Hintergründig

Wehret den Anfängen – aber wo fängt was an?

Ich spreche, lese, schreibe auf einem akzeptablen Niveau meine Muttersprache und zwei weitere. Im Urlaub gebe ich mir Mühe in der Landessprache Brot einzukaufen, Guten Morgen, Bitte und Danke zu sagen. Im Wirtshaus rede ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist: leidlich frängisch.

Gegenwärtig nervt man mich mit Anforderungen, gefälligst angeblich rassistische, sexistische, nationalistische Töne zu vermeiden. Denn: Da fängt „es“ an.

Innerhalb der Grenzen Deutschlands stört es mich, wenn sich in meiner Anwesenheit Fischköpfe in einer Sprache unterhalten, die ich nicht verstehe und der Sprachgebrauch mancher Mitmenschen erkennen lässt, dass sie zu faul sind, ein passendes deutsches Wort zu suchen, lieber das – vermeintlich – Englische der Werbung nachäffen, weil sie sich dann besonders „cool“ vorkommen. Bin ich eine Nationalistin?

Ich weigere mich, Englisch zu sprechen mit einem Einwohner meines Dorfes, der seit vielen Jahren in Deutschland wohnt und mit einer Deutschen verheiratet ist. Glücklicherweise ist er amerikanischer Staatsbürger. Da bekomme ich Beifall von allen, die etwas gegen Amis haben.

Wenn ich gegenüber einem  Zugezogenen  aus dem Mittelmeerraum sanften Druck ausübe,  mit mir Deutsch zu sprechen, bekomme ich Beifall nur von den Rechten. Bin ich eine um Integration bemühte, verkappte Sprachpädagogin oder eine Alltagsrassistin?

Ich bin keine „-istin“ nur eine bildungsbürgerliche Kuh mit einer gewissen Überheblichkeit.

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