Bargeldabschaffung?

Man gibt sich aktuell redlich Mühe, die Verbraucherinnen und Verbraucher davon zu überzeugen, dass der moderne Mensch kein Bargeld braucht. Auch meine Lokalzeitung hat dieses Thema aufgegriffen.

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Bunt? Frei?

Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute in den weit verbreiteten Intiativen „Hinterunterpopelsdorf ist bunt, nicht braun.“  offensichtlich nur schwarz und weiß kennen. Kein Wunder, dass man da Schwierigkeiten bekommt, zwischen alten und neuen Nazis, rechtskonservativen und Rassisten zu unterscheiden.

Unvorstellbar für manche, dass es den Sklaven eines Baumwollfarmers mit christlich-milder Denkungsart besser ging als einem schwarzen doppelt freien Lohnarbeiter in den Schlachthöfen von Chicago. Nicht vergessen: die Sklaven wurden nicht allein deshalb befreit,  weil die typisch amerikanische Freiheitsliebe dies erforderte, sondern weil man im Norden die Arbeitskräfte brauchte, die der Süden hatte.

1989 haben wir auch so einen Freiheitssturm erlebt. Einige ältere Bewohnerinnen und Bewohner der nordöstlichen Bundesländer haben mir erzählt, dass sie ohne Reisefreiheit jedes zweite Jahr Urlaub in Ungarn oder am Schwarzen Meer machen konnten. Mit Reisefreiheit und Hartz IV können sie sich einen Urlaub nicht mehr leisten.

Was wieder einmal belegt, dass Freiheit oft mit materiellen Nachteilen verbunden ist und es vielen Menschen unter vormundschaftlicher Fürsorge besser geht als in Freiheit. Den meisten ist letzteres auch lieber. Deshalb bin ich lieber sozialistisch als marktfrei.

 

„Rinks und lechts“

Bildquelle: Levin Holtkamp (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Mit Jandl gesprochen sind „rinks und lechts“ unverwechselbar und gleichzeitig leicht zu verwechseln. Diese Begrifflichkeit scheint aktuell immer  unschärfer, diffuser, unklarer zu werden. Eine linke politische Alternative verblasst. Es gibt kaum eine Möglichkeit sich zielgerichtet als Unterstützerin eines Richtungswechsels zu engagieren. Gleichzeitig  wächst Dank Internet die Zahl der sich als „links“ verstehenden Blogs, Portale, Gruppen, Parteien, Initiativen… ins Unermessliche.  Ein Wort eint sie zur Zeit alle:  Rechtsruck. Wie weit trägt diese Einigkeit? Nützt die im öffentlichen Diskurs zunehmende Unschärfe des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit  den Benachteiligten, den Besitzlosen, den Rechtlosen?

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Fixe Ideen

Beitragsbild von  Taxiarchos228 (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Am frühen Morgen des heutigen Tages hat ein durchgeknallter 27-jähriger auf einem bayerischen Provinzbahnhof auf andere Menschen eingestochen.

Da Messer grundsätzlich nur von Südländern genutzt werden, der Täter vielleicht dunkle Haare hat – Presseberichte enthalten dazu keine Angabe – und es natürlich auch keine christlichen Fundamentalisten gibt, die von anderen als „Ungläubigen“ sprechen, machte innerhalb von 2 – 3 Stunden die „Beobachtung“ eines Zeugen sofort die Runde durch alle Sender und Online-Auftritte von Presseorganen. Der Ruf  „Allahu akbar“ lasse einen islamistischen Hintergund der Tat vermuten.

Anders als bei Tötungsdelikten, die sich gegen Nichtdeutsche richten, zog wegen eines möglichen islamistischen Hintergundes sofort das LKA die Ermittlungen an sich.

Schon gegen Mittag wurde bekannt, dass es sich wahrscheinlich um  den Amoklauf eines jungen Mannes aus Hessen handelte. Anscheinend gehört es zu den Aufgaben unserer freien Presse, alles zu berichten was man (noch) nicht weiß – Hauptsache es verbreitet die richtige Stimmung.