Mensch, Moral, Recht – 4

Die Funktion(en) des Strafrechts

Wir haben in 3 gesehen, dass das Strafrecht nicht vor Taten  schützt, die sich gegen eine Gesellschaft und ihre Mitglieder richten. Wozu taugt es dann?

  1. Die Höhe der Strafbewehrung gibt Auskunft über die in einer Gesschaft geltende Wertehierarchie. Eigentumsdelikte, sofern sie zum Nachteil eines Individuums oder einer juristischen Person begangen werden, sind bei uns hoch strafbewehrt. . Verbrechen gegen Leib und Leben sind weniger strafbewehrt. Vielleicht rührt das daher, dass feine Leute seltener unbeherrscht reagieren und es gesellschaftlich weniger wichtig ist, ob sich die Unterprivilegierten prügeln oder gegenseitig totschlagen.
  2. Die Strafbewehrung suggeriert  für den größten Teil der Bevölkerung Sicherheit. Menschen, deren frühkindliche Sozialisation erfolgreich verlaufen ist, können sich nämlich einfach nicht vorstellen, dass jemand etwas macht, was eine Strafe nach sich ziehen könnte. Risikofreude gehört nicht zu ihren herausragenden Eigenschaften.  Dass die Befriedigung niederer Instinkte – siehe Todsünden – einem Individuum eine Befriedigung verschaffen könnte, die das Risiko wert ist, entzieht sich völlig ihrem gedanklichen Zugriff.   Kriminelles, abweichendes Verhalten folgt einer ihnen unbekannten Logik.
  3. Kommt es zu einer Verurteilung, wird dem allgemeinen Rechtsempfinden  Rechnung getragen. Der Angriff auf die gesellschaftlichen Werte wurde erfolgreich abgewehrt, die Täterin ihrer gerechten Strafe zugeführt und es kehrt wieder Ruhe ein. Die in ihrer Kindheit erfolgreich Sozialisierten können wieder ruhig schlafen. Auch wenn sich am beunruhigenden Zustand dadurch nicht das geringste geändert hat. Die Kiffer kiffen weiter, die Prostituierten tragen weiterhin ihre Haut zu Markte und die latente Aggressivität der Totschläger  wird nicht beseitigt. Einzig der Rechtsfrieden ist hergestellt.
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Gallopierende Sinnentleerung

Diskriminierung

Soziologinnen decken tagtäglich neue Formen unzulässiger Diskriminerung auf und Betroffene machen mobil.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis man herausfindet, dass jeder Mensch unter Diskriminierung zu leiden hat. Gedankliches Muster: Das Diskriminieren von Reichen, Ziegenf…,  Glutenallergikern, Großfüßigen muss ein Ende haben! Andere enthalten ihnen die notwendigen Mittel  zur Bewältigung ihres schweren Loses vor. Schuhe in Größe 72, ein breites Spektrum an glutenfreien Nahrungsmitteln, Ziegen, Garagen für 15 Autos – werden nicht im wünschenswerten Umfang kostengünstig zur Verfügung gestellt!

Wann  fällt  endlich auf, dass diejenigen, die zur Nachdenklichkeit und Skepsis neigen, die am meisten diskriminierten Menschen sind: Sie werden wegen ihrer Neigung an keinem Stammtisch geduldet. Sie werden nur als Sand im Getriebe  und Profithemmer wahrgenommen und sind deshalb öfter von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Ihre ständige Besserwisserei nervt alle anderen, die  genauso schlau sind, ihre gleichen Voraussetzungen aber anders nutzen, meistens wesentlich profitabler.Sie haben häufiger Unfälle oder können tätlichen Angriffen nicht ausweichen, weil sie immer „in Gedanken“ sind.  Ausgleichende, inkludierende Maßnahmen sind  also dringend erforderlich.

Früher nannte man das  „Spannungsfeld  Individuum und Gesellschaft“. Bis zur Adoleszenz hatte man gelernt, die Spannung auszuhalten. Wann wird es den Kämpferxxxx  gegen Diskriminierung gelingen, dieses konfliktträchtige Spannungsfeld in Wohlgefallen aufzulösen? Ohne Gesellschaft wird garantiert keinxxx mehr diskriminiert. Wenn niemand mehr die Respektierung seines „Eigentümlichen“ geltend macht, wird alles gut. Auf welche Art hätten Sie´s denn gern?

 

 

Mensch, Moral, Recht – 2

Todsünden

Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut), Geiz (Habgier), Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren),  Zorn (Wut, Rachsucht), Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht), Neid (Eifersucht, Missgunst), Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens) sind uns  bekannt. Wir  erkennen sie an anderen sofort, an uns selbst nicht so leicht.

Diese allen Menschen innewohnenden Neigungen können sozial schädliche Folgen haben. Sie unter Kontrolle halten zu können, ist das Ergebnis erfolgreicher Sozialisation im Kindesalter. Manche nehmen an, diese Selbstkontrolle sei sogar angeboren. Vielleicht entspringt das der hoffnungsfrohen Annahme, der Mensch sei von Grund auf „gut“, vielleicht auch nur, es gebe für ihn von Natur aus keine Veranlassung böse, gemein, heimtückisch, hinterhältig … zu sein.

Wer die eingangs aufgeführten Neigungen nicht unter Kontrolle hat, droht gesellschaftlich auffällig zu werden, deviant oder kriminell.

 

 

Mensch, Moral, Recht – 1

Gesundheitlicher Arbeitsschutz

Lesen Sie die folgende Wortreihe. Es handelt sich um Namen für verschiedene Formen von Erwerbstätigkeit.

  1. Liquidator*in
  2. Krankenpfleger*in
  3. Stricher
  4. Naturparkranger*in
  5. Hauptschullehrkraft bzw. Sek.I-Lehrkraft
  6. Prostituierte
  7. Erntehelfer*in
  8. Berufssoldat*in
  9. Arzt/Ärztin
  10. Polizist*in
  11. Baufacharbeiter*in
  12. Dachdecker*in
  13. Entwicklungshelfer*in
  14. Söldner*in
  15. Tierpfleger*in
  16. Entsorger*in

Ordnen sie die Berufe nach dem Ausmaß der gesundheitlichen Gefährdung, die mit ihrer Ausübung verbunden ist. (1= gering –>  16=hoch)

Überprüfen Sie Ihre Einschätzung an Hand öffentlich zugänglicher Statistiken zu  Krankenstand, Sterblichkeit, Frühverrentung etc.

Begründen Sie ohne einen Bezug zu den religiösen, moralischen Traditionen des Staates in dem sie wohnen, warum Prostituierte im Erwerbsleben einen ganz besonderen  Schutz brauchen.

Manche meinen sogar, dass sie  vor der Ausübung des Berufs geschützt werden müssen, es also ein Berufsverbot für Prostituierte geben soll. Gleiches Recht für alle Gefährdeten!  Berufsverbot für Soldatinnen und Soldaten und Söldner!

 

 

 

Rechter Osten

Vielleicht ist es gar nicht die fehlende Erfahrung im Umgang mit Fremdem und Fremden, die in den östlichen Bundesländern die Menschen  rechts wählen lässt. 1989 hat der nach 40 Jahren wieder vereinigte  Nationalstaat Tausende von Menschen vor folgende Alternativen gestellt:

  • Abwandern
  • die Familienzeit auf das Wochenende beschränken
  • in einer menschenleeren, verrottenden Heimat bleiben.

Ihre Hoffnung, sie könnten  weiterhin auf der Grundlage eigener Arbeit in ihrer Heimat ihr Leben sichern, wurde bitter enttäuscht.  „Schutz“ ist vielleicht das Einzige, was die Übertölpelten, die wenig flexiblen, wenig mobilen Heimattreuen von ihrer neuen Nation noch erwarten.

Mensch und Tier

Angesichts eines ganz süßen „privaten“ Bildes von Mensch und Hunden in einem Bett:

Die Verbrüderung von Mensch und Tier geht mir auf den Geist. Wehmütig gedenke ich der Zeiten, in denen die Trennung von Wohnung und Stall noch als Fortschritt betrachtet wurde.

Es ist übrigens nicht auszuschließen, dass die Tierfreundin, die den Schäferhund ins Bett lässt, täglich die Toilette mit „Sagrotan“ putzt.

 

Zeuge und Beweis

Wenn eine namentlich nicht genannte Person, Beweise für eine gegen Mächtige gerichtete Behauptung an die Öffentlichkeit bringt,  ist das zumindest ein Verstoß gegen den Datenschutz, wenn nicht Schlimmeres.

Wenn eine namentlich bekannte Person unter Vorlage von Beweisen einen Geheimdienst der  USA rechtswidriger Praktiken bezichtigt, muss sie sich auf einen für einige Zeit eng begrenzten Lebensraum einstellen.

Wenn jemand als Person etwas behauptet, ohne dafür Beweise vorzulegen, ist das ein  Zeuge – falls gegen Putin gerichtet immer glaubwürdig, falls für Putin oder unter dem Schutz von Putin immer fragwürdig.

Nach wie vor weigert sich Deutschland dem Zeugen Snowden, der Belege vorgelegt hat, freies Geleit zuzusichern für die Aussage vor einem Untersuchungsausschuss.  SPON (Der Spiegel Online) schreibt: „Grigori Rodschenkow, ehemals Chef des russischen Doping-Kontroll-Labors, hatte der „New York Times“ die detaillierte Planung, Anwendung und Vertuschung staatlichen Dopings Dutzender Sportler geschildert.“ Herrn Rodschenkos Existenz im neuen Heimatland dürfte gesichert sein.

Nein, ich bin keine „Verschwörungstheoretikern“. Ich glaube nur nicht alles.