„Konsumentenmacht“

„In Zeiten von TTIP und Naturkatastrophen, ist es angesagt, dass wir alle Verantwortung übernehmen. Wenn wir keine Produkte mehr kaufen, die aus menschen- und naturverachtenden Konzernen stammen, werden diese gezwungen sein, diese Erde und die Menschen und die Tiere respektvoll zu behandeln – ganz einfach deswegen, weil sie weiterhin verkaufen wollen.“ habe ich heute gelesen. (Projekt Kaufatlas für Einklang Produkte). Und weiter: „Die wahre Macht im wachstumsorientierten Kapitalismus liegt beim Konsumenten.“

Ob ich noch lebe, wenn es gelungen sein wird, durch den Boykott von Mars, Oral B Zahnbürsten und Boss-Hosen die großen Konsumgüter-Konzerne in die Knie zu zwingen? Andere wollen das schaffen durch solidarisches Urban Gardening, den Verzicht auf Plastiküten und/oder Lebensmittel tierischen Ursprungs. Als kleiner Trost für alle Moralischen und Verantwortungsvollen, die manchmal traurig werden,  weil die Welt trotzdem bleibt wie sie ist: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ [ Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Gesammelte Schriften 4, Frankfurt/M. 1997, Seite 43 ]

Die auslösenden moralischen Impulse seien hier ausdrücklich anerkannt. Aber irgendwo, irgendwann muss man doch mal an den Punkt kommen, an dem man merkt, dass das uneingeschränkte Verfügungsrecht  über die Produktionsmittel und das Recht auf hemmungslose persönliche Bereicherung  Ursprung aller Unbill sind. Nachvollziehbar allerdings ist, dass man eher auf den moralischen und verantwortungsvollen Verbraucher setzt, wenn man ein eigenes Häuschen und 10 Daimler-Aktien und einen stets gefüllten Geldbeutel hat.

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