Berliner Zukunft

Ob die Berliner LINKE in der Lage sein könnte, die Folgen der Fehler zu beseitigen, an denen sie zwischen 2001 und 2011 selbst beteiligt war? – Ich glaub´s ja eher nicht. Als große Chance in der Hauptstadt etwas zum Besseren zu wenden, sehe ich eine mögliche R2G-Koalition nicht. Manchmal ist es besser zur Polarisierung beizutragen als sich an die klassische Devise der Sozialdemokratie zu halten, mit einer Koalition Schlimmeres verhütet zu haben. Man muss den Parlamentarismus nicht übertreiben.

Schulen in Deutschland

Auf den Nachdenkseiten wurde ein Aufsatz von Magda von Garrel veröffentlicht, der sehr umfassend Geschichte  und Stand der Schulentwicklung in Deutschland darstellt und kritisiert.

Schulen im Würgegriff – Überlegungen zur staatlichen und privatwirtschaftlichen Umklammerung des öffentlichen Schulwesens

Reale Arbeitszeiten

Der KURIER berichtete Anfang des Monats über eine Anfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN zur Entwicklung der realen Arbeitszeit.

Hier geht´s zur Anfrage

Hier geht´s zur Antwort

Hier mein Leserbrief:lb_arbeitszeit-001

Getäuscht?

Optische Täuschungen sind ein gutes Mittel gegen die vorschnelle Annahme, die eigene Wahrnehmung habe etwas mit Wahrheit oder Tatsachen zu tun. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass – wenn man sich unmittelbar mit der Realität auseinandersetzt, statt mit Bildern – die Wahrnehmung einen doch ganz gut vor falschen Annahmen schützt.

Prioritäten

Bild: by Bob Metcalf [Public domain], via Wikimedia Commons

Du meinst, solange nicht jede Bewohnerin unseres Landes über 35 m² Wohnraum verfügt, die sie sich leisten kann und über genügend Geld um die Lebensmittel im Biomarkt einzukaufen und ein kleines Auto zu fahren, müssten wir Museen schließen, Theateraufführungen ausfallen lassen, Konzerte absagen.

Ich sage, Du bist satt und entfernst deine Ausscheidungen mit Trinkwasser.  Solange Menschen meilenweit laufen für ein paar Liter leidlich trinkbaren Wassers  und täglich Tausende an Hunger sterben, brauchst Du  keine 35 m², bekommst du Lebensmittel mit Beimengungen und bestenfalls ein Sozialticket für den öffentlichen Bus.

Vielleicht sind nicht die Antworten falsch, sondern die Fragen.

Gleichzeitigkeiten

Bild: von Filipe Moreira über https://www.flickr.com/photos/faugusto/

Es wäre schon viel gewonnen, würde meine Lokalzeitung öfter über Hunger berichten, statt über die neuesten Trends der kosmetischen Chirurgie.

„Aus dem alljährlich vorgelegten Bericht zur Ernährungsunsicherheit der Welternährungsorganisation geht hervor, dass die Landwirtschaft weltweit mit dem erreichten Niveau ihrer Produktivkräfte normalerweise – durch die Zufuhr von 2200 Kilokalorien täglich für einen Erwachsenen – 12 Milliarden Menschen ernähren könnte, fast das Doppelte der gegenwärtigen Weltbevölkerung. Das durch den Hunger verursachte Massaker an Millionen Menschen hängt deshalb heute nicht damit zusammen, dass zu wenig Nahrungsmittel produziert werden, sondern mit dem Zugang zu den Nahrungsmitteln. Wer genug Geld hat, kann essen und leben; wer nicht genug Geld hat, leidet an Unterernährung, den Krankheiten, die eine Folge davon sind, und an Hunger. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (Jean Ziegler, Ändere die Welt, S. 42)

und

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Beide Erscheinungen fasst Merkel zusammen im Satz  „Uns geht´s gut.“ Wer ist „uns“? Wem geht´s gut?

 

Werner Ruf: Der Islam – Schrecken des Abendlandes

Zur Vorstellung des Verlags

„Eine theologische Debatte führt notwendigerweise immer zur grundlegenden Frage des Umgangs mit den Texten, deren Bewertung und angenommenen Relevanz. Doch »der Islam« ist weit davon entfernt, eine einheitliche Religion zu sein, vielleicht noch mehr als es das Christentum ist mit seinen katholischen, evangelischen, orthodoxen,koptischen und den zahlreichen nahöstlichen Kirchen, seinen evangelikalen Sekten etc. Die ernsthafte Behandlung dieser Frage würde also zwangsläufig auch in eine Auseinandersetzung mit den beiden großen Glaubensrichtungen des Islam, Sunna und Schi°a, führen wie zur Behandlung der vier großen Rechtsschulen des Islam und den unzähligen Formen des Volksislam, die sich vom subsaharischen Afrika über den Vorderen Orient, den zentralasiatischen Raum bis in die Südsee ziehen.“ (Seite 27)

Was sich gegenwärtig gerne selbst als Religionskritik/Spezialfall Islam darstellt, erfüllt den vorgeblichen Anspruch in  aller Regel nicht.  Religionskritik begnügt sich nicht mit  der Herausstellung von Widersprüchen innerhalb kanonisierter Texte, erst Recht nicht mit einer  Zusammenstellung von „Stellen“, die geeignet sind, die eigene Perspektive zu unterstützen. Religionskritik zeichnet die Entwicklung der als heilig betrachteten Schriften nach,  und bezieht dabei das gesellschaftlich- historische Umfeld ein, in dem diese entstanden und in denen die Inhalte immer von Neuem interpretiert wurden. Die Kritik betrachtet auch die Wechselbeziehungen zwischen den Gläubigen und einer andersgläubigen Umgebung im Lauf der Geschichte und analysiert evt. vorhandene Organisationsstrukturen und die Aufgaben der in ihnen tätigen Menschen. Wer sich auf „den Islam“ bezieht, konstruiert in Wirklichkeit „Essentials“, die mehr darüber aussagen, wie der Kritiker den Islam sieht als über die Glaubensinhalte der in Frage stehenden Religion. Der Autor Werner Ruf geht dieser Konstruktion eines einigen und einheitlichen Islam nach. Er  kennzeichnet sie als  neuen Versuch,  bürgerliche Herrschaft über die Abwehr innerer und äußerer Feinde zu stabilisieren, wenn nicht sogar zu überführen in ein autoritäres, nach außen aggressiv vorgehendes Regime.  Wer auch immer „den Islam“ als vorgestellte Gesamtheit kritisiert, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass er sich damit möglicherweise implizit in den Dienst bürgerlicher Herrschaft stellt.

Im Punkt 10 werden islamkritische Akteure und Medien vorgestellt. Die Besprechung islamkritischer Postkarten in 10.5. bestätigt meinen Eindruck, dass diese manchmal inhaltlich und formal als in der Tradition des „Stürmer“ stehend anzusehen sind.

 

 

(Mit-)Regieren?

Die gegenwärtige Situation in Deutschland unterscheidet sich wesentlich von der Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Der sog. Zeitgeist ist nicht geprägt von Aufbruch, von linker Hegemonie, Kritik an gesellschaftlicher Lähmung und Restauration, begleitet von breiter prominenter Unterstützung für den Wechsel. Münteferings Formulierung „Opposition ist Mist“ wird gerne zitiert um Regierungsbeteiligungen der LINKEN zu begründen. Gerne wird  von „Verantwortung“ gesprochen und von den kleinen Verbesserungen, die man als (Mit-)Regierungspartei erreichen könne. Gegner der Regierungsbeteiligung einer parlamentarisch kleinen aber relativ wirkungsmächtigen Oppositionspartei halten sich gerne an die Sentenz „Sie dachten, sie seien an der Macht, dabei waren sie nur an der Regierung“ eines unbekannten Autors.

Ich versuche  diese widersprüchlichen  Einschätzungen abzuhandeln, ohne revolutionäres Pathos zu bemühen oder in den Chor „Wer hat uns verraten…“ einzustimmen. Weiterlesen „(Mit-)Regieren?“

Zusammenprall der Kulturen

Nach einiger Zeit  der Beobachtung von FB, Lektüre von Zeitungsartikeln, kursorischer Lektüre verschiedener heiliger Schriften, Berücksichtigung juristischen Sachverstandes, Einbeziehung geringfügiger Kenntnisse aus der Presse über Furore machenden Umgang mit Frauen und Kindern  und ausgewählter Literatur zum Thema Islam wage ich folgende Statements als Expertin.

  1. Tötungsdelikte von Männern an ihren Frauen wegen fortgesetzter Beleidigung als Schlappschwanz, wegen treulosen Verhaltens, unerlaubten Umzugs in ein Frauenhaus… sind keine Ehrenmorde, sondern Beziehungstaten.
  2. Das jahrelange Einsperren von Frauen, fremden und eigenen sowie Töchtern und Enkelinnen,  kommt im Abendland und im Morgenland vor.
  3. Fortgesetzter Missbrauch von Kindern ist –  wenn keine Beziehungen zu kinderpornographischen Internetshops oder Vermittlungsdiensten der organisierten Kriminalität nachgewiesen werden können – religiös begründet.
  4. Das Begrapschen von Frauen im Menschengedränge, sei es in gut gefüllten U- oder Straßenbahnen, in Bierzelten, auf öffentlichen Plätzen kommt in Deutschland erst seit dem 31. Dezember 2015 vor. Sind die Täter blond,  handelt es sich bei solchen Verfehlungen soweit sie auf  Volksfestplätzen stattfinden nicht um sexuelle Belästigung, sondern um Brauchtumspflege.
  5. Das Vergeuden männlichen Samens an zur Fortpflanzung nicht geeignete Sexualpartner ist in den drei monotheistischen Religionen unerwünscht. Fundamentalisten aller drei Religionen halten diesbezügliche rechtliche Regelungen im Strafrecht der Nationalstaaten für erforderlich. Gleiches gilt für Schwangerschaftsabbrüche. In allen Ländern finden gelegentlich unrechtmäßige Tötungen an Tätern und Helfern statt.
  6. Männer, die kulturell  bedingt ihre Frauen nicht in Schutzkleidung auf die Straße lassen dürfen, sorgen durch den Gebrauch von Schlüsseln und Drohungen für eine geschützte Unterbringung.
  7. Das Unterhalten von auf Dauer angelegten sexuellen Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und geschlechtsreifen Frauen unter 18 ist bei Nachweis von „Liebe“ zulässig, wenn eine Eheschließung rechtlich nicht möglich ist.
  8. Massenvergewaltigungen durch hindustische Männer interessieren uns nicht, denn Indien gehört nicht zum Morgenland.
  9. Für den den 100-jährigen Krieg, den 30-jährigen Krieg, den 7-jährigen Krieg, … gab es ordentliche machtpolitische  Gründe, während die Ausweitung des Osmanischen Reiches ausschließlich religiös begründet war.
  10. Wie u. a. auch in Voltaires „Candide“ erzählt, blicken die Bewohner des Abendlandes auf eine lange Tradition christlich-jüdischer Verbundenheit zurück, während Staaten mit semitischer Bevölkerung (sprachliche oder rassische Zuweisung möglich) zu religiös motivierten Konflikten neigen.
  11. Was manche für eine Karikatur aus dem „Stürmer“ halten, ist nicht antisemitisch. Der Turban macht hinreichend deutlich, dass es nicht um Juden geht – auch wenn die Physiognomie weitgehend gleich dargestellt wird.

Meine Liste spiegelt den Erkenntnisstand im September 2016. Es ist wahrscheinlich, dass diese Liste ergänzt werden kann und muss, in einzelnen Punkten präziser gefasst  oder der Rechtsentwicklung (Vorsicht! Mehrdeutigkeit!) angepasst.