„uneingeschränkte sexuelle Selbstbestimmung“

Gerade wieder gelesen: „Für ein uneingeschränktes Recht auf sexuelle Selbstbestimmung“. Blödsinn, der zur Zeit unter „Schwestern“ leider Konjunktur hat.

Autonome Entscheidungen schließen meine Beziehungen zur Umwelt ein, zur stofflichen wie zur menschlichen. Es gibt nirgendwo ein uneingeschränktes Recht auf Selbstbestimmung – es sei denn ich könnte mich physisch und psychisch auf einen Punkt reduzieren. Jeder darüber hinausgehende  Anspruch ist ein angefochtener. Die mich umgebende Luft wird  mein Menschenrecht auf Sauerstoff  nicht erfüllen, wenn ich nicht  atme. Ohne wenigstens einen anderen Menschen, dessen Akzeptanz ich erst erringen muss, gibt´s nicht einmal „Offiziersskat“, sondern nur „Solitair“.

Selbstbestimmung ist mehr als die Möglichkeit zur verbalen Verweigerung der Zustimmung zum Handeln anderer.  Die in der Überschrift zitierte Formulierung unterstellt  eine qua Geschlechtszugehörigkeit gegebene passive Rolle, wenn nicht eine Opferrolle, und leitet daraus ein besonderes Schutzbedürfnis ab.  Sie bestätigt implizit auf eine subtile Art das immer noch herrschende Frauenbild: die Frau als tendenziell passives und deshalb besonders schutzbedürftiges Wesen. Wer muss denn durch das Recht geschützt werden über die allgemein für alle geltenden Regeln hinaus?  Kinder, Handlungsunfähige, Unmündige, Abhängige, Demente, Schutzbefohlene… .

Manche halten die Gewährleistung eines besonderen Schutzbedürfnisses von Frauen  für einen Fortschritt in der Emanzipation. Ich nicht.

 

 

 

 

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