Aspekte unserer Leitkultur (V)

Mülltrennung

Im Beitragsbild zu erkennen sind Teile unserer hausinternen Sortieranlage. Es fehlen die kleineren Gefäße für Altbatterien, Elektroschrott … , und die Säcke bzw. Tonnen für Getränkekartons, PVC-Hohlkörper, Weißblech, Glas, Papier, organische Abfälle, die Kästen für Getränke in Pfandflaschen und „Restmüll“, der übrig bleibt, wenn man zu faul ist Teebeutel zu trennen in Metallklammer, organischen Aufgussbeutel und Anhänger aus Papier; leere Zigarettenschachteln in Knisterfolie, alukaschiertes Papier und Pappe; geblisterte Verpackungen in Kunststofffolie und Papier.

Es dürfte die Anforderung des Mülltrennens sein, die Zugezogene veranlasst, sich vorwiegend in Städten niederzulassen. Dort gibt es Integrationserleichterungen wie z. B. gelbe Säcke oder Tonnen. Auch dort muss aber jeder beachten, dass nur Abfälle mit dem grünen Punkt in die gelben Gefäße gehören.

Was mit den sorgfältig getrennten Dingen – in einem Teil unseres schönen Landes hießen sie übrigens  bis ca. 1990/91 Sekundärrohstoffe und man bekam Geld für die gebündelt oder in Säcken und Tonnen abgelieferten Stoffe –  anschließend passiert wissen wir nicht. Für Glas z. B.  gibt es unterschiedliche Theorien: 1. Es wird, weil unseren Augen beim Einsortieren in Braun-, Grün- und Weißglasbehälter nicht getraut wird, zusammengeschüttet und anschließend wieder unter Verwendung optischer Sensoren nach Farben getrennt und zu Flaschen in den unterschiedlichsten Farbtönen verarbeitet. 2. Ohne Rücksicht auf die Farbe werden aus dem wieder verwendeten Glas Behälter für Medizinprodukte hergestellt. Diese sind dann an  einer milchig grauen Färbung als Recyclingprodukte zu erkennen. 3. Ohne Rücksicht auf die Farbe wird das Glas zermahlen in Partikel unterschiedlicher Körnung, die in der Baustoffindustrie Verwendung finden. …

Heute gibt es für die von Endverbrauchern abgelieferten Stoffe kein Geld mehr. Diese Lösung wäre nicht marktwirtschaftlich, denn Veolia, Alba und andere Konzerne konkurrieren in den Kommunen miteinander um die Erlaubnis, unseren Hausmüll einsammeln und verwerten zu dürfen. Für diese Dienstleistung entrichten wir mehr oder weniger hohe Gebühren, deren Berechnung sich auf die unterschiedlichsten Merkmale bezieht: Volumen, Gewicht, Zahl der Abholungen, Mindest- und Höchstanlieferung … . Jedenfalls  bleibt marktwirtschaftlich kein Cent mehr übrig für sammelnde und trennende Hausfrauen und -männer.

Der Gesamtüberschrift „Aspekte unserer Leitkultur“ wurde das Thema Mülltrennung zugeordnet, weil die moralische Entrüstung über nur „unzulänglich trennende“, „faule“ (!) Nachbarn, Mitbewohner, öffentliche Einrichtungen,  Anlass gibt zu Gesprächen unter den Menschen, zu Streitigkeiten bis hin zu gerichtlichen Klärungen, Leserbriefen, Einlassungen von Parteien auf der kommunalen Ebene und Initiativen von Betriebsräten zur Bereitstellung von Trenngefäßen in jedem Büroraum… . Letzteres weil  nirgendwo in so großen Mengen  Apfelbutzen, Pfirsichkerne, zerknülltes Papier, leere Getränkedosen und PET-Salatgefäße mit Deckel anfallen wie an den Orten, wo gesundheitsbewusste Menschen in den Pausen Nahrung zu sich nehmen.

Selbstverständlich haben wir Deutsche auch hier die Nase vorn: Keiner trennt so gut wie wir und die Partikel von Plastiktüten, die von den Fischen der Weltmeere gefressen werden, können einzig und allein von Schiffen stammen, die unter fremder Flagge fahren und ohne deutsche Kreuzfahrt-Teilnehmerinnen.

„Integration“ verlangt sorgfältigste Beachtung der Regeln zur Mülltrennung. Zuwiderhandeln führt unweigerlich zur Abschiebung.

 

 

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