein Leben fristen, bis der Laden „brummt“. Bis Neugründungen sich lohnen und die Gründerinnen tragen, dauert es in aller Regel um einiges länger!